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Wie weit reicht die Religionsfreiheit in Deutschland? – Dennis Rathkamp
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 28 Zeilen
- Kopftuch tragen kannst du zu Hause. Religion hat in der Öffentlichkeit nicht zu suchen. Ich glaube, jeder von uns hat diesen Blödsinn schon mindestens einmal
- gehört, vermutlich sogar deutlich öfter. Aber woher kommt das? Und ist da etwas Wahres dran? Ist Religion wirklich Privatsache? Wie sieht die rechtliche
- Lage dazu in Deutschland aus? Nun, das ganze ist eigentlich relativ einfach. Religion ist eine höchstpönliche Sache. Niemand außer mir selbst darf darüber
- entscheiden, an wem ich glaube oder an was ich glaube oder eben auch nicht glaube. Keine andere Person, keine Organisation und er ist recht nicht der
- Staat. Aber es ist keine Privatsache. Ich muss sie nicht zu Hause verstecken. Das Grundgesetz schützt in Artikel 4 nicht nur die Freiheit der religiösen
- Überzeugung, sondern ausdrücklich auch das Ausleben der religiösen Praxis. Das ist eine sehr starke Besonderheit der deutschen Verfassung basierend auf den
- Erfahrungen der NSzeit. Denn besonders im Bezug auf Religionen und religiöse Minderheiten bzw. deren Verfolgung und Unterdrückung haben wir in Deutschland
- so schlimme Erfahrungen gemacht, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes dem für alle Zukunft einen Riegel vorschieben wollten. Es ist daher völlig
- egal, ob wir über das Kopftuch reden oder das Gebet in der Öffentlichkeit. Selbst das aktive Werben für die Religion, also Missionären dauer auf
- Arabisch, ist von der Religionsfreiheit geschützt und das gilt für alle Religionen, denn Deutschland ist kein christliches Land, so wie es uns der
- eine oder andere besorgte Bürger immer mal wieder gerne erzählt, womit er aber eigentlich nur versucht, seinen verkappten Rassismus zu verstecken.
- Deutschland hat zwar auf gesellschaftlicher Ebene christlich geprägte Vergangenheit, aber der heutige Staat ist ein säkulärer Staat und
- weltanschaulich neutral. Das wiederum bedeutet jedoch nicht, dass jeder Staatsbedienstete vollkommen frei von Religion sein muss. Ganz im Gegenteil,
- die Religionsfreiheit gilt auch für Beamte. Es bedeutet ganz einfach, dass der Staat durch sein Handeln keine Religion bevorzugen oder benachteiligen
- darf, was natürlich nicht heißt, dass sowas nicht trotzdem passieren kann, denn der Staat selbst ist ja kein Lebensobjekt, das immer und überall
- gleich handelt, sondern er wird durch Menschen vertreten und Menschen machen Fehler und Menschen sind auch mal rassistisch. In solchen Fällen hören wir
- dann immer wieder den Begriff der negativen Religionsfreiheit. Man versucht damit zu begründen, dass religiöse Handlungen in der
- Öffentlichkeit eigentlich doch verboten sein sollten, weil ein anderer sich dadurch gestört fühlt. Er glaubt ihm selbst nicht an diese Religion und
- möchte daher auch nicht mit dieser Berührung kommen oder belästigt werden. Das Ganze funktioniert so natürlich nicht, wie auch das
- Bundesverfassungsgericht schon klar entschieden hat, denn ansonsten würde es das Grundrecht der Religionsfreiheit ja komplett aushebeln und bedeutungslos
- machen. Ja, es gibt eine negative Religionsfreiheit, aber das bedeutet eben einfach, dass man sich zu keiner Religion bekennen muss, nicht, dass
- andere von dir ihre Religion nicht praktizieren dürfen. Nur weil jemand nicht an Islam glaubt, hat er keinen Anspruch darauf, keine Kopftücher sehen
- zu müssen. Nur weil ich kein Christ bin, kann ich nicht verlangen, dass in meiner Gegenwart keiner ein Kreuz trägt. Und nur weil jemand nicht religiös, kann er
- nicht verlangen, dass andere Menschen ihre religiösen Überzeugungen ablegen, nur weil sie das Haus verlassen. Und nur weil du ein Rassist bist, müssen wir
- nicht auf unsere Grundrechte verzichten. Welche Erfahrungen habt ihr in dieser Sache schon gemacht? Hat bei euch schon
- mal jemand versucht, euch wegen eurer religiösen Praxis oder eurer äußeren Erscheinung zu diskriminieren und wie seid ihr damit umgegangen? Schreibt es
- uns in die Kommentare. Lasst ein Like da und unterstützt damit den Algorithmus. Und wenn euch solche Themen generell interessieren, dann vergesst das Abo
- nicht. Barakallahum.
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