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Fiskalpolitik | EINACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 6:32 77 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 42 Zeilen
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  1. Hallo zusammen. Heute geht's um ein echt großes Thema. Fiskalpolitik. Klingt vielleicht erstmal trocken, aber es geht im Grunde darum, wie der Staat
  2. versucht, die Wirtschaft zu steuern. Also, warum fühlt sich die Wirtschaft manchmal an wie eine Achterbahnfahrt? Du kennst das doch sicher, oder? Mal läuft
  3. super, die Jobs sind sicher, alle sind happy und dann zack, bremst plötzlich alles ab und man fragt sich, was da eigentlich los ist. Genau dieses
  4. ständige Auf und ab, das ist die Wirtschaftsachterbahn oder wie die Profis sagen, der Konjunkturzyklus und der hat na ja gleich zwei ziemlich
  5. große Probleme im Gepäck. Also auf der einen Seite, wenn die Wirtschaft im Keller ist, sprechen wir von einer Rezessionslücke. Heißt konkret hohe
  6. Arbeitslosigkeit, Fabriken machen dicht, gar nicht gut. Auf der anderen Seite, wenn die Wirtschaft total überhitzt, dann haben wir eine Inflationslücke. Die
  7. Preise explodieren und ein Geld auf dem Konto wird einfach immer weniger wert. Auch nicht gut. Tja, und da stellt sich die Frage, kann man da irgendwas machen?
  8. Kann jemand am Steuer dieser Achterbahn sitzen? Und genau da kommt der Start ins Spiel. Er hat nämlich ein ziemlich mächtiges Werkzeug in der Hand, die
  9. Fiskalpolitik. Was ist das jetzt genau? Fiskalpolitik. Also ganz simpel ausgedrückt, der Staat kann damit die Wirtschaft beeinflussen
  10. und zwar über seine Ausgaben und die Steuern. Stell dir das am besten vor wie bei einem Auto. Der Staat hat quasi ein Gaspedal und eine Bremse. Und diese
  11. beiden Hebel sind eben erstens die Staatsausgaben, also das Gaspedal. Das ist all, das der Staat ausgibt und zweitens die Steuern, das ist die
  12. Bremse, also das Geld, das er von uns allen und den Firmen einsammelt. Okay, Gas geben oder bremsen. Schauen wir uns doch mal an, wann der Staat
  13. welches Pedal durchdrückt. Also, nehmen wir mal an, die Wirtschaft stottert, es herrscht flaute, dann will der Staat natürlich Gas geben und das
  14. nennt man dann expansive Fiskalpolitik. Wie macht er das? Na ja, er hat zwei Möglichkeiten. Entweder er gibt selbst mehr Geld aus, investiert also z.B. in
  15. neue Straßen, Brücken, Schulen, was auch immer. Das schafft direkt Jobs oder aber er senkt die Steuern. Dann haben die Leute und die Unternehmen mehr Geld in
  16. der Tasche, dass sie ausgeben oder investieren können. Beides kurbelt die Wirtschaft an. So und jetzt das genaue Gegenteil. Die Wirtschaft läuft heiß,
  17. die Preise gehen durch die Decke, die Inflation galoppiert. Was dann genau? Dann muss der Staat auf die Bremse treten. Und dieses Bremsen nennt man
  18. kontraktive Fiskalpolitik. Das heißt, er macht genau das Gegenteil von vorher. Er kürzt seine eigenen Ausgaben oder, und das ist meistens noch
  19. unbeliebter, er erhöht die Steuern. Beides sorgt dafür, dass weniger Geld im Umlauf ist, die Nachfrage sinkt und die Inflation hoffentlich gebremst wird.
  20. Aber klar, wer hört schon gern was von Steuererhöhungen? Okay, das klingt ja eigentlich alles ganz logisch, oder? Gas geben, bremsen,
  21. aber und das ist der entscheidende Punkt, die Sache ist ziemlich umstritten. Das führt uns direkt rein in eine der größten Debatten der modernen
  22. Volkswirtschaftslehre. Und im Zentrum dieser Debatte steht ein Mann, John Maynard Kanes und der hat mal einen ziemlich berühmten Satz gesagt.
  23. Auf lange Sicht sind wir alle tot. Was er damit meinte, schauen wir uns jetzt an. Also vores war die vorherrschende Meinung, die sogenannte klassische
  24. Theorie, dass die Wirtschaft sich immer von alleine wieder einrängt. Die Idee war, der Staat soll sich da bloß raushalten. Aber Kanes hat dann vor
  25. allem nach der Weltwirtschaftskrise gesagt: "Leute, das ist doch Wahnsinn. Wir können doch nicht einfach rumsitzen und warten, bis sich alles von selbst
  26. heilt, während Millionen Menschen ihre Arbeit verlieren. Nein, in einer Krise muss der Staat aktiv werden und die Wirtschaft ankurbeln, indem er Geld
  27. ausgibt. Diese Idee von Kanes, die hat sich auch weitgehend durchgesetzt, aber es gibt da natürlich einen Haken, wie immer eigentlich. Die Frage ist doch,
  28. Moment mal, wenn der Staat mehr ausgibt und gleichzeitig die Steuern senkt, also weniger einnimmt, woher um alles in der Welt kommt dann das ganze Geld? Die
  29. Antwort ist eigentlich ziemlich einfach. Er muss Schulden machen. Der Staat gibt also bewusst mehr Geld aus, als er einnimmt. Das nennt sich im Fachjargon
  30. Defizit Spending und das führt logisch zu mehr Staatsschulden. Aber jetzt kommt der Trick sozusagen. Die Idee ist, dass dieses geliehene Geld
  31. in der Wirtschaft viel mehr bewirken kann als nur die reine Summe. Und das liegt am sogenannten Multiplikatoreneffekt.
  32. Stell dir das mal ganz einfach vor. Der Staat nimmt, sagen wir, 100 € in die Hand und bezahlt damit eine Bauarbeiterin, die eine neue Straße
  33. baut. Was macht die Bauarbeiterin mit dem Geld? Sie gibt es aus. Vielleicht kauft sie im Supermarkt ein oder geht ins Kino. Der Kinobesitzer wiederum
  34. bezahlt davon seine Mitarbeiter und die geben ihr Gehalt auch wieder aus. Du siehst, das Geld wird immer weiter gereicht und vermehrt sich quasi in der
  35. Wirtschaft, wie so ein Stein, den man ins Wasser wirft und der Wellen schlägt. Und so können aus den ursprünglichen 100 € vom Start am Ende vielleicht 175 €
  36. oder sogar noch mehr an Wirtschaftsleistung werden. Das ist der Multiplikatoreneffekt. Was jetzt aber super interessant ist,
  37. dieser Multiplikator ist nicht immer gleich groß. Er hängt total davon ab, wofür der Staat das Geld ausgibt. Wenn er z.B. Sozialleistungen wiechen mit
  38. wenig Geld fast jeden Euro, den sie extra bekommen, sofort wieder ausgeben müssen. Bei einer allgemeinen Steuersenkung, von der auch Reiche
  39. profitieren, ist der Effekt oft kleiner, weil ein Teil des Geldes vielleicht einfach gespart und nicht direkt wieder in den Wirtschaftskreislauf gepumpt
  40. wird. Du siehst also, Fiskalpolitik ist ein echt mächtiges, aber auch super kompliziertes Werkzeug mit vielen Wens und Abas. Und am Ende des Tages führt
  41. das alles immer wieder zu einer zentralen, verdammt schwierigen Frage zurück, über die Politiker und Ökonomen ständig streiten. Was ist eigentlich das
  42. kleinere Übel, hohe Staatsschulden oder hohe Arbeitslosigkeit?

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