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Ablauf der Terroranschläge am 11. September 2001

Der zeitliche Ablauf der Terroranschläge am 11. September 2001, bei denen insgesamt knapp 3000 Menschen getötet wurden, ist Gegenstand der historischen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Ereignisse und zeitlicher Rahmen
  2. 2. Zuständigkeiten und Schwierigkeiten der Luftabwehr
  3. 3. Entführung und Einschlag in den Nordturm
  4. 4. Einschlag in den Südturm
  5. 5. Angriff auf das Pentagon
  6. 6. Entführung, Passagierangriff und Absturz

Ereignisse und zeitlicher Rahmen

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 forderten insgesamt knapp 3000 Todesopfer. Der Ablauf ist Gegenstand historischer Forschung. Wichtige Quellen sind der Abschlussbericht der 9/11-Kommission vom 22. Juli 2004, der Dokumente und Zeugenaussagen auswertete, sowie The Terror Timeline vom August 2004 mit öffentlich zugänglichen, im Internet gesammelten Quellen. Angaben können dabei voneinander abweichen.

Alle Zeiten beziehen sich auf Eastern Daylight Time (EDT), die gegenüber der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) sechs Stunden zurücklag. Der erste Einschlag um 8:46 Uhr EDT erfolgte daher in deutschsprachigen Ländern um 14:46 Uhr MESZ. Vier entführte Linienflugzeuge wurden als Waffen eingesetzt: AA 11 traf um 8:46:40 Uhr den Nordturm des World Trade Centers, UA 175 um 9:03 Uhr den Südturm, AA 77 um 9:37:46 Uhr das Pentagon und UA 93 stürzte um 10:03:11 Uhr bei Shanksville ab. Der Südturm stürzte um 9:59 Uhr ein, der Nordturm um 10:28 Uhr; WTC 7 folgte um 17:20 Uhr.

Nach dem zweiten Einschlag bezeichnete Präsident George W. Bush die Ereignisse um 9:31 Uhr als „augenscheinlichen Terrorangriff auf unser Land“. Um 9:42 Uhr ordnete die FAA ein Startverbot und die Landung aller Inlandsflüge an; bis 12:15 Uhr landeten 4.500 Flugzeuge. Weißes Haus und Kapitol wurden um 9:45 Uhr evakuiert. Um 20:30 Uhr kündigte Bush die umfassende Verfolgung der Täter an.

Zuständigkeiten und Schwierigkeiten der Luftabwehr

Für entführte Flugzeuge waren die zivile Federal Aviation Administration (FAA) und das militärische North American Aerospace Defense Command (NORAD) zuständig. Die damaligen Regeln gingen davon aus, dass eine Entführung eindeutig erkannt werden konnte und die Behörden genügend Zeit für abgestimmte Maßnahmen hatten. Die FAA erwartete normalerweise einen Notruf der Piloten mit Positions- und Höhenangaben. Bei Funkabbruch oder abgeschaltetem Transponder — einem Gerät zur elektronischen Kennzeichnung eines Flugzeugs — sollte die Kontrolle zunächst den Kontakt wiederherstellen und dann das FAA-Operationszentrum in Herndon informieren.

Von dort führte die vorgesehene Befehlskette über das FAA-Hauptquartier in Washington, D.C., zum National Military Command Center im Pentagon. Dieses benötigte einen Befehl des Verteidigungsministers, um Kampfjets zum Folgen und Überwachen eines Fluges starten zu lassen. Abschüsse oder erzwungene Landungen waren nicht vorgesehen. Einen Selbstmordanschlag mit entführten Flugzeugen, die vom Radar verschwinden, hatten die Protokolle nicht berücksichtigt.

NORADs Nordostsektor NEADS verfügte 2001 nur über vier sofort startbereite Kampfjets: zwei F-15 in Otis auf Cape Cod und zwei Jets in Langley in Hampton, Virginia. Die Beteiligten mussten improvisieren, erhielten oft nur Einzelinformationen und trafen deshalb verspätete, falsche oder keine angemessenen Entscheidungen. Teilweise flogen die Jets alte Routen über den Atlantik, die ursprünglich zur Abwehr sowjetischer Bomber im Kalten Krieg gedacht waren.

Entführung und Einschlag in den Nordturm

American-Airlines-Flug 11 startete um 7:59 Uhr von Boston nach Los Angeles. An Bord waren Mohammed Atta, Abdulaziz al-Omari, Satam al Suqami, Wail al Shehri und Waleed al Shehri. Attas Gepäck war wegen einer CAPPS-Meldung für zusätzliche Kontrollen in Boston zurückgehalten worden. Um 8:14 Uhr reagierte der Pilot nicht auf die Anweisung, auf 35.000 Fuß zu steigen. Flugbegleiterin Betty Ong meldete um 8:19 Uhr telefonisch, ein Passagier und zwei Flugbegleiter seien erstochen und Pfefferspray sei versprüht worden; sie vermutete eine Entführung. Um 8:21 Uhr wurde der Transponder abgeschaltet.

Attas Durchsage um 8:25 Uhr, die Passagiere sollten ruhig bleiben, ließ die Flugkontrolle die Entführung erkennen. Flugbegleiterin Amy Sweeney meldete Verletzte, eine Bombendrohung, den raschen Sinkflug sowie Angaben zu drei Entführern. Die FAA Boston informierte zwar ab 8:28 Uhr weitere FAA-Stellen, doch das Militär erhielt seine erste Nachricht über einen entführten Flug erst um 8:37 Uhr durch einen Anruf bei NEADS in Otis. Der genaue Zeitpunkt dieses Anrufs ist in Quellen unterschiedlich angegeben; der 9/11-Bericht folgt dem NEADS-Log-Eintrag.

Otis erhielt um 8:38 Uhr die Erlaubnis, zwei F-15 starten zu lassen. Um 8:46 Uhr erhielten sie zwar den Startbefehl, aber keine Zielangabe. AA 11 schlug um 8:46:40 Uhr in WTC 1 ein. Alle 81 Besatzungsmitglieder und Passagiere, darunter die fünf Entführer, sowie eine unbekannte Zahl von Menschen im Gebäude starben. FAA New York und NEADS verknüpften den Einschlag zunächst nicht sicher mit dem gesuchten Flug. Die Jets starteten erst zwischen 8:53 und 9:13 Uhr und flogen ohne Zielangabe entlang der Atlantikküste.

Einschlag in den Südturm

United-Airlines-Flug 175 startete um 8:14 Uhr mit 14 Minuten Verspätung von Boston nach Los Angeles. Die Entführer waren Marwan al-Shehhi, Fayez Banihammad, Mohand al Shehri, Ahmed al Ghamdi und Hamza al Ghamdi. Kurz vor 8:46 Uhr griffen sie mit Messern, Pfefferspray und einer Bombendrohung an, töteten beide Piloten und einige Flugbegleiter. Um 8:47 Uhr änderten sie zweimal den Transpondercode; dies wurde zunächst übersehen, weil die zuständige Kontrolleurin nach AA 11 suchte.

Ab 8:52 Uhr meldeten Passagiere und ein Flugbegleiter per Telefon die Übernahme des Cockpits, Tote und das ungewöhnliche Flugverhalten. Die FAA New York erkannte zwischen 8:53 und 8:56 Uhr eine wahrscheinliche Entführung, leitete Ausweichkurse ein und erfuhr zugleich vom Einschlag in den Nordturm. Der Versuch, FAA Herndon über UA 175 zu informieren, wurde um 8:58 Uhr abgewiesen, weil dort die Suche nach einem anderen entführten Flug Vorrang hatte. Um 9:01 Uhr forderte FAA New York militärische Hilfe.

UA 175 schlug um 9:03 Uhr in WTC 2 ein. Alle 65 Besatzungsmitglieder und Passagiere, einschließlich der fünf Entführer, sowie eine unbekannte Zahl von Gebäudebesuchern starben. Nach diesem zweiten Einschlag war der Anschlagscharakter klar. FAA New York stoppte um 9:05 Uhr Flüge von, nach und über New York City. NEADS beorderte Kampfjets nach Manhattan; die Otis-Jets erhielten dies erst um 9:13 Uhr und erreichten Manhattan um 9:25 Uhr.

Angriff auf das Pentagon

American-Airlines-Flug 77 startete um 8:20 Uhr mit zehn Minuten Verspätung von Washington Dulles nach Los Angeles. Khalid al Mihdhar, Majed Moqed, Hani Handschur, Nawaf al Hazmi und Salem al Hazmi befanden sich an Bord. Zwischen 8:51 und 8:54 Uhr griffen sie mit Teppichmessern an; die Passagiere mussten sich im hinteren Flugzeugteil sammeln. Um 8:54 Uhr änderte das Flugzeug seinen Kurs, um 8:56 Uhr wurde der Transponder abgeschaltet.

Die FAA Indianapolis nahm zunächst technische Probleme oder einen Absturz an und konnte die schwachen primären Radarsignale nicht richtig verarbeiten. Daher wurde AA 77 trotz weiterer Suche erst spät als möglicher entführter Flug erkannt. Passagierinnen Renee May und Barbara Olson berichteten telefonisch von sechs Entführern, Teppichmessern und der Sammlung der Passagiere im Heck. Um 9:20 Uhr zweifelte FAA Indianapolis die Absturzannahme an, doch FAA Herndon informierte NORAD weiterhin nicht über den vermissten Flug.

NEADS konzentrierte sich zugleich auf die falsche Meldung, AA 11 fliege noch auf Washington zu. Die Langley-Jets starteten um 9:30 Uhr ohne klare Zielangabe und flogen zunächst über den Ozean statt nach Washington. Dulles entdeckte AA 77 erst um 9:32 Uhr nahe Washington; ein unbewaffnetes Transportflugzeug identifizierte es als Boeing 757. AA 77 schlug um 9:37:46 Uhr mit etwa 530 mph ins Pentagon ein. Alle 58 Besatzungsmitglieder und Passagiere, darunter die fünf Entführer, sowie 125 Menschen im Pentagon starben. Die Langley-Jets waren beim Verlust des Radarsignals noch 150 Meilen entfernt.

Entführung, Passagierangriff und Absturz

United-Airlines-Flug 93 startete um 8:42 Uhr mit mehr als 25 Minuten Verspätung von Newark nach San Francisco. Die Entführer waren Saeed al Ghamdi, Ahmed al Nami, Ahmad al Haznawi und Ziad Jarrah. Nach einer Warnung der Fluggesellschaft United Airlines vor möglichen Cockpit-Eindringlingen fragte Pilot Jason Dahl um 9:26 Uhr nach. Um 9:28 Uhr griffen die Entführer an; ein Flugzeug sank plötzlich 700 Fuß, ein Mayday-Notruf sowie Schreie und Kampfgeräusche waren hörbar. Jarrah erklärte um 9:32 Uhr: „Bleiben Sie sitzen. Wir haben eine Bombe an Bord.“ Der Autopilotkurs wurde nach Osten gesetzt.

Mindestens zehn Passagiere und zwei Flugbegleiter berichteten telefonisch von der Entführung, einer Bombendrohung und Toten. Mindestens fünf Anrufer erfuhren von den Einschlägen in das WTC; fünf berichteten von dem Plan, die Entführer zu überwältigen. Die FAA Cleveland meldete den Fall an Herndon und schlug um 9:49 Uhr militärische Hilfe vor. Dennoch unterrichtete keine FAA-Stelle NORAD über UA 93. Nach dem Abschalten des Transponders um 9:41 Uhr konnte Cleveland den Flug nur noch über primäres Radar und Sichtmeldungen verfolgen.

Um 9:57 Uhr griffen Passagiere die Entführer an und versuchten laut Voicerecorder, die Cockpittür aufzubrechen. Jarrah ließ das Flugzeug seitlich wedeln und später auf- und absteigen, um sie abzuwehren. Um 10:01 Uhr entschied er mit einem anderen Entführer, das Flugzeug herunterzubringen. UA 93 rollte in Rückenlage und schlug um 10:03:11 Uhr mit 580 mph in ein Feld bei Shanksville ein. Alle 44 Besatzungsmitglieder und Passagiere, darunter die vier Entführer, starben. NEADS erfuhr erst um 10:15 Uhr vom mutmaßlichen Absturz; um 10:10 Uhr hatte sein Kommandeur noch erklärt, es gebe keine Freigabe, auf Flugzeuge über der Hauptstadt zu schießen.

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