Mathematik · Klasse 12–13 · aktualisiert
Rotationskörper: Volumen und Oberfläche berechnen
Rotationskörper entstehen, wenn sich eine Fläche um eine Achse dreht. Du lernst, ihr Volumen mit dem Integral zu berechnen, auch bei Hohlkörpern.
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Kurz gesagt
Ein Rotationskörper entsteht, wenn eine ebene Fläche um eine Achse rotiert. Dreht sich die Fläche unter dem Graphen von f auf [a,b] um die x-Achse, gilt für das Volumen V=\pi\int_a^b(f(x))^2\,dx. Du addierst also unendlich viele dünne Kreisscheiben.
Ein Rotationskörper entsteht, wenn sich eine ebene Fläche um eine Achse dreht. Sein Volumen kannst du berechnen, indem du den Körper gedanklich in sehr dünne Kreisscheiben oder Kreisringe zerlegst und deren Volumina mit einem Integral addierst. Auf dieser Seite lernst du zuerst die Rotation um die x-Achse kennen. Anschließend erfährst du, wie Hohlkörper, Rotationen um die y-Achse und Mantelflächen berechnet werden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die Form eines Rotationskörpers hängt von zwei Dingen ab: von der gedrehten Fläche und von der Rotationsachse. Ein Rechteck, das um eine seiner Seiten rotiert, erzeugt einen Zylinder. Ein rechtwinkliges Dreieck, das um eine Kathete rotiert, erzeugt einen Kegel. Ein Halbkreis, der um seinen Durchmesser rotiert, erzeugt eine Kugel. Bei einer Funktion f auf dem Intervall [a,b] kann die Fläche zwischen dem Graphen und der x-Achse um die x-Achse gedreht werden. Der Abstand des Graphen von der Achse wird dabei zum Radius des Körpers. Zum Skizzieren kannst du die Randkurve an der Rotationsachse spiegeln. Kreisförmige Flächen erscheinen in einer räumlichen Zeichnung meist als Ellipsen.
Definition
Rotationskörper
Ein Rotationskörper ist ein räumlicher Körper, der durch die Drehung einer ebenen Fläche um eine in derselben Ebene liegende Achse entsteht.
Teste dich
Warum wird die Funktion in der Volumenformel quadriert? Teile das Intervall [a,b] in sehr schmale Abschnitte der Breite \Delta x. Bei der Rotation entsteht über jedem Abschnitt eine dünne Zylinderscheibe mit Radius r=|f(x)|, Grundfläche \pi r^2=\pi(f(x))^2 und Dicke \Delta x. Durch das Quadrieren ist es egal, ob der Graph oberhalb oder unterhalb der x-Achse liegt. Das Scheibenvolumen ist ungefähr \Delta V=\pi(f(x))^2\Delta x. Je schmaler die Scheiben, desto genauer wird die Summe. Im Grenzfall entsteht das Integral. Beim Rechnen: Funktion und Grenzen bestimmen, den ganzen Funktionsterm quadrieren, eine Stammfunktion bilden, obere minus untere Einsetzung berechnen, mit \pi multiplizieren. Ist f gerade, ist der Körper symmetrisch: Du kannst dann von 0 bis b integrieren und das Ergebnis verdoppeln.
Merke: Rotiert die Fläche zwischen f und der x-Achse auf [a,b] um die x-Achse, gilt für das Volumen V=\pi\int_a^b(f(x))^2\,dx. Die Grenzen a und b sind x-Werte. Das Ergebnis besitzt eine kubische Einheit, zum Beispiel \mathrm{cm}^3.
Beispiel: Vollkörper: f(x)=x^2+1 auf [-1,1]
- 1V=\pi\int_{-1}^{1}(x^2+1)^2\,dx
- 2Den ganzen Term quadrieren: (x^2+1)^2=x^4+2x^2+1
- 3Stammfunktion: F(x)=\frac15x^5+\frac23x^3+x
- 4Grenzen: F(1)=\frac15+\frac23+1=\frac{28}{15} und F(-1)=-\frac{28}{15}
- 5V=\pi\left(\frac{28}{15}+\frac{28}{15}\right)=\frac{56\pi}{15}\approx 11{,}73 VE
Teste dich
Liegt die rotierende Fläche zwischen zwei Graphen, entsteht ein Hohlkörper. Dabei beschreibt f(x) den äußeren und g(x) den inneren Radius. Im ganzen Intervall muss der äußere Radius mindestens so groß sein wie der innere. Der Querschnitt ist ein Kreisring mit der Fläche A(x)=\pi f(x)^2-\pi g(x)^2. Daraus folgt V=\pi\int_a^b\left(f(x)^2-g(x)^2\right)dx.
Merke: Quadriere zuerst beide Radien und subtrahiere danach. Im Allgemeinen gilt f(x)^2-g(x)^2\ne(f(x)-g(x))^2.
Beispiel: Hohlkörper: außen f(x)=x^2+2, innen g(x)=\frac12x+1, x\in[0,1]
- 1V=\pi\int_0^1\left((x^2+2)^2-\left(\frac12x+1\right)^2\right)dx
- 2(x^2+2)^2=x^4+4x^2+4 und \left(\frac12x+1\right)^2=\frac14x^2+x+1
- 3Differenz: x^4+\frac{15}{4}x^2-x+3
- 4Stammfunktion: F(x)=\frac15x^5+\frac54x^3-\frac12x^2+3x
- 5V=\pi\left(\frac15+\frac54-\frac12+3\right)=\frac{79\pi}{20}\approx 12{,}41 VE
Teste dich
Rotation um die y-Achse: Verwendest du Scheiben senkrecht zur y-Achse, integrierst du nach y. Dafür musst du den Radius als Funktion von y ausdrücken. Ist f im betrachteten Intervall stetig und streng monoton, besitzt sie dort eine eindeutige Umkehrfunktion f^{-1}. Für die Fläche zwischen Kurve und y-Achse gilt dann V=\pi\int_{\min\{f(a),f(b)\}}^{\max\{f(a),f(b)\}}\left(f^{-1}(y)\right)^2\,dy. Die Integrationsgrenzen sind nun y-Werte. Entstehen beim Auflösen mehrere Äste, musst du den Ast wählen, der zum betrachteten x-Intervall gehört. Mantel ist nicht Gesamtoberfläche: Die Mantelfläche entsteht durch die Rotation der Randkurve. Für eine nichtnegative, differenzierbare Funktion bei Rotation um die x-Achse gilt M=2\pi\int_a^b f(x)\sqrt{1+(f'(x))^2}\,dx. Dabei ist 2\pi f(x) der Umfang des jeweiligen Querschnittskreises. Der Faktor \sqrt{1+(f'(x))^2} berücksichtigt die Länge der schräg verlaufenden Kurve. Zur gesamten Oberfläche können zusätzlich Grund- und Deckfläche gehören: O=G+D+M. Bei zusammengesetzten Körpern zählen verdeckte Kontaktflächen nicht zur äußeren Oberfläche.
Beispiel: Rotation um die y-Achse: f(x)=x^2 auf [0,2]
- 1Die Fläche zwischen Kurve, y-Achse und der Geraden y=4 rotiert um die y-Achse.
- 2Umkehrfunktion: x=\sqrt{y}, Grenzen von y=0 bis y=4
- 3V=\pi\int_0^4(\sqrt{y})^2\,dy=\pi\int_0^4 y\,dy
- 4V=\pi\left[\frac12y^2\right]_0^4=8\pi VE
Teste dich
Alles auf einen Blick
Rotationskörper
Entstehung
Eine ebene Fläche dreht sich um eine Achse
Vollkörper
Quadrierte Radiusfunktion integrieren
Hohlkörper
Äußere und innere Kreisfläche subtrahieren
Rotation um die y-Achse
Radius und Grenzen als y-Werte ausdrücken
Mantelfläche
Umfang und Bogenlängenfaktor integrieren
Kontrolle
Grenzen, Einheit und Körperart prüfen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Volumen eines Kegels mit dem Integral
- 1Gegeben: f(x)=2x auf [0,3], Rotation um die x-Achse
- 2V=\pi\int_0^3(2x)^2\,dx=\pi\int_0^3 4x^2\,dx
- 3Stammfunktion: \frac43x^3
- 4V=\pi\cdot\frac43\cdot 3^3=36\pi\approx 113{,}1 VE
- 5Probe: Es entsteht ein Kegel mit r=6 und h=3, und \frac13\pi\cdot 6^2\cdot 3=36\pi.
Fehler finden
Volumen für f(x)=x+1 auf [0,3] In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Beim Quadrieren fehlt das Mischglied: (x+1)^2=x^2+2x+1. Damit ist V=\pi\left[\frac13x^3+x^2+x\right]_0^3=\pi(9+9+3)=21\pi.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei der Scheibenmethode wird der Radius vor dem Integrieren . Die Grenzen stammen bei einer Integration nach x aus dem . Ein Volumen wird in Einheiten angegeben.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback