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Was sind historische Quellen? | Geschichte wird gemacht!
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Transkriptautomatisch erstellt · 64 Zeilen
- Was sind historische Quellen? Geschichte wird gemacht!
- Das hier ist eine Quelle. Die wird dir wohl eher im Erdkundeunterricht begegnen.
- In Geschichte sind Quellen etwas anderes. Was sind historische Quellen?
- Eine Urkunde aus dem späten Mittelalter mit Siegeln. Das stellen sich die meisten Menschen unter einer typischen historischen Quelle vor.
- Quellen sind Dinge "von früher", also Gegenstände, Texte, Bilder oder Fotos aus der Vergangenheit. Quellen sind beispielsweise Urkunden, Familienfotos, Tagebücher, Zeitungen,
- Kleidung, Gemälde, Lieder, Scherben, Höhlenmalereien, Knochen, Briefe, Alltagsgegenstände, Ruinen, Reden, Filmdokumente oder Gesetze.
- Mit dem folgenden Beispiel soll verdeutlicht werden, was uns Dinge aus dem Alltag über die Vergangenheit berichten.
- Hier ein Alltagsgegenstand, den ihr alle gut kennt. Über Smartphones und Handys sind wir heute immer und überall erreichbar.
- Mobiltelefone haben sich erst in den 1990er Jahren langsam als Massenprodukt verbreitet. Fragt ihr eure Eltern, wie sie früher telefoniert haben,
- können sie sich bestimmt an die alten Wählscheibentelefone erinnern. Dieses Modell war in der Deutschen Demokratischen Republik, der DDR, weit verbreitet.
- In Westdeutschland fand sich viele Jahre dieses Modell in vielen Haushalten. Telefone aus den 1960er und 1970er Jahren [das Video ist von 2012] geben
- uns einen Hinweis darauf, dass Deutschland damals geteilt war und es zwei deutsche Staaten gab:
- die Bundesrepublik Deutschland, BRD, und die Deutsche Demokratische Republik, die DDR. Der Zeitstrahl kann helfen, die Quelle Wählscheibentelefon historisch einzuordnen.
- Vor den Wählscheibentelefonen gab es noch einfachere Telefone. Um 1890 [das Video ist von 2012] existierten nur ganz wenige Telefone,
- so wie dieses schwedische Modell. Und vorher? Da gab es gar keine Telefone.
- Die Technik wurde erst im 19. Jahrhundert entwickelt. Zudem begann erst in dieser Zeit die Verbreitung der Elektrizität.
- Ein Schulzeugnis aus dem Jahr 1923 gibt uns nicht nur Auskunft darüber, dass Martina eine sehr gute Schülerin war.
- Noten für Betragen, Fleiß, Gesang, Schönschreiben oder weibliche Handarbeiten weisen Unterschiede zu heutigen Zeugnissen auf.
- Dieser Personalausweis ist aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das ist auch an den Hakenkreuzen zu erkennen.
- Das rote "J" steht für "Jude". Durch den Pass sollte die jüdische Bevölkerung diskriminiert und ausgegrenzt werden.
- Viele Quellen, vor allem schriftliche Quellen, werden in Archiven gesammelt, aufbewahrt und auch restauriert, also aufgearbeitet.
- Archive gibt es in jeder Stadt und in jeder Gemeinde, zudem gibt es große Archive der Bundesländer und das Bundesarchiv für ganz Deutschland.
- Unser Wissen über die Vergangenheit ist durch die Quellen begrenzt. Viele Fragen, die man an die Vergangenheit stellen könnte,
- bleiben unbeantwortet, weil es einfach keine Quellen gibt. Als Faustregel gilt für die meisten Fälle: Je weiter die Vergangenheit zurückliegt,
- desto weniger Quellen haben wir. Wie entstehen Quellen?
- Die meisten Quellen sind Überreste aus der Vergangenheit, also Gegenstände oder Schriftstücke, die von den Menschen benutzt wurden,
- so wie wir heute wir heute Emails schreiben, Zeitung lesen und andere Gegenstände im Alltag benutzen.
- Diese Pickelhauben waren Gebrauchsgegenstände. Sie waren im 19. Jahrhundert die Helme von Soldaten.
- Es gibt aber auch Quellen, die von den Menschen in der Absicht geschaffen wurden, ein bestimmtes Bild von der Vergangenheit zu transportieren.
- Dieses Pickelhaube ist Teil eines Denkmals des ersten Reichskanzler Bismarck. Das Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffene
- Denkmal soll Bismarck in kämpferischer Pose zeigen. Heute wäre ein Denkmal eines Bundeskanzlers
- oder einer Bundeskanzlerin mit Militärhelm nur schwer vorstellbar. Geschichte wird gemacht!
- Es gibt unzählige Bücher über Geschichte. In vielen Buchhandlungen und Bibliotheken gibt es eine Abteilung für Geschichte.
- Bücher über Geschichte werden meistens von Historikern geschrieben. Leopold von Ranke, der Archäologe Heinrich
- Schliemann und Theodor Mommsen waren berühmte Historiker im 19. Jahrhundert. Historikerinnen und Historiker forschen und lehren meistens an Universitäten.
- Sie besuchen Archive, um Quellen aus der Vergangenheit zu erforschen. Geschichte ist, wie wir uns heute die Vergangenheit vorstellen und erklären.
- Historiker blicken zurück in die Vergangenheit. Was sie über die Vergangenheit herausfinden, ist aber nicht beliebig.
- Sie sind auf historische Quellen angewiesen und richten ihre Fragen an die Quellen. Mit Hilfe der Quellen können die Historiker
- die Vergangenheit rekonstruieren. So entstehen Bücher über die Geschichte. Was sind keine Quellen?
- Es ist oft gar nicht so leicht, Quellen aus der Vergangenheit und Geschichte zu unterscheiden. Bücher und andere Dinge, die uns heute über die Vergangenheit berichten, nennt man Darstellungen.
- Geschichtsbücher, die ihr im Unterricht benutzt, sind solche Darstellungen. Dazu muss man ergänzen, dass in allen Geschichtsbüchern auch Quellen abgedruckt sind.
- Diese Quellen sind aber bereits bearbeitet. Meist sind sie gekürzt und - falls erforderlich - ins Deutsche übersetzt.
- Sie werden so präsentiert wie hier in diesem Beispiel. Dabei geht verloren, dass die Originalquelle ganz anders aussieht,
- erst mühevoll abgeschrieben und erschlossen werden muss. Was ist mit Büchern und Schulbüchern, wenn sie selbst in die Jahre gekommen sind?
- Dieses Geschichtsbuch ist aus dem Jahre 1941 [Das Video ist von 2012]. Damit haben Schüler im Nationalsozialismus Geschichte gelernt.
- Das Buch trägt den Titel "Volk und Führer". Dieser Titel macht deutlich, dass Geschichtsunterricht im "Dritten Reich" die
- Funktion hatte, die Ideen der Nationalsozialisten zu verbreiten und Hitler zu verherrlichen. Auch diese Buch blickt zurück in die Vergangenheit - aus der Sicht von 1941.
- Das Geschichtsbuch ist heute nicht als Informationsquelle über die Geschichte von Interesse, sondern dafür,
- wie im Nationalsozialismus Geschichte erklärt und vorgestellt wurde. Historiker von heute benutzen es daher als Quelle.
- Man könnte mit Hilfe dieses Schulbuches versuchen herauszufinden, wie Schüler im Sinne der Nationalsozialisten beeinflusst wurden.
- Ältere Darstellungen können zu einer Quelle für den Zeitpunkt ihrer Entstehung werden. Zurück zur Frage: Was sind keine Quellen?
- Geschichtsdarstellungen sind zum Beispiel Artikel aus der Wikipedia. Bei der Wikipedia muss beachtet werden, dass diese Darstellungen meist von
- verschiedenen Nutzern erstellt wurden und deshalb kritisch zu hinterfragen sind. Viele Computerspiele haben einen historischen Hintergrund.
- Mit Vergangenheit haben sie aber meist wenig zu tun. Auch Modelle oder Rekonstruktionszeichnungen sind nur Darstellungen.
- Dieses Modell der mittelalterlichen Stadt Old Sarum in Großbritannien zeigt, wie die Stadt ausgesehen haben könnte.
- Man weiß es aber nicht genau, denn dort, wo sich diese Stadt einst befand, steht heute kein einziges Gebäude mehr.
- Auch wenn Spielfilme oder Fernsehdokumentationen die Vergangenheit noch so realistisch darstellen wollen - sie sind immer nur
- ein in der Gegenwart entstandenes Bild von der Vergangenheit, also eine Darstellung. Besonders Dokumentarfilme arbeiten oft auch mit Originalfilmaufnahmen, die zu den Quellen zählen.
- Aber dadurch, dass die Filmaufnahmen in einem bestimmten Zusammenhang gezeigt werden, entsteht eine Erzählung über die Vergangenheit.
- Immer öfter werden in Dokumentationen historische Szenen auch nachgespielt. Solche Szenen zeigen uns immer nur, wie wir uns heute vorstellen,
- wie die Vergangenheit gewesen sein könnte. Im 19. Jahrhundert wurden viele Ölgemälde mit Szenen aus der Vergangenheit gemalt.
- Von Kolumbus' Entdeckung Amerikas gibt es keinerlei bildliche Überlieferung. Das Gemälde ist also reines Phantasieprodukt des Malers.
- Es soll den großen historischen Moment dramatisieren, was heute, etwa 160 Jahre [Das Video ist von 2012] nach der Entstehung des Gemäldes etwas ulkig aussieht. Das Bild kann uns also nur als Quelle für die
- Verherrlichung Kolumbus' im 19. Jahrhundert dienen.
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