Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Atomphysik

Die Atomphysik ist ein Teilgebiet der Physik, das sich – im weiteren Sinne – mit dem Aufbau der Atome aus Atomkern und Elektronenhülle befasst sowie mit …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Was ist Atomphysik?
  2. 2. Untersuchungsgegenstand der Atomphysik
  3. 3. Geschichte
  4. 4. Moderne Atomphysik und Anwendungen

Was ist Atomphysik?

Die Atomphysik ist ein Teilgebiet der Physik, das sich im weiteren Sinne mit dem Aufbau der Atome aus Atomkern und Elektronenhülle befasst sowie mit deren Wechselwirkungen.

Im heutigen wissenschaftlichen Sprachgebrauch umfasst der Begriff meist nur noch die Untersuchung von Struktur und Reaktionsweisen der Atomhülle. Die Erforschung des Atomkerns gehört dagegen zur Kernphysik und wird nicht mehr zur Atomphysik gezählt. Umgangssprachlich und journalistisch werden die beiden Disziplinen aber oft verwechselt oder die Kernphysik zur Atomphysik gerechnet.

Die Kernphysik entstand als Teilgebiet der Atomphysik und wurde bis etwa in die 1950er Jahre zu ihr gezählt.

Untersuchungsgegenstand der Atomphysik

Die Atomphysik untersucht die Atomhülle und die in ihr ablaufenden Vorgänge, zum Beispiel die Verteilung der Elektronen auf die quantenmechanischen Energieniveaus. Damit kann sie die beobachteten Spektrallinien der Atome und den Aufbau des Periodensystems der Elemente beschreiben.

Außerdem behandelt sie die Wechselwirkung von Atomen und Ionen mit anderen Atomen oder Ionen – daraus ergeben sich die Formen der chemischen Bindung – sowie mit Festkörpern, mit elektromagnetischer Strahlung und Teilchenstrahlung und mit elektrischen und magnetischen Feldern.

Die Atomphysik betrachtet den Atomkern meist nur in seiner Funktion als Baustein des Atoms. Die Kernphysik dagegen beschäftigt sich mit dem Atomkern selbst, seinem Aufbau und seinen Reaktionen.

Geschichte

Die Idee, dass alle Materie aus kleinsten Teilchen, den Atomen, zusammengesetzt ist, findet sich schon in der Naturphilosophie der Antike, etwa bei Leukipp und seinem Schüler Demokrit.

Empirisch untermauert wurde diese Idee aber erst im 19. Jahrhundert durch Untersuchungen von John Dalton, Joseph Louis Gay-Lussac und Ludwig Boltzmann. Mit der Entwicklung der Spektroskopie (der Analyse von Spektrallinien) stellte sich die Frage nach einer inneren Struktur und Dynamik der Atome. Diese Frage führte schließlich zur Entwicklung der Quantenmechanik, weil die klassische Physik hier vollständig versagte.

Moderne Atomphysik und Anwendungen

Das wichtigste Forschungsgebiet der heutigen Atomphysik ist die Quantenoptik. Häufig wird nur noch dieser Begriff genannt, um Verwechslungen mit der Kernphysik zu vermeiden.

Zentrale Themen der Quantenoptik sind unter anderem:

  • Präzisionsmessungen atomarer Energieniveaus, mit denen sich Naturkonstanten sehr genau bestimmen und fundamentale Theorien testen lassen.
  • Untersuchungen an exotischen Atomen, mit denen Fragestellungen der Kern- und Elementarteilchenphysik mit Methoden der Atomphysik angegangen werden.
  • Ultrakurze Lichtpulse, mit denen man die dynamischen Vorgänge in der Elektronenhülle direkt beobachten möchte.
  • Ionenfallen, in denen einzelne ionisierte Atome über lange Zeit gefangen und mit höchster Präzision untersucht werden können.
  • Laserkühlung und die magneto-optische Falle (MOT), die Untersuchungen an ultrakalten Gasen, Bose-Einstein-Kondensaten und extrem seltenen Isotopen möglich gemacht haben.

Die Atomphysik hat viele Anwendungen hervorgebracht, zum Beispiel den Laser und die Atomuhr. Untersuchungsmethoden, die ursprünglich für atomphysikalische Experimente entwickelt wurden, werden heute weit darüber hinaus genutzt: die Kernspinresonanz in der medizinischen Bildgebung, die Absorptions- und Emissionsspektroskopie in der chemischen Analytik und die Photoelektronenspektroskopie in der Materialwissenschaft.

Lernvideos zu Atomphysik

Weiterlesen

Atom Jedes Atom gehört zu einem bestimmten chemischen Element und bildet dessen kleinste Einheit. Zurzeit sind 118 Elemente bekannt, von denen etwa 90 auf der … Atomkern Der Atomkern ist der innerste, positiv geladene Teil eines Atoms. Die Unterteilung eines Atoms in Atomkern und Atomhülle geht auf Ernest Rutherford zurück, … Kernphysik Die Kernphysik (oder Nuklearphysik) ist der Teilbereich der Physik, der sich mit dem Aufbau und dem Verhalten von Atomkernen beschäftigt. Atomhülle Atomkern und Atomhülle zusammen bilden das Atom, wobei der Kern einen je nach chemischem Element 20.000- bis 150.000-mal kleineren Durchmesser hat als die Hülle … Quantenmechanik Die Quantenmechanik ist eine physikalische Theorie, mit der die Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten von Zuständen und Vorgängen der Materie beschrieben … Spektrallinie Spektrallinien werden durch Wellenlänge, Linienintensität und Linienbreite charakterisiert. Die Ursache der Spektrallinien sind die durch Licht angeregten … Periodensystem Erste Periode: 1Wasserstoff bis 2Helium · Zweite Periode: 3Lithium bis 10Neon · Dritte Periode: 11Natrium bis 18Argon · Vierte Periode: 19Kalium bis 36Krypton. Ion Ein Ion [i̯oːn] ist ein elektrisch geladenes atomares oder molekulares Teilchen. Ionen bilden als chemische Verbindungen oft Salze. Sie existieren auch in … Chemische Bindung Die chemische Bindung ist ein physikalisch-chemisches Phänomen, durch das zwei oder mehrere Atome oder Ionen fest zu chemischen Verbindungen aneinander gebunden … Elektrisches Feld Das elektrische Feld ist ein physikalisches Feld, das durch die Coulombkraft auf elektrische Ladungen wirkt. Als Vektorfeld beschreibt es über die räumliche … Magnetismus Magnetfelder entstehen zum einen bei jeder Bewegung von elektrischen Ladungen. Das ist Grundlage von Elektromagneten und wegen des Induktionsgesetzes auch der … John Dalton Zur Atomtheorie · Jeder Stoff besteht aus kleinsten, nicht weiter teilbaren kugelförmigen Teilchen, den Atomen. · Alle Atome eines bestimmten Elements haben das …