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RELIGIONSFREIHEIT - An was glaubst du?
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 77 Zeilen
- (Pop-Musik) Was ich hier mache?
- Das ist 'n Regentanz! Und den kann ich aufführen, wann immer ich will, denn hier in Deutschland herrscht:
- RELIGIONSFREIHEIT! So steht es im Grundgesetz:
- „Die Freiheit des Glaubens und Gewissens und die Freiheit der religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisse ... sind unverletzlich.
- Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet." (Klopf, Klopf, Klopf)
- (Aus dem OFF: RUHEEEEE!) Is' ja gut, beruhig' dich!
- Gleichzeitig hat in Deutschland aber auch jeder das Recht, an NICHTS zu glauben. Solche Leute gibt es auch.
- Aber dann sollte man sich nicht wundern, wenn es auf dem Balkon plötzlich anfängt zu regnen. (HIPHOP-Musik)
- Hier in Deutschland darfst du ab 14 selbst bestimmen, bei welcher Religion du mitmachen oder nicht mitmachen willst.
- Gleichzeitig darf natürlich meine Religion auch niemand anderen beeinträchtigen. Wir erinnern uns:
- „Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet." (Klopf, Klopf, Klopf)
- (Aus dem OFF: RUHEEEEE!) Klar, jetzt gibt es Leute, die sagen, dass so viele Menschen an den Fußballgott glauben,
- beeinträchtigt seit Jahren den Hamburger SV. Wir beruhigen uns, das mit dem Hamburger SV hat andere Gründe.
- Aber jetzt mal 'ne andere Frage: Wer sorgt denn bei uns dafür, dass jeder an das glauben darf, an das er glauben will?
- Für dieses Recht sorgt natürlich unser Staat. Gleichzeitig sind Religion und Staat aber getrennt,
- damit mir von denen da oben keiner vorschreiben kann, an welchen Gott ich zu glauben habe. Ich erkläre es nochmal an einem beliebigen Gegenstand.
- Hat jemand einen beliebigen Gegenstand für mich? Ah, das Wort „Spiegelei“ ist gefallen.
- OK, also: Hier außen haben wir das Eiweiß, das ist in unserem Fall der Staat.
- Und hier innen haben wir - leicht zu erkennen - das Eigelb, das ist die Religion. Man sieht, Eiweiß und Eigelb sind zwar klar voneinander getrennt,
- aber das Eiweiß, also der Staat bildet trotzdem eine schützende Schicht um das Eigelb, also die Religion. Der Staat darf nämlich keine Religion bevorzugen oder benachteiligen.
- Der gute Koch weiß, das Eigelb darf nicht ins Eiweiß fließen. Hätte ich übrigens auch mit jedem anderen Begriff erklären können,
- ich meine, ich bin ja schließlich Professor. Lauch!
- Nein, die Zeit ist leider um. Aber es gibt natürlich nur eine wahre Religion, und zwar meine.
- Deshalb hebe ich hiermit die Trennung von Eiweiß und Eigelb auf. (Dramatische Musik)
- Und ich entscheide jetzt, dass ihr alle an meinen Gott glauben müsst! So höret: Ab sofort haben alle meinem Gott zu huldigen, und wer sich dem widersetzt,
- dem wird es schlimmer ergehen als diesem Spiegelei! (Dramatische Musik)
- Und genau das ist in einem Land wie Deutschland zum Glück nicht möglich. Bei uns darf der Staat keinem Menschen vorschreiben, an welche Religion er glauben muss.
- Ich meine, stellt euch vor, der Staat schreibt euch vor, dass ihr nur noch Fan vom FC Bayern München sein dürft.
- (Torjubel) OLEOLE!
- Oder ihr dürft ab sofort nur noch Volksmusik hören! (Volksmusik)
- (Klopf, Klopf) JOLARAHIDI!
- (Aus dem OFF: RUUUUUHE, KRUZIFIX!) DANKE, Herr Nachbar!
- „Kruzifix!“ Sehr gutes Stichwort.
- Die Frage, ob die Vorschrift in Ordnung ist, dass in allen bayerischen Klassenzimmern ein Kreuz hängen muss, ging bis zum Bundesverfassungsgericht.
- Und das sagte: Nein, es darf keine Pflicht geben, ein Kreuz aufzuhängen. Kann ich verstehen: Ich meine, warum soll sich ein muslimischer, atheistischer, jüdischer
- Schüler auch jeden Tag Werbung für das Christentum anschauen? Und wie reagiert ihr denn, wenn andere Religionen bei euch werben?
- Guten Tag! Hm, man könnte solchen Menschen auch mal ein Minütchen zuhören oder wenigsten höflich
- „Guten Tag“ sagen! Guten Tag!
- Denn natürlich hat JEDE Religion das Recht für sich zu werben. Ganz anders ist es beim Staat!
- Der darf uns nicht beeinflussen, woran wir glauben oder ob wir überhaupt an etwas glauben wollen.
- Und er darf uns auch nicht vorschreiben, wie wir unsere Religion ausüben. Echt? Find ich coo…
- … außer natürlich, die Ausübung der Religionsfreiheit beeinträchtigt andere in ihren Grundrechten.
- Spießer, marokkanischer. Ja … Die Frage ist aber: Was beeinträchtigt andere in ihren Grundrechten?
- Du darfst dich nicht in die Luft sprengen. Wenn du uns umbringst, beeinträchtigst du uns in unseren Grundrechten,
- denn wir können sie nicht mehr wahrnehmen. Aber wenn du unbedingt was sprengen willst …
- (Peng) (Tadaa, Tadaa, Tadaa)
- Jetzt gehörst du einer sehr fragwürdigen Religion an: Dem Karneval.
- Dass Sprengstoffgürtel nichts mit Religionsfreiheit zu tun haben, is' ja wohl klar.
- Aber was ist mit wirklich religiösen Kleidungsstücken? (Dynamische Musik)
- Und damit „Herzlich Willkommen" bei: „ABDELKARIMS Klamotten-Check –
- Die RELIGIONS-EDITION“. Mal ehrlich Leute: Jeder darf hier in Deutschland alles tragen was er will,
- und es sollte sich auch niemand davon beeinträchtigt fühlen. Wenn dich Klamotten anderer doch beeinträchtigen, liegt das Problem vielleicht woanders.
- So Leute! Dann schauen wir doch mal. (Dynamische Musik)
- OK! (Dynamische Musik)
- OK! (Dynamische Musik)
- OK! (Dynamische Musik)
- Das ist OK! (Dynamische Musik)
- OK! Aber bitte macht's weg. Also, jeder Mensch kann anziehen, was er möchte.
- Eigentlich logisch. Kompliziert wird es erst, wenn du deine Religionsfreiheit ausüben willst,
- während du grade im Staatsdienst bist. Jetzt kommt wieder die Trennung von Staat und Religion ins Spiel.
- Wir erinnern uns: Das Eiweiß darf nicht ins Eigelb fließen.
- Bei einem Richter zum Beispiel darf es nicht den kleinsten Verdacht geben, dass seine Religion beim Urteil eine Rolle spielt.
- Er muss 1000%ig neutral auftreten. (Dynamische Musik)
- NICHT OK! (Dynamische Musik)
- NICHT OK! (Dynamische Musik)
- NICHT OK! (Dynamische Musik)
- NICHT OK! (Dynamische Musik)
- Und nein, ich zeige euch die Richterin jetzt nicht auch noch im Flamingo-Kostüm! Eure Religion öffentlich zu zeigen und auszuleben ist absolut OK.
- Jemanden zu diskriminieren, weil er an etwas anderes glaubt: nicht OK. Eine Religion gefällt dir nicht?
- Dann glaub' nicht dran. Eigentlich ganz einfach.
- Ich bin Moslem, du bist vielleicht Christ, Jude oder Atheist. Wo ist das Problem?
- Wir leben hier zum Glück in einem Staat, der uns nicht vorschreibt, woran wir glauben sollen.
- Und wir sollten uns das gegenseitig auch nicht aufzwingen. Mich schränkt es nicht ein, wenn du Christ bist
- und dich schränkt es nicht ein, wenn ich Moslem bin. Es gibt sogar Menschen, die glauben an das fliegende Spaghetti-Monster.
- Und auch das ist vollkommen in Ordnung. Übrigens, bevor jetzt hier der falsche Eindruck entsteht: Ihr sollt mich jetzt nicht anbeten.
- Es reicht vollkommen, wenn ihr diesen Kanal abonniert. (Hosianna)
- Aber zwingen kann ich euch dazu nicht. Gott sei Dank!
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