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Wie weit reicht die Religionsfreiheit in Deutschland? – Dennis Rathkamp

Föderale Islamische Union3:43 1.897 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 28 Zeilen
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  1. Kopftuch tragen kannst du zu Hause. Religion hat in der Öffentlichkeit nicht zu suchen. Ich glaube, jeder von uns hat diesen Blödsinn schon mindestens einmal
  2. gehört, vermutlich sogar deutlich öfter. Aber woher kommt das? Und ist da etwas Wahres dran? Ist Religion wirklich Privatsache? Wie sieht die rechtliche
  3. Lage dazu in Deutschland aus? Nun, das ganze ist eigentlich relativ einfach. Religion ist eine höchstpönliche Sache. Niemand außer mir selbst darf darüber
  4. entscheiden, an wem ich glaube oder an was ich glaube oder eben auch nicht glaube. Keine andere Person, keine Organisation und er ist recht nicht der
  5. Staat. Aber es ist keine Privatsache. Ich muss sie nicht zu Hause verstecken. Das Grundgesetz schützt in Artikel 4 nicht nur die Freiheit der religiösen
  6. Überzeugung, sondern ausdrücklich auch das Ausleben der religiösen Praxis. Das ist eine sehr starke Besonderheit der deutschen Verfassung basierend auf den
  7. Erfahrungen der NSzeit. Denn besonders im Bezug auf Religionen und religiöse Minderheiten bzw. deren Verfolgung und Unterdrückung haben wir in Deutschland
  8. so schlimme Erfahrungen gemacht, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes dem für alle Zukunft einen Riegel vorschieben wollten. Es ist daher völlig
  9. egal, ob wir über das Kopftuch reden oder das Gebet in der Öffentlichkeit. Selbst das aktive Werben für die Religion, also Missionären dauer auf
  10. Arabisch, ist von der Religionsfreiheit geschützt und das gilt für alle Religionen, denn Deutschland ist kein christliches Land, so wie es uns der
  11. eine oder andere besorgte Bürger immer mal wieder gerne erzählt, womit er aber eigentlich nur versucht, seinen verkappten Rassismus zu verstecken.
  12. Deutschland hat zwar auf gesellschaftlicher Ebene christlich geprägte Vergangenheit, aber der heutige Staat ist ein säkulärer Staat und
  13. weltanschaulich neutral. Das wiederum bedeutet jedoch nicht, dass jeder Staatsbedienstete vollkommen frei von Religion sein muss. Ganz im Gegenteil,
  14. die Religionsfreiheit gilt auch für Beamte. Es bedeutet ganz einfach, dass der Staat durch sein Handeln keine Religion bevorzugen oder benachteiligen
  15. darf, was natürlich nicht heißt, dass sowas nicht trotzdem passieren kann, denn der Staat selbst ist ja kein Lebensobjekt, das immer und überall
  16. gleich handelt, sondern er wird durch Menschen vertreten und Menschen machen Fehler und Menschen sind auch mal rassistisch. In solchen Fällen hören wir
  17. dann immer wieder den Begriff der negativen Religionsfreiheit. Man versucht damit zu begründen, dass religiöse Handlungen in der
  18. Öffentlichkeit eigentlich doch verboten sein sollten, weil ein anderer sich dadurch gestört fühlt. Er glaubt ihm selbst nicht an diese Religion und
  19. möchte daher auch nicht mit dieser Berührung kommen oder belästigt werden. Das Ganze funktioniert so natürlich nicht, wie auch das
  20. Bundesverfassungsgericht schon klar entschieden hat, denn ansonsten würde es das Grundrecht der Religionsfreiheit ja komplett aushebeln und bedeutungslos
  21. machen. Ja, es gibt eine negative Religionsfreiheit, aber das bedeutet eben einfach, dass man sich zu keiner Religion bekennen muss, nicht, dass
  22. andere von dir ihre Religion nicht praktizieren dürfen. Nur weil jemand nicht an Islam glaubt, hat er keinen Anspruch darauf, keine Kopftücher sehen
  23. zu müssen. Nur weil ich kein Christ bin, kann ich nicht verlangen, dass in meiner Gegenwart keiner ein Kreuz trägt. Und nur weil jemand nicht religiös, kann er
  24. nicht verlangen, dass andere Menschen ihre religiösen Überzeugungen ablegen, nur weil sie das Haus verlassen. Und nur weil du ein Rassist bist, müssen wir
  25. nicht auf unsere Grundrechte verzichten. Welche Erfahrungen habt ihr in dieser Sache schon gemacht? Hat bei euch schon
  26. mal jemand versucht, euch wegen eurer religiösen Praxis oder eurer äußeren Erscheinung zu diskriminieren und wie seid ihr damit umgegangen? Schreibt es
  27. uns in die Kommentare. Lasst ein Like da und unterstützt damit den Algorithmus. Und wenn euch solche Themen generell interessieren, dann vergesst das Abo
  28. nicht. Barakallahum.

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