Mathematik · Klasse 12–13 · aktualisiert
Normalenvektor bestimmen und prüfen
Ein Normalenvektor steht senkrecht auf einer Geraden oder Ebene. Du lernst, ihn abzulesen, mit dem Kreuzprodukt zu berechnen und zu prüfen.
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Kurz gesagt
Ein Normalenvektor ist ein Vektor \vec n\ne\vec 0, der senkrecht auf einer Geraden oder Ebene steht. Aus der Koordinatenform ax+by+cz=d liest du \vec n=(a,b,c) direkt ab. Aus zwei Spannvektoren berechnest du ihn mit dem Kreuzprodukt \vec n=\vec u\times\vec v.
Ein Normalenvektor ist ein vom Nullvektor verschiedener Vektor, der senkrecht auf einer Geraden oder Ebene steht. Du brauchst ihn für Ebenengleichungen, Abstände und Winkel. Hier lernst du, ihn aus der Koordinatenform abzulesen, aus zwei Spannvektoren mit dem Kreuzprodukt zu berechnen und dein Ergebnis mit Skalarprodukten zu prüfen.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Ein Vektor beschreibt eine Richtung und eine Länge. Wo er in einer Zeichnung liegt, ist egal: Du darfst ihn parallel verschieben. Bei einer Ebene steht der Normalenvektor senkrecht auf jeder Richtung innerhalb der Ebene. Deshalb genügt es, seine Orthogonalität zu zwei unabhängigen Spannvektoren der Ebene zu prüfen. Ein Normalenvektor ist nicht eindeutig. Ist \vec n ein Normalenvektor, dann ist auch c\vec n für jede reelle Zahl c\ne 0 einer. So beschreiben (-2,3,-16) und (2,-3,16) dieselbe Normalenrichtung, nur mit entgegengesetzter Orientierung.
Definition
Normalenvektor
Ein Normalenvektor \vec n\ne\vec 0 steht orthogonal, also rechtwinklig, auf dem betrachteten geometrischen Objekt. Eine Gerade in dieser Richtung heißt Normale.
Merke: Der Nullvektor ist niemals ein Normalenvektor. Er besitzt keine Richtung.
Teste dich
Die passende Methode hängt davon ab, wie die Gerade oder Ebene dargestellt ist. Steht eine Ebene in Koordinatenform ax+by+cz=d, bilden die Koeffizienten vor x, y und z einen Normalenvektor: \vec n=(a,b,c). Die Zahl d rechts spielt dafür keine Rolle. In der Normalenform \vec n\cdot(\vec x-\vec a)=0 steht \vec n schon ausdrücklich da. Der Vektor \vec a gehört zu einem Punkt der Ebene. Hat eine Gerade in der Ebene \mathbb R^2 den Richtungsvektor (a,b), dann sind (-b,a) und (b,-a) Normalenvektoren: Du vertauschst die Komponenten und änderst bei einer das Vorzeichen. Für eine Gerade der Form ax+by=d ist (a,b) direkt ein Normalenvektor. Bei einer Geraden im Raum gibt es dagegen nicht nur eine Normalenrichtung: Jeder Vektor \vec n\ne\vec 0 mit \vec n\cdot\vec v=0 steht senkrecht auf ihrem Richtungsvektor \vec v.
Beispiel: Normalenvektor von 2x-3y+16z=33
- 1Koeffizienten ablesen: a=2, b=-3, c=16
- 2\vec n=(2,-3,16)
- 3Auch jedes Vielfache \ne\vec 0 passt, zum Beispiel (-2,3,-16).
| Gegeben | Normalenvektor |
|---|---|
| Ebene ax+by+cz=d | (a,b,c) |
| Ebene \vec n\cdot(\vec x-\vec a)=0 | \vec n |
| Gerade in \mathbb R^2 mit Richtung (a,b) | (-b,a) oder (b,-a) |
| Gerade ax+by=d in \mathbb R^2 | (a,b) |
Teste dich
Eine Ebene in Parameterform \vec x=\vec a+\lambda\vec u+\mu\vec v hat einen Stützvektor \vec a und zwei unabhängige Spannvektoren \vec u und \vec v. Der Stützvektor legt nur einen Punkt fest. Für die Normalenrichtung brauchst du die beiden Spannvektoren: \vec n=\vec u\times\vec v. Für \vec u=(u_1,u_2,u_3) und \vec v=(v_1,v_2,v_3) gilt \vec u\times\vec v=(u_2v_3-u_3v_2,\;u_3v_1-u_1v_3,\;u_1v_2-u_2v_1). Sind \vec u und \vec v parallel, ist ihr Kreuzprodukt der Nullvektor. Dann spannen sie keine Ebene auf, und das Ergebnis ist kein Normalenvektor.
Beispiel: Kreuzprodukt von \vec u=(-2,4,1) und \vec v=(3,2,0)
- 1Erste Komponente: 4\cdot0-1\cdot2=-2
- 2Zweite Komponente: 1\cdot3-(-2)\cdot0=3
- 3Dritte Komponente: (-2)\cdot2-4\cdot3=-16
- 4\vec n=(-2,3,-16)
Merke: Vertauschst du die Faktoren, ändert sich nur die Richtung: \vec v\times\vec u=-(\vec u\times\vec v). Beide Ergebnisse sind Normalenvektoren derselben Ebene.
Teste dich
Verlass dich nicht allein auf das Kreuzprodukt. Prüfe den berechneten Vektor mit zwei Skalarprodukten. Ist \vec n ein Normalenvektor der von \vec u und \vec v aufgespannten Ebene, dann gilt \vec n\cdot\vec u=0 und \vec n\cdot\vec v=0. Bei einer Ebene müssen beide Skalarprodukte 0 sein. Kommt beim Kreuzprodukt \vec 0 heraus, sind die Spannvektoren parallel oder du hast dich verrechnet.
Beispiel: Probe für \vec n=(-2,3,-16)
- 1\vec n\cdot\vec u=(-2)\cdot(-2)+3\cdot4+(-16)\cdot1=4+12-16=0
- 2\vec n\cdot\vec v=(-2)\cdot3+3\cdot2+(-16)\cdot0=-6+6+0=0
- 3Beide Skalarprodukte sind 0: \vec n steht senkrecht auf der Ebene.
| Typischer Fehler | So vermeidest du ihn |
|---|---|
| Skalar- und Kreuzprodukt verwechseln | Das Kreuzprodukt liefert einen Vektor, das Skalarprodukt eine Zahl. |
| Nur eine Orthogonalität prüfen | Bei einer Ebene müssen beide Skalarprodukte 0 sein. |
| Vorzeichen verlieren | Jede Komponente zuerst vollständig aufschreiben. |
| Den Nullvektor akzeptieren | \vec 0 deutet auf parallele Spannvektoren oder einen Rechenfehler. |
| Gegenvektoren für verschieden halten | \vec n und -\vec n sind beide gültig. |
Teste dich
Alles auf einen Blick
Normalenvektor
Bedeutung
Ein Normalenvektor zeigt senkrecht zur Geraden oder Ebene und ist nie der Nullvektor.
Koordinatenform
Die Koeffizienten vor x, y und z bilden den Normalenvektor.
Parameterform
Das Kreuzprodukt der beiden Spannvektoren liefert einen Normalenvektor.
Prüfung
Beide Skalarprodukte mit den Spannvektoren ergeben 0.
Mehrdeutigkeit
Gegenvektor und andere Vielfache \ne\vec 0 sind ebenfalls richtig.
Fehlerkontrolle
Vorzeichen jeder Komponente prüfen, bei \vec 0 die Spannvektoren kontrollieren.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Normalenvektor der Ebene mit \vec u=(1,2,0) und \vec v=(0,1,3)
- 1\vec n=\vec u\times\vec v
- 2Erste Komponente: 2\cdot3-0\cdot1=6
- 3Zweite Komponente: 0\cdot0-1\cdot3=-3
- 4Dritte Komponente: 1\cdot1-2\cdot0=1
- 5\vec n=(6,-3,1)
- 6Probe: \vec n\cdot\vec u=6-6+0=0 und \vec n\cdot\vec v=0-3+3=0
Fehler finden
Normalenvektor aus \vec u=(2,1,1) und \vec v=(1,0,3) In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Komponente lautet u_3v_1-u_1v_3=1\cdot1-2\cdot3=-5. Richtig ist \vec n=(3,-5,-1), die Probe ergibt dann 6-5-1=0.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein Normalenvektor darf nie der sein. Aus zwei Spannvektoren berechnest du ihn mit dem . Zur Probe müssen beide Skalarprodukte mit den Spannvektoren ergeben.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback