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World Trade Center 7
Der Einsturz war Folge der Terroranschläge jenes Tages auf die Zwillingstürme des World Trade Centers. Beim Kollaps des WTC 1 fielen Trümmer auf das benachbarte …
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Überblick und Bedeutung
Das World Trade Center 7, kurz WTC 7 oder 7 WTC, war ein 186 Meter hoher Wolkenkratzer in New York City. Das auch Salomon Brothers Building genannte Bürogebäude besaß 47 Stockwerke und gehörte zum World-Trade-Center-Komplex. Es wurde im März 1987 eröffnet und stürzte am 11. September 2001 gegen 17:20 Uhr vollständig ein.
Der Einsturz war eine Folge der Terroranschläge auf die Zwillingstürme. Trümmer des um 10:28 Uhr eingestürzten Nordturms WTC 1 trafen das etwa 110 Meter entfernte WTC 7 und lösten Brände aus. Diese brannten auf mehreren Stockwerken bis zu sieben Stunden lang weitgehend unkontrolliert. Beschädigte Wasserleitungen, der Ausfall eines Teils der Sprinkleranlage und unzugängliche Brandherde verhinderten eine wirksame Brandbekämpfung. Das National Institute of Standards and Technology (NIST) kam 2008 zu dem Ergebnis, dass die Wärmeausdehnung von Stahlbauteilen und das anschließende Versagen tragender Pfeiler den Einsturz auslösten.
Gebäude und Nutzung
Das WTC 7 wurde von 1984 bis 1987 auf einem Grundstück der New Yorker Hafenbehörde in Lower Manhattan errichtet. Bauherr und Eigentümer war Silverstein Properties. Der Entwurf stammte von Emery Roth & Sons, die Bauarbeiten führte Tishman Construction aus. Das Gebäude stand nördlich der Vesey Street außerhalb des eigentlichen World-Trade-Center-Vierecks, war aber auf Höhe des 3. Stockwerks durch eine Promenade und eine Fußgängerbrücke mit dem Hauptkomplex verbunden.
Der Grundriss bildete ein unregelmäßiges Trapez. Die Nordseite war etwa 100 Meter, die Südseite 75 Meter und die Ost- und Westseite jeweils 44 Meter lang. Das Gebäude hatte eine rötliche Granitfassade und stand teilweise über einem bereits 1967 errichteten Umspannwerk von ConEdison. Seine Gesamtnutzfläche betrug 200.000 Quadratmeter, davon waren 174.000 Quadratmeter als Bürofläche vorgesehen.
1989 ließ der neue Hauptmieter Salomon Brothers das Gebäude für 200 Millionen US-Dollar umfassend umbauen. Dabei wurden mehr als 375 Tonnen zusätzlicher Stahl eingebaut, um die Stockwerke für die besondere Ausstattung zu verstärken. Wegen dieser als „Gebäude-im-Gebäude“ bezeichneten Konstruktion wurde das WTC 7 auch Salomon Brothers Building genannt.
Beim Einsturz wurden benachbarte Gebäude schwer beschädigt. Das 32-stöckige New York Telephone Building wurde später für 1,4 Milliarden US-Dollar restauriert; die Fiterman Hall musste abgerissen werden. Von November 2002 bis Mai 2006 entstand auf dem Grundstück das neue, 228 Meter hohe 7 World Trade Center.
Mieter und technische Einrichtungen
Im Jahr 2001 nutzten vor allem Finanz- und Versicherungsunternehmen sowie US-amerikanische Behörden das WTC 7. Citigroup beziehungsweise Salomon Smith Barney belegte große Bereiche, darunter die Stockwerke 26 bis 45 für das Investmentbanking sowie die Etagen 15 bis 17. Weitere Mieter waren unter anderem American Express, die Federal Home Loan Bank, Versicherungsunternehmen und die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC).
Auch mehrere staatliche Stellen waren vertreten: Das US-Verteidigungsministerium und die Central Intelligence Agency (CIA) nutzten Flächen im 25. Stock, der Internal Revenue Service (IRS) die Etagen 24 und 25 und der U.S. Secret Service die Stockwerke 9 und 10. Der Katastrophenstab der Stadt New York, das Office of Emergency Management (OEM), befand sich im 23. Stock. Teile des 7. Stockwerks enthielten drei Generatoren und zugehörige Tanks für das OEM. In den unteren Stockwerken lagen außerdem Schaltanlagen, Transformatoren, weitere Generatoren, Treibstofflager, Laderampen und die Eingangslobby.
Brandverlauf und Einsturzmechanismus
Nach Angaben des NIST beschädigten Trümmer des Nordturms die südwestliche Außenseite des WTC 7 zwischen dem 7. und 17. Stockwerk. Auf mindestens zehn Stockwerken entstanden Brände. Unkontrollierte Feuer entwickelten sich zeitweise besonders auf den Etagen 7 bis 9 und 11 bis 13. Die zunächst angenommene Beteiligung von Dieselkraftstoff aus Kellertanks an der entscheidenden Hitzeentwicklung bestätigte sich nicht.
Die Sprinkleranlage der unteren 20 Stockwerke war an die durch die Einstürze beschädigte städtische Hauptwasserleitung angeschlossen. Oberhalb der 20. Etage konnten Sprinkler möglicherweise weiterhin wirken, weil sie Wasser aus einem eigenen Dachtank erhielten. Zusätzlich befand sich das Hausalarmsystem seit 6:47 Uhr in einem achtstündigen Test- beziehungsweise Wartungsmodus und ignorierte Feuersignale oder wertete sie als Fehlermeldungen. Wegen des geringen Wasserdrucks, der unübersichtlichen Lage und des Einsturzrisikos sollten sich Feuerwehrleute ab 11:30 Uhr vom Gebäude fernhalten. Um 14:30 Uhr wurden die Rettungsarbeiten im und um das WTC 7 eingestellt und die Umgebung evakuiert. Beim späteren Einsturz wurde niemand verletzt.
Nach der Rekonstruktion des NIST dehnten sich vertikale und horizontale Stahlbauteile durch die anhaltende Hitze aus. Dadurch lösten sich zahlreiche horizontale Deckenträger von den tragenden Pfeilern 79, 80 und 81. Pfeiler 79 stand daraufhin zwischen dem 5. und 14. Stockwerk frei, Pfeiler 80 zwischen dem 5. und 15. und Pfeiler 81 zwischen dem 7. und 15. Stockwerk. Zuerst knickte der überlastete Pfeiler 79 ein; innerhalb der folgenden Sekunde versagten auch die Pfeiler 80 und 81. Der innere Zusammenbruch breitete sich anschließend auf das gesamte Gebäude aus.
Von außen war zunächst der Einsturz des östlichen Penthouses auf dem Dach zu erkennen. Etwa fünf Sekunden später versank das westliche Penthouse in dem bereits kollabierten Gebäudeinneren. Danach entstand ein Knick in der mittleren Dachkante, bevor der übrige Bau rasch zusammenstürzte. Die Nordfassade beschleunigte dabei 2,25 Sekunden lang mit der Geschwindigkeit des freien Falls. Sie wurde wieder langsamer, als der obere Fassadenteil auf bereits aufgetürmte Trümmer traf.
Das NIST bewertete die brandbedingte Wärmeausdehnung als wesentliche Einsturzursache. Die Schäden durch Trümmer des WTC 1 waren demnach nicht ausschlaggebend: Das WTC 7 wäre laut Bericht auch allein infolge der Brände eingestürzt. Eine vollständig funktionsfähige Sprinkleranlage hätte die Feuer wahrscheinlich unter Kontrolle gebracht und den Einsturz verhindert.
Untersuchungen und Sprengungsthesen
Die Federal Emergency Management Agency (FEMA) veröffentlichte im September 2002 einen vorläufigen Bericht. Grundlage waren Gebäudedaten, Bild- und Videomaterial sowie Zeugenaussagen. FEMA dokumentierte Trümmerschäden und zahlreiche Brandherde und nahm an, dass ein inneres Versagen tragender Bauteile dem sichtbaren Gesamteinsturz vorausging. Der Vorgang habe in unteren Stockwerken des östlichen Gebäudeteils begonnen. Gewichtsverlagerungen hätten anschließend Transferträger – Bauteile, die Lasten auf andere Stützen übertragen – und Stützpfeiler im mittleren und danach im westlichen Gebäudeteil versagen lassen. FEMA konnte das zuerst versagende Bauteil jedoch nicht bestimmen und verlangte weitere Untersuchungen.
Das NIST veröffentlichte nach einem vorläufigen Bericht von 2002 und einem Zwischenbericht von 2004 am 21. August 2008 seinen 130-seitigen Abschlussbericht. Dafür werteten 88 Fachleute aus verschiedenen Institutionen Baupläne, Zeugenaussagen, Fotografien, Videos und Computersimulationen aus. Der Bericht präzisierte den Ablauf bis zum Versagen der Pfeiler 79, 80 und 81.
Seit 2001 verbreitete Verschwörungsthesen behaupten, WTC 7 sei durch zuvor heimlich angebrachte Sprengstoffe kontrolliert gesprengt worden. Als Argument wird unter anderem angeführt, dass kein Flugzeug das Gebäude getroffen hatte. Das NIST erklärte dagegen bereits 2004, keine Hinweise auf Bomben, Raketen oder eine kontrollierte Sprengung gefunden zu haben. Im Abschlussbericht wurden Belege gegen eine Sprengung ausführlicher dargestellt. Verschiedene Sprengungsexperten bestätigten diese Bewertung; das Untersuchungsergebnis wurde außerdem in einem Peer-Review fachlich geprüft und in einer unabhängigen Fachzeitschrift veröffentlicht.