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Transhumanismus: Der Mensch als Maschine? | Sternstunde Religion | SRF Kultur
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 519 Zeilen
- Herzlich willkommen. Der Mensch hat einen Konstruktionsfehler:
- Er ist sterblich, krankheitsanfällig und vergesslich. Wie schön es doch wäre, wenn wir Menschen
- all dies überwinden könnten. So denken sog. Transhumanisten. Sie versprechen sich eine Optimierung des Lebens
- durch Wissenschaft, Medizin und Technik, gar die Überwindung des Todes. Sieht so die schöne neue Welt aus?
- Und wo bleibt im Kampf gegen jegliche Schwäche der Mensch? Darüber diskutiere ich heute mit Janina Loh,
- Technikphilosoph:in und Ethiker:in, und Johannes Hoff, Theologe und Professor für Dogmatik in Innsbruck.
- Mit Untertiteln von SWISS TXT Wie stellen Sie sich eine Gesellschaft in 100 Jahren vor?
- Wird es da lauter technisch opti- mierte Menschen und Roboter geben? Die technisch optimierten Menschen und Roboter haben wir schon heute.
- Ich glaube, eine Gesellschaft in 100 Jahren wird sich, ohne jetzt sagen zu wollen, ich wäre sehr gut in Prognosen,
- nicht so signifikant unterscheiden von der heutigen Gesellschaft. Wir werden kaum in fliegenden Autos unterwegs sein
- oder irgendwelche Gehirn-Chips haben. Vielleicht einige von uns.
- Aber ansonsten würde ich sagen, dass zumindest die Singularität, die Ray Kurzweil ja schon für 2045 prognostiziert,
- dann noch nicht eingetreten sein wird. Darauf kommen wir noch zurück.
- Johannes Hoff, wie sehen Sie das? Es werden sich keine signifikanten äusserlichen Veränderungen
- nach dem Modell klassischer Science-Fiction-Filme ereignen, auch wenn wir das immer vorgespielt bekommen.
- Das ist Teil der Marketingstrategie. Aber wir werden die Chance haben,
- die Frage nach einem guten Leben auf eine Weise stellen zu können, wie wir das in den letzten 500 Jahren
- eigentlich vergessen haben. Alles früher, schneller, perfekter und effizienter zu machen,
- ist eine vollkommen irrationale Ideologie. Damit kann man nicht überleben, aber auch nicht gut leben.
- Damit wir gleich auch einen Begriff davon bekommen, was dieser Transhumanismus sein soll,
- hören wir jemandem zu, der sich Transhumanist nennt. Er sagt von sich,
- er sei die Mischung aus Mensch und Maschine. In meiner rechten Hand habe ich einen Low-Frequency-Chip drin.
- Da sieht man jetzt nur die Narbe. In meiner linken Hand befindet sich ein High-Frequency-Chip.
- Dann habe ich noch einen 17 Jahre alten Chip. Den habe ich mir vom Tierarzt reinspritzen lassen.
- Der ist leider schon tot. Das Gleiche habe ich hier unten. Da ist auch ein toter Chip drin.
- Ich kann mein Telefon mit meinem Chip entsperren. Erst muss ich die Stelle finden ... zack, ist das Telefon entsperrt.
- Ich kann eine Textdatei hinterlegen als Datensatz, eine URL zu einer Website, die ich toll finde,
- eine Suchfunktion. Ich kann mein Facebook-Profil, mein Twitter,
- mein LinkedIn und meinen Steam-Account hinterlegen. Für die Paranoiden kann ich mein Bitcoin-Konto hinterlegen.
- Ich habe mich für Chips entschieden, obwohl ich auch mit meinem Gesicht mein iPhone entsperren könnte
- oder mit meinem Fingerabdruck. Das heisst ja nicht, dass Fingerabdruck oder Face-Unlock
- weniger praktisch sind. Im Grunde ist der Chip unpraktischer.
- Aber ich möchte damit einen Antrieb schaffen. Ich möchte durch Konsum Interesse wecken.
- Umso mehr ich konsumiere mit Chips, mit Upgrades, mit Wearables und was es da alles gibt,
- versuche ich mit Leuten, die das auch vertreten, einen Markt zu schaffen.
- Wenn wir konsumieren, wird jemand damit Geld verdienen wollen.
- Dass ein Geist und ein Bewusstsein digitalisiert werden, ist tatsächlich irgendwann möglich.
- Dass ein Geist an zwei Stellen digital existieren kann als Kopie, als Klon, wie immer man das dann auch sieht,
- das wird auch passieren. Ob ich es erleben werde, ist eine andere Geschichte.
- Dass man einen Geist in andere Körper swappen kann, der sog. Body-Swap, wird auch passieren.
- Stell dir vor, du bist sterbenskrank und hast die Möglichkeit,
- dein Bewusstsein in einen anderen Körper zu stecken oder digital weiterzuleben für alle Zeiten.
- Die Leute werden das wollen. Ja, die Leute werden das wollen. Sie aber nicht, Janina Loh.
- Nicht unbedingt, nein. Also, ich ... Im Einzelnen kann ich mir Veränderungen
- in Hinblick auf meinen Körper oder meinen Geist theoretisch vorstellen, aber ...
- Insgesamt finde ich die Dinge, die wir gerade in dem Einspieler gesehen haben,
- durchaus auch fragwürdig und problematisch. Man sieht hier auch sehr schön die Brücke,
- die der Transhumanismus zum Kapitalismus schlägt. Und wie selbstverständlich die technologische Selbstoptimierung
- mit kapitalistischem Gedankengut zusammengeht. Das sagt ja Steve Void selber auch.
- Das ist übrigens sein Künstlername, so etwas gibt es häufig unter Transhumanisten.
- "Void" ist eine Anspielung auf das Leere, das Selbergestalten. Sie, Herr Hoff, haben 2017 ein Manifest unterschrieben,
- "Wider den Transhumanismus" heisst es. Das haben auch andere Wissenschaftler:innen unterschrieben.
- Sie wollen also auch kein Cyborg werden? Ja ... - Also so eine Mensch-Maschine.
- Die transhumanistische Ideologie, das hat Janina richtig gesagt, ist v.a. aus der wirtschaftlichen Verflechtung heraus
- verständlich zu machen. Er sagt ja auch ehrlich, er will einen Markt schaffen.
- Er hat ja lauter Technologien und lauter Gadgets, mit denen er Probleme lösen kann,
- die ich selbst gar nicht habe. Aber der Markt ist normalerweise dazu da,
- irgendwelche Probleme mir überzeugend so rüberzubringen, dass ich die irgendwann auch habe und dafür eine Lösung suche.
- Aber das ist genau die Ideologie, die uns eigentlich von der Frage wegbringt,
- von der ich eben gesprochen habe: Wie sieht eigentlich ein gutes Leben aus?
- Es geht auch ... Für i h n ist es schon die Antwort, wie ein gutes Leben aussieht, oder?
- Ja, ein gutes Leben ist, dass man immer effizienter wird. Das erinnert mich an "Momo"
- und die Grauen Männer von der Zeitsparkasse, die die Zeit einsparen wollen:
- Da hat man das Gefühl, immer besser, schneller und effizienter zu werden. Aber das ist eine Projektion.
- Da wird die Beschleunigung zum Goldenen Kalb. Das gab es schon in den 20er-Jahren in Form des Akzelerationismus.
- Aber das hat sehr wenig mit dem zu tun, was ein gutes Leben ausmacht.
- Früher ist meine Oma zum Tante-Emma-Laden gegangen, das war wie ein Chatroom, da hat man geredet.
- Und irgendwann brauchte man einen grösseren Kühlschrank, einen Supermarkt, ein Auto.
- Dann hat der Laden zugemacht, und man hat viel Zeit gespart. Und was macht man am Schluss? Chatten.
- Es ist nichts Neues entstanden, nur dass man mehr verdienen musste, um alles effizienter zu machen.
- Diese lange nicht gestellten Fragen müssen wir heute stellen. Daher halte ich diese Ideologie auch für rückwärtsgewandt.
- Da wird ein Industrialismus weiterzelebriert, der unseren Herausforderungen gar nicht gerecht wird.
- Und das, wenn ich da einhaken darf, mit sehr rückständigen oder, um es neutraler auszudrücken, sehr traditionellen
- und aus meiner Sicht in vielen Disziplinen auch schon überwundenen Kategorien und Begriffen.
- Z.B. wird eine klassische Dichotomie zwischen Geist und Körper aufgemacht.
- Diese Vorstellung liegt ja auch dem Mind-Uploading zugrunde. Die Trennung von Geist und Körper
- haben Menschen wie Maurice Merleau-Ponty schon anders gesehen,
- in einem holistischen Verständnis vom Menschen, und überwunden. Diese Vorstellungen werden weitertransportiert
- im Transhumanismus. Und zwar deswegen, weil es eigentlich nicht darum geht.
- Der Transhumanismus ist Kind seiner Zeit, mit seinem zugrunde liegenden
- kapitalistischen Macht- und Kontrollbestreben. Wir vertiefen das gleich, aber halten wir etwas fest:
- Sie beide sagen eigentlich, da werden auch Luftschlösser gebaut. Einige Philosoph:innen und Forscher:innen behaupten,
- das ist in gewissen Bereichen überhaupt nicht möglich. Und trotzdem wird das so weitergetragen,
- weil kapitalistische Interessen dahinterstecken. Aber bevor wir da hingehen, will ich das noch etwas vertiefen.
- Es sagt doch auch schon der Name "Transhumanismus", also das über den Menschen Hinausgehende,
- dass die menschliche Evolution weitergeführt werden soll, und zwar mit Mitteln der Technik.
- Der israelische Historiker Yuval Noah Harari schreibt dazu: "Nachdem wir die Menschheit über die animalische Ebene
- des Überlebenskampfs hinausgehoben haben, werden wir nun danach streben, Menschen in Götter zu verwandeln
- und aus dem Homo sapiens den Homo deus zu machen." Er hat auch das gleichnamige Buch darüber geschrieben.
- Ist also die Evolution an ihre Grenzen gelangt? Muss der Mensch selber nachhelfen?
- Also, Yuval Harari finde ich ein bisschen ... Letztendlich ist er auch ein Transhumanist,
- der vieles von den Marketing- texten übernimmt, ohne sie ... Und gleichzeitig davor warnt.
- Aber er warnt nicht wirklich, sondern meistens übernimmt er sie. Man muss auch sagen, was Frau Loh eben gesagt hat:
- Die hier verkaufte Ideologie wird ja nicht nur von einzelnen Wissenschaftlern bestritten.
- Nehmen wir das Mind-Uploading: Da gibt es keinen seriösen Neurobiologen
- oder klinischen Psychologen, der das ernst nehmen würde. Aber dahinter steckt eine unglaubliche Marktmacht,
- die das dann vermarktet. Und die macht dann auch Blockbuster aus einem Buch wie Hararis,
- der eigentlich als Wissenschaftler seriöser arbeiten müsste. Der erzählt das alles und sagt nachher:
- "Wollen wir das eigentlich?" Aber das entspricht ja keinen wissenschaftlichen Standards.
- Na ja, Herr Harari ist ziemlich einflussreich, er berät ja Leute wie Macron usw.
- Es ist beunruhigend, wie ernst das genommen wird. Aus rein akademischen Debatten heraus ist das nicht erklärlich.
- Sondern nur aus der Art und Weise, wie die Medienmacht gesteuert wird durch Silicon-Valley-Konzerne, die das pushen.
- Absolut, und da sind auch weitere bekannte Namen wie Ray Kurzweil, den ich schon genannt habe,
- der eine führende Funktion bei Google innehat. Ich meine zumindest, dass er sie noch innehat.
- Er ist auch Mitbegründer der sog. Singularity University. Da werden eben die Zukunfts- Ökonom:innen ausgebildet,
- die dann genau das weitertransportieren. Aber das sind eben Harari, Marvin Minsky,
- einer der immer noch führenden Robotiker:innen - zumindest in bestimmten Bereichen - seit den 80er-Jahren.
- Und Elon Musk können wir an der Stelle auch nennen. Das sind alles sehr bekannte Namen,
- die dafür Vorreiterrollen haben in der Öffentlichkeit. Elon Musk ist besonders interessant mit seiner Firma Neuralink,
- die daran arbeitet, ein Gehirn-Implantat zu machen, wo man mit Gedanken
- Computer und andere Geräte steuern können soll. Als Grund dafür gibt er immer wieder die Sorge an,
- dass Künstliche Intelligenzen oder Technologien den Menschen irgendwann überflügeln werden
- und der Mensch deshalb aufgerüstet werden muss. Ja, aus so einer selbstgemachten Angst -
- Sie hatten es gerade ähnlich ausgedrückt -, aus einem Problem, das de facto nicht existiert.
- Aber es wird ja schon an Superintelligenzen gearbeitet. Ich habe über Neurowissenschaften ja eine Magisterarbeit gemacht
- und in Tübingen bei Nils Birbaumer Vorlesungen über Biofeedback gehört. Wenn ein Affe einen Cursor bewegt mit einem Steuerungsinstrument,
- und Sie messen und korrelieren, was im Gehirn vorgeht, kann er das nachher ohne Cursor nur mit dem Gehirn machen.
- Das kennen wir auch von Locked-in-Patienten. Daran hat Birbaumer gearbeitet.
- Manche können nur die Augen rauf- und runterbewegen, aber damit können sie bereits "Ja" und "Nein" mitteilen.
- Und damit lässt sich ein Buchstabensystem entwickeln und kommunizieren, so wie Stephen Hawking.
- Damit kann man Unglaubliches leisten. Aber es ist unglaublich schwer, beim totalen Locked-in-Zustand
- mehr als 50 % Differenz hinzukriegen, dass ich einen Unterschied merke.
- Aber diesen Sprung zu machen und plötzlich zu sagen: "Bald können wir Wikipedia mit dem Gehirn verknüpfen
- und direkt kommunizieren", dafür gibt es keinen technischen Pfad,
- weder vor 500 Jahren noch jetzt. Das wird dann seriös diskutiert, und man merkt nicht,
- dass man an den Therapiekonzepten toll forschen könnte. Sondern es werden Science-Fiction- Geschichten draufgesetzt.
- Deshalb halte ich Neuralink auch für einen Marketing-Hoax. V.a. wird dadurch auch der Blick verschoben
- von den eigentlichen ethischen Herausforderungen, die damit einhergehen.
- Natürlich entstehen auch unglaubliche Möglichkeiten, um bestimmten Krankheiten
- oder Einschränkungen, wenn wir sie so nennen wollen, zu begegnen mit dieser Form von Chip.
- Meinetwegen. Aber ich bezweifle die Ideologie, die dahintersteht.
- Es ist diese selbstgemachte Problematik, einem technologischen Fortschritt hinterher sein zu müssen,
- um nicht von künstlichen Intelligenzen, von denen unklar ist, ob sie je existieren werden,
- überholt zu werden. Und dann aber vor allen Dingen:
- Wie entstehen denn gerade diese Technologien bei Neuralink? Sind die nachhaltig hergestellt?
- Der Vorwurf ist, dass dafür unermesslich viele Tiere getötet werden mussten.
- Weil der Test an Tieren zugelassen war, nicht an Menschen. - Genau. Dann, wie sind die Arbeitsbedingungen dort?
- Ist grösstmögliche Diversität gewährleistet? Wie arbeiten die Menschen dort selbst?
- Wie können die dort arbeiten? Arbeiten die unter menschenwürdigen Bedingungen?
- Auch da sind Vorwürfe laut geworden, dass die Menschen, die dort arbeiten,
- bedroht oder "motiviert" worden sind: Sie sollten sich vorstellen,
- eine Bombe wäre an ihrem Kopf befestigt, um sie zu grösserer Arbeitswilligkeit anzutreiben.
- Die Arbeitsbedingungen bei Elon Musk sind ja bisher auch nicht besonders positiv aufgefallen.
- Absolut, und das gehört halt in die Rechnung mit hinein. Wenn wir uns eine Technologie anschauen wollen,
- ist es kurzsichtig, sich lediglich anzuschauen, für welche Zwecke wir sie einsetzen können.
- Nein, wir müssen natürlich auch den gesamten Kontext ethisch beleuchten,
- in dem diese Technologien entwickelt werden und entstehen. Um das Ganze noch ein bisschen plastischer zu machen
- oder besser zu verstehen, wo der Unterschied liegt ... Sie haben es zu Beginn auch gesagt:
- Nicht alle, aber diverse Menschen sind ja schon technisch optimiert, z.B. durch Gadgets wie Herzschrittmacher und Prothesen.
- Derzeit wird auch eine robotische Bauchspeicheldrüse diskutiert und inwiefern das ethisch korrekt ist.
- D.h., da gibt es schon Elemente, die im menschlichen Körper drin sind, die technisch funktionieren,
- und dann gibt es Menschen wie Steve Void von vorhin. Wo liegt also der Unterschied?
- Oder wo ist die Grenze zu dem, was Sie auch kritisch beleuchten? Also, der Mensch hat immer schon Prothesen gehabt.
- Also, in dem Sinne sage ich, das rein biologische Wesen Mensch gab es nie.
- Die Technikgeschichte fängt mit der Evolution des Menschen an. Es ist nicht nur Folge der Gehirnentwicklung,
- dass wir Tools wie Faustkeile benutzt haben, sondern solche Tools haben uns erst zu den Menschen gemacht.
- Trotzdem entstehen Lebensformen und Kulturen im Umgang mit diesen Technologien, und die wachsen langsam.
- Da denke ich mir nicht einfach eine Science-Fiction-Geschichte aus, wie ich mich umbaue, und setze das dann um.
- Da passieren meistens ganz andere Dinge. Wenn wir jetzt das Internet erfinden,
- um schneller Liebesbriefe schreiben zu können, und ich sitze vor meinem Computer
- und komme vor lauter Schreiben gar nicht mehr aus dem Haus, dann habe ich das Liebesbriefe- Schreiben nicht effizienter gemacht.
- Sondern plötzlich ist eine ganz neue Lebensform entstanden, die wir gar nicht gewollt haben.
- Ich muss darüber nachdenken, ob ich ein Tool habe für einen bestimmten Zweck.
- Wenn ich einen Herzschrittmacher brauche, dann weiss ich, was die Funktion ist, die ich da substituiere.
- Aber die Silicon-Valley-Konzerne spielen mit Technologien, wo nicht einmal richtig experimentell erprobt wird,
- ob das überhaupt funktioniert. Sondern die Sachen werden auf den Markt geworfen,
- und die Versuchsratten sind dann die User. Da wird mit Lebensformen
- und mit menschlichem Leben hier und jetzt gespielt. Und das im vagen, fantastischen Versprechen,
- dass wir in der Zukunft einmal eine geniale Menschheit haben. Ich würde es ähnlich sehen wie Sie.
- Es ist sehr schwer, eine generelle Grenze zu bestimmen. Und auch ähnlich wie Sie, so habe ich Sie zumindest verstanden,
- würde ich sagen: Den Gegensatz zwischen Kultur und Technik
- oder Natur und Technik oder Mensch und Technik, den hat es so nie gegeben, der ist künstlich gemacht worden.
- Der Mensch ist seit jeher ein technisches ... Geben Sie uns ein paar Beispiele?
- Technik in einem ganz weiten Sinne, z.B. Kleidung. Der Faustkeil wurde gerade angeführt.
- Aber Technik in einem weiten Sinne umfasst ja auch Techniken, also wiederholbare Prozesse,
- die wir in derselben Weise immer wieder machen. In dem Sinne ist auch das Gehen bereits eine Technik
- oder das Klettern auf Bäume oder das Essen mit Hilfe bestimmter Handgriffe.
- Dass der Mensch ein technisches Wesen ist, ist eine erst mal rein deskriptive, neutrale Beschreibung,
- eine Tatsache. Und dann müssen wir uns anschauen:
- Was ist die Ideologie, die hinter einer Technologie steht? Ist es ein kapitalistisches Marktbestreben
- oder ist es der Transhumanismus? Und dann geht es v.a. darum, ganz konkret eine Technologie
- nach verschiedenen ethischen Fragenkomplexen zu beleuchten: Wie sah die Herstellung, wie sieht das Design aus?
- Sie haben ja auch ein Buch zur Roboter-Ethik geschrieben und beschäftigen sich intensiv mit Ethik.
- Ja, und eben auch mit Technologien und die Verknüpfung von beidem. Und neben Herstellung und Design lauten die weiteren Fragen:
- Für welchen Aufgabenbereich sind solche Technologien gemacht? Was sollen sie übernehmen oder machen für uns Menschen?
- Wir müssen fragen nach den Daten und der Sicherheit, die akquiriert und gebraucht werden im Rahmen einer Technologie.
- Und wir müssen fragen nach Kontext und Einsatzbereich: Wie beeinflusst eine Technologie das Leben
- und die Arbeit von Menschen, die vorher in diesem Bereich allein tätig waren?
- Wir müssen uns das mit konkreten Technologien anschauen und nicht nach so einer generellen Grenze suchen,
- die sehr schwer auszumachen ist, wo wir uns auf einmal ausserhalb des Menschlichen bewegen.
- Es ist also einerseits ein ambivalentes Phänomen und nicht schwarz-weiss in dem Sinne, dass man Technik abzulehnen habe,
- weil das überhaupt keinen Sinn machen würde. Es geht um die Ideologien dahinter.
- Und da will ich noch etwas weiter darauf einsteigen. Der Transhumanismus lebt ja auch von einem Heilsversprechen,
- z.B. dass man Alterungsprozesse umkehren kann, dass man unter Umständen unsterblich wird.
- Der britische Bio-Informatiker und überzeugte Transhumanist Aubrey de Grey sagt:
- Der erste Mensch, der tausendjährig werden würde, sei bereits geboren.
- Wir schauen uns das kurz an. Ich möchte noch kurz das vertiefen, was Sie zuvor gesagt haben,
- nämlich mit der Frage, wie breit das alles gestützt ist, denn das ist ja zuerst mal doch relativ spekulativ:
- Wie breit sind solche Theorien denn wirklich abgestützt? Also, man muss auch hier wieder unterscheiden.
- Es ist so ähnlich wie bei Neuralink: Es gibt ein paar Sachen, die man wirklich erforschen kann.
- Das bezieht sich ja meistens auf Mikrobiologie und Genetik. Da kann man möglicherweise Zellerneuerung gestalten.
- Aber da muss man erst mal die Nebenwirkungen abschätzen. Denn was das sonst noch für Funktionen hat,
- das weiss man ja alles gar nicht. Aber dahinter steckt auch
- ein rückwärtsgewandtes Verständnis von Wissenschaft und Technik. Im Gutenberg-Zeitalter stellt der Mensch sich vor,
- er baut sich aus der Druckmaschine die ganze Welt zusammen. So hat sich auch Newton in der Physik die Welt vorgestellt.
- Im Mittelalter versuchte man Kausalität so zu erklären: "Wie bringe ich einem Schüler den Satz des Pythagoras bei?"
- Dagegen hat Newton gesagt: "Wie stosse ich eine Billardkugel an, damit die nächste weiterrollt?"
- "Welchen Knopf muss ich drücken, um diesen Prozess auszulösen oder Dominosteine umfallen zu lassen?"
- Aber versuche ich mit dem Modell einem Schüler den Satz des Pythagoras beizubringen,
- stelle ich fest, es funktioniert nicht: Ich habe den Knopf gedrückt, und es kommt trotzdem nicht.
- Dieser Mangel an Verständnis von Kausalität und die Idee, alles aus kleinen Teilen aufbauen und so das Ganze erklären zu können,
- war anfangs auch die Idee der Genetik. Da hatte man die Gene, die DNA, die synthetisierten Proteine,
- daraus entstehen Zellen, daraus Organe und ein Organismus. Und als man das grosse Genom-Projekt gemacht hat, hat man erwartet,
- die Gene bauen alle irgendwie an den Proteinen herum. Aber das waren nur 2 %.
- Die Idee, aus kleinen Bausteinchen die ganze Welt zu konstruieren, stimmt heute weder in der Biologie noch in den Neurowissenschaften
- noch in der Quantenphysik. Karen Barad kennen Sie wahrscheinlich.
- Die kenne ich nicht. Wer ist das? Das ist eine theoretische Physikerin,
- die auch im Bereich von Posthumanismus forscht und feministische Studien macht, die ich wirklich schätze.
- Und dann sieht man auf einmal, das ist ja alles gar nicht neuester Stand der Forschung.
- Es wird also futuristisch dargestellt, aber Sie sagen, es ist eher rückwärtsgewandt.
- Ja, und dem Wissenschaftsverständnis entspricht dann auch ein ähnlich gelagertes,
- überholtes Verständnis vom Menschen oder Menschenbild. Eigentlich ist der Mensch nach transhumanistischem Verständnis
- eine unglaublich komplexe Maschine, die mit den richtigen Algorithmen und Methoden
- durchleuchtet werden kann. Auch die Idee beim Mind-Uploading
- und überhaupt bei den Genen als dem kleinsten Bestandteil, aus dem sich alles zusammensetzt:
- Der Mensch besteht, so die transhumanistische Idee, in seiner Essenz aus einem sehr komplexen,
- aber dann doch wieder transparent machbaren Set aus Daten und Informationen.
- Also ein komplexer Datensatz. Ja, superkomplex und von aussen erst mal sehr undurchsichtig.
- Aber mit den richtigen Algorithmen und Methoden werden wir schon rausfinden, wie der Mensch zusammengesetzt ist.
- Und wenn wir das können, und das ist eben das kapitalistische Setting,
- in das sich der Transhumanismus so einfügt, können wir erstens ungewollte, unliebsame Eigenschaften,
- also unliebsame Daten aus dem Set herauslöschen. Leute wie Julian Savulescu
- sprechen von moralischem Enhancement, also dem Löschen unliebsamer Charaktereigenschaften.
- Aber man könnte auch sagen, das ist ja super: Was ist daran so falsch, die Fehler des Menschen zu löschen?
- Na ja, erst mal ist die Ausgangs- prämisse schon problematisch. Allein die Annahme, dass es überhaupt möglich ist,
- den Menschen komplett in seiner Vollständigkeit, Diversität, Hybridität und Fluidität
- auf so einen Satz von Daten herunterbrechen zu können. Ein Reduktionismus. - Absolut.
- Deswegen nenne ich das Ganze auch Trivial-Anthropologie. Es ist eine sehr einfache, banale Vorstellung davon,
- was Menschen sind. Und dieses Denken lässt sich dann auch übertragen auf andere Wesen.
- Wenn der Mensch so aufgebaut ist, dann sind auch alle anderen Wesen irgendwie so aufgebaut.
- Und dann können wir bewerten: Was finden wir denn gut und was finden wir schlecht?
- Und die Frage ist natürlich: Wer macht das? Wer bewertet das? Wer legt denn fest, was für Charaktereigenschaften
- irgendwie nicht so toll sind an mir? Und wer hat dann auch die Mittel, auch die finanziellen Ressourcen,
- das durchführen zu lassen? Das heisst, der Mensch wird auf Grundlage dieses verqueren
- und trivialen Menschenbildes mit einem entsprechenden wissenschaftlichen Verständnis
- zu einer kontrollierbaren, bewertbaren und messbaren Einheit. Und kontrollierbar durch wen?
- Mhm. Da kann sich jeder zu Hause selber die Antwort geben.
- Und da sprechen Sie weiter über die ganzen ethischen Konsequenzen oder die ethischen Fragen und Diskussionen,
- die man da stellen müsste. Sie sind mir jetzt etwas schnell von dieser "Todesfrage" weggerannt.
- Ich habe ja gesagt, es sei ein Heilsversprechen. Und ich finde das interessant, weil vor mir auch ein Theologe sitzt.
- Das Christentum setzt sich doch auch mit dem Tod auseinander, möchte doch auch den Tod überwinden, dem Tod den Stachel ziehen.
- Auch andere Religion versuchen das oder streben es jedenfalls an. Sehen Sie da eine Nähe?
- Der Begriff des Transhumanismus kommt ja von Dante, "transhuman change".
- Dante blickt in Beatrice, Beatrice blickt in die Sonne. Da kann er nicht reinblicken,
- das Licht Gottes ist für ihn zu hell. Sie lächelt, und er fängt an, sich zu verwandeln.
- Dante ist eigentlich ein verklemmter Mensch, der irgendwie neben sich steht,
- wie viele Transhumanisten meines Erachtens auch, und dieses Lächeln von Beatrice befreit ihn.
- In der englischen Übersetzung heisst das "transhuman change". Das hat man dann auch übernommen von diesem Text.
- Aber wenn jemand lächelt ... Also, Lächeln kann man nicht herbeiführen durch Knopfdruck.
- Oder wenn ich es doch schaffe, Sie zum Lächeln zu bringen ... Sie versuchen es schon.
- ... dann werde ich es mir selbst nicht abnehmen. Und genau das bezeichnen Christen als Gnade.
- Die wirklichen Transformationen kommen durch Gnade zustande, nicht durch technische Steuerung oder Naturgesetze.
- Sondern da spielt sich Kult, Kultur ab. Wenn man die lange Geschichte der Technik anschaut,
- sind Technik und Kultur immer miteinander verschränkt. Alle Religionen, die wir kennen, gibt es nur wegen Technik.
- Ohne Gedächtnis-Technologien, indem ich Bücher aufschreibe, Schriften lerne, Texte sammele,
- ohne ausgebildete Leute, die sagen, welcher Text wichtig ist, würde man sich nicht erinnern, dass es Christus oder Mohammed gab.
- Dafür sind hochkomplexe Kulturtechnologien notwendig. Auch die Schriftrevolution in der Antike
- war ein kultureller Transformationsprozess. Was man sicher sagen kann, wenn man die Techniken hat:
- Es kommt was vollkommen anderes raus, als was vorher geplant wurde.
- Und da kommt auch das ins Spiel, dass man einerseits denkt: "Eine Technik erlaubt mir jetzt, Kontrolle über die Welt zu kriegen."
- Und dann habe ich Leute, die Schriftzeichen entwickeln und die mir erlauben, ein Reich zu kontrollieren.
- Aber die fangen dann auch an, m i c h zu kontrollieren. Also, einerseits glaubt man, die Verwundbarkeit abzuschaffen,
- gleichzeitig entstehen neue Verwundbarkeiten. Ich bin mir nicht ganz sicher,
- wie Sie meine Frage beantwortet haben, von der Nähe sozusagen des Desideriums des Nichtsterbens
- bzw. nach dem Tod weiterzuleben im Christentum und anderen Religionen und der Nähe zu dem, was Sie gerade erklärt haben.
- Im Verlangen nach Unsterblichkeit will ich etwas von bleibender Bedeutung schaffen,
- wo ich mich selbst wiedererkenne als etwas, das nicht nur vergänglich ist.
- Aber das hat zunächst damit zu tun, dass ich mich mit meiner eigenen Verwundbarkeit auseinandersetze.
- Also dass ich nicht versuche, jeden Fehler auszumerzen und mir dabei als Kollateralschaden viele andere Probleme einhandle ...
- Sie beginnen an ganz anderen Stellen. - Ja. So wie bei dem berühmten Kunstwerk von Joseph Beuys,
- aus dem Christoph Schlingensief mal eine Performance-Aktion gemacht hat: Wer seine Wunde zeigt, wird geheilt.
- Er trug seinen Krebs in einer Monstranz vor sich her. Die Fähigkeit, Fehler und Schwächen einzugestehen,
- macht einen Menschen ja auch liebenswert und unterscheidet ihn von einer äusseren Hülle.
- Und diese Aufrichtigkeit im Umgang miteinander ist das, was Dante "transhuman change" nennt:
- eine Transformation, wo ich merke, mein Leben hat Sinn und Bedeutung. Und mit dieser Frage kann ich mich nicht auseinandersetzen,
- indem ich rein technische Fragen an die Welt herantrage. Es ist die falsche Perspektive.
- Alle religiösen Traditionen behandeln die Frage nach der Unsterblichkeit,
- das ewige Leben, die Visio Dei. Bei Hannah Arendt ist es das, was es bedeutet,
- in der Kultur Menschen hervorzubringen, die wir als unsterblich wahrnehmen.
- Und wenn es auch nur Einstein oder Goethe oder Shakespeare ist. Diese kulturelle Leistung funktioniert nicht
- nach technischen Problemlösungsstrategien. Spannend ist trotzdem dieses Mind-Uploading:
- Das ist ja genau eine Form des Versuchs, unsterblich zu bleiben.
- Sie haben es ja schon vorweggenommen: Geist und Körper trennen zu können,
- diesen Geist auf ein Medium oder in eine Cloud zu laden und dort für immer zu existieren.
- Jedenfalls so lange, wie diese Clouds mit Strom versorgt werden können.
- Also da kommt ja genau dieser Aspekt rein und wird sozusagen technisch versucht,
- dingfest zu machen. Ja, aber ...
- Ich sehe das Ganze ja nicht aus theologischer Perspektive. Aber der Ursprung dieser Unsterblichkeitsbestrebung,
- die sich beispielsweise u.a. im Mind-Uploading äussert und in dieser Idee von der virtuellen Unsterblichkeit,
- der Loslösung vom gebrechlichen Körper, liegt begründet in der Vorstellung,
- dass wir Menschen defizitär sind, so wie wir sind. Wir sind schon kaputt auf die Welt gekommen
- und müssen alle unsere Mängel in irgendeiner Form beheben. Ein Mangel, der im Transhumanismus als einer der wichtigsten gilt,
- ist der Mangel an Zeit, dass wir einfach nicht genug haben. Wir haben von nichts, von dem wir haben, genug.
- Deswegen sage ich in einem Buch auch, der Transhumanismus baut eigentlich auf ein sehr einfaches Prinzip,
- nämlich "Mehr ist besser". Das schreiben Sie ja in Ihrer Einführung. - Genau.
- Und mehr von allem: ob jetzt von Intelligenz oder Wahrnehmungsfähigkeiten,
- Daseinsmöglichkeiten, Erfahrungsmöglichkeiten, emotionalen Empfindungsmöglichkeiten oder v.a. auch mehr an Zeit.
- Ja. Und deswegen die Idee, zuerst mal das Ding mit der Zeit zu klären,
- entweder unser Leben so lange wie nur irgend möglich auszudehnen oder aber das Problem mit dem Tod generell zu überwinden.
- Denn wenn wir mehr Zeit haben, haben wir dann auch mehr Zeit, alle anderen Probleme anzugehen,
- die aus transhumanistischer Sicht den Menschen behelligen. Also entgrenzen wir uns zuerst. - Genau.
- Und dann nehmen wir uns der anderen Probleme an. - Genau. Aber das heisst ja noch lange nicht,
- dass wir alle Menschen gleichzeitig unsterblich machen. Natürlich ist auch da die Frage: Wer bekommt das denn zuerst?
- Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. - Auf jeden Fall. Theoretisch könnten das erst mal wichtige Wissenschaftsmenschen sein,
- die sich dann erst mal anderen Problemen zuwenden. Wie beispielsweise:
- "Wenn alle Menschen unsterblich sind, wo sollen die dann leben?"
- Es könnten erst mal ein paar wenige unsterblich gemacht werden, die sich um die Bevölkerungsmöglichkeiten
- anderer Planeten kümmern, wohin die dann Unsterblichen auswandern können.
- Es liegt alles in diesem sehr seltsamen Verständnis vom Menschen begründet, der ein kaputtes Wesen ist.
- Wenn wir uns nicht als kaputt erfahren oder uns nicht als mangelhaft wahrnehmen,
- dann bräuchten wir das nicht. Dazu können Sie bestimmt auch mehr sagen, Herr Hoff.
- Sie haben ja hier ein Monumentalwerk geschrieben, "Verteidigung des Heiligen".
- Da geht es Ihnen eben auch um eine Anthropologie. Aber woher kommt denn diese Misanthropie,
- diese verachtende Haltung gegenüber dem Menschen? Ich glaube, die entscheidenden Weichenstellungen, wie angesprochen,
- sind im Zeitalter von Descartes und Newton entstanden. Dort entstand ein extrem dualistisches Weltbild,
- das wir immer in die Antike zurückschreiben. Ich knüpfe sehr stark an Platon an,
- der radikal antidualistisch ist in vielen Punkten. In der Moderne entsteht die Vorstellung,
- dass man Geistiges von Körperlichem und Leiblichem - Leib ist nicht Körper, er ist ein erlebter Körper -
- auseinanderdividieren kann. Also, ich frage meine Studenten immer die Preisfrage:
- Wenn es juckt in meinem Zeh, juckt es in meinem Kopf oder in meinem Zeh?
- Man glaubte lange Zeit unter dem Einfluss von Descartes, da kommen elementare Sinnesreize, die reizen meinen Zeh.
- Dann werden die Informationen, genauso wie die Buchstaben in der Druckmaschine,
- im Gehirn zusammengebaut und synthetisiert, und es entsteht Bewusstsein.
- Das ist wie eine Rechenmaschine. Und dann hat man am Schluss noch irgendwas übrig gehabt:
- Da gibt es irgendwie noch Gefühle und Emotionen und intentionales Erleben.
- Das ist so ähnlich wie bei einem IKEA-Bausatz: Sie bauen alles zusammen, und Schrauben bleiben übrig.
- Die waren aber wesentlich für das ganze Ding. Nur wenn man es so zusammenbaut, kommt man nicht richtig hin.
- Wir sind in der neurobiologischen Forschung viel weiter. Wir machen jetzt 4E-Cognition,
- d.h. unser Denken ist "embodied", also verleiblicht. Mein Bauch spielt da genauso eine Rolle wie mein Gehirn
- oder meine Muskelbewegungen. Oder der Zeh. - Genau.
- Wir sind "extended", d.h., wir haben unter Umständen Tools. Merleau-Ponty bringt das Beispiel mit der Feder am Hut:
- Wenn die Feder am Türrahmen streift, dann habe ich das Gefühl, den Türrahmen zu berühren,
- obwohl der Hut eine Extension meines Leibes ist. Ich bin Teil meiner Umwelt.
- Sehe ich dieses Glas, denke ich nicht nach: Was kann ich damit machen?
- Sondern ich sehe dieses Glas, weil ich intuitiv danach greifen möchte.
- Das löst bei mir einen bestimmten Bewegungsablauf aus, und wir sind "enacted".
- Und genau dieserart findet das Denken gar nicht im Kopf statt,
- sondern es ist ein holistischer, ganzheitlicher Prozess, der mit Zuständen zu tun hat.
- Wenn man das mal verstanden hat ... - Verstehen das Ihre Studierenden? Ich versuche, denen das beizubringen in einem Forschungsprojekt
- zu 4E-Cognition und Embodied Cognition. Aber die wichtigste Forschung dazu
- ist in den letzten 30 Jahren erst entstanden. Und das, was die Transhumanisten erzählen,
- ist dieser alte Kognitivismus, der mittlerweile vollkommen outdated ist.
- Mind-Uploading ist reine Science-Fiction ... Aber diese Forschung kostet doch unheimlich viel Geld.
- Es gab in der Schweiz das "Human-Brain"-Projekt, das u.a. an der EPFL durchgeführt wurde.
- Extrem viele Forschungsgelder sind dafür draufgegangen. Es läuft momentan noch.
- Wenn Sie mir jetzt sagen, das ist outdated und überhaupt: Weshalb kriegt das so viel Aufmerksamkeit
- und damit auch die ganzen Gelder? Ja, also, ich ...
- Also, das eine ist sicherlich: Diejenigen, die da die finanziellen Ressourcen haben,
- erhoffen sich natürlich auch irgendwas daraus, also politische, ökonomische und auch positive Folgen.
- Ein anderer Punkt ist: Wir Menschen sind mit so einer Schwarz-Weiss-Weltsicht
- immer leicht zu bekommen. Wo immer Dinge kompliziert sind,
- neigen wir generell dazu, entweder diesem Weg zu folgen: "Ich lehne das alles ab,
- ich finde das alles problematisch, das will ich nicht." Also, wir folgen einem Technik-Skeptizismus
- oder lehnen Technik generell ab. Oder aber wir verfallen dem anderen Extrem,
- so einer euphorischen Haltung: "Ich habe ein Problem, also knalle ich Technik drauf."
- Erst wenn wir Dinge differenzierter, genauer und komplexer sehen, dann können wir uns
- in diesem grossen Graubereich dazwischen bewegen. Die Versprechen, die uns durch Neuralink
- oder die "Singularity University" oder durch Google oder Amazon gemacht werden, sind halt:
- "Wir haben eine Lösung für alle deine Probleme." "Oder zumindest für das Problem, das wir gerade sehen
- und um das wir uns gerade kümmern." Das ist, glaube ich, für viele Menschen sehr attraktiv.
- Yuval Noah Harari ist ein gutes Beispiel für jemanden, der sehr gut Geschichten erzählen kann.
- Die Bücher wären in der Science- Fiction-Abteilung gut aufgehoben, werden aber als seriöse Forschung verkauft.
- Das haben wir hier sehr oft: Viele Forschungsgelder wurden in Projekte gesteckt,
- darunter ins "Human-Brain"-Projekt, das eigentlich ein Rohrkrepierer war.
- Dabei kam eigentlich nur ganz, ganz wenig heraus. Aber es ist tatsächlich so:
- Da tauchen Leute auf, die sich als Zukunftsforscher präsentieren. Da stehen dann Namen drunter wie Cambridge, Oxford und Harvard.
- In Wirklichkeit sind es aber selten Leute, die ein ordentliches Berufungsverfahren gemacht haben.
- Diese Leute bewegen sich an den Rändern der Forschung, stecken sehr viel Geld da rein und machen auch viel Levelling.
- Dann beraten sie Politiker, wie Harari, der jetzt das Davos-Forum berät.
- Und dann wird dieser Narrativ gepusht, der aber von der seriösen Forschung nicht ernst genommen wird.
- Ich möchte das noch kurz von einer anderen Seite beleuchten, und zwar die Frage nach dem Glauben.
- Es hat ja ganz viel auch damit zu tun, wenn das noch nicht festgelegt ist, dass da ein Glauben dahintersteckt.
- Es gibt ja dann auch so Phänomene wie Kirchen, die die künftige Super- intelligenz verehren.
- Da kommt dann auch wieder Google als Stichwort rein. Der ehemalige Entwickler, glaube ich, von Google war das,
- Anthony Levandowski, der eine Kirche mit dem Namen "The New Way" 2015 gegründet hat.
- Da frage ich mich dann schon: Wenn es solche Phänomene gibt, wie ist das denn einzuschätzen?
- Ja, bei solchen Beispielen würde ich sagen, da betet quasi der Kapitalismus sich selbst an,
- also die Ausgeburten des kapitalistischen Systems. Von weissen Menschen erzeugte Technologien
- werden irgendwie als ... Aber die meinen das ja ernst. - Ja, ja, natürlich.
- Warum sollten sie auch nicht? Sie sind ja in diesem System drin, vertrauen darauf und finden es gut.
- Natürlich nehmen sie das ernst. Das Problem, das ... Also, generell würde ich erst mal ganz vorsichtig sagen,
- Menschen sollen anbeten, wen oder was sie wollen. Aber abgesehen von dem kapitalistischen System,
- das ich als problematisch empfinde, und dem, was dahintersteht, finde ich die Nähe zu rechten Strömungen
- an dieser Stelle noch sehr viel problematischer. Nick Land hat in seinem "The Dark Enlightenment"
- einen Text hervorgebracht, der von einer antidemokratischen Elitenherrschaft träumt:
- von einem durch Algorithmen und KI-Technologien upgegradeten Übermenschen,
- wie er das sagt. Diese sollen sich am Prinzip der Rationalität orientieren,
- wodurch letztlich diese Vision einer künstlichen Superintelligenz vorangetrieben wird.
- Vielleicht passt da noch ein Zitat von Levandowski dazu: "If there's something a billion times smarter than the smartest human,
- what else are you going to call it than God?" Also, wenn es etwas gibt,
- das eine Million Mal intelligenter ist als der Mensch, weshalb dann nicht "Gott" nennen, das m u s s doch Gott sein?
- Das ist eine ganz alte Geschichte. Der Ursprung der Religion liegt nicht darin,
- dass man sich einen Gott ausgedacht hat, sondern er liegt in der Religionskritik.
- Religion im Judentum z.B. entsteht da, wo Menschen sich ein Goldenes Kalb bauen und sagen:
- "Das ist noch nicht Gott." Sowie du irgendwas anbetest, das du selbst erschaffen hast,
- das du dir selbst ausdenken kannst, dann kann das nicht Gott sein. Religion ist genau das,
- was mich an die Grenzen des Begreifens führt. Daran haben sich alle Propheten und Mystiker abgearbeitet.
- Es wird genau dann erst relevant, die religiöse Frage zu stellen, wo ich nicht mehr mir selbst das ausdenken kann.
- Wie Augustinus gesagt hat: "Wenn du es definieren kannst, dann ist es nicht Gott."
- "Wenn du es nicht definieren kannst, dann ist es Gott." Jeder hängt sein Herz an irgendwas, was ihm absolut wichtig ist,
- aber sobald ich mein Herz an etwas Selbstgemachtes hänge, verfalle ich diesem Götzendienst.
- Das wird in den Psalmen schön beschrieben: Man betet etwas an, das man selbst geschaffen hat.
- Mit dem einen Stück Holz macht man das Feuer, mit dem anderen baut man sich einen Gott.
- Und dann werden die Menschen so leer wie die Dinge, die sie anbeten. Genau das saugt einem die Lebensenergie aus,
- dieses Anbeten von Götzen. So, wie wenn ich der Effizienz hinterherlaufe und dabei glaube,
- ich würde mir immer mehr Zeit aussparen. Und dieser lebensverneinende Zug von falscher Religion
- war der Ursprung der Religion, nämlich indem man begann, dort Götzenkritik zu betreiben:
- "Betet nicht eure Kälber an." Darf ich da einhaken? Ich finde das ganz interessant.
- Wir hatten es ja gerade von der Trivial-Anthropologie, der ein vereinfachtes Menschenbild zugrunde liegt,
- das mit der Komplexität von menschlicher Vielfalt nichts mehr zu tun hat.
- Ähnlich scheint es mir bei der Idee vom Göttlichen zu sein. Genau das Gleiche, ja.
- Das, was vorher undefinierbar per se war, undurchleuchtbar und auch unverfügbar,
- das wird auf einmal in Form einer Künstlichen Superintelligenz zu etwas Verständlichem.
- Genau dieselbe Logik. - Ja. Und weil es ja von Menschen erschaffen worden ist,
- ist da ja vielleicht auch die Hoffnung, dass es von Menschen auch kontrollierbar sei.
- Ich möchte da gleich einhaken, "vom Menschen erschaffen": Was dem zugrunde liegt,
- ist natürlich auch die Frage eines Menschenbildes. Der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro,
- der sich einen maschinellen Doppelgänger erschaffen hat, hat da ganz klare Vorstellungen.
- Hören wir ihm zu. Zwei Arten von Menschen in Zukunft, man hat sie im Film gesehen.
- Sie haben ihn getroffen, den Robotiker. Wie war das? Es war, kurz gesagt, ein sehr schwieriges Gespräch,
- das ich mit ihm geführt habe. Ich habe mich gefreut, dass wir uns treffen konnten.
- Es war ein 60-minütiges Gespräch. Er ist tatsächlich ein eingefleischter Transhumanist.
- Das hat man gemerkt. Er hat viele Positionen vertreten,
- die ich hochgradig problematisch fand. Schwierig war, dass er dachte, ich wäre eine Journalistin.
- Er wollte sich da auch nicht eines Besseren belehren lassen. Wann immer ich kritische Einwände gegeben habe,
- ist er unfreundlich geworden oder war dann ungehalten. Und ich habe versucht,
- wie man in dieser Szene auch ganz gut sieht, diplomatisch zu sein und zu sagen: "Very interesting."
- Aber man sieht gleichzeitig auch mein Ringen mit der Situation. Im Film ist es nicht zu sehen,
- aber er hat zwischendurch so Sachen gesagt wie: "Wir wollen doch alle Supermenschen werden."
- Und als ich dann meinte, ich nicht, meinte er: "Sie sind ja auch eine Einzelperson."
- "Aber wir müssen die Masse überzeugen davon, dass das, was wir hier tun, wichtig und richtig ist."
- Und auf meine Nachfrage, was mit jenen passiert, die nicht so viel davon halten, sagte er sinngemäss:
- "Wir werden Mittel und Wege finden." Man merkt ja auch, wie begeistert er ist.
- Einmal sagt er, vielleicht haben wir in Zukunft "car-like bodies", also Körper wie Autos.
- (Ironisch) Total schöne Vorstellung. Herr Hoff, was wäre denn Ihre Lieblingsform?
- Ich fühle mich eigentlich ganz wohl, so wie ich bin. Sie sind auch noch nicht überzeugt?
- Ich erfreue mich am Leben und hoffe, dass ich das noch weitergeben kann und andere daran teilhaben lasse.
- Was macht denn ein gutes Leben aus? Das sind so ähnliche Ideologien,
- wie wir sie auch im Stalinismus hatten, wo Zukunftsprogramme entworfen wurden.
- Da werden erst mal ganz viele Leute verheizt, und die tolle Menschheit am Schluss ist eine reine Hirngeburt.
- Das sind freudlose Ideologien. Deshalb ist mir auch dieser effektive Altruismus suspekt.
- Diese Leute können nicht leben und vertrösten uns auf ein Jenseits. Und das wird dann immer den Religionen vorgeworfen.
- Dabei geht es darum, aufrichtig hier und jetzt zu leben und sich am Leben zu erfreuen ...
- Den effektiven Altruismus verstehe ich jetzt nicht so. Den hätte ich in eine andere Richtung getan.
- Aber Sie sagen, Sie sind zufrieden, so wie Sie jetzt sind. Es wird von anderen Seiten gesagt, der Mensch ist defizitär.
- Von Sophokles gibt es den Satz: "Es gibt viel Ungeheuerliches,
- aber das Ungeheuerlichste ist der Mensch." Der Mensch schafft viel Ungeheures im positiven Sinn,
- aber eben auch im negativen Sinn. Und dass es da einen "technological fix"
- oder einen "technical fix" brauchen könnte, ist das denn so abwegig, dieses Verständnis?
- Also, ich finde es persönlich schon abwegig. Darüber hatten wir auch gerade schon gesprochen:
- Wann immer Dinge kompliziert erscheinen, versuchen wir,
- mit einem möglichst einfachen Weg da herauszugehen. Entweder wir finden es schlecht oder total gut.
- Und die Technik ist so vielfältig und bietet so viele Möglichkeiten. Da erscheint es naheliegend,
- Technologien auch als vielfältige Problemlösungs-Tools einzusetzen. Aber ... wie gesagt:
- Wir müssen uns die Dinge differenzierter anschauen. Das ist die vermutlich traurige,
- von Philosophie sehr häufig genutzte Möglichkeit, auf solche unklaren Kontexte zu antworten.
- Wir müssen uns die Dinge genauer und konkreter anschauen. Das machen Sie ja auch selber:
- Sie schauen sich an, wie wir mit solchen Techniken umgehen könnten.
- Sie sprechen da auch von "digitalen Tugenden". Können Sie gegen Ende des Gesprächs noch die positiven Noten hervorheben?
- Ja, das eigentliche Problem, von dem der Transhumanismus ablenkt, ist ja die enge Verschränkung mit Marktideologien,
- die uns einen bestimmten Normtypus des Menschen aufdrängen, einen perfektionierten Normtypus des Menschen.
- Das habe ich von Denkern wie Michel Foucault gelernt. Das hat etwas mit Machtstrategie zu tun,
- mit Verhaltenssteuerung. Die halten sich alle für autonom, in Wirklichkeit ist das steuerbar.
- Nicht von einzelnen Menschen, aber das System hat eine Eigendynamik,
- Menschen zu kontrollieren. Hier kommt man nur heraus, sagt Foucault,
- indem man Markttechnologien unterläuft und Selbsttechnologien entwickelt.
- Wie? Früher wurde das als Spiritualität oder Tugend-Ethik bezeichnet.
- Ich treffe nicht einfach so autonome Entscheidungen, sondern brauche eine Lebensform,
- um unterscheiden zu lernen zwischen dem, was ich wirklich denke, und dem, was ich schnell poste,
- weil ich auch zur Gruppe dazugehören möchte. Ich nehme mich als autonom wahr, bin aber hochgradig manipulierbar.
- Ich kann überhaupt kein Gefühl für meine Bedürfnisse bekommen oder eine ernsthafte Freundschaft entwickeln,
- ohne eine Lebensform zu entwickeln, die das kultiviert, was die Griechen bezeichnen als "Erkenne dich selbst".
- Ich muss erst mal eine Wahrnehmung von mir selbst entwickeln, auch ein Wahrnehmungs-Vertrauen, wie Merleau-Ponty es nennt.
- Das ist ein langer Prozess. Und an diesem Punkt kommen auch in religiösen Traditionen
- spirituelle Praktiken oder Tugenden ins Spiel ... Können Sie das konkret machen? Wir sind schon am Ende des Gesprächs.
- Also, was ist eine Tugend-Ethik? Wenn ich als Tugend-Ethiker auf die Technologien blicke,
- stellt sich nicht in erster Linie die Frage, welche Folgen das hat und ob das fair und gerecht ist.
- Sondern die Frage ist: Wenn ich diese Technologien so baue und allen möglichen Leuten verkaufe,
- wie verändern sich ihr Verhalten und ihre Umgangsformen? Wenn plötzlich alle am Mittagstisch auf ihren Handys herumdaddeln,
- ist das ja irgendwie nicht toll, so will ich nicht leben. Aber kann man Technik so bauen, dass man das antizipiert?
- Dass man Technik integriert in unsere Lebensform, ohne dass man sie kaputt macht
- oder wir wie Autisten oder ADS-Leute durch die Gegend laufen? Das passiert ja gegenwärtig.
- Nicht weil die Technik so böse ist, sondern weil sie nach dem Geschäftskonzept designt ist,
- alle Leute abhängig zu machen und Aufmerksamkeit zu "ernten". Genau, und das beeinflusst dann auch die Verhaltensweise von Menschen.
- Das ist ja schon längst bewiesen. Ich habe trotzdem noch nicht verstanden,
- was genau die praktischen Vorschläge sind. Sie sprechen ja auch von einer "Praxis des guten Miteinanders"
- zwischen allen Wesen, ob das Mensch, Roboter oder Tiere sind.
- Wie kommen wir dahin? Das ist sicherlich noch ein weiter Weg.
- Aber ich kann vielleicht zumindest erklären, wo ich das Hauptproblem sehe.
- Das liegt unter anderem darin ... Zumindest in den ethischen Systemen, die sich an Aristoteles orientieren,
- scheint es uns immer darum zu gehen, herauszufinden: Wer ist denn hier das autonome moralische Subjekt?
- Am Ende sagen wir vor allen Dingen immer: "Es ist der Mensch."
- Um den Menschen dreht sich alles im Kosmos. Vielleicht gibt es noch so ein paar andere wichtige Tiere,
- die da auch bedeutsam sind, aber vor allen Dingen ist alles sehr um den Menschen zentriert.
- Und Karen Barad, die Sie erwähnten, oder Donna Haraway, eine andere Denkerin, der ich sehr nahestehe,
- versuchen die Perspektive von den sog. Relata, den Handlungseinheiten,
- den Subjekten und Individuen abzurücken. Sie fokussieren eher darauf,
- durchaus auch im Sinne von Hannah Arendt: Was passiert denn zwischen den Subjekten und Objekten?
- Wie können wir mehr ... Ich habe das die "Praxis des guten Miteinanders" genannt,
- um es etwas griffiger zu machen. Wie können wir uns mehr darauf konzentrieren,
- wie eben ein solches gutes Miteinander aussieht, und weniger darauf, wer daran teilhat?
- Also, dass wir weniger darauf achten: Sind das Menschen, die hier am Tisch sitzen,
- oder dürfen vielleicht auch Hunde mitmachen? Oder bestimmte Pflanzen, vielleicht die Rosen?
- Oder aber auch Maschinen, und wenn ja, welche Maschinen? Sondern wie können wir, unabhängig davon, wer teilhat,
- schauen, dass es eine gute Teilhabe ist, ein gutes Miteinander oder gute Beziehungen
- oder wie auch immer man das nennen möchte. Ich nehme das als Schlusswort.
- Vielen herzlichen Dank für Ihre spannenden Ausführungen, Johannes Hoff und Janina Loh. - Danke.
- Was glaubt ihr? Wird der Mensch bald obsolet sein und muss mit Technologie aufgerüstet werden?
- Ich bin gespannt, schreibt es in die Kommentare. Und wenn ihr noch mehr solche Videos sehen wollt, abonniert den Kanal.
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TranshumanismusTranshumanismus (von lateinisch trans ‚jenseits, über … hinaus' und humanus ‚menschlich') ist eine philosophische Strömung und politische Ideologie, …
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