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Affix (Linguistik)
Affixe dienen vor allem zur Wortbildung und zur Flexion. Das Gegenstück zum Affix, also der Wortteil, mit dem ein Affix sich verbindet, heißt Basis der …
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Begriff und Aufgabe
Ein Affix ist in der Morphologie, also der Sprachwissenschaft von Wortstrukturen, ein unselbständiger Wortbestandteil. Es ist ein gebundenes Morphem: Es kann nicht allein als Wort vorkommen. Anders als gebundene lexikalische Morpheme wie Konfixe oder unikale Morpheme kann es auch nicht selbst als Wortstamm dienen, an den weitere Elemente angefügt werden.
Affixe erweitern ein vorhandenes Wort oder einen Wortteil. Dieser Teil heißt Basis der Affigierung und ist meist, aber nicht immer, ein Wortstamm. Affixe haben vor allem zwei Aufgaben: Sie dienen der Wortbildung oder der Flexion, also der Bildung verschiedener grammatischer Wortformen. Der Begriff „Affix“ wird in Informatik und Mathematik ähnlich, aber mit einer abweichenden Bedeutung verwendet.
Stellung zur Basis
Bei einer Verkettung werden Affix und Basis unmittelbar aneinandergereiht. Ein Suffix steht hinter der Basis, zum Beispiel geh/en: Der Stamm geh erhält mit -en die Infinitivform. Ein Präfix steht vor der Basis. In un/schön verändert un- die Bedeutung von schön durch lexikalische Negation in ihr Gegenteil.
Ein Zirkumfix besteht aus zwei Teilen, die gleichzeitig vor und hinter die Basis treten. In geleitet umschließen ge- und -et den Verbstamm leit-. Im Guarani wird aguata „ich gehe“ durch nd-…-i zu ndaguatái „ich gehe nicht“ negiert.
Das Interfix ist kein eigener Stellungstyp, sondern eher eine Funktionsbezeichnung. Interfixe sind in der Regel Suffixe.
Verschränkte Affixe
Bei einer Verschränkung wird ein Affix nicht einfach an die Basis angeheftet. Ein Infix wird in das Innere eines anderen Morphems eingefügt. Im Deutschen ist dies nicht produktiv, kommt also nicht als regelmäßig verwendbares Muster vor; als historische Spur gilt etwa das n-Infix zur Präsensmarkierung in Verben wie bringen.
Im Kharia wird der Nominalisierer -nV- vor die Koda der ersten Silbe eingefügt: gɔj „sterben“ wird zu gɔnɔj „Tod“, jib „anfassen“ zu jinib „Berührung“. Im Tagalog wird beim Aktor-Fokus -um- nach dem ersten Stammkonsonanten eingefügt: Aus bilí „kaufen“ wird bumilí. Das Infix zeigt dabei an, dass der Fokus auf dem Agens liegt: „jemand kauft“.
Ein Suprafix wird einer Basis als Tonverlauf oder Akzentmuster übergestülpt. Es ist eine eher hypothetische Kategorie für Fälle, in denen sich die neutrale Aussprache eines Stamms systematisch durch suprasegmentale Merkmale wie Stimmhöhe oder Betonungsverteilung ändert. Im Englischen können sich tormént „quälen“ und tórment „Qual“ allein durch die Betonung unterscheiden. Ein solcher Ansatz wird selten verwendet, weil oft schwer nachzuweisen ist, dass die Veränderung einem Morphem entspricht und eine eindeutige Ableitungsrichtung hat.
Funktion bei Flexion und Wortbildung
Flexionsaffixe bilden Wortformen; Flexion bedeutet Beugung. Sie heißen auch Flexeme oder Flexive. Im Deutschen sind sie in der Regel Suffixe, zum Beispiel geh-t in geht: -t ist ein Flexionssuffix.
Derivationsaffixe dienen der Wortbildung und werden selten auch Derivateme genannt. Im Deutschen können sie Suffixe oder Präfixe sein. In Lehr-er ist -er ein Derivationssuffix. In zer-geh-en ist zer- ein Derivationspräfix, während -en ein Flexionssuffix ist.