Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Konjunkturzyklen einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 47 Zeilen
- Die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes verläuft in wellenförmigen Bewegungen.
- Häufig hört man Begriffe wie Konjunktur, Konjunkturzyklus oder Rezession.
- Doch was bedeuten sie eigentlich und wodurch wird das Auf und Ab der Wirtschaft beeinflusst?
- Die wichtigsten Einflussgrößen sind Privathaushalte, Unternehmen und Staat.
- Wenn Unternehmen wegen starker Nachfrage nach ihren Waren die Produktion hochfahren, erhalten dadurch mehr Menschen Arbeit
- und das Einkommen der privaten Haushalte steigt. Die Menschen haben also mehr Geld zur Verfügung,
- das sie für Einkäufe und Anschaffungen ausgeben können. Daran verdienen wieder Andere Geld,
- die ihrerseits Waren einkaufen. Wenn mehr Dinge gekauft werden, muss die Industrie mehr produzieren
- und der Kreislauf beginnt von vorn. Da sich diese Entwicklung von selbst verstärkt,
- gibt es einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieser Vorgang wird auch Expansion genannt.
- Irgendwann jedoch sind die Produktionsanlagen der Unternehmen voll ausgelastet.
- Um noch mehr Waren herstellen zu können, müssen sie in neue Anlagen investieren.
- Die Kosten dafür geben Sie an die Käufer weiter. Also werden die einzelnen Waren teurer,
- bis sich nur noch wenige Menschen die Produkte leisten können. Nun wirkt der Kreislauf in die andere Richtung.
- Die Menschen kaufen nicht mehr so viele Waren ein und die Produktion ist nicht mehr ausgelastet.
- Deshalb werden weniger Arbeitskräfte gebraucht und es kommt zu Entlassungen.
- Den Menschen fehlt nun erst recht das Geld. Auf diese Weise verstärkt sich auch ein wirtschaftlicher Abschwung selbst.
- Man spricht in diesem Fall von einer Rezession. Diese Schwankungen in der Geschwindigkeit
- der wirtschaftlichen Entwicklung werden als Konjunktur bezeichnet.
- Der Konjunkturzyklus aus Auf- und Abschwung wiederholt sich mal schneller und mal langsamer,
- in etwa alle 4 bis 11 Jahre. Doch was hat der Staat damit zu tun?
- Um den Wohlstand ihrer Bürger zu erhalten und zu vermehren, verfolgt die Bundesrepublik Deutschland z.B. 4 wirtschaftspolitische Ziele,
- die im sogenannten Wachstums- und Stabilitätsgesetz festgelegt sind und als „magisches Viereck“ bezeichnet werden.
- Diese sind ein angemessenes Wirtschaftswachstum, stabile Preise, das Gleichgewicht von Importen und Exporten
- sowie eine niedrige Arbeitslosigkeit. Um sie zu erreichen ist es wichtig,
- den Ausschlag der Konjunkturzyklen möglichst klein zu halten. Dafür ergreift der Staat konjunkturpolitische Maßnahmen.
- Wenn sich eine Rezession abzeichnet, werden bspw. Steuern gesenkt oder die Ausgaben der öffentlichen Hand erhöht.
- So haben Menschen und Unternehmen mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung und der Abschwung wird gebremst.
- Auch Subventionen können einen Anreiz schaffen, in Krisenzeiten Geld auszugeben.
- Deshalb zahlte der deutsche Staat im Jahr 2009 jedem, der ein neues Auto kaufte
- und gleichzeitig ein altes Auto verschrottete eine „Abwrackprämie“ von 2.500€.
- Im Gegensatz dazu soll der Staat während eines wirtschaftlichen Aufschwungs
- z.B. die Steuern und Abgaben erhöhen, um die Konjunktur zu dämpfen und den Konjunkturausschlag zu mindern.
- Das Geld, das er dabei einnimmt, soll er beiseitelegen. um in einem folgenden Abschwung
- genügend „Erspartes“ für zusätzliche Ausgaben zur Verfügung zu haben. Weil das aber häufig nicht ausreicht
- machen Staaten Schulden, um die Konjunktur anzuregen. Hierin sehen viele Experten jedoch nicht nur Vorteile,
- sondern auch große Gefahren: Oftmals zahlt der Staat im Aufschwung seine Schulden
- nicht komplett zurück, auch wenn er wieder mehr Geld einnimmt. Dadurch steigt die Staatsverschuldung über die Jahre immer mehr an.
- Wenn ein Staat bereits Schulden hat, bekommt er neue Kredite nur mit höheren Zinsen
- und kann seine Schulden eventuell erst recht nicht zurückzahlen. Zu der Frage, wie sich Staaten in Bezug auf die Wirtschaft verhalten sollen,
- gibt es im Großen und Ganzen 2 verschiedene Ansichten: Der Fiskalismus,
- dessen Hauptvertreter John Maynard Keynes war, geht davon aus, dass der Staat aktiv
- in das wirtschaftliche System eingreifen muss, um die Instabilität marktwirtschaftlicher Systeme auszugleichen.
- Im Gegensatz dazu meinen die Anhänger des Monetarismus nach Milton Friedman,
- der Staat sollte nicht in den Wirtschaftsprozess eingreifen, da er damit die wirtschaftliche Entwicklung stört
- und dadurch zusätzliche Probleme schafft. Welche konjunkturpolitischen Werkzeuge die richtigen sind
- wird unterschiedlich bewertet.
Zum Nachlesen
KonjunkturpolitikUnter Konjunkturpolitik im weiteren Sinne versteht man wirtschaftspolitische Maßnahmen, die ein angemessenes Wirtschaftswachstum, Preisniveaustabilität, …
FiskalpolitikDie Fiskalpolitik ist ein wirtschaftspolitisches Instrument des Staates, welches mittels der Beeinflussung von Steuern und Staatsausgaben die …
Antizyklische FinanzpolitikAls antizyklische Finanzpolitik (auch antizyklische Fiskalpolitik) bezeichnet man den konjunkturpolitischen Versuch, durch Gestaltung der staatlichen …
Politischer KonjunkturzyklusPolitischer Konjunkturzyklus ist eine These der Neuen Politischen Ökonomie. Die These besagt, dass Regierungen versuchen, im Wahljahr die Konjunktur durch …