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AbiBac
Der Begriff AbiBac ist ein Kunstwort, das sich aus den ersten Silben der Begriffe ‚Abitur' und ‚baccalauréat', der französischen Entsprechung zum deutschen …
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Abschluss und Anerkennung
Das AbiBac ist ein deutsch-französisches Abitur. Es verbindet das deutsche Abitur mit dem baccalauréat, dem französischen Abschluss, der dem Abitur entspricht. Angeboten wird es seit den 63. deutsch-französischen Konsultationen in Mülhausen im Mai 1994.
Der Abschluss wird in Deutschland und Frankreich als Hochschulreife vollwertig anerkannt. Deshalb muss keine Gleichwertigkeit beantragt werden. Das AbiBac ermöglicht den Zugang zu Hochschulen in beiden Ländern auf Grundlage desselben Abschlusses.
Vorbereitung und Unterricht
Je nach Schulzeitmodell G8 oder G9 wird das AbiBac in den letzten zwei oder drei Schuljahren der gymnasialen Oberstufe vorbereitet. Dies geschieht entweder in besonderen AbiBac-Klassen oder, häufiger, im normalen Kurssystem. Dann sind bestimmte Kurswahlen verpflichtend, zum Beispiel ein Leistungskurs Französisch.
Die Schulen können eigene Lehrpläne verwenden, die sich an deutschen und französischen Vorgaben orientieren. In Berlin werden dagegen dieselben Lehrpläne wie für nicht bilinguale Schüler verwendet. Bilingual bedeutet, dass Unterricht in zwei Sprachen stattfindet.
An deutschen Schulen liegen die Schwerpunkte auf Französisch sowie auf zwei Sachfächern, die auf Französisch unterrichtet werden. Ein Sachfach ist ein Unterrichtsfach wie Geschichte oder Erdkunde, bei dem fachliche Inhalte und nicht die Sprache selbst im Mittelpunkt stehen. An französischen Schulen gilt dies entsprechend für Deutsch und deutschsprachige Sachfächer.
Viele Schulen bereiten ihre Schüler bereits ab Klasse 5 in einem bilingualen Zug auf die Oberstufe vor. Französisch wird dann intensiver unterrichtet, in Klasse 5 zum Beispiel sechs Wochenstunden. Ab Klasse 7 werden Sachfächer zunehmend zweisprachig und mit einem wachsenden französischsprachigen Anteil unterrichtet. Ihre Stundenzahl ist oft höher als im regulären Unterrichtsplan.
Fächer und Lehrpläne
In AbiBac-Klassen oder -Kursen werden zwei Sachfächer grundsätzlich auf Französisch unterrichtet. Geschichte ist immer dabei; als zweites Fach kommt Erdkunde oder Politik beziehungsweise Sozialwissenschaften hinzu.
Welches zweite Fach neben Geschichte angeboten wird, entscheiden in Deutschland die Bundesländer. Die Wahl kann auch nach Schule oder Schuljahr unterschiedlich ausfallen. Für Erdkunde sowie Politik-/Sozialwissenschaften gibt es keine gemeinsamen Lehrpläne; jedes Bundesland legt das Vorgehen selbst fest. Der Lehrplan für Geschichte ist dagegen in Frankreich und bundesweit in Deutschland einheitlich.
In Frankreich bilden Geschichte und Erdkunde gemeinsam das Fach Histoire-Géographie. Die dafür geltenden Lehrpläne sind landesweit einheitlich. Die Lehrpläne für Französisch sind Ländersache.
Prüfungen
Die Prüfungsaufgaben im Fach Französisch werden vom jeweiligen Land oder Bundesland festgelegt. Die Anforderungen für AbiBac-Schüler sollen grundsätzlich nicht höher sein als für reguläre Abiturienten im Fach Französisch. Entsprechend werden AbiBac-Schüler an französischen Schulen in Deutsch auf demselben Niveau wie ihre Mitschüler im regulären Baccalauréat geprüft.
In Deutschland finden die AbiBac-Prüfungen auch in den beiden französisch unterrichteten Sachfächern auf Französisch statt. Jedes Bundesland erstellt die Aufgaben nach seinen eigenen Regelungen. Ein Prüfer aus dem Partnerland übernimmt eine Zweitkorrektur oder Durchsicht der Arbeiten.
In den Sachfachprüfungen zählt allein das Sachfachwissen. Die sprachliche Richtigkeit wird nur insoweit berücksichtigt, dass Schüler Sachverhalte korrekt und verständlich darstellen können. In Frankreich gilt die Sprachregelung spiegelbildlich. Die Erfolgsquote wird vom CIEP mit mehr als 94 % angegeben.
Teilnehmende Schulen
Eine Schule muss die Teilnahme am AbiBac-Programm mit dem zuständigen Kultusministerium klären. Teilnehmende Schulen sind verpflichtet, eine Partnerschaft mit einer Schule im jeweils anderen Land zu pflegen. Ein systematischer Schüleraustausch ist jedoch nicht zwingend. Die Partnerschaft dient dem Erfahrungsaustausch, dem Vertiefen der Sprachkenntnisse und soll deutsch-französische Freundschaften fördern.
Im Jahr 2024 bieten 92 französische Lycées das AbiBac an. Dazu kommt eine entsprechende Anzahl deutscher Schulen mit diesem Abschluss; diese müssen nicht alle in Deutschland liegen, wie die Internationale Deutsche Schule Paris zeigt.
Das AbiBac darf nicht mit einem anderen deutsch-französischen Abitur verwechselt werden, das ausschließlich an drei Gymnasien vergeben wird.