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Hitlers Aufstieg zur Macht | Terra X
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 346 Zeilen
- München, 26. Februar 1919. Trauerzug für einen Revolutionär:
- Bayerns Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Hunderttausend geben dem ermordeten Sozialisten
- jüdischer Herkunft das letzte Geleit. Darunter auch ein junger Gefreiter,
- der sich nach dem verlorenen Krieg entwurzelt fühlt. Adolf Hitler.
- Er hat für Kaiser und Reich gekämpft. Jetzt arrangiert er sich mit den Kräften der Revolution.
- Aus Überzeugung, aus Opportunismus? Hinter ihm liegt ein Leben voller Niederlagen,
- vor ihm eine ungewisse Zukunft. Wie konnte ein solcher niemand in so kurzer Zeit zum Diktator aufsteigen?
- Worauf fußte seine Macht? Was brachte so viele Deutsche dazu, ihm bis in den Abgrund zu folgen?
- * dramatische Musik * München.
- Anfang 1919 herrscht Bürgerkrieg in der Stadt. Der deutsche Kaiser hat abgedankt.
- Die Republik ist ausgerufen. Feinde der Demokratie schießen aufeinander.
- Radikale Kommunisten liefern sich blutige Kämpfe mit Soldaten der Reichswehr und oftmals rechtsextremen Freikorps.
- Es geht um die Macht im Freistaat. Irgendwo abseits der Wirren, Adolf Hitler.
- Er wartet ab, tut alles, um in der Armee zu bleiben. Ansonsten droht ihm Obdachlosigkeit.
- Hitler scheint ihn den Wochen und Monaten der Revolution von einem politischen Opportunismus getrieben zu sein.
- Es scheint für ihn wichtiger zu sein, nicht das persönliche Umfeld zu verlieren.
- Wenn das bedeutet, dass er bei der Revolution mitmachen muss,
- dann ist er ganz offensichtlich dazu gewillt. Zunächst steht Hitler auf Seiten der Linken,
- doch dann setzen sich die Rechten durch. München wird zum Zentrum ihrer Bewegung,
- Hass auf Kommunisten und Juden kocht hoch. Im Grunde genommen ist Hitler im Frühjahr 1919 noch immer so planlos,
- wie er es eigentlich sein ganzes Leben lang gewesen ist. Er taucht jetzt ein in dieses völkische Milieu in München
- und sucht nach Antworten auf die großen Fragen, die großen Krisen seiner Zeit.
- Wer hat die Niederlage im Ersten Weltkrieg zu verantworten? Wie sieht das politische Gemeinwesen der Zukunft aus?
- In München gibt nun die Reichswehr den Ton an. Hauptmann Karl Mayr
- baut einen antikommunistischen Propagandadienst auf. Bald dient sich ein Freiwilliger als Spitzel an.
- Ein streunender Hund, wie sich Mayr später erinnert. Er nimmt Hitler unter seine Fittiche
- und verschafft ihm Zugang zu einer Propaganda-Schulung. Für Hitler ein Wendepunkt.
- Er erhält ideologische Orientierung und eine Aufgabe. Die Chance, sich zu bewähren.
- Er schnappt vieles auf und versucht, das denjenigen, die ihm zuhören, zu vermitteln.
- Testet auch, ob das ankommt. Daraus wächst sein Selbstbewusstsein.
- Insofern bestärkt das Hitler darin, dass die Politik möglicherweise ein aussichtsreiches Betätigungsfeld für ihn sein könnte.
- Das Wien seiner Jugend. Die Stadt an der Donau hat Hitlers Politikverständnis früh beeinflusst.
- Zur Jahrhundertwende die Metropole der Vielvölkermonarchie Österreich-Ungarn.
- 1907 kommt der junge Hitler aus der österreichischen Provinz in das Getriebe der Zwei-Millionen-Stadt.
- Er ist 18, fühlt sich als angehender Künstler. Maler will er werden.
- Doch er scheitert bei der Aufnahmeprüfung an der Akademie Zweimal.
- Er schlägt sich durch, liest viel, oder verfolgt das politische Geschehen
- im Parlament an der Ringstraße. * dramatische Musik *
- Hinter ehrwürdigen Fassaden bietet der Reichsrat ein verstörendes Bild. * dramatische Musik *
- Es sind oft chaotische Debatten, die Hitler und sein einziger Freund, August Kubicek, verfolgen.
- An die 30 Parteien beharken einander. Deutsch-Österreicher, Tschechen, Polen oder Italiener,
- alle in ihrer Muttersprache. Ein Spektakel, das bei Hitler bleibenden Eindruck hinterlässt.
- (Gerwarth) Für Hitler sind Parlamente Quatschbuden, die nicht in der Lage sind, die großen Fragen der Zeit zu lösen.
- Weil er selber der Meinung war, dass es immer Individuen sind, die die großen Entscheidungen ihrer Zeit treffen.
- Und dass im Grunde genommen im Parlament immer alles zerredet wird. Hinweise auf ein explizit antijüdisches Weltbild Hitlers
- in Wien sind dagegen nicht überliefert. Er hält sich mit Aquarellen über Wasser,
- die ihm jüdische Händler abkaufen. (Weber) Das kann man auch nicht einfach nur darauf reduzieren,
- dass die Geschäfte wichtig waren, weil es gleichzeitig auch glaubhafte Erzählung darüber gibt,
- dass er zum Beispiel jüdische Bekannte gegen Angriffe verteidigte. Von daher wissen wir tatsächlich, dass Hitler noch nicht
- besonders antisemitisch während dieser Zeit ist. Zurück in München. September 1990.
- Hitler entwickelt sich bei der Reichswehr zum Musterschüler, saugt die rechte Propaganda regelrecht in sich auf.
- Er ahnt wohl, was sein Vorgesetzter Hauptmann Mayr hören will. Nicht die Deutschen sind Schuld an ihrer Misere, sondern fremde Mächte,
- die Deutschland von außen und innen zerstören wollen. In einer Erörterung erklärt Hitler nun die Juden zur größten Bedrohung,
- sieht in ihnen eine "Rassen-Tuberkulose der Völker". Ganz im Sinne der Parolen aus den Schriften
- völkisch-nationaler Rassentheoretiker. Hitler erlebt im Herbst 1919 seine politische Verpuppung.
- Das meint, dass über Monate hinweg es in einem brodelt und reift. Am Ende Streift man die Hülle ab,
- und es kommt eine neue politische Gestalt heraus, die aber nun über eine klare politische Orientierung verfügt.
- Und das heißt bei Hitler radikaler rassistischer Antisemitismus, gepaart mit einem virulenten Antikapitalismus.
- Im Herbst 1919 entsteht so das erste schriftliche Zeugnis von Hitlers Antisemitismus.
- Es mündet in der Forderung nach der "Entfernung der Juden überhaupt". Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob er in dem Augenblick
- des Verfassen des Briefes sich klar ist, was die radikalste Lösung ist, die möglich ist.
- Aber wir wissen, dass er schon in den frühen 20er Jahren explizit sagt, dass es doch eigentlich am besten wäre,
- wenn alle Juden Deutschlands am Galgen aufgehängt würden, bis es keine Juden mehr gibt.
- 1919 wird Hitler auch Mitglied der DAP, der rechtsextremen Deutschen Arbeiterpartei.
- Die Gaststätte Sternecker Bräu ist einer der Treffpunkte der winzigen Splittergruppe.
- Sie will die Arbeiterschaft für völkisch-nationale Ziele gewinnen, ein Gegenangebot zu Kommunisten und Sozialdemokraten machen.
- Hitler findet schnell Anschluss. (Weber) Hier ist auf einmal diese neue Gruppierung,
- die Deutsche Arbeiterpartei, wo ihm alle Leute zujubeln. Und in dem Augenblick hat er ein neues Zuhause gefunden,
- sowohl im im engeren Sinne als auch im politischen Sinne. Zum ersten Mal hat er nun wirklich Leute gefunden,
- die ihn nicht auslachen aufgrund seiner politischen Überzeugung, sondern die ihm zujubeln.
- Hitler gewinnt rasch an Bedeutung in der DAP. Am 24. Februar 1920 im Münchner Hofbräuhaus
- verkündet er vor 2000 Zuhörern ein 25 Punkte-Programm. * dramatische Musik *
- Bald darauf wird die Partei umbenannt zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, NSDAP.
- Das Programm bleibt das gleiche; Eine Mischung völkisch-nationaler Positionen
- mit einem Schuss Antikapitalismus. (Malinowski) Das sind Formeln, die nicht nach rechts klingen,
- sondern die Sprache der Linken bedienen. Und dieser Pseudosozialismus, ist ein ganz zentrales Element,
- wenn man verstehen will, warum das so früh und so erfolgreich gelungen ist,
- in Teile der ehemaligen Arbeiterschicht und der Bauern einzudringen.
- Als Werbe Obmann entwirft Hitler eine Parteifahne, die auf Massenwirkung zielt.
- Das schwarze Hakenkreuz soll für die höhere Rasse stehen, im Verbund mit Rot und Weiß, für Sozialismus und Nationalismus.
- Provokant spielt er mit den Gegensätzen, die er in seinem Bild von einer Volksgemeinschaft
- willkürlich vereinen will. Er will die Welt, die ihn umgibt, gestalten und formen.
- So frei wie der Künstler, als der er sich seit seiner Jugend sieht.
- Seine Kindheit ist nicht ohne Kummer. Der Vater, ein Despot, er prügelt den Sohn,
- der nicht lernt und auf der Realschule versagt. Auf Druck reagiert Hitler trotzig und jähzornig.
- Der Heranwachsende entwickelt sich zum Träumer. Er flieht in Fantasiewelten, sucht Trost in Heldengeschichten,
- die er bei Karl May findet und in der Musik Richard Wagners. * dramatische Blasmusik *
- Die Oper in Wien, seit mehr als 150 Jahren ein Sehnsuchtsort für Musikbegeisterte.
- Auch für den jungen Adolf Hitler. Auf billigen Stehplätzen erlebt er mit seinem Freund Kubicek
- die Macht von Wagners spektakulärem Musiktheater. Opulente Bühnenbilder,
- tragische Helden, überwältigende Musik. (Pyta) Das Hören und Sehen soll verschmelzen.
- Man kann sich nicht abwenden, man kann nicht unkonzentriert sein. Man wird gefangen genommen von dem, was sich dort ereignet.
- Wenn man das in die Politik überträgt, eine so gestylte, perfektionierte politische Aufführung,
- dann gewinnt man die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer. Auf ihrem Weg zur Macht werden auch die Nationalsozialisten
- auf große Kulissen und Pathos setzen. Und Hitler wird vom billigen Stehplatz
- ganz nach vorn auf die Bühne rücken, als Manipulator der Massen. Doch Anfang 1920 ist Hitler noch kaum bekannt.
- Im Januar tritt der Versailler Vertrag in Kraft. Deutschland wird darin
- die Verantwortung für den Krieg zugesprochen. Die Folge: Hohe Reparationen.
- Hunderttausende junge Männer verlieren Stellung in der Armee. Im Land herrscht Empörung über alle Parteigrenzen hinweg.
- Der Versailler Friede sei ein Vertrag der Schande. Hitler wird das später in die Hände spielen.
- Der Vertrag war ein fantastisches Propagandainstrument für Hitler. Man konnte ihm für alles die Schuld geben.
- Man konnte ihn Punkt für Punkt durchgehen. All diese Artikel, die als ungerecht empfunden wurden,
- Auch, wenn er in Wirklichkeit gar nicht so schlimm war. Mitte 1920 ist Hitler zumindest in München eine Lokalgröße.
- Ein Bierhallen-Agitator, bekannt für seine fanatischen Reden. Um voranzukommen, braucht es allerdings mehr.
- Zahlungskräftige Unterstützer und Zugang zu den Salons der besseren Gesellschaft.
- Den wird ihm Dietrich Eckart verschaffen, Journalist und Bohemier.
- Ein opiumsüchtiger Judenhasser. Eckart erkennt Hitler als ein politisches Talent
- und unterstützt ihn, fördert ihn, bringt ihn mit weiteren finanzkräftigen Gönnern zusammen.
- Hitler ist ja mittellos, 1919, 20. Er isst in der Suppenküche in München.
- Er hat praktisch überhaupt kein Geld, er hat keine Ausbildung.
- Und diese Menschen sehen in ihm etwas, das er selber noch gar nicht sieht.
- Sie sehen ihn als einen kommenden Politiker, als ein Gegenentwurf zum üblichen Politiker der Weimarer Republik.
- Ohne den Zugang zu den besseren Kreisen ist Hitlers Aufstieg in den kommenden Jahren kaum vorstellbar.
- Auch reiche Frauen aus konservativen Unternehmerdynastien fördern Hitler. Wie Elsa Bruckmann oder Helene Bechstein .
- Sie geben Geld, damit ihr Schützling dem einfachen Volk eintrichtert, was auch die Reichen wollen: Deutschland wieder groß machen.
- 13. August 1920, Hofbräuhaus. 2000 Menschen füllen den Saal.
- Alle wollen Hitler hören, den Trommler der NSDAP. Sein Redetalent hat sich herumgesprochen,
- verspricht Spektakel. Diese Bierhallen muss man sich vorstellen wie Konzertbesuche.
- Die Leute zahlen ja Eintritt dafür. Die sind da nicht zufällig und dann redet jemand.
- Die stehen an und die gehen da hin, es wird auf Plakaten angekündigt. "Hitler spricht".
- Hitler startet bedächtig sein Thema: "Warum wendet sich die NSDAP gegen die Juden?".
- Er doziert über ehrliche Arbeit und Ausbeutung. Die Juden nennt er Schmarotzer.
- Und schreit heraus, wen er für den Hauptschuldigen der deutschen Misere hält: das jüdische Großkapital.
- Hitlers spricht über Stunden ohne Mikrofon. (Weber) Er konnte fast flüstern, er konnte schreien,
- Er konnte weich, er konnte hart klingen. Er hat sehr bildreich gesprochen, hat immer wieder Witze gemacht.
- Und so hat er einfach die Leute mitgenommen. Sie grölen, sie jubeln, sie unterbrechen den Redner,
- sie rufen etwas rein. Das ist eine Sache, die Hitler sehr liegt.
- Dann das Crescendo der Rede. Der ehemalige Frontsoldat schreit, geifert, spuckt!
- Was heute als Auftritt eines wahnsinnigen anmutet, gilt damals als Offenbarung.
- (Pyta) Nur, wer es aus innerster Überzeugung will, der es rausschreit.
- Der ist von dem überzeugt, was er verkündet. Also kein bezahlter Papagei.
- Nicht jemand, der routiniert sein Redemanuskript herunterliest. Der die Überzeugung vermittelt, der meint es ernst.
- Das trägt dazu bei, dass Hitler sich in München als Volkstribun eine in diesen Kreisen einmalige Stellung erredet hat.
- Die Veste Coburg. Die braune Geschichte der Stadt unterhalb der mittelalterlichen Burg
- ist ihr heute nicht mehr anzusehen. Doch Coburg entwickelt sich in den 20er-Jahren zum Musterbeispiel
- nationalsozialistischen Machtzuwachses. Im Oktober 1922 ruft der deutsche Schutz und Trutzbund
- zu einem deutschen Tag auf. Bisher sind solche Treffen eher honorige Altherren -Termine.
- Doch diesmal rückt Hitler an, mit 600 Mann seiner Sturmabteilung, der SA.
- Gegründet Ende 1920 als Sport und Turnverein, hat sie bald nur einen Auftrag:
- Einschüchterungen des politischen Gegners. Mann schlägt dem Gegner den Schädel ein.
- Das wird der Stil der SA werden in Zukunft. Dass man Gewalt ganz bewusst als Sprache,
- als Propaganda verwendet. Wer jemanden zusammenschlägt und eine Straßenschlacht organisiert,
- der fällt auf, und er zieht Presse auf sich. Man zeigt, dass der Krieg nicht vorbei ist.
- Der Krieg findet weiterhin statt, und zwar vorläufig als Bürgerkrieg. Links gegen rechts, SA gegen die Kommunisten,
- die NS-Bewegung gegen die Juden, gegen die Demokraten, gegen die Republik und so weiter.
- Coburg ist einer der frühesten und deutlichsten Punkte, wo diese Sprache erfunden,
- perfektioniert und nach außen gespielt wird. Innerhalb weniger Jahre wird aus einem schlecht ausgerüsteten Haufen
- eine paramilitärische Schlägertruppe, die die öffentliche Ordnung herausfordert.
- Die SA wird zur Parteiarmee, ohne deren Brutalität Hitlers Aufstieg kaum denkbar wäre.
- Vorbild sind Italiens Faschisten. Im Oktober 1922 setzen Benito Mussolini
- und seine Schwarzhemden zum Marsch auf Rom an und übernehmen die Macht. Hitler ist begeistert.
- Er selbst steht in der NSDAP mittlerweile unangefochten an der Spitze mit uneingeschränktem Vollmachten.
- Zudem hat Hitler einen Kreis von Getreuen um sich geschart, die ihn zum Führer verklären.
- Männer wie Rudolf Heß, der später Hitlers Stellvertreter in der Partei werden wird.
- Doch noch ist die NSDAP nur eine von vielen rechtsradikalen Gruppen. Januar 1923, französische und belgische Truppen
- besetzen das Ruhrgebiet, weil Reparationszahlungen aus Berlin ins Stocken kommen.
- Nun jagt eine Krise die nächste. Im Sommer vernichtet eine Hyperinflation
- die Ersparnisse von Millionen Deutschen. Viele müssen hungern.
- Die Weimarer Republik kämpft ohnehin um ihre Legitimität. Es geht auch um Probleme in der Bürokratie und Verwaltung.
- Es gibt Umsturzversuche, die Gesellschaft polarisiert sich. Und dann kommt dieses furchtbare Jahr,
- und alles, was die Menschen sehen, ist Verzweiflung. Immer mehr Verzweiflung.
- Verzweiflung, die Hitler ausnutzt. Immer stärker verfängt seine Hetze gegen Sozialdemokraten,
- Kommunisten und Juden, die am verlorenen Krieg und Deutschlands Niedergang Schuld sein sollen.
- In dieser Situation ist hier jemand, der erklärt, wir bauen ein völlig neues Deutschland auf.
- Ein neues deutsches, starkes Reich mit einer Volksgemeinschaft, einer solidarischen Volksgemeinschaft.
- Und das kommt einfach an. Den Menschen in dieser Situation eine Vision zu bieten,
- eine Lösung zu bieten, eine einfache Lösung. 1923 gelingt der NSDAP der Durchbruch in Bayern
- die Mitgliederzahl verzehnfacht sich auf 55.000. Doch noch dominiert ein anderer im rechten Lager,
- General a.D. Erich Ludendorff, der Säulenheilige der Völkisch-Nationalen.
- * dramatische Musik * Im Herbst reist Hitler nach Bayreuth,
- die Stadt seines großen Idols. Hier in der Villa Wahnfried hat Richard Wagner gewirkt.
- * geheimnisvolle Musik * 30. September 1923.
- Wieder ein deutscher Tag, diesmal in Bayreuth. Am Rand der völkischen Kundgebung
- kommt es hier zur ersten Begegnung Hitlers mit dem Wagner-Clan. Im Haus Wahnfried lernt Hitler den Wagner-Sohn Siegfried
- und dessen Frau Winifred kennen. Den Kontakt vermittelt haben die Bechsteins.
- Winifred ist angetan von Hitlers bescheidenem Auftreten. Siegfried erkennt in ihm den möglichen Retter Deutschlands.
- Er schreibt kurz darauf: "Gottlob gibt es noch deutsche Männer.
- Er muss es fertigbringen". (Malinowski) Der Wagner-begeisterte Hitler wird vorgelassen zum Meister.
- Der Meister ist nicht mehr, aber der Clan ist noch da, und die Villa Wahnfried ist da, und das Pianoforte steht da.
- Und das ist eine Form des symbolischen Aufstiegs, die man in der Größe glaub ich gar nicht überschätzen kann.
- Das ist immens, nicht nur für ihn selbst, sondern als Unterstreichung dessen,
- er ist jetzt anerkannt und wird in den höchsten Kreisen des deutschen Bildungsbürgertums und der deutschen Oberschichten
- als einer der Ihren anerkannt und empfangen. Wenig später setzt Hitler alles auf eine Karte.
- * dramatische Musik * 8. November 1923.
- Im Münchner Bürgerbräukeller treffen sich die Spitzen der bayerischen Regierung zu einer Kundgebung.
- Mit einem Trupp SA-Männer stürmt Hitler in den Saal und erklärt, die nationale Revolution sei ausgebrochen.
- Bedrängt von Hitler und dem hinzugekommenen General Ludendorff, Versprechen die Chefs von bayerischer Regierung, Reichswehr
- und Polizei, den Putsch mitzutragen, doch es kommt anders. In dem Augenblick, in dem er die Leute aus dem Saal herauslässt,
- ist eigentlich eine Revolution vorbei. Denn Leute, die ihm gerade noch zugesagt haben, mitzumachen,
- fangen Halt an, die Befehle wieder zurückzupfeifen. Hitler versucht, den Putsch zu retten.
- Eine Verzweiflungstat. Spitze von 2000 Getreuen marschieren Hitler und Ludendorff
- Richtung Regierungsviertel. Doch in der Münchner Feldherrnhalle
- endet die Revolte im Gewehrfeuer der Landespolizei. Insgesamt 15 Putschisten sterben, eine Kugel trifft Hitlers Nebenmann.
- Wenige Zentimeter weiter rechts, und die Weltgeschichte wäre anders verlaufen.
- (Weber) Die Sache hat überhaupt nicht funktioniert. Hitler versucht, aus dem Land zu fliehen.
- Und der einzige Grund, wieso er es nicht schafft, bis zur österreichischen Grenze zu kommen,
- ist, dass sein Auto einen Motorschaden hat. Sein Scheitern wird Hitler schon bald
- zu einem Opfergang von Märtyrern verklären. Und sein Überleben als schicksalhafte Fügung.
- Doch im Februar 1924 sieht es düster aus. NSDAP und SA sind verboten, und vor dem Münchner Volksgericht
- beginnt der Hochverratsprozess gegen Hitler, Ludendorff und ihre Mitverschwörer.
- Aber Hitler überrascht die Öffentlichkeit. Er übernimmt die volle Verantwortung für den Putsch.
- Er habe das Beste gewollt für Deutschland. Gescheitert sei er an Verrat.
- (Pyta) Hitler nutzt die Aufmerksamkeit, die der gescheiterte Putsch in ganz Deutschland hervorruft,
- um sich ins Schaufenster zu stellen. Um sich als den eigentlichen Drahtzieher,
- als den allein politischen Verantwortlichen darzustellen. Und verschafft sich damit deutschlandweite Publizität.
- Plötzlich ist Hitler nicht mehr dieser gescheiterte bayrische Regionalpolitiker,
- sondern jemand, der Deutschland retten will. Damit drängt er alle anderen medial in den Hintergrund,
- die eigentlich in der öffentlichen Wahrnehmung bis dahin dieses Ereignis dominiert haben.
- Hitlers Narrativ vom gescheiterten Retter Deutschlands verfängt auch bei den Richtern.
- Sie verurteilen ihn wegen Hochverrats zur Mindeststrafe von fünf Jahren.
- Doch mit der Möglichkeit zur Bewährung nach nur sechs Monaten. * spannungsvolle Musik *
- Landsberg am Lech. In der Festungshaftanstalt verbüßt Hitler seine Strafe.
- Unter komfortablen Bedingungen, mitsamt seinen Getreuen. Er liest viel und empfängt regelmäßig Besuch von Unterstützern,
- die ihn bestärken. In diesem Moment tut sich ein Kreis von Mäzenen zusammen,
- pilgert auch zu ihm nach Landsberg, besucht ihn ständig. Und redet ihm ja fast ein, er habe die Begabung zum Herrscher.
- Hier muss man sich fragen, ist nicht eigentlich Hitler, der zur Macht verführte?
- Derart bestärkt schreibt Hitler "mein Kampf", eine politische Propagandaschrift und idealisierte Autobiografie.
- Die unrühmliche Zeit in Wien und München wertet er zu Lehrjahren auf. Seine traumatischen Kriegserlebnisse interpretiert er
- als schicksalhafte Bewährungsprobe, Feuertaufe eines kommenden Führers, als der er sich mittlerweile sieht.
- (Pyta) Hitler plant strategisch klug für einen politischen Neuanfang und legt sich eine konstruierte Vita zurecht.
- Eine Art Lebenslauf, der ihm abgekauft wird von allen. Das ist Literatur, hier wird ein Leben erfunden.
- Wird mit Fantasie alles umschifft, was problematisch hätte sein können. In "mein Kampf" skizziert Hitler
- sein später ausformuliertes politisches Dogma, Rassenbiologischer Antisemitismus
- und der Kampf um Lebensraum und Ressourcen. Für Hitler ist die Welt ein ewiger Kampf:
- ein Kampf der verschiedenen Rassen. Die Arier sind die Überlegenen, die Juden dagegen stehen ganz unten.
- Seine Aufgabe ist, sicherzustellen, dass die Arier den Kampf gewinnen. Kooperation, Demokratie, westliche Werte, zählt alles nicht.
- Es ist ein Kampf um Leben und Tod. Kurz vor Weihnachten 1924 endet Hitlers Festungshaft in Landsberg.
- Vorzeitig, nach neun Monaten. Das Foto zeigt den NS-Führer ernst, aber entschlossen.
- Aufgenommen von Heinrich Hoffmann, Hitlers Leibfotograf und Vertrauter. Hoffmann ist bereits seit 1920 Mitglied der NSDAP.
- Sein Studio und das Parteibüro liegen im selben Gebäude. Er rückt Hitler ins Zentrum seiner Kompositionen.
- Er inszeniert Hitlers Macht und wird sein Bild in der Öffentlichkeit prägen wie kein anderer.
- Hoffmanns Bilder haben den Anschein von Schnappschüssen. Hier wird ein Politiker in Aktion gezeigt.
- Überall fotografiert er aus allen möglichen Situationen heraus. Das ist ecce.
- Hier haben wir einen Gegenentwurf, eine Alternative zum herkömmlichen Politiker.
- Beide wissen um die Macht der Bilder und entwickeln auch erst das Bild als politische Reklame.
- Sie entwickeln erst eine beispiellose Bildpropaganda in Deutschland.
- Hoffmanns Hitler-Konterfeis sind Werbebotschaften, die schon Ende der 20er-Jahre allgegenwärtig erscheinen.
- Von parteioffiziellen Führer-Porträts über Homestorys für Illustrierte, bis hin zu Souvenirartikeln.
- Eine Bilderflut, die Hoffmann und Hitler zu Millionären machen wird. Wer geglaubt hatte,
- Hitler sei gebrochen nach dem Putsch Desaster, der irrt. Für ihn gilt: Jetzt erst recht.
- Er ist es, der nicht nur den Neustart der NSDAP vorantreibt, sondern auch deren Organisation im ganzen Reich.
- 1926 bricht ein Richtungsstreit aus. NS-Führer im Nordwesten
- wollen die Partei stärker sozialistisch ausrichten. Zur Parteilinken gehört auch Joseph Goebbels.
- Ein Heißsporn der nach brotloser Schriftstellerei zur NSDAP stößt. In München sieht er "verkalkte Bonzen am Werk".
- Er verlangt ein Machtwort Hitlers. Der Partei droht die Spaltung. Doch Hitler wartet ab,
- entscheidet erst, als er sich sicher ist. Hitler hat einen sehr ungewöhnlichen Führungsstil,
- er definiert Ziele sehr abstrakt. Daher meint man auch häufig,
- dass Hitler nicht so richtig weiß, wo er hin will. Das ist aber eigentlich eine sehr geschickter Machttaktik.
- Am Ende entscheidet er und fängt die Kontrahenten dennoch ein. Der Parteilinken schiebt er einen Riegel vor,
- doch den talentierten Goebbels will er an sich binden. Er lädt den versierten Redner ein,
- auch in sein Wochenendidyll bei Berchtesgaden. Er erkennt in ihm ein enormes Potenzial für die NS-Bewegung.
- Hitler hatte eine sehr hohe soziale Intelligenz. Er war in der Lage, Freundschaften zu schließen und auch zu pflegen.
- Man kann Gefolgschaft nicht befehlen. Die Menschen kamen zu ihm und folgten ihm.
- Das gilt auch für Goebbels. er wird seinem Führer treu bleiben bis in den Tod.
- Männer wie er glauben bedingungslos an Hitler und werden zu entscheidenden Stützen seiner Macht.
- Weimar. Anfang Juli 1926 versammelt sich die NSDAP hier zu einem Parteitag.
- Er markiert den Aufbruch in den Führerkult. Den Weg der Partei bestimmt von nun an allein Hitlers Wille.
- Aufnahmen zeigen ihn wie einen Heilsbringer, der die Huldigungen seiner Jünger entgegennimmt.
- Gefolgschaft bezeugt durch quasi religiöse Rituale, wie etwa die Weihe neuer Partei-Stammdaten
- an der sogenannten Blutfahne. Eine Reliquie des gescheiterten Putsches von 1923.
- Menschen, die der SA beitreten, sollen ja mit körperlichem Einsatz, mit Gewalt gegen den politischen Gegner vorgehen.
- Das heißt, man braucht ein Ritual wie den Eid auf die Blutfahne, eine symbolische, rituelle Verstärkung dieser Verpflichtung.
- Hitler inszeniert sich als von der Vorsehung bestimmter Führer auf einer von ihm geheiligten Mission im Zeichen des Hakenkreuzes.
- Spätestens seit dem Nürnberger Reichsparteitag 1929 hat sich das Propagandabild Hitlers in Deutschland verfestigt.
- Anfang August drängt eine Viertelmillion Menschen in die Stadt, um Hitler zu erleben.
- Schier endlos marschiert die SA. Hitler und die Parteiprominenz lassen sich feiern.
- Auf dem Nürnberger Hauptmarkt entstehen Ikonische Fotos der sogenannten Kampfzeit der Partei.
- * mysteriöse Musik * Hitler ist der Kopf der Bewegung,
- seine Unterstützer bleiben im Hintergrund. Winifred Wagner etwa, die mit den Kindern
- im selben Nürnberger Hotel absteigt wie der NS-Führer. Vom engen persönlichen Verhältnis Hitlers zur Familie Wagner
- wissen nur wenige, man schätzt einander. Doch es geht auch um handfeste Interessen.
- Hitlers Aufstieg eröffnet Chancen für die Aufwertung des Hauses Wagner und den Festspielbetrieb.
- Wenn sie Bilder oder auch Filme sehen mit Winifred Wagner und Hitler, am Teetisch beispielsweise,
- dann fällt auf, dass Hitler unsicher ist, ihr gegenüber. Er ist nicht der Führer, der Unfehlbare, er ist derjenige,
- der in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihr steht. Sie fördert ihn, sie finanziert ihn, sie hilft ihm, sie stützt ihn.
- Diese Inner Circle, zu dem Winifred Wagner auch gehört, ist nicht unkritisch ihm gegenüber.
- Hier wird auch Kritik geübt, denn man will ja etwas erreichen mit diesen Politikern.
- Ende der 20er-Jahre entwickelt sich die NSDAP zu einer Wahlkampfmaschine.
- Die Dramaturgie zielt auf die Massen und auf Präsenz. Überall.
- Die NSDAP hat ganz massiv auf Redner gesetzt. In den kleinen Orten haben sich Leute jetzt ernst genommen gefühlt,
- weil dann Vertreter einer Partei, die ihre Stimmen haben will, zu ihnen kommt und selbst persönlich ihr Programm vorstellt.
- Und all das kann man, glaube ich, nicht unterschätzen, in der in der Wirkung, dass Menschen nicht unbedingt
- von der NSDAP überzeugt waren, aber schon beeindruckt waren, was diese Partei auf die Beine stellt.
- Auf dem Land, vor allem in evangelisch geprägten Regionen, erreicht die NSDAP schon 1928 Spitzenergebnisse an die 20 Prozent.
- Im Reich liegt die Partei damals erst bei 2,6 Prozent. In Coburg,
- wo die SA schon sieben Jahre zuvor aufmarschiert war, erobert die NSDAP bereits 1929 eine kommunale Mehrheit.
- Coburg wird zur ersten deutschen Stadt, in der die Nazis an die Macht kommen.
- 1929 platzt in New York die Aktienblase. Die ganze Welt rutscht in eine Wirtschaftskrise,
- auch das hochverschuldete Deutschland. Und wieder profitiert Hitler.
- Binnen drei Jahren schließen mehr als 50.000 Betriebe, die Wirtschaftsleistung sinkt um fast 40 Prozent.
- In Berlin zerbricht die Regierungskoalition. Kanzler Brüning regiert per Notverordnung
- mit dem Segen von Reichspräsident Paul von Hindenburg. Brünings Sparkurs verschärft die Krise weiter.
- Der Staat wirkt hilflos. 1930 wächst die Zahl der Arbeitslosen
- von zwei auf drei Millionen. Zwei Jahre später werden es fast doppelt so viele sein.
- Damit rutschen wenige Jahre nach der Hyperinflation abermals weite Teile der Gesellschaft in die Armut.
- * mysteriöse Musik * Jetzt zündelt Hitlers permanente Hetze gegen das System.
- (Hitler) Die Arbeitslosen-Armee beginnt nun zu wachsen. Eine, zwei, drei Millionen.
- 4 Millionen, 5 Millionen, 6 Millionen, 7 Millionen. Im Wahlkampf geißelt Hitler
- die Auswüchse des globalen Finanzkapitalismus. Ein Thema, das auch den Kommunisten Zulauf bringt.
- Aufstieg der Kommunistischen Partei nach 1929 führt dazu, dass es zu einer weiteren Polarisierung
- des politischen Systems kommt. Dass viele deutsche Wähler der Mitte das Gefühl haben,
- es gibt jetzt nur noch eine Entscheidung. Und die ist zwischen einer kommunistischen Zukunft
- und einer nationalsozialistischen Zukunft. Das wiederum führt dazu, dass die bürgerliche Mitte erodiert
- und viele Wähler der Mitte dazu neigen, eher Hitler zu unterstützen.
- Im September 1930 kommt es zu Neuwahlen. Sie bringen einen bahnbrechenden Erfolg für die NSDAP.
- Die Nationalsozialisten werden zweitstärkste Fraktion im Reichstag. Für Hitler aber ist das zu wenig.
- Er will die absolute Mehrheit, um die Macht im Land zu übernehmen. In der krisengeschüttelten Republik jagt eine Wahl die nächste.
- Keine andere Partei führt dabei so moderne Wahlkämpfe wie die NSDAP. Sie flutet Städte und Dörfer mit ihren Verheißungen,
- Deutschland zu erneuern. Als Partei der Zukunft gegen das Establishment.
- Der Reichspräsident ist ein 80-Jähriger alter Greis. Hier regieren eher ältere Politiker, das heißt, Hitler war jemand,
- der er sich als junge Kraft präsentieren konnte. Ein einfacher Soldat aus dem Volk.
- Ich bin wie ihr ein Gefreiter mit seinem Eisernen Kreuz, mehr nicht. Diese Kombination von Jugendlichkeit und aus dem Volk kommend
- war eine ganz erfolgreiche und bewusst inszenierte Propaganda der NSDAP.
- Auch die SA-Gewalt auf den Straßen gehört weiterhin zur Strategie. Hitlers Schlägertrupps heizen Konflikte an
- und beklagen zugleich die Hilflosigkeit der Polizei. Die NSDAP untergräbt damit systematisch
- die Autorität der Republik. Die SA-Gewalt richtete sich in erster Linie gegen die Kommunisten.
- Und zweitens auch gegen den Staat. Ein demokratischer, rechtsstaatlicher Staat
- muss das Gewaltmonopol für sich beanspruchen und auch verteidigen. Die SA Gewalt forderte den Staat heraus,
- und der Staat war eigentlich immer der Verlierer. Bei den Reichstagswahlen im Sommer 1932 wird die NSDAP stärkste Kraft.
- Doch wieder keine absolute Mehrheit. Hitler fürchtet,
- seine Strategie einer legalen Machtübernahme könnte scheitern. Er pokert und fordert von Reichspräsident Hindenburg
- die Ernennung zum Kanzler. Doch der lehnt ab.
- Oktober 1932, zurück in Coburg. Die Stadt bereitet sich auf den Besuch Hitlers vor;
- Hakenkreuze überall. Die örtliche NSDAP strotzt vor Selbstbewusstsein.
- Sie hat längst erreicht, woran ihr Führer in Berlin bislang scheitert, die absolute Mehrheit.
- Doch die Bilder von Geschlossenheit trügen, in der SA rumort es.
- Es gibt Kräfte, die auf einen Staatsstreich drängen. Hitler steht unter Druck, vor allem, als die NSDAP
- bei der Novemberwahl 1932 erstmals Stimmen verliert. Doch dann profitiert Hitler von der Rivalität reaktionärer Kräfte:
- General Kurt von Schleicher und sein Gegenspieler Franz von Papen. Beide Ringen um die Kunst des Reichspräsidenten,
- denn der ernennt den Kanzler. Nun schlägt von Papen Hitler vor,
- damit er selbst als Vizekanzler mitregieren kann. Hindenburg lenkt ein,
- in der Hoffnung, Hitler durch das Amt zu zähmen. Eine Fehlkalkulation.
- Alle unterschätzen Hitlers unbändigen Willen zu absoluter Macht.
- Hitler war die perfekte Projektionsfläche. Er hatte diese chamäleonartige Fähigkeit,
- in genau der Farbe zu schillern, die der Umgebung entsprach, und sich anzupassen.
- Hitler schien die Antwort zu haben oder die Antwort, selbst zu sein, auf die Fragen, die Millionen von Deutschen hatten.
- und auf die Hoffnungen, Ängste und Verzweiflung, die Millionen von Menschen in diesen Mann reinprojiziert haben.
- 30. Januar 1933. Hindenburg ernennt Hitler zum Reichskanzler.
- Einen gefährlichen Demagogen, zynischen Gewaltmenschen und Judenhasser
- Die Nationalsozialisten kommen mit legalen Mitteln an die Macht. Sie feiern den Triumph mit einem Fackelzug durchs Brandenburger Tor.
- Hitlers Aufstieg zur Macht wurde möglich durch die äußeren Umstände. Die tragische Kriegsniederlage,
- den Zerfall und die Krisen der Weimarer Republik. Er wurde aber auch möglich
- durch einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst. Sein Redetalent und seine Fähigkeit, die Deutschen zu manipulieren.
- Doch die Deutschen sind keinesfalls nur Verführte. Viele hoffen auf einen Führer,
- der das geschundene Land wieder groß macht. Noch regiert Hitler in einer Koalition:
- schon bald wird er nach der absoluten Macht greifen.
Zum Nachlesen
Adolf HitlerHerrschaft vor dem Zweiten Weltkrieg (1933–1939) · Errichtung der Diktatur · Ausweitung des Hitlerkults · Verfolgungen · Baupolitik · Kirchenpolitik · Aufrüstungs-, …
Chronologie der nationalsozialistischen MachtergreifungGeschichte bis zum 30. Januar 1933 · 24. Oktober 1929: Beginn der Weltwirtschaftskrise, von der das Deutsche Reich, neben den USA, am stärksten getroffen wird.
Nationalsozialistische Deutsche ArbeiterparteiSie war als straffe Führerpartei organisiert. Ihr Parteivorsitzender war ab 1921 der spätere Reichskanzler Adolf Hitler, unter dem sie das sogenannte Dritte …
Zeit des NationalsozialismusDie NS-Zeit begann am 30. Januar 1933 mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht …