Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Arithmetisch-geometrisches Mittel

In der Mathematik bezeichnet man als arithmetisch-geometrisches Mittel zweier positiver reeller Zahlen eine gewisse Zahl, die zwischen dem arithmetischen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Was ist das arithmetisch-geometrische Mittel?
  2. 2. Definition durch zwei Folgen
  3. 3. Einfaches Beispiel
  4. 4. Eigenschaften und Konvergenzbeweis
  5. 5. Warum konvergieren die Folgen?
  6. 6. Alternative Darstellung der Folgen

Was ist das arithmetisch-geometrische Mittel?

Das arithmetisch-geometrische Mittel (abgekürzt oft agm) ist eine Zahl, die zwischen dem arithmetischen Mittel und dem geometrischen Mittel zweier positiver reeller Zahlen liegt. Es ist in der Mathematik wichtig, weil es sehr schnell berechnet werden kann, eine enge Verbindung zu elliptischen Integralen hat und sogar für schnelle Verfahren zur Berechnung der Kreiszahl π verwendet wird.

Definition durch zwei Folgen

Man startet mit zwei nichtnegativen reellen Zahlen a₀ = a und b₀ = b und bildet daraus zwei Folgen: Das arithmetische Mittel a_{n+1} = (a_n + b_n)/2 und das geometrische Mittel b_{n+1} = √(a_n · b_n). Beide Folgen konvergieren gegen einen gemeinsamen Grenzwert M(a,b). Dieser Grenzwert heißt das arithmetisch-geometrische Mittel von a und b. (Warum die Grenzwerte existieren und gleich sind, wird über die Monotonie gezeigt.)

Einfaches Beispiel

Startwerte: a₀ = 4, b₀ = 9. Dann gilt: a₁ = (4+9)/2 = 6,5 und b₁ = √(4·9) = 6. Weiter: a₂ = 6,25 und b₂ ≈ 6,245. Schon beim dritten Schritt gilt a₃ ≈ b₃ ≈ M(a,b) ≈ 6,2475. Man sieht: Die beiden Folgen liegen sich sehr schnell nahe, das Verfahren konvergiert also rasch.

Eigenschaften und Konvergenzbeweis

Einfache Eigenschaften: M(a,b) = M(b,a) (symmetrisch) und M(ta,tb) = t·M(a,b) für t ≥ 0 (homogen vom Grad 1). Es gilt die Ungleichungskette min{a,b} ≤ √(ab) ≤ M(a,b) ≤ (a+b)/2 ≤ max{a,b}, wobei Gleichheit genau für a = b eintritt. Außerdem gilt M(a,b) = M((a+b)/2, √(ab)).

Warum konvergieren die Folgen?

Für positive Startwerte 0 < b₀ < a₀ folgt aus der Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel stets b_n < a_n. Die Folge b₀, b₁, b₂, ... ist dann monoton wachsend und durch a₀ nach oben beschränkt, konvergiert also gegen einen Grenzwert β. Die Folge a₀, a₁, a₂, ... ist monoton fallend und nach unten beschränkt, konvergiert also gegen einen Grenzwert α. Es gilt: b₀ < b₁ < ... < β ≤ α < ... < a₁ < a₀. Geht man in der Definitionsgleichung a_{n+1} = (a_n + b_n)/2 zum Grenzwert über, erhält man α = (α + β)/2, woraus α = β folgt. Beide Grenzwerte sind also gleich, und dieser gemeinsame Wert ist M(a,b). Konvergenzgeschwindigkeit: Mit c_n = √(a_n² − b_n²) gilt die Abschätzung c_{n+1} = ½(a_n − b_n) = c_n²/(4a_{n+1}) ≤ c_n²/M(a,b). Das Verfahren hat quadratische Konvergenz: die Genauigkeit verbessert sich mit jedem Schritt sehr stark.

Alternative Darstellung der Folgen

Man kann die beiden Folgen auch voneinander entkoppeln, also jede Folge für sich berechnen. Mit a₀ = a, b₀ = b, a₁ = (a₀+b₀)/2 und b₁ = √(a₀b₀) gilt: a_n = (a_{n−1} + √((2a_{n−1} − a_{n−2})·a_{n−2}))/2 sowie b_n = √(b_{n−1}·(b_{n−1}² + b_{n−2}²)/(2b_{n−2})). Jede Folge braucht dafür die beiden vorherigen eigenen Werte, aber nicht mehr die jeweils andere Folge.

Weiterlesen

Mathematik An deutschen Universitäten gehört die Mathematik meistens zur selben Fakultät wie die Naturwissenschaften, und so wird Mathematikern nach der Promotion in der … Reelle Zahl Die reellen Zahlen bilden einen in der Mathematik bedeutenden Zahlenbereich. Er ist eine Erweiterung des Bereichs der rationalen Zahlen, womit die Maßzahlen … Arithmetisches Mittel Er wird berechnet, indem die Summe der betrachteten Zahlen durch ihre Anzahl geteilt wird. Wie andere Mittelwerte beschreibt er das Zentrum einer Verteilung … Geometrisches Mittel Das geometrische Mittel ist stets kleiner oder gleich dem arithmetischen Mittel. Verwendung findet es u. a. in der Statistik, der Finanzmathematik und auch in … Folge (Mathematik) Als Folge oder Sequenz wird in der Mathematik eine Auflistung (Familie) von endlich oder unendlich vielen fortlaufend nummerierten Objekten (beispielsweise … Grenzwert (Folge) In dem mathematischen Gebiet der Analysis versteht man unter dem Grenzwert (oder dem Limes) einer Folge von reellen Zahlen eine wohlbestimmte reelle Zahl, … Carl Friedrich Gauß Gauß-Newton-Verfahren, ein Verfahren zur Lösung nichtlinearer Gleichungen; Gauß-Seidel-Verfahren, ein Verfahren zur Lösung von linearen Gleichungssystemen … Ellipse Eine Ellipse (von altgriechisch ἔλλειψις élleipsis, deutsch ‚das Unterlassen, Ausbleiben, Zurückbleiben') ist in der Geometrie eine spezielle geschlossene Kurve … Kreiszahl Die erste (klassische!) Definition in der Geometrie (siehe Bild) beruht auf der Proportionalität von Umfang und Durchmesser eines Kreises. Entsprechend lässt … Algorithmus Algorithmen bestehen aus endlich vielen, wohldefinierten Einzelschritten. ... Damit können sie zur Ausführung in ein Computerprogramm implementiert, aber auch in …