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Wie der Humanismus uns menschlicher macht | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur

SRF Kultur Sternstunden57:46 29.401 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 473 Zeilen
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  1. Herzlich willkommen. Was macht ein gutes Leben aus? Einfach: Man muss nur frei denken, furchtlos forschen
  2. und dann handelnd hoffen. Mit anderen Worten: als überzeugte Humanistin durchs Leben gehen.
  3. Das sagt die englische Philosophin und Autorin Sarah Bakewell. Aber ist das wirklich so einfach, und wirklich alles?
  4. Mit Untertiteln von SWISS TXT Jetzt habe ich Sie als Autorin und Philosophin vorgestellt.
  5. Ging aus Ihrer Sicht irgendetwas Wesentliches vergessen? Wahrscheinlich bin ich vieles,
  6. und kürzlich habe ich der Liste noch etwas hinzugefügt: Ich bin eine begeisterte Vogelbeobachterin geworden.
  7. Es macht wirklich Spass, und gleichzeitig liegt es völlig ausserhalb der Ideen- und Geisteswelt.
  8. Über das genaue Hinschauen schärft man die Aufmerksamkeit für kleine Details.
  9. Für mich die reine Freude. Viele Leute denken, Vögel seien eine schöne Zerstreuung
  10. fern der Probleme der Welt, weil sie so süss sind, im Busch sitzen und singen.
  11. Je mehr ich sie aber beobachte, desto klarer sehe ich, wie sehr ihre Welt von Aggression, Gewalt und Wettbewerb geprägt ist.
  12. Sie gehen ständig aufeinander los und versuchen, sich im Revier durchzusetzen.
  13. Das ist der Welt der Menschen eigentlich sehr ähnlich. Man sieht die Welt durch die Vögel ganz neu,
  14. und offenbar auch nicht ganz friedlich. Ich hätte Sie ja auch als Dozentin,
  15. Bibliothekarin oder Hundebesitzerin vorstellen können. Ich hätte auch einfach sagen können, Sie sind ein Mensch.
  16. Nun, ich bin all diese Dinge. Ich war viele Jahre als Bibliothekarin zuständig
  17. für frühe gedruckte Bücher in der Wellcome Library in London, einer Bibliothek zur Geschichte der Medizin.
  18. Dort wird Medizin sehr breit verstanden als alles, was mit Menschen zu tun hat – und auch mit anderen Tieren.
  19. Ich habe Katzen und Hunde gehabt. Seit wir Hunde haben, bin ich eher zur Hundeliebhaberin geworden.
  20. Ich hänge sehr an ihnen. Wenn man erst mal anfängt, über seine eigene Existenz nachzudenken
  21. und eine Liste macht, was man alles ist, dann wird diese Liste fast unendlich lang. Ist das nicht seltsam?
  22. Hierin liegt ein humanistischer Aspekt, insofern es darum geht,
  23. Menschen mit einem Etikett zu versehen und auszugrenzen. Man betont, was man nicht ist.
  24. Ich bin ein Hundefreund, also hasse ich Katzen, oder umgekehrt. Besonders stark zeigt sich dies
  25. in der humanistischen Haltung zur Religion. Religion kann etwas sehr Positives sein.
  26. Die Identifikation damit kann aber so weit gehen, dass alle, die nicht derselben Religion angehören, zum Feind werden.
  27. Dagegen verwehren sich Humanisten. Wenn man sich also selbst identifiziert,
  28. dann besteht immer die Möglichkeit sowie die Gefahr, sich abzugrenzen. Während die Humanisten, in deren Tradition Sie sich verstehen,
  29. das eher inklusiv meinen. Das ist so. In seiner reinsten Form tut das der Humanismus.
  30. Darin liegt ein gewisses Paradox, denn sobald man sagt: "Ich bin ein Humanist", hat man ein Etikett für sich selbst akzeptiert.
  31. Und man grenzt sich schon ab von gewissen anderen. Möglicherweise.
  32. Jede Qualifizierung birgt dieses Risiko in sich. Humanisten versuchen, solche Zuschreibungen positiv zu gestalten
  33. und ein Bewusstsein für eine solche Haltung zu schaffen. Sie kann eine Alternative zu einigen religiösen Ansichten sein.
  34. Ich spreche hier vom modernen Humanismus, wie er von humanistischen Organisationen vertreten wird.
  35. Er steht in einer starken Tradition, die vielfältige Ausprägungen hat. Ihnen gemein ist der Versuch, nicht ausgrenzend zu sein.
  36. Es ist auch heute noch wichtig, darüber zu sprechen. Das geht aber nur über Worte, und Worte sind eine Art Etikett.
  37. Es ist also etwas schwierig, jede Etikettierung zu vermeiden. Wir werden hoffentlich noch genauer verstehen,
  38. wie diese Tradition aussieht und was es bedeutet, ein Humanist zu sein. Der Titel Ihres neuesten Buches, das vom Humanismus handelt,
  39. könnte seltsam wirken, denn da steht nicht, wie man Mensch ist, sondern "Wie man Mensch wird".
  40. D.h., das ist eine Aufgabe. Kennen Sie Menschen, die daran gescheitert sind,
  41. sozusagen auf halber Strecke zur Menschwerdung liegengeblieben sind? Das ist eine sehr gute Frage,
  42. die ich mir so noch nie gestellt habe. Der deutsche Titel unterscheidet sich ja vom Originaltitel.
  43. Ich denke, nein – sonst läuft man Gefahr, über Kategorien des Weniger-Menschlichen
  44. oder über Untermenschen zu sprechen, und diese Richtung sollte man meiner Meinung nach
  45. definitiv nicht einschlagen. Die Humanisten haben aber immer wieder betont,
  46. dass wir zu reicheren Menschen werden können über Bildung, kulturelle Erfahrungen, den Kontakt mit anderen Menschen,
  47. das Lernen von Lehrern und denen, die mit uns aufwachsen, über lebenslanges Lernen, über die Erfahrungen anderer Menschen
  48. und über die Art und Weise, wie Menschen im Laufe der Jahre Kultur und Zivilisation entwickelt haben.
  49. Dadurch werden wir zu immer kompletteren Menschen – nicht, dass wir je nicht Mensch sein könnten.
  50. Und doch gibt es da ein philosophisches Problem. Von einer Blume kann man z.B. sagen:
  51. Sie ist aufgeblüht und ganz zur Blüte gelangt. In diesem Sinne können wir sagen: Es gibt viele Menschen,
  52. die wir in der Strassenbahn oder bei der Arbeit antreffen, bei denen es scheint, als seien sie nicht ganz aufgegangen.
  53. Nun, es wäre anmassend von mir, zu sagen, jemand hätte sich nicht entfaltet.
  54. Vielleicht sind sie auf ihre eigene Weise aufgeblüht. Ich erinnere mich, wie ich als junge Frau die Menschen in Zügen
  55. und U-Bahnen ansah und dachte: "Oh, die sehen so traurig aus." "In ihrem Leben ist sicher viel schiefgelaufen."
  56. Das ist der Blick des Schriftstellers. Nein, das ist die Sicht eines jungen Menschen.
  57. Denn als ich älter wurde, begriff ich, dass sich Falten bilden und dass es so etwas wie die Schwerkraft gibt,
  58. die das Gesicht nach unten zieht. Man kann also sehr glücklich sein, während der Blick in den Spiegel
  59. einen wirklich ernsten Ausdruck zeigt. Man wird auch reifer,
  60. das Leben hinterlässt seine körperlichen Spuren bei uns allen. Ich erinnere mich an den Moment, wo ich erheitert realisierte:
  61. "Sie waren gar nicht alle traurig. Sie waren bloss älter als ich." Aber philosophisch könnte man sagen:
  62. Der Humanismus ist ein gewisser Blick auf die menschliche Existenz, der sich wünscht, dass der Mensch selbstbestimmt
  63. eine Ausschöpfung aller möglichen menschlichen Potenziale unternimmt. Man kann das so sehen.
  64. Humanisten betonen immer sehr, dass dies nicht in Isolation geschieht, als einzelne Person, abgekoppelt von den Menschen um einen herum.
  65. Ganz im Gegenteil. Humanisten interessieren sich sehr für den Gesellschaftsaspekt -
  66. dafür, wie wir miteinander in Beziehung stehen, wie wir als Bürgerinnen und Bürger
  67. in Städten und anderen Gemeinwesen zusammenleben, und auch für die moralischen Beziehungen zu anderen Menschen
  68. und Lebensformen auf diesem Planeten. Man ist also kein getrenntes Etwas,
  69. das als Individuum im Raum umherschwebt. Ungeachtet unserer Herkunft
  70. wachsen wir alle in einem Netzwerk anderer Menschen um uns herum auf, das uns befähigt, eine menschlichere Person zu werden,
  71. gerade weil wir mit anderen Menschen bis in die Wurzeln unseres Seins verbunden sind.
  72. Und dieses Motto zieht sich auch wie ein roter Faden durch Ihr Buch: "only connect", also "verbinde dich".
  73. Dieses Motto des Schriftstellers E. M. Forster nehmen Sie, um diese eigenwillige und eigenständige Definition
  74. des Humanismus zu wagen. Sie sagen, wir seien vernetzte Wesen. Und um bei dieser organischen Metapher zu bleiben:
  75. Wir blühen überhaupt nur auf, wenn wir uns in diesem Netz des Lebens finden und begreifen.
  76. Ja, ein paar berühmte Zitate begleiteten mich während des gesamten Schreibprozesses des Buches.
  77. Eines davon ist "only connect" aus einem Roman von E. M. Forster. Gemeint ist damit nicht nur, sich mit anderen Menschen zu verbinden,
  78. sondern auch die Folgen und Auswirkungen des eigenen Handelns für andere zu verstehen und auch mit sich verbunden zu sein –
  79. kein Heuchler zu sein, der sich aus Bequemlichkeit weigert, die Verantwortung für sein Tun zu übernehmen.
  80. Es geht also um die Verbindung mit sich selbst und anderen Menschen. Ein weiteres Lieblingszitat von mir und von vielen Humanisten
  81. meint dasselbe in anderen Worten: "Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches ist mir fremd."
  82. Eine Zeile des römischen Komödiendichters Terenz aus dem ersten Jahrhundert nach Christus.
  83. Der Ausspruch war als Witz in einem seiner Stücke gedacht, geäussert von jemandem, der beschuldigt wird,
  84. seine Nase ständig in die Angelegenheiten anderer zu stecken und seine Nachbarn auszuspähen.
  85. Er verteidigt sich mit der Aussage: "Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches ist mir fremd."
  86. "Was erwarten Sie?" - Es war als Scherz gedacht und wird vom Publikum auch so verstanden worden sein.
  87. Gleichzeitig ist es ein toller Leitgedanke für Humanisten, die davon überzeugt sind, dass wir alle auf irgendeine Weise
  88. durch unsere grundlegende Menschlichkeit miteinander verbunden sind.
  89. So haben sie das Zitat verwendet und als Motto hochgehalten. Ist es nicht auch deswegen so schön, weil der Humanismus
  90. einen möglichst klaren Blick auf unsere Existenzweise wagt? D.h., nicht nur das Edle, Schöne und Erhabene zu betonen,
  91. sondern auch die kleine Neugier, vielleicht auch die kleine moralische Abwegigkeit.
  92. Und der muss man mit Humor, Nachsicht und etwas Vergebung begegnen. Idealerweise kann man von einer Art humanistischem Wesenszug sprechen,
  93. den natürlich nicht alle Humanisten haben – sie sind schliesslich Menschen.
  94. Es gibt alle möglichen Schattierungen unter Humanisten. Trotzdem tendieren sie dazu, die Unterschiede zwischen den Menschen
  95. zu respektieren und sich für sie zu interessieren. Sie glauben, dass uns alle im Kern etwas verbindet.
  96. Ein Beispiel stammt aus einer religiösen Tradition: Erzbischof Desmond Tutu in Südafrika
  97. hat das in mehreren südafrikanischen Gesellschaften verankerte Konzept "Ubuntu" bekannt gemacht.
  98. Es bedeutet "Gemeinsinn" und betont, dass man als Mensch Teil eines Ganzen ist.
  99. Er sprach davon, dass wir zum selben Bündel Leben gehören. Dieses Konzept nutzte er
  100. als Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission nach dem Ende der Apartheit in Südafrika.
  101. Er stellte es in den Mittelpunkt seiner Zukunftsvision: "Wir sind alle bereits miteinander verbunden,
  102. wir haben es nur vergessen und müssen diese Verbindung wieder beleben."
  103. Fast jede grosse Weisheitslehre - ob im Osten, in Afrika oder in Europa -
  104. kennt diese Idee der Verknüpfung und der Verwobenheit des Daseins. Man kann ja sagen, der Humanismus -
  105. und das ist auch eine Weise, wie "only connect" zu verstehen ist: Wir müssen mit der Tradition eine neue Verbindung eingehen.
  106. Denn Humanisten sind nicht unbedingt Aufklärer oder Philosophen, sondern es gibt eine europäische Tradition des Humanismus,
  107. die auch im Zentrum Ihres Buches steht. Die fängt im 14. Jh. an einem der schönsten Orte der Welt an,
  108. in Norditalien. Warum ausgerechnet dort? Nun ja, irgendwo musste ich anfangen.
  109. Am Anfang des Buches zeige ich den grösseren Kontext auf und erzähle dann eine Geschichte, die hauptsächlich,
  110. wenn auch nicht ausschliesslich, in Europa spielt und die um 1300 beginnt, mit bestimmten Personen,
  111. die ich auf Grund ihrer Anliegen als wichtig erachte für die Geschichte des Humanismus.
  112. Was ihre Anliegen waren und was sie erreichen wollten. Da ist etwa Francesco Petrarca, der ein bisschen etwas von allem war.
  113. Er war ein Dichter ... Hier sehen wir ihn eingeblendet.
  114. Wir haben natürlich nur eine vage Vorstellung davon, wie er aussah. Es gibt verschiedene Porträts.
  115. Er kannte jeden. Er war im Zentrum eines riesigen Netzwerks von anderen Literaten
  116. und Leuten innerhalb der Kirche, der Fürstenhöfe oder der Stadtverwaltung.
  117. Er war so etwas wie ein Auftragshumanist und schrieb für verschiedene Gönner in diesen Kreisen
  118. Gedichte und Texte aller möglichen Genres. Was mich an ihm wirklich fasziniert, ist,
  119. dass er sich selbst sah ... ... als eine Art Schöpfer des Stoffs für einen Neuanfang,
  120. für eine zivilisiertere Lebensweise. Der Weg dorthin führte ihn
  121. über die klassischen Schriftsteller des antiken Roms. Cicero war einer seiner grossen Helden,
  122. die über das Leben im Allgemeinen, aber insbesondere auch über gute Politik schrieben.
  123. Petrarca schrieb über dieses Licht, das von diesen Menschen übernommen und neu entzündet werden konnte im Kontrast zum dem,
  124. was er als langes, dunkles Zeitalter dazwischen sah. Daher rührt also das falsche Bild vom finsteren Mittelalter,
  125. das von Historikern ... Das ist ein bisschen ein Klischee geworden.
  126. Es ist ein Klischee, das auf Petrarca zurückgeht. Mich interessierte die Idee, die Literatur
  127. und die Weisheit der Vergangenheit für einen Neuanfang zu nutzen und ein Gefühl der Hoffnung zu schaffen.
  128. Damit haben Sie schon mal drei wichtige Charakteristika der humanistischen Ursprünge genannt.
  129. Erstens: Die Erneuerung der Kultur durch einen Rückgriff auf ältere Quellen.
  130. Zweitens: ein Mensch, der sich durch Literatur und Schreiben selbst zu einem besseren, vollkommeneren Menschen machen will.
  131. Drittens: Petrarca war ein Zentrum von ganz verschiedenen Interessen. Dafür gibt es auch einen humanistischen Begriff:
  132. Uomo universale. Also ein Mensch, der in der Politik, in der Kunst, im Sport,
  133. in allen Bereichen des alltäglichen Lebens nach Perfektion strebt. Genau, man sprach von ...
  134. Ja, man sprach vom Universalgenie, vom Renaissancemenschen – ein Begriff, der ein wenig aus der Mode gekommen ist.
  135. Zu dieser Idee gehört die Vorstellung, dass Wissen, Lernen und Neugierde auf die Welt unabdingbar sind
  136. für ein menschlicheres, besseres Leben und dass ein eng gefasstes Spezialistentum nicht ausreicht.
  137. Im 19. Jahrhundert wurde viel darüber gesprochen, als humanistisch gesinnte Schriftsteller
  138. den Blick weiteten und sagten: "Bei der Bildung geht es um mehr – auch darum, ein guter und kultivierter Mensch zu werden."
  139. Aber waren dafür die Klöster nicht schon da? Die wollten doch gute und gelehrte Menschen erziehen.
  140. Was war der Widerstand, den Petrarca angestossen hat? Nun, er war nicht direkt gegen die Klöster.
  141. Aber er dachte, dass sie von der Welt abgeschnitten waren. Das ist ein grundsätzliches Problem von abgeschotteten Gemeinschaften –
  142. und dazu kann man auch die Universitäten zählen, die eine Art privilegierte Gemein- schaft von Gelehrten darstellen.
  143. Das ist an sich nicht schlecht, aber er lebte in der Welt und wollte sich in der Politik engagieren.
  144. Ist das der Vorwurf des Elfenbeinturms? Um die Welt zu verstehen,
  145. müssen wir in der Welt handeln und uns auf sie einlassen. Das wurde ...
  146. Mehr noch als Petrarca brachten sich die Humanisten im darauffolgenden 15. Jahrhundert
  147. stark in weltliche Dinge ein. Sie waren darauf bedacht, politische Verantwortung
  148. zu übernehmen, sich aktiv dafür einzusetzen, die Stadt, das Land oder die Gemeinschaft besser zu machen
  149. und ihr Wissen und ihre Studien in irgendeiner Weise zu nutzen. Viele von ihnen haben sich auf lokaler Ebene
  150. aktiv in der Regierung eingesetzt. Als Schriftstellerin und Philosophin
  151. beobachten Sie auch die eigene Zeit und denken vielleicht: "Was kann ich der eigenen Zeit
  152. aus der Geschichte der Philosophie beibringen?" Und man könnte sagen: Noch nie waren die Menschen so verbunden wie jetzt.
  153. Noch nie waren sie so aufgefordert, ein Individuum zu werden, wie jetzt. Oder: Noch nie waren sie so weltlich wie jetzt.
  154. Und das ist für viele auch ein Problem. Viele sind zu vernetzt, sind in zu vielen Projekten verfangen.
  155. Welche Therapie kann der Humanismus unserer heutigen Kultur vorschlagen? Das ist ein sehr guter Punkt. Als ich beim Schreiben des Buches
  156. auf die Idee von "only connect" zurückkam, dachte ich gelegentlich: "Nun, vielleicht brauchen wir weniger Verbindung."
  157. Das könnte ein Smartphone-Slogan sein, "Only connect!" Genau. Ich musste mein Smartphone weglegen,
  158. sonst hätte ich das Buch nie schreiben können. Der freie Austausch von Informationen und von Wissen
  159. war lange Zeit eine gute Sache. Aber mittlerweile müssen wir beginnen,
  160. Fragen zur Informationsqualität zu stellen. Handelt es sich um Fake News, die sich sehr schnell verbreiten,
  161. aber nicht unbedingt nützlich sind? Ein Humanist würde sagen, dass es um die Qualität der Verbindung
  162. und die Qualität des Wissens und der geteilten Informationen geht. Zu Petrarcas Zeit bestand die grosse Herausforderung darin,
  163. wie man dieses Wissen verbreitet und die Verbindung zu Menschen schafft. Er reiste oft von Kloster zu Kloster,
  164. um sich ihre Manuskriptsammlungen anzusehen. Schatzjäger. - Ja, absolut,
  165. was ich völlig nachvollziehen kann, denn ich stöbere auch sehr gerne in Antiquariaten.
  166. Allerdings finde ich nie die unglaublich wertvollen Schätze, auf die er gestossen ist –
  167. Kopien und manchmal sogar Unikate von klassischen Texten. Aber um sie sich anzueignen, musste er sich entweder hinsetzen
  168. und den Text von Hand abschreiben, oder sich das Buch ausleihen. Es wird erzählt, dass er Freunden, mit denen er auf Reisen war, sagte:
  169. "Tut mir leid, ich habe gerade dieses Manuskript gefunden." "Wir müssen drei Tage hierbleiben,
  170. während ich den Text von Hand kopiere." Da gab es noch keine Copy-Paste-Funktion,
  171. das musste von Hand gemacht werden. - Genau. Die Vorstellung, Wissen breit streuen zu können,
  172. wäre für ihn und seine Zeitgenossen sicherlich grossartig und aufregend gewesen.
  173. Wir haben das umgekehrte Problem. Wir verfügen über sehr viele Informationen.
  174. Doch wie treffen wir eine Auswahl? Wie nutzen wir dieses Wissen? Wir unterscheiden wir
  175. zwischen verlässlichen und unzuverlässigen Informationen? Der Beitrag eines Humanisten würde wohl vor allem darin bestehen,
  176. uns daran zu erinnern, wie wichtig es ist, darauf zu achten, wer der Verfasser ist und ob es sich beim Text um eine Fälschung handelt.
  177. Und diese Kompetenzen werden auch heute in den sog. Humanities gelehrt.
  178. Wie erkennt man einen falschen Text? Wie ordnet man die Quellen ein? Es gibt noch ein anderes Moment, das mir in Ihrem Buch auffiel,
  179. fast auch ein Muster. Alle diese Humanist:innen - meistens sind es aber Männer -
  180. sind Rebellen. Sie rebellieren gegen ihre Eltern und die etablierte Kultur.
  181. Und sie rebellieren in Form der Literatur und der Poesie. Wie war das bei Ihnen biografisch?
  182. Waren Sie auch von einem solchen Rebellendrang getragen? Und war für Sie die Literatur auch eine Form der Rebellion?
  183. Verglichen mit Petrarca hatte ich es schwer, denn meine Eltern lieben Bücher, lesen sehr gerne
  184. und sind überhaupt sehr aufgeschlossen. Es war gar nicht so einfach, etwas zu finden,
  185. wogegen ich rebellieren konnte, aber ich habe mein Bestes getan. Als Teenager schaffte ich es mitunter, etwas zu finden,
  186. was sie missbilligen würden. Ich versuchte, eigene Wege zu gehen.
  187. So studierte ich zwar Philosophie an der Universität, entschied mich aber gegen eine akademische Laufbahn.
  188. Ich wollte Schriftstellerin werden und Romane schreiben und eine andere Richtung einschlagen.
  189. Rückblickend ging es mir um die Unabhängigkeit des Denkens und eine gewisse Unabhängigkeit bei meinen Entscheidungen.
  190. Aber ich lese da wohl etwas in mich hinein, was sich gut anhört. Ich bin gerade ein bisschen neben der Spur.
  191. Wenn man sich mit Ihrer Biografie beschäftigt, dann kriegt man schon einen gewissen Verdacht,
  192. dass es einen Autor gab, der eine Art Initialzündung für Sie war: nämlich Jean-Paul Sartre, der ein Modell geliefert hat,
  193. wie man in heutiger Zeit ein unabhängiges Leben führt. Wir schauen uns einen Film an,
  194. der erklärt, was Sartre mit den Humanisten verbindet. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre
  195. ist einer der wichtigsten Vertreter des Existenzialismus. Sartres Denken kreist um die Frage, was ein authentisches Leben ist.
  196. Also frei von äusseren oder inneren Zwängen. Ganz und gar selbstbestimmt.
  197. Bis heute der Traum fast aller moderner Menschen. Der Kampf um Freiheit hat bei Sartre auch biografische Wurzeln.
  198. Er war Soldat im Zweiten Weltkrieg und geriet als junger Mann in deutsche Gefangenschaft.
  199. Nach dem Krieg blieb er politisch äusserst aktiv und engagierte sich für die Arbeiterbewegung,
  200. die Emanzipation und gegen den Kolonialismus. Sein bekanntester Satz lautet:
  201. "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt." Nach Sartre kann sich jeder Mensch in jeder Lebenssituation
  202. für oder gegen eine Handlung entscheiden. Jeder Mensch ist somit für seine Taten, sein eigenes Leben
  203. und das seiner Mitmenschen voll verantwortlich. Radikaler Individualismus und politische Solidarität
  204. sind für Sartre also miteinander vereinbar. Heute würde sich Sartre vielleicht
  205. zu Instagram, TikTok und Co. äussern und bemängeln, dass wir in der scheinbar authentischen Selbstdarstellung
  206. selbst zu einer Ware verkommen. Sicher würde er sich auch fragen, wie die eigene Freiheit
  207. in Zeiten der Klimakrise mit der Freiheit aller anderen vereinbar ist. Worauf muss ich verzichten, damit andere selbstbestimmt leben können?
  208. Übrigens gestaltete Sartre auch sein Liebesleben eher frei. Er führte - damals skandalös - ab 1929 eine offene Beziehung
  209. mit der Philosophin Simone de Beauvoir. Mehr als ein halbes Jahrhundert
  210. lebten und dachten die beiden gemeinsam und blieben einander auf ihre Weise treu.
  211. Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre gelten daher in polyamourösen Kreisen als Vorreiter.
  212. Wie viele Existentialisten verfasste Sartre seine Gedanken auch in Form von Romanen und Theaterstücken.
  213. Er schrieb geradezu manisch. Oft mehrere Duzend Seiten täglich.
  214. Aufputschmittel begleiteten seinen Alltag. In den 1930er-Jahren experimentiere er auch mit Meskalin,
  215. mit dem Ergebnis, dass er sich monatelang von menschengrossen Krustentieren verfolgt fühlte.
  216. Sartre war im Nachkriegsfrankreich ein führender Intellektueller, der erste Popstar der Philosophie.
  217. Als er 1980 starb, erwiesen ihm am Pariser Friedhof Montparnasse 50'000 Menschen die letzte Ehre.
  218. Er hatte sein Leben so gelebt, wie er es wollte. Über das Leben von Sartre und seine Mitdenker:innen
  219. haben Sie auch ein Buch geschrieben: "Das Café der Existentialisten". Ein weltweiter Erfolg.
  220. Man kann in der Energie dieses Buches spüren, dass diese Existentialisten auch als Humanisten
  221. für Sie eine Art Rollenmodell wurden, eine Befreiung der eigenen Art. Dazu gibt es ein paar Dinge zu sagen.
  222. Tatsächlich war ich total begeistert von Sartre als ich ungefähr 16 war, aber es war nicht die philosophische,
  223. humanistische oder politische Seite, die mich packte, sondern sein Roman "Der Ekel", "La Nausée".
  224. Er beschreibt den Protagonisten, wie er sich in einer Stadt am Meer treiben lässt
  225. und viel Zeit damit verbringt, über das Sein nachzudenken. Warum ist da etwas? Warum ist da nicht nichts?
  226. In den Parks sieht er sich die Bäume an und denkt: "Sie sind voller Sein. Sie überwältigen mich."
  227. So ging auch ich in den Park um die Ecke und sah mir einen Baum an und versuchte, die gleiche Erfahrung zu machen.
  228. Davon geblieben ist mir bis heute das Gefühl einer Faszination für die physische und die menschliche Welt.
  229. Dass sie überhaupt da ist. Es ist dieses Staunen -
  230. Heidegger war auch der Ausgangspunkt für ihn -, eine Art radikales Staunen über unsere Existenz
  231. und die Existenz der Welt. Ich suchte nach keiner religiösen Erklärung.
  232. Ich hatte keinen Hang dazu, aber der Wow-Faktor des blossen Hierseins und die Möglichkeit, die Welt zu sehen, sind mir immer geblieben.
  233. Es hat, welch ein Zufall, auch mein Interesse an der Philosophie geweckt.
  234. Aber zur rebellischen Qualität der Existenzialisten: Viele Menschen suchen in diesem Alter nach einem Weltbild,
  235. das sie direkt anspricht. Der Existentialismus tut das, weil er sich damit beschäftigt,
  236. wie man als Mensch lebt. Ich habe mich auch sehr für Simone de Beauvoir interessiert,
  237. die natürlich viel mehr war als nur Sartres Gefährtin. Sie war eine wichtige Feministin.
  238. Sie schrieb "Das andere Geschlecht" und sehr interessante philosophische Werke, nebst ihren Romanen
  239. und einer fantastischen Autobiografie mit vielen alltäglichen Einblicken, die mich wirklich faszinierten.
  240. Einen Begriff haben diese beiden Bücher gemeinsam: Freiheit.
  241. Der Humanismus ist natürlich auch eine Philosophie der Freiheit. und der Selbstbestimmung.
  242. Es ist eine Philosophie der Emanzipation gegen die Kirche, gegen äussere Zwänge, und eine Philosophie der Selbstwerdung.
  243. Diese drei Dinge haben die Humanisten und die Existentialisten eigentlich gemeinsam.
  244. In einem berühmten Aufsatz von Sartre heisst es: "Der Existenzialismus ist ein Humanismus."
  245. Dieses Freiheitsbedürfnis scheint doch die Quelle zu sein. Ja, unbedingt.
  246. Sowohl Humanisten als auch Existentialisten betonen, dass Freiheit nicht absolut ist, sodass man tun kann, was man will.
  247. Freiheit ist vielschichtig. Sie hat eine moralische Dimension, die sehr wichtig ist.
  248. Auch wenn einfache Antworten oder Verhaltensanweisungen fehlen mögen, ist ethisches Handeln sehr wichtig.
  249. Dann ist es auch eine kontextabhängige Freiheit. So hat Sartre darüber geschrieben.
  250. Also keine unbedingte Freiheit. Es ist eine Freiheit,
  251. die immer von der jeweiligen Lebenssituation ausgeht. Sie schwebt nicht im Nichts.
  252. Man ist frei, wie man auf diese Situation regiert, egal, wie schwierig oder einschränkend sie ist.
  253. Das ist eigentlich eine alte, stoische Idee. Man hat die Freiheit, wie man auf etwas reagiert,
  254. wie man es erlebt und lebt. Ich finde, mit dieser Idee der Freiheit
  255. kann man sich identifizieren. Eine Freiheit, die meint, ich kann alles tun,
  256. ist philosophisch und auch im wirklichen Leben problematisch. Je mehr wir über uns erfahren –
  257. wissenschaftlich, neurologisch und überhaupt -, desto mehr erkennen wir, dass es kein Bewusstsein gibt,
  258. dass uns wie ein Geist in der Maschine steuert und sagt, was wir tun sollen.
  259. Wir sind körperliche Wesen, die von unserer Physis beeinflusst werden und mit der physischen Welt um uns herum verbunden sind.
  260. Der Freiheitsbegriff im existentialistischen und humanistischen Sinn ist interessant,
  261. weil beide den Freiheitsaspekt betonen. Dieser ist aber durch den Kontext all der Dinge bedingt,
  262. in die wir verstrickt sind und die uns mit der Welt verbinden. Es gibt vielleicht noch einen weiteren Punkt,
  263. den diese beiden Traditionen gemeinsam haben: eine gewisse Aversion gegen die Religion
  264. als den gesellschaftlichen Faktor, der Zwänge gesellschaftlicher, theologischer, auch nicht ganz rationaler Art
  265. auf eine Gesellschaft hinauf pfropft. Gegen wen agieren die Humanisten eigentlich?
  266. Vielleicht kann man sagen: Zunächst einmal gegen religiöse Dogmen. Viele Humanisten und auch einige Existentialisten
  267. waren religiös und fühlten sich dem Glauben zutiefst verbunden. Jemand wie Erasmus war zutiefst religiös.
  268. Er widmete sich der Arbeit an Bibeltexten, um sie besser und reiner zu machen
  269. und der ursprünglichen Absicht näher zu bringen. Allerdings auch, um ihn von Dogmen zu befreien.
  270. Abgelehnt wird die autoritäre Komponente, die einige religiöse Institutionen haben.
  271. Wenn also die Kirche oder andere Institutionen den Menschen vorschreiben,
  272. wie sie sich zu verhalten oder zu kleiden haben. Dieser dogmatische Teil ist für viele Humanisten,
  273. auch gläubige Humanisten von heute, problematisch. Humanismus und Religion sind für mich vereinbar.
  274. Humanismus muss nicht unbedingt nicht-religiös sein. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass sich seine Elemente auf unser Leben,
  275. unser ethisches Handeln hier im täglichen Leben ausrichten, auf das Leben hier und jetzt, und nicht auf das Jenseits.
  276. Das ist ein Aspekt. Er gebärt ein Interesse am Leben hier und jetzt. Eine diesseitige Haltung -
  277. nicht das Jenseits ist wichtig, sondern das Diesseits. Man kann durchaus an eine jenseitige Welt glauben.
  278. Aber die Ausrichtung auf die Frage, wie man hier leben soll, bildet eine starke humanistische Komponente.
  279. Und der Humanismus ist anti-autoritär – ein Problem für Humanisten, nicht nur in der Religion,
  280. aber auch in der Politik, wo wir heute einen sehr alarmierenden Anstieg
  281. autoritärer staatlicher Systeme erleben. Nochmals zurück zum Verhältnis
  282. zwischen Religion, Theologie und Humanismus. Es gibt eine Kampagne der englischen Humanisten,
  283. die auch eine Vereinigung haben. Die sah man auch auf Londoner Bussen.
  284. Da stand: "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott."
  285. "Hör auf, dir Sorgen zu machen, geniess dein Leben." Eine sehr interessante Kampagne.
  286. Sie löste einen grossen Skandal aus in Grossbritannien. Dieses "Geniess dein Leben" am Ende -
  287. da gibt es noch einen weiteren Aspekt, den Hedonismus: "Mach dir kein Sorgen. Hab im Dies- seits so viel Spass, wie du kannst."
  288. Das ist kein Humanismus mehr, eher eine Art neoliberaler Imperativ. Die Unterscheidung zum Neo- liberalismus bzw. sogar Liberalismus
  289. ist ein weiteres Thema, über das man sprechen kann. Ich mag diese Kampagne.
  290. Die wichtigen Wörter dort sind "Don't worry", mit allem, was das beinhaltet.
  291. Das geht zurück auf antike Philosophen wie Demokrit und Pythagoras, die in ihren Texten über die Götter sagten:
  292. "Vielleicht gibt es sie, vielleicht auch nicht, aber es ist eine Schande, sein Leben zu verschwenden
  293. und sich darüber Sorgen zu machen und sie zu fürchten." Diese Haltung – "Mach dir keine Sorgen, ob es sie gibt oder nicht" -
  294. hat im Humanismus eine lange Tradition. Hier geht es nicht um moralische Entscheidungen.
  295. Ich spreche davon, dass einem die Fähigkeit, diese Welt zu schätzen, abhandenkommen kann, weil einige Religionen Menschen dazu anhalten,
  296. dieser Welt zu entsagen, sich von ihr abzukehren. Und auch deinen Körper.
  297. Und ja, dass man den Körper negieren sollte und als Mensch ein Leben der Selbstverleugnung leben
  298. und sich allein auf das Jenseits ausrichten soll. Alle Gedanken sollen auf Gott
  299. und die Erwartung des Himmelreichs ausgerichtet sein. Das hat im Christentum eine lange theologische Tradition,
  300. die allerdings nur von einer Minderheit gelebt wurde. Die meisten Menschen folgten ihr nicht,
  301. aber es gibt doch einige religiöse Texte, die solches einforderten. Der Platonismus ist auch so eine Haltung,
  302. wo der Körper nicht so wichtig ist und es ein Jenseits gibt, das das eigentlich Wahre ist.
  303. Während die Humanisten sagen: "Bleiben wir mal auf dieser Welt." Ja, und lass uns hier ein gutes Leben führen.
  304. Das ist das Wichtigste für die Humanisten. Ein weiteres Lieblingszitat, das ich im Buch mehrmals verwende
  305. und mit dem ich gewissermassen schliesse, stammt von einem religionskritischen Freidenker des 19. Jahrhunderts
  306. namens Robert Ingersoll. Er nannte es sein Credo zum Glücklichsein.
  307. Es lautet wie folgt: "Glücklichsein ist der einzige Wert." "Die Zeit zum Glücklichsein ist jetzt."
  308. "Der Ort zum Glücklichsein ist hier." Die allerwichtigste letzte Zeile lautet:
  309. "Der Weg zum Glücklichsein besteht darin, andere glücklich zu machen." Es geht also wieder um Verbindung und nicht darum,
  310. das eigene Glück auf Kosten anderer zu suchen, wie es im Neoliberalismus angelegt ist.
  311. Darin liegt etwas zutiefst Anti-Humanistisches, weil es die Verbindung ignoriert –
  312. die Tatsache, dass wir alle miteinander verwoben sind. Das ist auch so interessant an Ihrem Buch
  313. und Ihrer Leseart des Humanismus, weil es wird oft als eine individualistische,
  314. vielleicht sogar als eine private Haltung zum Ausdruck gebracht. Und Sie wollen ihn solidarisieren. Sie sagen:
  315. Das funktioniert nur, wenn wir uns als relationale Menschen denken. Und das war innerhalb des Humanismus nicht immer so.
  316. Selbst bei Sartre gibt es die Spannung zwischen der Selbstwerdung und den anderen.
  317. Und leicht zu lösen, ist sie nicht. Soweit Sartre überhaupt Humanist war.
  318. In der Tat hat er sehr viel über "den anderen" geschrieben. Seine philosophischen Bücher
  319. sind voll von Gedanken über unsere Beziehungen zu anderen Menschen. Allerdings hat Sartre seine Ideen
  320. im Lauf seiner Karriere sehr oft geändert. Wenn wir also von Sartre als Humanisten sprechen,
  321. meinen wir in der Regel den frühen Sartre. Später geriet er sehr stark unter den Einfluss des Marxismus,
  322. und er versuchte, ein guter Marxist zu sein. Wieder eine dogmatische Lehre.
  323. Die Marxisten indes mochten ihn nicht. Sie waren der Meinung, dass seine existenzialistische Philosophie
  324. nicht zu ihrer Ideologie passt. Aber Sartre bettelte geradezu um die Aufnahme in ihren Kreis.
  325. Die Philosophien sind im Grunde unvereinbar, weil der Existentialismus
  326. die individuelle Verantwortung und die Wahlmöglichkeiten betont. Eben, und in genau dieser Spannung steht auch der Humanismus.
  327. Und ich glaube, sobald man den Humanismus zu sehr solidarisiert und sozialisiert,
  328. verliert man etwas von dem Feuer, das die Selbstwerdung ermöglicht. Das Problem liegt nicht so sehr in der Verbindung mit anderen.
  329. Der grosse Knackpunkt beim Marxismus liegt für jeden, der an Freiheit oder individuelle Verantwortung glaubt,
  330. in dessen Ideologie eines zwangsläufigen Verlaufs der Geschichte -
  331. egal, was man tut. Ein Pilot in der Geschichte. - Ja.
  332. Damit kann sich kein Existentialist wirklich abfinden. Und es ist hoch problematisch für Humanisten,
  333. denn wo passt das Individuum da hinein? Das war auch die Frage von Simone de Beauvoir:
  334. Wie passe ich da noch rein mit meiner eigenen Handlungsweise? Sie sagt auch, dass es immer auch gegen Ideologien geht.
  335. Wir sprachen davon, warum man den Humanismus jetzt wieder stark bringen sollte.
  336. Ich glaube, wir vergessen in West- und Mitteleuropa, wie stark ideologisch und autoritär geprägt der Rest der Welt ist,
  337. auch von religiösen Dogmen. Im Iran gibt es z.B. den Slogan "Frau, Leben, Freiheit".
  338. Und das ist doch genau der humanistische Impetus: Wir wollen unseren Leib entfalten, als leibliche Wesen frei sein.
  339. Wir wollen als Frauen anerkannt werden, auch als Menschen. Und wir wollen es für die Freiheit.
  340. Eigentlich ist diese Befreiungsbewegung im Iran auch eine humanistische Bewegung.
  341. Ich würde mir nicht anmassen, für die Menschen im Iran zu sprechen,
  342. die so mutig auftreten. Ich vermute, dass sich nicht alle
  343. in Aspekten des Humanismus wiedererkennen würden. Ich möchte ganz sicher nicht einer anderen Bewegung
  344. einen humanistischen Rahmen aufzwingen. Das steht mir nicht zu.
  345. Aber ich sehe Parallelen zu anderen humanistischen, politischen Haltungen gegenüber Unterdrückung jeglicher Art.
  346. Es erinnert mich an die Feministin Mary Wollstonecraft im 18. Jh., die ich faszinierend finde und über die ich in meinem Buch
  347. sowohl als Humanistin als auch als Feministin geschrieben habe. Sie hätte sich selbst wohl nicht so bezeichnet,
  348. aber sie sah die Befreiung der Frauen als unabdingbar für das allgemeine menschliche Wohlergehen.
  349. Frauen wurden zurückgebunden unter dem Joch einer Maschinerie, die sie Zeit ihres Lebens als Kinder behandelte.
  350. Dies betraf insbesondere Frauen aus privilegierten Familien. Ihr Verhalten wurde noch stärker kontrolliert.
  351. Sie hatten keine Rechte. Sie durften kein Eigentum besitzen und hatten keine Rechtsfähigkeit.
  352. Sie konnten sich nicht verbinden. - Das stimmt. Sie verglich sie mit Vögeln, die in goldenen Käfigen gehalten wurden.
  353. Sie forderte eine gute Bildung für alle Frauen. In der fehlenden Bildung auf allen Stufen sah sie das grösste Hindernis
  354. für die Entfaltung der Frauen, die sich bilden wollten und dazu fähig waren.
  355. Frauen sollten als moralisch verantwortliche Wesen handeln, ihre eigenen Entscheidungen treffen und sich verantwortungsvoll
  356. als mündige, erwachsene Bürgerinnen einbringen können. Das ist eine starke humanistische Botschaft.
  357. Jeder fähigen Person sollte dieser Weg offenstehen. Es gibt tatsächlich eine starke humanistische Tradition
  358. in der Geschichte der Befreiungsbewegungen aller Art, nicht nur des Feminismus.
  359. Und in diesem Sinne haben gewisse Kulturen - auch die westliche Kultur, aus der der Humanismus entsprang -,
  360. doch gewisse Fortschritte gemacht. Man ist auf diesem Weg doch ein Stück weit nach vorne gegangen.
  361. Es gibt jetzt aber - und wir können nicht über Humanismus sprechen,
  362. ohne dieses Thema zu betonen - einen neuen Sprung. Nämlich die Frage nach dem Transhumanismus.
  363. Humanisten können auf die Frage, was der Mensch ist, keine eindeutige Antwort geben.
  364. Und mittlerweile sind die Möglichkeiten des Menschen, sich selbst zu überwinden, so gross geworden,
  365. dass sie vielleicht sogar Humanisten Angst machen, oder? Wie jeder andere müssen auch wir uns
  366. mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen. Die allgemeine Frage nach der Zukunft der Menschheit
  367. wird durch den Transhumanismus heute besonders Art akut, weil unsere technologische Abhängigkeit so umfassend ist -
  368. only connect! Wir sind nicht nur durch unsere Technologie verbunden,
  369. sondern auch mit unserer Technologie. Sie beeinflusst fast jeden Aspekt unseres täglichen Lebens.
  370. Dazu kommt jetzt auch noch das, was wir im Moment als künstliche Intelligenz bezeichnen.
  371. Ein nicht wirklich passender Ausdruck, denn was sich unmittelbar auf uns auswirkt,
  372. ist die Fähigkeit von Systemen, die menschliche Sprache und menschliche Kommunikations- systeme zu imitieren.
  373. Das klappt mittlerweile so gut, dass man kaum noch erkennen kann, ob etwas von einer Maschine oder einem Menschen geschrieben wurde.
  374. Für die Geisteswissenschaften ist es ein grosses Problem, wenn nicht mehr klar ist, ob hinter einem Text
  375. eine Maschine oder ein Bewusstsein steckt. Es ist doch ein Riesenproblem für Petrarca, Boccaccio und Montaigne,
  376. die glauben, dass man durch Text erst zum Mensch wird, dass man schreibend zu dem wird, der man ist.
  377. Jetzt haben wir Maschinen, die das können, aber wir glauben nicht, dass die etwas werden wollen oder können.
  378. Nein, und sie sind durch Text zu dem geworden, was sie sind. Denn das ist genau das, was sie tun.
  379. Sie sammeln riesige Mengen an von Menschen verfasstem Text, um vorhersagen zu können,
  380. welches Wort wahrscheinlich auf ein anderes folgt. Das ist eine schreckliche Parodie eines humanistischen Lernens,
  381. von dem sich Petrarca erträumte, es würde die Probleme der Welt lösen. Wir wissen noch nicht, wohin uns das bringt, es ist alles noch sehr neu.
  382. Es gilt jetzt in der Lehre, viele Probleme auf ganz pragmatische Weise zu lösen.
  383. Wir müssen uns beibringen, zu erkennen, was menschlichen Ursprungs ist und was nicht.
  384. Transhumanisten würden die Frage in den Raum stellen, ob sich das überhaupt abgrenzen lässt.
  385. Wir nutzen die Technologie zum Schreiben. So zeichnet sich eine Zukunft ab,
  386. in der diese Dinge wirklich fast verschmelzen. Und religiöse Menschen würden sagen:
  387. Ohne Religion kann diese Grenze nicht klar gezogen werden, sie wird sich immer weiter bewegen.
  388. Ich habe mir beim Lesen Ihres Buches überlegt: Was würde Petrarca denken, wenn man ihm heute zeigen würde,
  389. wie weit sein Traum von der Forschung, von der Literarisierung und den Möglichkeiten der Wissenschaft gediehen ist?
  390. Etwa: "Das ist fantastisch, davon habe ich immer geträumt." "Die maximale Konnektivität, die Superverbindungsmaschine."
  391. Ich glaube, er würde es erst lieben, aber dann könnten sich Zweifel einschleichen.
  392. Er würde sich wohl grosse Sorgen über die moralischen Konsequenzen machen,
  393. weil ihm dies am Herzen lag. Sicher würde er sich auf Snapchat und TikTok stürzen,
  394. und sich dann die Frage zu stellen, wo der Mensch bei all dem bleibt und was es mit ihm macht.
  395. Zuerst aber hätte er richtig viel Spass beim Surfen. Wenn man das Motto "verbinde dich", "only connect",
  396. auf Technologie bezieht, könnte man sagen: "Lass dir eine Linse einbauen, mit der du zehnmal besser siehst."
  397. "Lass dir irgendetwas einbauen, um zehn Fremdsprachen leichter zu lernen."
  398. Was würde denn eine humanistische Gegenposition sagen? "Nein, das machen wir nicht, das ist nicht gut für den Menschen."
  399. Eigentlich müsste man doch sagen: "Mach weiter, verbinde dich, schöpfe dein Potenzial aus!"
  400. Das entspräche dem Gerät, das in "The Hitchhiker's Guide to the Galaxy"
  401. Babel fish genannt wurde. Das Buch heisst "Per Anhalter durch die Galaxis".
  402. Eine fantastische Sache, ich hätte das gerne. Eine wunderbare, lustige Zukunftsvorstellung
  403. aus den frühen 1970er-Jahren, wozu eben dieses Gerät gehört, das wie Wikipedia funktioniert.
  404. So etwas wäre sicherlich attraktiv und nützlich. Für einen Humanisten gibt es kaum einen Grund,
  405. eine solche Technologie nicht zu mögen, denn sie würde uns einige der Vorteile zurückgeben,
  406. die früher aus der Tatsache resultierten, dass Latein eine Universalsprache war,
  407. wobei natürlich nur eine kleine Minderheit von Menschen das Privileg hatte, es zu lernen.
  408. Latein war exklusiv, was hier nicht der Fall wäre. Das lässt mich an eine andere Figur in meinem Buch denken,
  409. über die ich erst gar nicht schreiben wollte. Dann aber wurde mir klar, wie wichtig sie ist:
  410. Ludwik Zamenhof, der sich mit der Erfindung von Esperanto einen Traum erfüllte.
  411. Er wuchs in Bialystok auf, einer ethnisch durchmischten Gesellschaft mit einer komplexen Geschichte. - Esperanto ist der Traum
  412. einer Sprache, die alle Sprachen so zusammenbringt, dass sie jeder am leichtesten lernen kann.
  413. Er war der Meinung, dass eine Universalsprache die Zahl der Konflikte verringern würde.
  414. Eine solche Sprache musste einfach sein, so dass jeder sie leicht erlernen konnte,
  415. und sie durfte keiner Gruppe von Menschen oder zu keinem Gebiet gehören,
  416. woraus man irgendwelche Vorrechte ableiten könnte. Sie war ein absolut neutrales, geteiltes Kommunikationsmittel,
  417. das den Menschen helfen würde, sich besser zu verstehen. Er beschäftigte sich auch mit der Erfindung einer Religion,
  418. die er Menschheitslehre, Homoranismo, nannte, und die ähnliche Ziele verfolgte, als eine geteilte, zweite Religion,
  419. auf die wir uns alle beziehen könnten, so wie wir eine zweite Sprache haben.
  420. Das sind faszinierende Ideen, die sich nicht ganz durchgesetzt haben. Er hatte sich daraus Weltfrieden erhofft, was sich nicht erfüllt hat,
  421. aber ich finde den Versuch wirklich sehr interessant. Er zeigt die Bedeutung der Kommunikation,
  422. und - entscheidender noch - wie wichtig es ist, anzuerkennen, was wir jenseits unserer Spaltungen und Zugehörigkeit zu Nationen,
  423. Staaten und Religionen gemein haben. Das ist ein heikles Spiel und ein grundphilosophischer Konflikt:
  424. die Differenz zu feiern, die Pluralität der Menschen, und trotzdem immer wieder auf das Gemeinsame hin zu gravitieren.
  425. Und in dieser Spannung steht auch der Humanismus. Idealerweise bietet der Humanismus die Möglichkeit, beides zu tun,
  426. so wie dies auch in den jüngsten humanistischen Manifesten der Organisation Humanists International betont wurde,
  427. die sich sehr um einen modernen Humanismus bemühen. Sie unterstreichen die geteilte Menschlichkeit -
  428. Eigenschaften, die uns gemein sind und uns vereinen, aber auch den Respekt für Vielfalt –
  429. kulturelle Vielfalt und die Vielfalt der Erfahrungen, sowie den Respekt für den Rest der natürlichen Welt.
  430. Es gibt einen anderen Strang im Humanismus, der zur Kritik geführt hat, er stelle den Menschen
  431. auf Kosten anderer Spezies zu sehr in den Vordergrund. Auch hier betonen die modernen Humanisten,
  432. dass die anderen Arten keineswegs beiseitegeschoben werden sollen. Das kann man betonen, aber man muss doch auch die Spannung wahrnehmen.
  433. Denn es gibt eine Grenze, man kann nicht alle inkludieren, ohne den eigenen Markenkern zu gefährden.
  434. Haben Menschen eine Marke? Wenn ja, dann läuft es gerade nicht so gut für sie.
  435. Ich denke, sie entwickeln den Brand des Humanismus. Sie versuchen, das als eine kontinuierliche Geschichte zu sehen.
  436. Je mehr man sich mit ihm in all seinen Facetten beschäftigt, läuft der Humanismus tatsächlich Gefahr,
  437. zu einer grossen Krake zu werden, die sich in fast alle Bereiche des Lebens ausbreitet.
  438. Das Problem lässt sich lösen. Die Bedeutung lässt sich dadurch einengen, dass man sich fragt,
  439. was Anti-Humanismus sein könnte. Antihumanismus wird stark
  440. mit autoritären staatlichen Systemen in Verbindung gebracht, die den Staat oder die Autorität einer Institution
  441. über das Individuum stellen. Das zeigte sich insbesondere beim Aufstieg des Faschismus in Italien.
  442. Das Manifest von Mussolini und Giovanni Gentile, seinem philosophischen Handlanger, enthielt zwei interessante Aussagen:
  443. "Das Individuum ist ohne Bedeutung." Und: "Der Staat ist das, was zählt."
  444. Diese Prinzipien wurden auf die Ebene einer Religion gehoben. Eine solche Überhöhung steht im Kern vieler autoritärer Systeme -
  445. als Abstraktion einer Religion, eines Staates oder einer Ideologie, wie des Marxismus.
  446. Eine antihumanistische Strömung hängt wie ein riesiger autoritärer Klumpen
  447. über uns, der uns sagt: "Ich gebiete dir, dies zu tun!"
  448. "Ich gebiete dir, dies nicht zu tun!" Und dann würde man sagen:
  449. Der Humanismus ist v.a. eine Reaktion, auf Macht und Wissensanmassung von anderen.
  450. Ich stelle es mir manchmal so vor, dass mit dem Wegfallen aller autoritären Ideen,
  451. seien sie nun religiös oder nicht-religiös, am Schluss der Humanismus übrigbleiben würde –
  452. also ohne den Missbrauch der Rechte anderer Menschen, ohne die Vorschriften,
  453. die andere Menschen in ihrer Lebensgestaltung einschränken. Dadurch rückt der Humanismus in den Fokus des Bildes.
  454. In Abgrenzung zum Umriss des Antihumanismus erhält man die Form dessen, was Humanismus sein könnte.
  455. Ich betone, dass es nicht wirklich um Religion geht, denn es gibt sowohl innerhalb der Religionen
  456. als auch innerhalb des Atheismus humanistische und antihumanistische Strömungen.
  457. Viele autoritäre Staaten waren offiziell nicht religiös, insbesondere die kommunistischen – etwa das stalinistische Russland.
  458. Die Idee, dass Bildung, die schönen Künste und v.a. auch die Sprachen eine besonders wichtige Rolle in unserer Existenz spielen,
  459. wenn es darum geht, sich selbst ein gelingendes Leben zu erschreiben, wie Sie selbst es auch tun.
  460. Nun, ich ... Nun, ich liebe die Literatur.
  461. Ich liebe das Lesen, die Kunst. Sie sind an sich interessant und schön,
  462. auch, weil sie von einem menschlichen Bewusstsein stammen. Das führt uns zurück zur künstlichen Intelligenz.
  463. Was, wen sie von einer Maschine erzeugt würden? Fände ich sie dann immer noch schön?
  464. Sie sind aber viel mehr als nur schön. Sie bieten uns Wege, uns selbst zu erkennen.
  465. Wir verstehen unser eigenes Leben viel besser, wenn wir lesen, was andere Menschen über ihr Leben geschrieben haben,
  466. oder durch Romane, die eine grosse Vielfalt von Lebenswegen anderer Menschen abbilden.
  467. Und Sie schreiben auch Bücher, die es uns ermöglichen, mit anderen Bewusstseinen in Kontakt zu treten.
  468. Manche nah an unserer Gegenwart, mache sehr weit. Und diese Form, Verbindung zu schaffen,
  469. ist eine Form der Menschwerdung. Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sie uns heute vorgeführt haben.
  470. Danke, dass Sie da waren. - Ich danke Ihnen vielmals. Was macht ein Leben zu einem wirklich menschlichen
  471. und v.a. zu einem gelungenen Leben? Antworten gerne in die Kommentarspalte.
  472. Hier gibt es ein weiteres Gespräch mit dem Humanisten und Kognitionspsychologen Steven Pinker.
  473. Seine These: Alles wird durch Wissenschaft ständig besser. Darüber kann man auch mal nachdenken.