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Die Fiskalpolitik in der Konjunkturpolitik - WiSoPOLITIKMrG? 👨‍🏫Abitur SOWI Sozialkunde

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  1. Unter Fiskalpolitik versteht man staatliche Maßnahmen zur Beeinflussung der Konjunktur durch eine gezielte Veränderung von Einnahmen und
  2. Ausgaben des Staatshaushaltes. Das Wort "Fiscus" stammt aus dem Lateinischen und heißt soviel wie "Staatshaushalt" oder "Staatskasse".
  3. Der Staat soll also durch seine Haushaltspolitik die gesamtwirtschaftliche Nachfrage beeinflussen, um so die wirtschaftliche Entwicklung zu
  4. unterstützen, damit ein hoher Beschäftigungsstand und eine geringe Arbeitslosigkeit in der Volkswirtschaft erreicht werden kann.
  5. In einer Wirtschaftskrise soll der Staat durch Staatsverschuldung seine Ausgaben steigern, um die Konjunktur zu stützen.
  6. In einer Phase der Hochkonjunktur soll der Staat dagegen Ausgaben senken und seine Einnahmen erhöhen, damit die Staatsverschuldung wieder
  7. reduziert und einer wirtschaftlichen Überhitzung entgegengewirkt werden kann. Wie sieht eine typische fiskalpoltische Wirkungskette aus?
  8. Der gedankliche Ausgangspunkt für massive konjunkturpolitische Maßnahmen des Staates ist eigentlich immer eine Wirtschaftskrise.
  9. Da in einer Wirtschaftskrise die Investitionsbereitschaft der Privatwirtschaft kaum noch vorhanden ist, greift der Staat quasi als Stellvertreter
  10. kompensatorisch ein, um die ausgefallenen privaten Investitionsausgaben durch höhere Staatsausgaben zu ersetzen, um auf diese Weise die Konjunktur und damit
  11. die volkswirtschaftliche Nachfrage zu stützen. Diese höheren Staatsausgaben finanziert der Staat nun mit einem Defizit,
  12. indem er sich Geld leiht und sich verschuldet. Er schließt quasi eine Wette auf die Zukunft ab, da es die
  13. wirtschaftspolitische Idee ist, die Schulden des Staates bei einer wirtschaftlichen Erholung durch dann in der Zukunft gestiegene Steuereinnahmen wieder zurückzuzahlen.
  14. Man spricht hier auch von einem "Deficit-Spending" also einer schuldenfinanzierten Ausgabenpolitik des Staates.
  15. Der Staat erhöht in einer Wirtschaftskrise also seine Ausgaben deutlich und steigert damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage,
  16. was ein höheres Güterangebot und eine höhere Produktion zur Folge hat. Dementsprechend steigen auch das Volkseinkommen und eben auch die Konsumnachfrage.
  17. Die gestiegene Konsumnachfrage führt dann zu einem weiteren Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und durch den nun höheren Absatz
  18. an Produktion verbessern sich auch die Zukunftserwartungen der Unternehmer. Die Unternehmer werden deutlich zuversichtlicher,
  19. was ihre Erwartungen an ihre zukünftigen Geschäftsmöglichkeiten angeht, so dass nun wieder vermehrt Investitionen auch durch die Privatwirtschaft getätigt werden und die
  20. volkswirtschaftliche Nachfrage nach Gütern weiter steigt. Dementsprechend versuchen Unternehmen nun wieder mehr Güter zu produzieren und um
  21. nun die Produktion weiter steigern zu können, werden mehr Arbeitskräfte benötigt. Die Nachfrage nach Arbeit steigt und die Arbeitslosigkeit sinkt.
  22. Die Wirtschaft begibt sich also nun wieder in eine Phase des Wirtschaftsaufschwungs. Diese wirtschaftliche Belebung führt nun allerdings auch dazu, dass die Löhne steigen,
  23. die Zinsen steigen und auch die Preise, da natürlich Unternehmen versuchen, steigende Finanzierungskosten und steigende Lohnkosten mittels steigender Preise an
  24. die Konsumenten weiterzugeben. Die Wirtschaft hat sich durch den expansiven
  25. fiskalpolitischen Eingriff des Staates, also durch die aktivere staatliche Ausgabenpolitik, wieder auf einen Wachstumspfad begeben, da der Staat fehlende Investitionen zunächst
  26. ersetzt hat, um der Wirtschaft wieder aus dem „Tal der Tränen“ und wieder auf die Beine zu helfen. Sobald die Volkswirtschaft allerings wieder auf einen angemessenen und
  27. stetigen Wachstumspfad zurückgekehrt ist, sollte der Staat seine Ausgaben allerdings wieder senken und eine restriktive Fiskalpolitik betreiben,
  28. da ja nun die Investitionen aus der Privatwirtschaft wieder gestiegen sind, damit eben auch einer wirtschaftlichen Überhitzung entgegengewirkt werden kann.
  29. Die Fiskalpolitik sollte also bestenfalls „antizyklisch“ erfolgen. Bildlich gesprochen schwimmt der Staat mit seiner Ausgabenpolitik
  30. gegen den Strom der wirtschaftlichen Entwicklung, um die Schwankungen der Konjunktur zu glätten.
  31. Man spricht daher auch von einer „antizyklischen Fiskalpolitik“ mit dem Ziel einer „Konjunkturglättung“.

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