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Countdown zur Diktatur: Vom Kanzler zum Diktator (4/4) | ZDFinfo Doku
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 255 Zeilen
- Die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Deutschland lernt Demokratie. Nach mehr als einem Jahrtausend Herrschaft des Adels.
- Jetzt keimt im Land die Hoffnung, es könnten gute Jahre kommen, eine bessere Zukunft für Deutschland. Die Demokratie übersteht schwere Krisen,
- doch die goldenen 20er sind nur kurz. Es gab schon viele Demokraten in dem Staat, aber sie konnten sich nicht durchsetzen. Ein Börsencrash bringt die nächste
- Krise. Profiteure sind die Feinde der Demokratie. Am Ende stehen Diktatur und Terror. Hitler hatte nie einen Zweifel daran
- gelassen, dass er diesen Staat, diese Demokratie wieder abschaffen möchte. Wir haben ein Ziel uns gewählt und was fährt fanatisch rücklos dieses Grab hinein.
- Warum lassen die Deutschen ihre erste Demokratie zugrunde gehen? Wer hat versagt? Wer sich verführen lassen? Wer trägt die Schuld am Sturz in die
- Diktatur? Berlin, Anfang Februar 1933. Seit wenigen Tagen ist Hitler Kanzler
- des Deutschen Reiches. Die NSDP stellt die stärkste Fraktion im Reichstag. Im Triumphzug marschieren Kolonnen der SA durchs Brandenburger Tor.
- Für die Nationalsozialisten bedeutete die Ernennung Hitlers zum Reichkanzler im Januar 33, dass ein Traum war. Also sie konnten es nicht fassen, dass sie es
- tatsächlich geschafft hatten, denn es wurde ja immer gesagt, ihr schafft es nicht. Viele Jahre war die Partei im Grunde bedeutungslos. Und hier beginnt
- eine Erzählung, die sich dann später äh auch noch weiterspinnt, dass sie sagen, man muss nur stark genug glauben und dann erreicht man alles. Wir haben an
- ihn geglaubt, als niemand an Hitler geglaubt hat und deswegen haben wir gesiegt. Und es wird klar, dass die Nationalsozialisten
- die Macht, die sie jetzt haben, nicht mehr abgeben werden. Das wird auch so formuliert und es wird mit eisernem Wesen durch das Reich gekehrt. Also
- alles das, was man versprochen hat, das wird man jetzt umsetzen. Und heute würden wir sagen, wir sind gekommen, um zu bleiben. Wir geben diese Macht nicht
- mehr ab. Und genau das war auch so. Ich werde mit eisernem Besen auskehren und alle diejenigen, die ausschließlich wegen ihrer roten oder schwarzen
- Gesinnung und zur Unterdrückung aller nationalen Bestrebungen in Amts und Bürden sitzen hinausfen. Hermann Göring ist jetzt preußischer
- Innenminister und kontrolliert damit die [musik] Polizei in weiten Teilen Deutschlands. Er macht die SA zur Hilfspolizei und
- somit Willkür legal. Tausende politische Gegner werden verhaftet ohne Gerichtsbeschluss. Der neue Kanzler Hitler garniert den
- Terror mit politischen Phrasen. Die Regierung der nationalen Erhebung will arbeiten und sie wird arbeiten. Sie hat nicht 14 Jahre lang die deutsche
- Nation zugrunde gerichtet, sondern will sie wieder nach oben führen. Sie ist entschlossen, in 4 Jahren die Schuld von 14 Jahren wieder gut zu machen.
- 5. Februar [musik] 1933 in Berlin wird der S-Mann Hans Maikowski zu Grabe getragen. Er war mit seinem als Mördersturm
- bekannten Trup im Anschluss an den Fackelzug vom 30. [musik] im Januar durch ein kommunistisches Viertel marschiert und dort erschossen worden.
- Die Nazis stilisieren Maikowski zum Meert. Dass in Wahrheit ein SA Kamerad geschossen hat, wird vertuscht.
- Die Kommunisten verhalten sich abwartend. Ernst Tellmann und Walter Ulbricht glauben, Hitler werde sich nicht an der Macht halten können.
- Gegen die neue Regierung mobilisieren vor allem die Sozialdemokraten. Am 7. Februar finden sich rund 200.000 Menschen zu einer Demonstration im
- Berliner Lustgarten zusammen. SPD Chef Otto Welz ruft auf zum Kampf für die Demokratie.
- den warnenden Stimmen, sowohl in den Tagen und Wochen vor der Ernenung Hitlers als Reichskanzler, als auch in den ersten Wochen seiner
- Reichskanzlerschaft sind eigentlich alle Verhalt, äh weil sich zu viele konservative äh Deutsche gesagt haben: "Na ja, Hitler
- ist doch nun der Führer der größten Partei, lass es uns doch einfach mal probieren." Dem ging auch damit einher die Vorstellung, dass vielleicht wenn
- Hitler einmal einer Macht ist, dass man ihn zähmen würde. Propagandachf Göbbels organisiert eine Kundgebung im Berliner Sportpalast und droht den linken
- Parteien mit Gewalt. Im übrigen können unsere Parteigossen des Armen auch darüber beruhigt sein, dass eher als wir alle denken, die
- Stunde des Endes des röen Terrors gekommen sein wird. auch die Veranstaltung am 10. Februar 1933
- wird mit mehreren Kameras gefilmt und soll überall in Deutschland in den Kinos gezeigt werden. Unser Führer, der Reichkanzler Adolf
- Hitzler hat das Wort. Wir wollen nicht lügen und wollen nicht spindeln. Ich habe es [jubel]
- Ich habe deshalb es abgelehnt, jemals vor dieses Volk hinzutreten und billige Versprechungen zu geben. Es kann niemand hier gegen mich
- aufstehen und zeigen, was ich je gesagt habe. Der Wiedufstieg Deutschlands sei nur eine Frage von wenigen Tagen.
- Immer und immer wieder predig ich der Wiederstieg der deutschen Nation ist die Frage der Wiergewinnung der inneren Kraft und Gesundheit des
- deutschen Volkes. Am 27. Februar 1933 brennt der Reichstag. Hitler ist gerade
- 4er Wochen im Amt. Die Feuerwehr kann nicht verhindern, dass das Gebäude völlig ausbrennt. Die Zerstörung des Parlaments [musik]
- ist ein Fanal für den Untergang der Demokratie. Die Nazis erkennen sofort die Gelegenheit mit politischen Gegnern abzurechnen. In einem Leitartikel
- bezichtigt Göbbels noch in der Nacht die Kommunisten der [musik] Brandstiftung. Tatsächlich ist der festgenommene Täter Kommunist. Der Holländer Marinus van der
- Lübbe [musik] war über einen Balkon in den Reichstag eingedrungen und hatte Feuer gelegt. Doch es gibt Zweifel [musik] an seiner alleinigen
- Täterschaft. Es ist ja bis heute etwas umstritten, wieso jetzt genau der Reichstag gebrannt hat, aber es ist letztlich fast
- zweitrangig herauszufinden, ob das nun jetzt bewusst von der P selbst gelegt worden ist oder ob sie das geschickt ausgenutzt haben. Also letztlich ist das
- Resultat das gleiche, dass sie eine solche Krise entweder kreiert oder ausgenutzt haben, um dann gegen die Linke, sowohl die Extremlinke als auch
- gegen die moderate Linke hervorzugehen. Die Anführer der Kommunistischen Partei werden zur Verfahnung ausgeschrieben. Am 3. März wird [musik] Ernst Tellmann
- verhaftet. Andere wie Wilhelm Peak und Walter Ulbricht können nach [musik] Moskau fliehen.
- Schon am Morgen nach dem Reichstagsbrand [musik] schränkt eine Notverordnung bürgerliche Freiheiten massiv ein. Der Reichstagsbrand ist ja im Grunde
- genommen ein Geschenk für die Nationalsozialisten. Äh sie können unmittelbar handeln und die Gewaltentfestlung geht rasend
- schnell. trifft zunächst äh die Kommunisten, Sozialdemokraten, alle Feinde des Nationalsozialismus. Alleine in Preußen sind bis Mitte März über
- 10.000 Menschen in sogenannter Schutzhaft. Alle Parteibüros der KPD werden geschlossen. In allen Großen Städten
- errichten die Nazis wilde Konzentrationslager, in denen [musik] S-Schläger ihre rechtlosen Opfer zu Tode quälen.
- Kommunisten, Sozialdemokraten, politische Gegner aller Art. Die Wahlen zum Reichstag am 5. März 1933 sollen die letzten sein, hat Präsident
- Hintenburg verlangt. Göbbels prophezeit. Es wird ein ganz großer Sieg. Hitler hofft auf eine komfortable Mehrheit [musik] für die NSDP, um
- diktatorische Vollmachten durchzusetzen und das verhasste Parlament endlich loszuwererden. Nur der Reichspräsident stünde dann noch über ihm. Vizekanzler
- [musik] Franz von Papen sieht nichts dergleichen kommen und wähnt sich bei seiner Stimmabgabe noch als starker Mann der Regierung.
- Diese Wahl wird Stadt Deutschland und auch für die Welt von entscheidender Bedeutung sein. Natürlich ist es so, dass ähm die Weimar
- Republik jetzt nicht nur wegen einiger Herren im Hinterzimmer untergegangen ist, sondern auch aufgrund des Wählerwillens. Ähm nur da muss man
- bedenken, es hat natürlich nie die absolute Mehrheit gegeben. Also selbst äh dann im März 33 mit all der Einschüchterung
- ähm selbst dann nicht. Und von daher macht man sich es auch zu einfach, wenn man sagt, die Wähler wollten das doch. Ähm, und die Nazis sind irgendwie
- demokratisch legitimiert gewesen. Aber natürlich gab es ähm eine breite Unterstützung. Es war eine Volkspartei, eigentlich die einzige zu dem Zeitpunkt,
- die wirklich in breiten Wählerschichten verschiedenen Klassen, verschiedenen Regionen Rückhalt hatte. Landesweit erreichen die
- Nationalsozialisten [musik] 43,9% der Stimmen. In zahlreichen Wahlkreisen wählt die Mehrheit NSDAP. Doch trotz Terror und Verfolgung
- erhalten die linken Parteien noch fast ein Drittel der Stimmen. Wer sich öffentlich gegen die Regierung stellt, ist in Lebensgefahr.
- Sozialdemokraten wie der Reichstagsabgeordnete Bernhard Kund aus Kemnitz werden öffentlich gedemütigt. Fotos wie verkauft die SA als
- Postkarten. Wie im Rest des Reiches beherrschen auch in München SA und SS-Männer die Straßen. Sie haben die gleichen Vollmachten wie
- die Polizei. Heinrich Himmler, seit dem 9. März 1933 kommissarischer Polizeipräsident von München lässt ein politisches
- Konzentrationslager bei Dachau einrichten. Er weist die Polizei an rücksichtslos von der Waffe gebraucht zu machen. Die
- bayerische Staatsregierung wird abgesetzt und Heinrich Held, der Hitler einst die Rückkehr in die Politik ermöglicht hatte, aus dem Amt gejagt.
- 12. März 1933. Ein Kamerateam der Wochenschau filmt die Ankunft des Reichskanzlers auf dem Flughafen Riem in München. SSchef
- Heinrich Himmler und SAER Ernst Röm gehören zum Empfangskomitee. Hitler ist vom Wahlergebnis enttäuscht, denn er bleibt von den Konservativen
- abhängig. Noch kann er nicht schalten und wten, wie er will. Per Gesetz sollen als nächstes alle Landesregierungen des
- Reiches entmachtet und gleichgeschaltet werden. 21. März [musik] 1933. Die Feier zur Eröffnung des neugewählten
- [musik] Reichstags findet ausgerechnet in Potzdam statt in der Stadt der preußischen Monarchie. Friedrich der Große gilt vielen
- Deutschen als Idealtypus eines Herrschers. An seinem Grab in der Garnisonenkirche demonstrieren Reichspräsident Hintenburg
- als Vertreter der Alten und Reichskanzler Hitler als Vertreter der neuen Zeit Einigkeit. Eine Täuschung, die Konservative und
- Monarchisten auf Hitlers Seite ziehen soll. Mission. Es soll im Grunde sagen, das alte und das junge Deutschland geben sich äh die
- Hand und jetzt kommt das Erwachte, das große Deutschland. Es ist inszeniert, als wolle man allen, die sich für monarchisch
- konservativ halten, die auf Ordnung und alte Werte setzen, sagen: "Jetzt ist eure Stunde wieder gekommen." Hitler [musik] ohne Uniform will
- Verlässlichkeit vorgaukeln. Viele lassen sich nur zu gern täuschen. Man war der Meinung in diesem Handel, den man mit Hintenburg dann
- letztendlich erreicht hat, dass Hitler in diese Position des Kanzlers kommen kann, er aber kontrolliert wird durch die
- Kreise Papens. Das war quasi die Garantie. Nicht Hitler, sondern Hintenburg nimmt die Parade von Reichswehr und SA ab.
- Mehr als 100.000 Menschen sind nach Pozdam gekommen, um diesen Tag zu feiern. Auch die Söhne des Exkaisers sind da. Im
- holländischen Exil hat Wilhelm [musik] II. eine Vorahnung. Dieser Frederikos Rummel liegt mir gar nichts. Das ist ja nur, um die Republik
- salonfähig zu gestalten. Überhaupt sehe ich nach [musik] der Wahl viele unerfreuliche Dinge. Sie machen bereits so viel Unsinn, dass es höchste Zeit
- wird, dass ich eingreife. [musik] Vor allem auch, um zu verhindern, dass ein Nazistaat kommt.
- Göbels schreibt [musik] ins Tagebuch: "Am Ende einziger Rausch, so wird Geschichte gemacht.
- Weil der Reichstag eine ausgebrannte [musik] Ruine ist, muss ein ehemaliges Opernhaus als Parlamentsgebäude dienen.
- Am Nachmittag des 21. [musik] Maps trat der Reis zum ersten Mal in der Grolloper zusammen. Zwei Tage später brachte der
- Reichkanzler Adolf Hitler das Ermächtigungsgesetz ein, das mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde.
- Per Gesetz werden die Reste der Demokratie beseitigt. Am 23. März 1933 beschließt der Reichstag das
- Ermächtigungsgesetz und damit entmachtet er sich selbst. Nur ist es so, dass äh an dieser Reichstagssitzung schon nicht mehr die KPD teilnimmt. Sie ist bereits
- verboten. Auch viele SPD Mitglieder sind bereits auf der Flucht, werden geradezu gejagt von den Nationalsozialisten. Der Saal, der Reichstagssal
- ist umstellt mit SS und SA, die Hakenkreuzfahne über dem Rednerpult. Trotz massiver Drohungen haben 94 sozialdemokratische Abgeordnete den
- Spießruten in den Sitzungssaal überstanden. Die NSDP terrorisiert schon die anderen demokratischen Parteien und nur wenige
- können sich auch diesem Druck entziehen. Hier ist Otto Welz von der SPD zu nennen, der wirklich sich hinstellt und eine Gegenrede hält und für die
- Demokratie eintritt auch diesen Mut hat, das zu machen. Freiheit und Leben kann man uns nehmen,
- die Ehre nicht. Nach den Verfolgungen, die die sozialdemokratische Partei in
- der letzten Zeit erfahren hat, wird niemand von ihr billigerweise verlangen und erwarten können, dass sie für das hier eingebrachte
- Ermächtigungsgesetz stimmt. Das bringt zwar in diesem Moment nichts, aber dennoch hat er natürlich vor der Geschichte einen wichtigen Punkt gesetzt
- und deutlich gemacht, dass es eben auch Gegner gab und dass es auch Menschen gab, die gegen diese Diktatur frühzeitig aufgestanden sind.
- Die NSDP hatte trotz Trickerei, dass die KPD Mandate nicht zählten, nicht genug Stimmen für eine Zweidrittel Mehrheit. Notwendig war die Zustimmung der noch
- verbliebenen Parteien allen voran des Zentrums. Die Rechtsregierung beabst daher nicht durch dieses Ermächtigungsgesetz die
- Länder aufzuheben. Wohl aber wird sie diejenige Maßnahmen treffen, die von nun ab und für immer eine Gleichmäßigkeit der politischen Intentionen in Reich und
- in den Ländern gewähr lässt. Es ist Sache des Reichstags nun mehr seinerseits eine klare Stellung einzunehmen. Am Schicksal des
- Kommunismus und der sich mit ihm verbrüenden anderen Organisationen ändert dies nichts. Die Auseinandersetzungen sind groß in
- der Zentrumsfraktion. Ähm, es sind ja dramatische Momente. Ein Heinrich Brüing soll für das Ermächtigungsgesetz seine Hand heben und
- dann wird eben der Fraktionszwang verhängt und dann heben alle Zentrumsabgeordnete ihre Hand. Auch ein bedauernswerter Heinrich Brüing heben
- die Hand für dieses Ermächtigungsgesetz und besiegeln damit endgültig die Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland.
- Die Nazis nehmen jetzt auch Deutschlands Juden ins Visier. Es kommt zu Misshandlung und Mord auf offener Straße.
- Aus der unbedeutenden Regionalzeitung [musik] der Stürmer wird ein landesweites Hetzblatt. In steigender [musik] Auflage verbreitet
- der Stürmer Hass und antisemitische Hetze. [musik]
- den Tyreche im Ausland kommt es zu protesten gegen die antisemitischen Übergriffe. Göbbelsz
- will zeigen, dass die ganze Bevölkerung hinter dem Hass auf Juden steht. Am 1. [musik] April 1933 sollen landesweit jüdische Geschäfte
- boikottiert werden. Doch viele Deutsche machen nicht mit. Die Absicht war natürlich so viele Juden wie möglich zur Auswanderung zu bewegen.
- Äh das waren die Staatsfeinde, so wurde es gesehen, die Menschheitsfeinde. Und diese Menschen wollte man einfach loswerden. Und man dachte auch, dass mit
- dieser Boyottaktion auch die Bevölkerung dazu gebracht würde, eben nicht mehr bei Juden zu kaufen. eben eine doch noch mal eine Progromstimmung schon eine
- antijüdische Stimmung zu erzeugen, aber das funktionierte nicht. Dieser Boikott [musik] hatte eine enorme Wirkung auf die jüdischen Deutschen.
- Also, der Schock war riesig. Also jetzt greifen sie zur offenen Gewalt und zwar zur statisch legitimierten Gewalt ähm auf unserem Besitz, auf unser Leben, auf
- unser Gut. Und äh das berührt ja auch ein Trauma der Juden, nämlich was sie dort sehen. Ist zwar neu in Deutschland dieser Boikott und die Gewaltanwendung,
- aber es ist ein ururaltes Prinzip. Wie in Dachau bei München entsteht auch in Oranienburg bei Berlin ein Konzentrationslager.
- Propagandaufnahmen sollen vortäuschen, es handle sich um eine harmlose Umerziehungseinrichtung. Tatsächlich regiert hier brutale Gewalt.
- Am 26. April 1933 gründet Göring die geheime Staatspolizei. Landesweit werden Ratien durchgeführt.
- Deutsche Volksgenossen, das Mikrofon der Funkstunde Berlin steht jetzt in den frühen Morgenstunden des 5. April in der übel beläumndesten Gegend
- Berlins. Das dauert ein paar Minuten, nicht mal Sekunden. Der ist ein großer Komplex abgesperrt, ein ungeheures Aufsehen, [musik]
- eine irrsinn Angst bei den Kommunisten, bei den sozialdemokratischen Funktionären. Sie haben alle in ihren Wohnungen noch tausenderlei Drucksachen
- versteckt. Verbotenes Hetzmaterial. [musik] Die stürmen die Treppen auf. Achtung,
- Polizei aufmachen und dann nach wenigen Minuten, kurz nach Beginn der Aktion kommen dann die ersten politischen Gefangenen.
- Ein in Großbritannien gedrehter Antinaifilm soll zeigen, wie Deutschlands Kommunisten im Untergrund aktiv sind. Doch in Wahrheit gibt es nur
- vereinzelte Aktionen. Spitzel liefern [musik] der Polizei immer neue Opfer. Protest regt sich kaum. In den Augen der Mehrheit der Bevölkerung geht es nur
- Unruhestiftern an den Kragen. Die Einrichtung [musik] von gerade der frühen Konzentrationslager ähm die Schutzhaft, das ist etwas, was
- die Menschen nun als Alltag neu erfahren müssen. Wenn du etwas sagst, äh wirst du mitgenommen. Dieses Abholen der Menschen wird zu einem Stück der deutschen
- Realität. Es ist ein Alltag, von denen sich die fürchten, die damals zu Feinden erklärt wurden. Alles soll legal wirken. Offensichtliche
- Willkür wie der Aprilboott gegen die Juden verschrecken zu sehr. Tatsächlich glauben viele an bessere Zeiten. Die jüdische Journalistin Bella From fragt
- sich: "Warum all das? Fügen sich die Deutschen nur dem Druck oder befindet sich die ganze Nation in Trans? Wie der Führer, unser Volkskanzler Adolf
- Hitler wiederholt betont hat, ist der Reichsregierung jeder zur Mitarbeit willkommen, der sich zu Deutschland bekennt. Jeder aber, der sich gegen
- Deutschland wendet, soll wissen, dass er als Feind des Volkes aus der Volksgemeinschaft ausgemerzt wird. Nur wem Volk und Heimat über alles geht, ist
- würdig an der heiligen Aufgabe des Deutschen Freiheitskampes mitzuarbeiten. Millionen Deutsche entscheiden sich für die Seite des offensichtlich stärkeren.
- Viele hoffen auf persönliche Vorteile und bessere Chancen bei der Jobsuche. Die Gaufilmstelle Halle Merseburg dokumentiert, wie die Parteibüros der
- NSDP sich vor Mitgliedsanträgen kaum retten können. Als am 1. Mai ein Aufnahmestopp [musik] erlassen wird, sind seit Hitlers
- Ernennung zum Kanzler 1,6 Millionen Deutsche in die Partei eingetreten. 1. Mai 1933. Tempelhoferfeld Berlin.
- Die Nazis erfüllen eine alte Forderung der Arbeiterbewegung und erklären den 1. Mai zum Feiertag. Göbbels schreibt in sein Tagebuch:
- "Die technischen Anlagen sind grandios und genial. Wir haben doch wenigstens Ideen. De Volk ist nicht mehr das Volk der
- Ehrlosigkeit, der Schande, der Selbsterfleischung, der Gleichmüdigkeit und Gleäuigkeit.
- Das deutsche Volk ist wieder stark geworden [schreien] in seinem Geist, stark in seinem W, stark in seiner Beherrlichkeit,
- stark in der Kran aller [stöhnen][schreien] Opfer. Wir hasen mich von.
- Noch während des abschließenden Feuerwerks bereitet sich die SA in ganz Deutschland auf den nächsten Schlag vor.
- Am 2. Mai 1933 besetzen Rollkommandos die Gewerkschaftshäuser. Das Vermögen der Arbeiterbewegung wird
- beschlagnahmt. Die Gewerkschaften wären ja bereit gewesen. Das gehört ja in [musik] die Tragik hinein. Also da ein Bekenntnis zu
- leisten. Sie waren nicht mehr gefragt aus dem einfachen Grund, weil der NSDP ein völlig anderes Modell vorschwebt, nämlich eine nationale
- Arbeitsorganisation, die von oben nach unten dirigiert wird. Und das hat man äh auch klar begründet mit der Notwendigkeit beispielsweise von
- Aufrüstung. Man wollte auf keinen Fall riskieren, dass wie im ersten Weltkrieg, dass es da irgendwelche Probleme geben könnte. insofern war die Zerschlagung
- der Gewerkschaften ohnehin im Interesse der verbündeten Arbeitgeber. Also man hatte ja auch bestimmte Zusagen gegenüber der Industrie zu erfüllen und
- es war auch im Sinne der eigenen Konzeption als erklärt antimarxistische Kraft war kein Platz mehr dafür. In anderen Universitätsstädten Deutschland
- wurden undeutsche und unsittliche Bücher von den Studenten eingesammelt und öffentlich verbrannt. Das Scheiterhaufen auf dem Operplatz in
- Berlin. 10. Mai 1933. Mehr als 20.000 Bücher werden allein in Berlin verbrannt. Die Autoren sind
- Juden, Linke oder andere unliebsame Denker. Tausende Schaulustige, darunter viele Studenten und Professoren, bilden die Staffage.
- Ausgeleuchtet und gefilmt von der Wochenschau. Viele der verfähemten Autoren sind schon ins Exil geflohen. Die meisten in
- demokratische Länder wie die Schweiz, die Tschechoslowakei oder Frankreich. Das Zeitalter eines überspitzten jüdischen
- Intellektualismus ist nun zu Ende. Unser Durchbruch der deutschen Revolution hat auch dem deutschen Weg wieder die
- Gasse freigemacht. Und der kommende deutsche Mensch wird nicht nur ein Mensch des Buches, sondern auch ein Mensch des Charakter
- sein. Und dazu wollen wir euch erziehen. Und deshalb du dir gut daran, um diese mitnächtige Stunde,
- den Ungeist der Vergangenheit, den Flammen anzu vertrauen. Übergebe dem Feuer die Schriften von Heinrich W, Ernst Gläser, Erik Hestner.
- So etwas wie eine Bücherverbrennung, die an vielen Orten Deutschland stattfand, ähm ist der Beleg für die Radikalität des neuen. Äh Bücherverbrennung sagen in
- diesem Ausmaß unter Beteiligung von auch Studierenden, auch von Jugend, also nicht nur ein paar alte weiße Männer, die immer ihre Probleme mit der Moderne
- haben, sondern auch mit anderen Bevölkerungsgruppen. Das macht in einem negativen Sinne tatsächlich Eindruck. die meinen es ernst und diese
- Formulierung, dass irgendwie Scheiterhaufen angezündet werden in Deutschland, die finden sich im Gefolge dieser Bücherverbrennung und wo man
- Bücher verbrennt, na ja, wir wissen, wie es weitergeht, das war vielen damals schon als Sorge durchaus präsent.
- Auch bald Heinrich Held, der sich ins Schweizerische Lugano zurückgezogen hat, kommt Resignation auf. Man sollte an einen Wut und Verzweiflungsaufstand
- gegen das Regime in Bde glauben. Ich wollte, ich könnte es. Das neue Regime verändert Deutschland in rasendem Tempo durch Terror und ebenso
- flächendeckende wie effiziente Manipulation. Der neue Propagandaminister Göbbels bringt Rundfunk, Presse und Film unter
- seine Kontrolle. Unabhängigen [musik] Journalismus soll es nicht mehr geben. In die Kinos kommen nur noch seichte Unterhaltung oder
- Propaganda. Am 12. September 1933 feiert der Film Hitlerjunge Queckspremiere.
- Ist die neue Zeit? Heinrich George in der Rolle des tyranischen kommunistischen Vaters.
- Mensch, du hast ja das gelernt. Was? Lass doch den Jungen. Ja, der wird du. Wenn hier was gesungen wird, dann singst du. Hel gehört die Signale
- auf zum letzten S. V gehört die Signale auf zum letzten kannst du nicht singen? Sohn Hain will lieber sterben als der
- Hitlerjugend abzuschwören. Unsere Fahne uns voran
- wir am 21. September 1933 beginnt vor dem Reichsgericht in Leipzig
- der Prozess gegen den der Brandstiftung verdächtigten Marinus van der Lübe und vier kommunistische Funktionäre. Die mitangeklagten unter ihnen der
- ehemalige Vorsitzende der Kpd Fraktion im Reichstag Ernst Torgler werden freigesprochen. Van der Lüppe wird zum Tode verurteilt
- auf Grundlage eines Gesetzes, das erst nach der Tat erlassen wird und nun rückwirkend Gültigkeit hat. Ein Vorzeichen für die Art und Weise,
- wie Recht Justiz in Hitlers Deutschland fortan missbraucht werden. Wenige Tage später reist Minister Göbbels nach Genf zu den
- Abrüstungsberatungen des Völkerbunds. Vor der Presse gibt er sich friedfertig. Der Frieden in Europa muss erhalten bleiben. Ich bin weiterhin der festen
- Überzeugung. käme ein Krieg, er wäre das größte Unglück für die Welt. Und wie er ausgehen mag, sowohl die Sieger als die Besiegten würden nur furchtbarstes
- Unglück und schwerste Not dadurch ernten können. Deshalb wird es das Bestreben der deutschen Regierung sein, den Frieden auf jeden Fall zu erhalten, um
- den Völker ihre Sorgen, ihre Nöte und ihre Arbeitslosigkeit abnehmen. Nur drei Wochen später verlässt Deutschland [musik] den Völkerbund.
- Hitler hat sehr geschickt die Vorstellung inszeniert, dass der Völkerbund eigentlich nur darin besteht, um die Interessen von anderen Ländern
- durchzusetzen. Also er hat eigentlich mal gesagt, den Völkerbund gibt's ja eigentlich nur, damit Länder wie Großbritannien und Frankreich andere
- Länder wie uns ausnutzen können. Angesichts [musik] Wirtschaftskrise und Massenarbeitlosigkeit glauben viele Deutsche solchen Parolen.
- Die Nazis [musik] versprechen millionen neue Jobs. Vor den Propagandakameras marschieren ganze Kolonnen zu den staatlichen
- Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Hitler persönlich kommt zum ersten Spartenstich. Jahre vergangen soll ein Riesenberg
- zeugen von unserem Bien, unserem Fleiß, unserer Fähigkeit und unsere Entschlusskraft. Arbeiter an das
- finanziert wird das Ganze mit neuen Schulden. Was der NFDP ja sehr zugute kommt in der Situation, das ist ja die Wirkung der
- staatlichen Programme, die ja eben nicht von Hitler eingesetzt werden, sondern die seit Brünningen eigentlich praktiziert werden. wirkliche
- Arbeitsbeschaffungsprogramme, Baumaßnahmen, ähm Immobilien äh Bau, Straßenbau, die Autobahn, das ist eben eine der großen Propagandalegenden, aber
- die Planungen sind alle schon älter und auch eine Beruhigung der wirtschaftlichen Situation, das ist ja nicht alles, weil Hitler jetzt gerade äh
- ja an die an die Macht gebracht wurde. Nein, das ist die Vorarbeit, aber er kann die Früchte ernten.
- Noch sitzt das Regime nicht fest im Sattel und ist auf die Zustimmung von Arbeitern und Bürgertum angewiesen.
- Der Filmamateur Willy Beutler dreht diese Szenen anfang November 1933 in Hamburg. Die nächste Wahl steht an, gekoppelt mit
- einer Volksabstimmung über den Austritt aus dem Völkerbund. Es gibt nur noch eine Einheitsliste, geführt von der NSDP. Die SPD ist
- verboten. Die Zentrumspartei hat sich selbst aufgelöst. Am 11. November inszeniert Göbbels die Abschlusskundgebung.
- Aus ganz Berlin reisen Arbeiter nach Siemensstadt in Spandau. Kameras der Wochenschau werden in Stellung gebracht. Der
- Propagandaminister persönlich überwacht den Ablauf der Aktion. In sein Tagebuch schreibt er: "Heute der große Propagandatag, ein
- neuer Triumph meines Ministeriums. Nur Arbeiter! Stürmischer Jubel. Vor einem Jahr noch hätte man uns tot
- geschlagen. Chef in bester Form. Ganz Deutschland steht still. [jubel]
- Hitlers Rede wird im Reichsrundfunk deutschlandweit übertragen. Wir haben nun gearbeitet und wir haben in diesen neuen Monaten
- ungeheuerliches erreicht. Vielleicht wird Mann Konine sein, der es mir nicht verzeihen kann, dass ich die marxistischen Parteien vernichtete. Aber
- mein Freund, ich habe die anderen genauso vernichtet. Wie hier in Hamburg werden die Deutschen überall im Reich aufgefordert,
- Hakenkreuzfahnen aufzuhängen. Bei der Wahl am 12. November 1933 erhält die NSDP Einheitsliste mehr als 92% der Stimmen. Mehr als 95% stimmen
- dem Austritt aus dem Völkerbund zu. Nazis dominieren das Stadtbild. Regelmäßig marschiert die S durch die
- Straßen und demonstriert den Machtanspruch des Regimes. Schef Ernst Röm ist einer der prominentesten und mächtigsten Komplizen
- Hitlers. Ein Mann mit Ambitionen. 1934 ist die Situation, dass in Teilen des Bürgertums und vor allem des
- Militärs große Sorgen da sind, nämlich Sorgen, den eigenen Einfluss zu verlieren. Die SA strebt danach, sich als
- Volksmiliz an die Stelle der Reichswehr zu setzen. Das war im Denken der Berufssoldaten unmöglich. Das ging nicht. Und das war
- klar, das wurde gesehen als ein Anspruch, der letztendlich den Nationalsozialisten nicht zusteht. Röhms SA umfasst jetzt 3 Millionen Mann.
- Nach seinen Plänen soll sie die Reichswehr ersetzen und mit ihr zu einem Volksher verschmelzen. Und was Röm sich vorstellt
- nach der Ernennung Hitlers zum Reichkanzler, dass er der nächste Reichswehrminister wird, dass er eine Armee der Volksgemeinschaft, so nennt
- [musik] er das, führt. Das war allerdings nicht im Sinne Hitlers. Öffentlich kritisiert der SAF Hitlers Politik, droht mit einer zweiten [musik]
- Revolution. Röm lebt zudem offen homosexuell, was den Nationalsozialisten als Zitat [musik]
- entartet gilt. Seine Rivalen, vor allem Hermann Göring und Heinrich Himmler, melden Hitler angeblich von röm geschmiedete
- Putschpläne und erstellen Listen vermeintlicher Mitverschwörer. Hitler muss sich entscheiden.
- Ende 33 sind das mehr als 3 Millionen SA Mitglieder. Das ist ja schon mal eine Armee, [musik] also eine ein Staat im State sozusagen.
- Und Röm ist nicht zuletzt durch diese Armee SA Armee, die er im Rücken hat, sehr mächtig. Eine Macht, an der eigentlich niemand wirklich vorbeikam.
- Hitler plant Krieg und braucht dafür die Profis von der Reichswehr. Ins Geheim hat er längst damit begonnen, die militärischen Beschränkungen des Versaj
- Vertrags zu missachten und die Reichswehr wieder aufzurüsten. Die Konservativen um Franz von Papen verlieren an Einfluss. Ihr Plan Hitler
- politisch zu kontrollieren, ist von Anfang an gescheitert. Am 17. Juni 1934 fordert Papen in Marburg das Ende des Terrors und warnt vor Revolution.
- Die Marburger Rede kritisiert gewissermaßen den Griff der NSDP nach der vollkommenen Macht, kritisiert die Einschränkung der Presse beispielsweise
- und soll auch als Signal gelten. Ähm wir kümmern uns drum, wir kontrollieren, wir sind bereit [musik]
- auch ja bestimmten Schritten dann auch Einhalt zu gebieten. Die SA hat auch innerhalb der Nazibewegung Konkurrenz. Heinrich
- Himmler leitet die sogenannte Schutzstaffel Kurz [musik] SS. Mit ihrer Hilfe will Hitler nun zwei Probleme auf einmal lösen. Römen aus dem Weg räumen
- und zugleich die Konservativen um Vizekanzler Papen ausschalten. Es bildet sich im Grunde auch um Hitler herum aus der Partei und aus der
- Reichswehr eine Gruppe, die sagen: "Rö muss weg." Und so kommt es tatsächlich, dass man seinen Mord plant, dass im Grunde im Mai
- Juni 1934 überlegt wird, die SA zu entmachten, aber nicht nur einfach entmachten, sondern auch ihre Köpfe festzunehmen, zu
- töten. Und das passiert dann auch. Das wird dann später verbrät als Römputsch, den es nie gegeben hat. [musik]
- Am 30. Juni 1934 beginnt die Aktion gegen die Spitze der SA. Röm wird erschossen, sowie fast 200 weitere Opfer. Hitlers erster
- Massenmord. Es trifft auch Leute, die gar nichts mit der SA zu tun hatten, etwa Kurt von
- Schleicher, Mitarbeiter von Parts, viele, die an verschiedenen Stellen umgebracht werden. Das ist von Staatsseite geduldeter und betriebener
- mit den Mitteln einer Privatarmee, nämlich der SS ausgeführter politischer Mord. Wenig später Wagner Festspiele in Beeut.
- Hitler wohnt einer Aufführung des Reingold bei und gibt sich beim anschließenden Abendessen mit Winnifried Wagner [musik]
- gelassen. Ich muss eine Stunde hier aushalten und mich sehen lassen, sonst könnten die Leute glauben, ich hätte mit der Sache
- zu tun. Reichspräsident Hintenburg greift [musik] nicht ein. Ob er die
- anerkennende Botschaft, die in der NS-Presse erscheint, tatsächlich selbst geäußert hat, ist [musik] unklar. Sein Günstling Papen ist dem Gemetzel
- entkommen. Er bleibt dem Regime loyal, tritt als Vizekanzler [musik] zurück und wird als Botschafter nach Wien versetzt.
- Hintenburg lässt das alles [musik] geschehen. Er kümmert sich kaum. Er reagiert auch auf Anfragen von Leuten, mit denen er vorher viel zu tun hatte,
- kaum. Und dann äh stirbt er im Anfang August 1934. Und damit ist der letzte, der eine
- Machtposition hat, die Hitler gefährlich werden könnte, tot und dann wird die Armee auf den Führer einer Bewegung vereidigt.
- Die Reichswehr wird noch an Hintenburgs Todestag auf Hitler vereidigt. Am 20. August 1934 werden per Volksabstimmung die Ämter des
- Reichspräsidenten und des Reichskanzlers vereinigt. Offizieller Titel Hitlers ist jetzt Führer und Reichskanzler.
- Als unantastbarer Herrscher will Hitler sich zwei Wochen später den Deutschen präsentieren. Die junge Regisseurin Leni Riefenstahl
- erhält den Auftrag, den Reichsparteitag in Nürnberg aufwendig zu filmen. Jetzt erst steigt Hitler zum Alleinherrscher auf, denn nun übernimmt
- er auch dieses Amt. Also, er ist jetzt Führer und Reichskanzler. Es gibt niemanden mehr, der über [musik] ihm steht. Es gibt keinen Reichspräsidenten
- mehr, der ihn qu Verfassung vielleicht noch absetzen könnte. Also, er ist jetzt ganz oben angekommen. Er ist der Diktator, der niemanden mehr über sich
- hat. Triumph des Willens heißt Riefenstahls Propagandastreifen. Erst jetzt, im Sommer 1934
- ist der Weg in die Diktatur abgeschlossen. Millionen Deutsche haben diesen Weg geebnet und der ersten deutschen
- Demokratie den Todesstoß versetzt. Die Folgen werden verherend sein für Deutschland und die Welt. Ah.
Zum Nachlesen
Chronologie der nationalsozialistischen MachtergreifungGeschichte bis zum 30. Januar 1933 · 24. Oktober 1929: Beginn der Weltwirtschaftskrise, von der das Deutsche Reich, neben den USA, am stärksten getroffen wird.
MachtergreifungAls Machtergreifung (auch Machtübernahme oder Machtübergabe) wird die Ernennung des Nationalsozialisten Adolf Hitler zum Reichskanzler durch den …
Zeit des NationalsozialismusDie NS-Zeit begann am 30. Januar 1933 mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht …
NS-StaatInnerhalb weniger Monate schuf das NS-Regime durch die Gleichschaltung von Politik und Gesellschaft einen zentralistischen Staat nach der Ideologie des …