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Abitur in Hessen
Abitur in Hessen. gymnasiale ... Im beruflichen Gymnasium steht die Wahl zwischen Mathematik und Englisch frei, sofern diese keine Leistungsfächer sind.
Inhalt5 Abschnitte
Aufbau des hessischen Abiturs
Das Abitur in Hessen wird nach der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe und einer bestandenen Abiturprüfung in fünf Fächern vergeben. Die Qualifikationsphase umfasst bei G9 die Jahrgangsstufen 12 und 13, bei G8 die Jahrgangsstufen 11 und 12. Ihre vier Halbjahre heißen Q1 bis Q4; alle Ergebnisse gehen in die endgültige Abiturnote ein.
G8 wird nach der 12. Jahrgangsstufe nur noch an etwa 5 % der Gymnasien, also an 9 Schulen, angeboten. Seit 2013/14 besteht eine Wahlfreiheit. Für das Abitur 2012 galten erstmals die Regelungen der Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) vom 20. Juli 2009. Fachliche Grundlage sind die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) und die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA). Seit 2019 beruhen Prüfungen in allgemein bildenden Fächern auf den Kerncurricula Gymnasiale Oberstufe (KCGO), die im Schuljahr 2024/2025 novelliert wurden. Im beruflichen Gymnasium gelten seit dem Landesabitur 2021 die Kerncurricula Berufliches Gymnasium (KCBG).
Kurswahl und Belegung
Deutsch und Mathematik müssen bis zum Abitur belegt werden und sind verpflichtende Prüfungsfächer. Hinzu kommen eine bereits in der Mittelstufe belegte Fremdsprache sowie eine Naturwissenschaft aus Physik, Chemie oder Biologie. Pflicht sind außerdem Geschichte, Ethik/Religion/Philosophie, Sport sowie Politik und Wirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften. Wenn Geographie seit der Einführungsphase durchgängig belegt wurde, kann sie im zweiten Jahr Politik und Wirtschaft ersetzen. Zwei Halbjahre Kunst, Musik oder Darstellendes Spiel sowie in Q1 und Q2 eine weitere Naturwissenschaft, Fremdsprache oder Informatik gehören ebenfalls dazu.
Es werden zwei Leistungskurse gewählt. Mindestens einer muss eine fortgeführte Fremdsprache, eine Naturwissenschaft oder Mathematik sein. Leistungskurse haben fünf Wochenstunden und werden schriftlich geprüft. Nicht jede Schule bietet jedes Fach als Leistungskurs an. Für die Abiturmeldung sind außerdem 24 Grundkurshalbjahre einzubringen. Zusätzliche freiwillige Kurse können die Abiturnote verbessern, weil unter Beachtung der Vorgaben die besten Kurse ausgewählt werden.
Im beruflichen Gymnasium ist das zweite Leistungsfach Wirtschaftslehre, Technikwissenschaft, Ernährungslehre, Gesundheitswissenschaften oder Agrartechnik; es wird in einem Halbjahr durch einen Grundkurs ergänzt. Das erste Leistungsfach ist Deutsch, Englisch, Mathematik oder eine Naturwissenschaft. Eine zweite Fremdsprache ist dort nur nötig, wenn ab der 6. oder 7. Klasse keine solche Fremdsprache belegt wurde.
Punkte und Leistungsbewertung
In der Oberstufe ersetzt ein System von 0 bis 15 Punkten die Noten der Sekundarstufe I. 15 Punkte entsprechen 1+, 0 Punkte entsprechen 6. Unter 5 Punkten ist ein Kurs unterbelegt; bei 0 Punkten gilt er als nicht belegt und die Belegpflicht ist nicht erfüllt. Ein Prüfungsfach mit 0 Punkten führt bereits dazu, dass der gesamte Prüfungsteil nicht bestanden ist.
Die Punktbereiche reichen von sehr gut (15 bis 13 Punkte), gut (12 bis 10), befriedigend (9 bis 7), ausreichend (6 bis 5), schwach ausreichend (4), mangelhaft (3 bis 1) bis ungenügend (0). Für die Umrechnung nennt der Artikel die Formel „Note = (17 - Punkte) / 3“ und umgekehrt „Punkte = 17 - (Note * 3)“. Dabei stehen 15 Punkte für die beste und 0 Punkte für die schlechteste Leistung; auf der Notenskala ist 1 die beste und 6 die schlechteste Note.
Abiturprüfungen
Die Abiturprüfung umfasst fünf Fächer und muss schriftlich zwei Aufgabenfelder abdecken. Deutsch ist immer Prüfungsfach. In der gymnasialen Oberstufe ist auch Mathematik verpflichtend; im beruflichen Gymnasium kann stattdessen Englisch gewählt werden, sofern es kein Leistungsfach ist.
Schriftlich werden beide Leistungskurse und ein weiteres Grundkursfach geprüft. Die Aufgaben des seit dem Schuljahr 2006/2007 eingeführten Zentralabiturs werden hessenweit zentral aus Wiesbaden gestellt. Die jeweiligen Fachlehrkräfte bewerten sie jedoch anhand von Lösungshinweisen des Kultusministeriums.
Zusätzlich gibt es eine verpflichtende mündliche Prüfung in einem vierten Fach. Im fünften Fach kann zwischen einer weiteren mündlichen Prüfung, einer Präsentation und einer besonderen Lernleistung gewählt werden. Diese Prüfungen werden von der unterrichtenden Lehrkraft gestellt und dezentral geprüft.
Gesamtqualifikation und Abiturnote
Die Gesamtqualifikation besteht aus Grundkursbereich, Leistungskursbereich und Abiturbereich. Im Grundkursbereich werden 24 Noten einfach gewertet. Möglich sind höchstens 360 Punkte; mindestens 120 Punkte sind erforderlich. Höchstens 6 der 24 Noten dürfen unter 5 Punkten liegen, keine darf 0 Punkte haben. Verpflichtend einzubringen sind unter anderem je vier Halbjahresnoten aus Deutsch, Mathematik, einer fortgeführten Fremdsprache und einer Naturwissenschaft. Aus Geschichte, Politik und Wirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder gegebenenfalls Geographie sowie aus Kunst, Musik oder Darstellendem Spiel sind jeweils zwei Halbjahresnoten nötig. Sport darf höchstens mit drei Halbjahren eingebracht werden.
Die acht Leistungskursnoten aus Q1 bis Q4 werden doppelt gewertet. Der Bereich umfasst maximal 240 Punkte und mindestens 80 Punkte; mindestens fünf Kurse müssen 5 oder mehr Punkte haben, kein Leistungskurs darf 0 Punkte haben. Die fünf Abiturprüfungen werden jeweils vierfach gewertet. Hier sind maximal 300 und mindestens 100 Punkte möglich; keine Prüfung darf 0 Punkte ergeben, und in drei Prüfungen, darunter einer Leistungskursprüfung, sind jeweils mindestens 5 Punkte erforderlich.
Bestanden ist das Abitur ab 300 Punkten, entsprechend 4,0. Die Höchstzahl beträgt 900 Punkte; ab 823 Punkten wird 1,0 vergeben. Die exakte Formel lautet „(17-(Gesamtpunkte/60))/3“. Es zählt nur die erste Nachkommastelle, ohne Rundung, sondern durch Abschneiden. Rechnerische Werte besser als 1,0 bei über 840 Gesamtpunkten werden auf 1,0 gesetzt.
Für das Landesabitur 2025 nennt der Artikel 23.045 Teilnehmende, davon 22.126 beziehungsweise 96,0 % bestanden; der Notendurchschnitt lag bei 2,26 und 1.118 Schüler, 5,1 %, erreichten 1,0. Verbände hinterfragen die Aussagekraft der im Zeitverlauf besseren Noten. Als Beispiel nennt der Artikel den Anstieg des Anteils mit 1,0 von 2007 bis 2022 auf etwa das Vierfache sowie die Verbesserung des Durchschnitts von 2,48 auf 2,23. Der Hessische Philologenverband, Hochschullehrer und Ausbildungsbetriebe verbinden dies mit Sorgen über Bildungsniveau, Studierfähigkeit und Rechenkenntnisse.