Die Fiskalpolitik in der Konjunkturpolitik - WiSoPOLITIKMrG? 👨‍🏫Abitur SOWI Sozialkunde WiSoPOLITIK? - MrGSK Mr G's School KIT https://www.youtube.com/watch?v=5T_-DA2KxYM Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Unter Fiskalpolitik versteht man staatliche Maßnahmen zur Beeinflussung der Konjunktur durch eine gezielte Veränderung von Einnahmen und 0:09 Ausgaben des Staatshaushaltes. Das Wort "Fiscus" stammt aus dem Lateinischen und heißt soviel wie "Staatshaushalt" oder "Staatskasse". 0:18 Der Staat soll also durch seine Haushaltspolitik die gesamtwirtschaftliche Nachfrage beeinflussen, um so die wirtschaftliche Entwicklung zu 0:26 unterstützen, damit ein hoher Beschäftigungsstand und eine geringe Arbeitslosigkeit in der Volkswirtschaft erreicht werden kann. 0:34 In einer Wirtschaftskrise soll der Staat durch Staatsverschuldung seine Ausgaben steigern, um die Konjunktur zu stützen. 0:43 In einer Phase der Hochkonjunktur soll der Staat dagegen Ausgaben senken und seine Einnahmen erhöhen, damit die Staatsverschuldung wieder 0:51 reduziert und einer wirtschaftlichen Überhitzung entgegengewirkt werden kann. Wie sieht eine typische fiskalpoltische Wirkungskette aus? 1:02 Der gedankliche Ausgangspunkt für massive konjunkturpolitische Maßnahmen des Staates ist eigentlich immer eine Wirtschaftskrise. 1:10 Da in einer Wirtschaftskrise die Investitionsbereitschaft der Privatwirtschaft kaum noch vorhanden ist, greift der Staat quasi als Stellvertreter 1:20 kompensatorisch ein, um die ausgefallenen privaten Investitionsausgaben durch höhere Staatsausgaben zu ersetzen, um auf diese Weise die Konjunktur und damit 1:31 die volkswirtschaftliche Nachfrage zu stützen. Diese höheren Staatsausgaben finanziert der Staat nun mit einem Defizit, 1:39 indem er sich Geld leiht und sich verschuldet. Er schließt quasi eine Wette auf die Zukunft ab, da es die 1:47 wirtschaftspolitische Idee ist, die Schulden des Staates bei einer wirtschaftlichen Erholung durch dann in der Zukunft gestiegene Steuereinnahmen wieder zurückzuzahlen. 1:58 Man spricht hier auch von einem "Deficit-Spending" also einer schuldenfinanzierten Ausgabenpolitik des Staates. 2:07 Der Staat erhöht in einer Wirtschaftskrise also seine Ausgaben deutlich und steigert damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, 2:15 was ein höheres Güterangebot und eine höhere Produktion zur Folge hat. Dementsprechend steigen auch das Volkseinkommen und eben auch die Konsumnachfrage. 2:27 Die gestiegene Konsumnachfrage führt dann zu einem weiteren Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und durch den nun höheren Absatz 2:36 an Produktion verbessern sich auch die Zukunftserwartungen der Unternehmer. Die Unternehmer werden deutlich zuversichtlicher, 2:44 was ihre Erwartungen an ihre zukünftigen Geschäftsmöglichkeiten angeht, so dass nun wieder vermehrt Investitionen auch durch die Privatwirtschaft getätigt werden und die 2:55 volkswirtschaftliche Nachfrage nach Gütern weiter steigt. Dementsprechend versuchen Unternehmen nun wieder mehr Güter zu produzieren und um 3:05 nun die Produktion weiter steigern zu können, werden mehr Arbeitskräfte benötigt. Die Nachfrage nach Arbeit steigt und die Arbeitslosigkeit sinkt. 3:14 Die Wirtschaft begibt sich also nun wieder in eine Phase des Wirtschaftsaufschwungs. Diese wirtschaftliche Belebung führt nun allerdings auch dazu, dass die Löhne steigen, 3:25 die Zinsen steigen und auch die Preise, da natürlich Unternehmen versuchen, steigende Finanzierungskosten und steigende Lohnkosten mittels steigender Preise an 3:35 die Konsumenten weiterzugeben. Die Wirtschaft hat sich durch den expansiven 3:40 fiskalpolitischen Eingriff des Staates, also durch die aktivere staatliche Ausgabenpolitik, wieder auf einen Wachstumspfad begeben, da der Staat fehlende Investitionen zunächst 3:52 ersetzt hat, um der Wirtschaft wieder aus dem „Tal der Tränen“ und wieder auf die Beine zu helfen. Sobald die Volkswirtschaft allerings wieder auf einen angemessenen und 4:05 stetigen Wachstumspfad zurückgekehrt ist, sollte der Staat seine Ausgaben allerdings wieder senken und eine restriktive Fiskalpolitik betreiben, 4:13 da ja nun die Investitionen aus der Privatwirtschaft wieder gestiegen sind, damit eben auch einer wirtschaftlichen Überhitzung entgegengewirkt werden kann. 4:24 Die Fiskalpolitik sollte also bestenfalls „antizyklisch“ erfolgen. Bildlich gesprochen schwimmt der Staat mit seiner Ausgabenpolitik 4:33 gegen den Strom der wirtschaftlichen Entwicklung, um die Schwankungen der Konjunktur zu glätten. 4:40 Man spricht daher auch von einer „antizyklischen Fiskalpolitik“ mit dem Ziel einer „Konjunkturglättung“.