Mathematik · Klasse 11–12 · aktualisiert
Logarithmusfunktion: Eigenschaften verstehen
Die Logarithmusfunktion kehrt die Exponentialfunktion um. Du lernst Definitionsbereich, Nullstelle, Graph und die wichtigsten Rechenregeln kennen.
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Kurz gesagt
Eine Logarithmusfunktion hat die Form f(x)=\log_a(x) mit a>0 und a\ne1. Sie ist die Umkehrfunktion von a^x, nur für x>0 definiert und hat immer die Nullstelle x=1. Für a>1 steigt ihr Graph, für 0<a<1 fällt er.
Eine Logarithmusfunktion beantwortet für viele positive Zahlen dieselbe Frage: Welcher Exponent erzeugt diese Zahl? Sie ist die Umkehrfunktion einer Exponentialfunktion. Auf dieser Seite lernst du, ihre Werte, ihren Graphen und ihre Bedingungen zu verstehen und Exponentialgleichungen damit zu lösen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir die Potenzgleichung a^y=x vor. Sind die Basis a und das Ergebnis x bekannt, sucht der Logarithmus den Exponenten y: a^y=x \quad\Longleftrightarrow\quad y=\log_a(x) Dabei muss a>0 und a\ne 1 gelten. Hältst du die Basis fest und lässt x verschiedene positive Werte annehmen, entsteht die Logarithmusfunktion f(x)=\log_a(x).
Definition
Logarithmusfunktion
Die Funktion f(x)=\log_a(x) ordnet jeder positiven Zahl x genau den Exponenten zu, mit dem du die feste Basis a potenzieren musst, um x zu erhalten.
Beispiel: Für f(x)=\log_2(x) gilt:
- 1f(1)=0, denn 2^0=1.
- 2f(2)=1, denn 2^1=2.
- 3f(8)=3, denn 2^3=8.
- 4f\left(\frac12\right)=-1, denn 2^{-1}=\frac12.
- 5So erhältst du vier Punkte des Graphen: (1|0), (2|1), (8|3) und \left(\frac12|-1\right).
Teste dich
Für reelle Logarithmusfunktionen gelten drei Bedingungen: Die Basis ist positiv: a>0. Die Basis ist nicht 1: a\ne 1. Das Argument ist positiv: x>0. Darum ist der Definitionsbereich jeder Funktion f(x)=\log_a(x) D=(0,\infty). Jeder reelle Exponent kann als Funktionswert auftreten. Der Wertebereich ist daher W=\mathbb R. Die Nullstelle liegt immer bei x=1, weil a^0=1 und damit \log_a(1)=0 gilt. Einen Schnittpunkt mit der y-Achse gibt es nicht: Dort wäre x=0, doch \log_a(0) ist nicht definiert. Steht im Argument ein Term, muss der ganze Term positiv sein. Für g(x)=\ln(x-2) folgt zum Beispiel x-2>0 \quad\Longleftrightarrow\quad x>2.
Merke: Prüfe beim Logarithmus immer zuerst: Argument größer als null, Basis größer als null und Basis ungleich eins.
Teste dich
Alle Logarithmusgraphen verlaufen durch (1|0) und nähern sich für x\to0^+ der y-Achse, ohne sie zu erreichen. Ob der Graph steigt oder fällt, entscheidet die Basis: Für a>1 ist f(x)=\log_a(x) streng monoton steigend. Für 0\lt a\lt1 ist f(x)=\log_a(x) streng monoton fallend. Das passt zu den zugehörigen Potenzen. Bei einer Basis größer als 1 werden die Potenzwerte mit wachsendem Exponenten größer. Bei einer Basis zwischen 0 und 1 werden sie kleiner. Eine Exponentialfunktion E(x)=a^x macht aus einem Exponenten einen Potenzwert. Die Logarithmusfunktion L(x)=\log_a(x) kehrt genau diesen Schritt um: \log_a(a^x)=x und für x>0 a^{\log_a(x)}=x. Deshalb sind die Graphen von E und L Spiegelbilder an der Geraden y=x. Beim Spiegeln tauschen sich Eingabe und Ausgabe: Aus dem Punkt (u|v) auf dem Exponentialgraphen wird (v|u) auf dem Logarithmusgraphen. Der natürliche Logarithmus \ln(x)=\log_e(x) ist die Umkehrfunktion der natürlichen Exponentialfunktion e^x. Der dekadische Logarithmus hat die Basis 10 und wird häufig als \log(x) geschrieben. Achte dabei auf die Schreibweise in deiner Aufgabe oder auf deinem Taschenrechner.
Beispiel: Vergleiche p(x)=\log_2(x) mit q(x)=\log_{1/2}(x):
- 1Beide haben die Nullstelle (1|0).
- 2p(2)=1, weil 2^1=2.
- 3q(2)=-1, weil \left(\frac12\right)^{-1}=2.
- 4Der Graph von p steigt, der Graph von q fällt.
Beispiel: Einen Punkt von E(x)=3^x spiegeln
- 1Auf E liegt (2|9), denn 3^2=9.
- 2Spiegeln an y=x vertauscht die Koordinaten.
- 3Auf L(x)=\log_3(x) liegt deshalb (9|2), denn \log_3(9)=2.
Teste dich
Für dieselbe zulässige Basis a und positive Argumente u und v gelten: \log_a(uv)=\log_a(u)+\log_a(v) \log_a\left(\frac uv\right)=\log_a(u)-\log_a(v) \log_a(u^r)=r\cdot\log_a(u). Die Regeln beziehen sich auf Produkte, Quotienten und Potenzen im Argument. Aus einer Summe darfst du keine Summe von Logarithmen machen. Bei einer Exponentialgleichung steht die Unbekannte im Exponenten. Bringe die Gleichung zuerst in die Form a^x=b und übersetze sie dann: a^x=b \quad\Longrightarrow\quad x=\log_a(b). Für eine numerische Berechnung kannst du die Basis wechseln: \log_a(b)=\frac{\ln(b)}{\ln(a)}.
Beispiel: Berechne \log_2(32), indem du 32 zerlegst:
- 1\log_2(32)=\log_2(4\cdot8)
- 2=\log_2(4)+\log_2(8)=2+3=5.
- 3Die Probe 2^5=32 bestätigt das Ergebnis.
Beispiel: Ein Bestand sinkt jedes Jahr auf das 0{,}8-Fache. Wann ist er halbiert?
- 1Potenzgleichung: 0{,}8^t=0{,}5
- 2Logarithmiere: t=\log_{0{,}8}(0{,}5)
- 3Basiswechsel: t=\frac{\ln(0{,}5)}{\ln(0{,}8)}\approx3{,}1
- 4Im Modell ist der Bestand nach etwa 3{,}1 Jahren halbiert.
- 5Probe: 0{,}8^3=0{,}512, also nach 3 Jahren knapp über der Hälfte.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Logarithmusfunktion
Bedeutung
sucht den Exponenten in a^y=x
Bedingungen
a>0, a\ne1 und x>0
Graph
durch (1|0); je nach Basis steigend oder fallend
Umkehrung
Spiegelbild der Exponentialfunktion an y=x
Rechenregeln
Produkt, Quotient und Potenz im Argument umformen
Anwendung
Exponentialgleichungen nach dem Exponenten lösen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Untersuche f(x)=\log_3(x+2).
- 1Definitionsbereich: x+2>0, also x>-2.
- 2Nullstelle: Das Argument muss 1 sein. x+2=1, also x=-1.
- 3Ein weiterer Punkt: f(7)=\log_3(9)=2, also (7|2).
- 4Die Basis 3 ist größer als 1: Der Graph steigt.
- 5Für x\to-2^+ nähert sich der Graph der senkrechten Geraden x=-2.
Fehler finden
Bestimme die Nullstelle von f(x)=\log_2(x-3). In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Der Logarithmus ist 0, wenn das Argument 1 ist, denn 2^0=1. Richtig: x-3=1, also x=4. Das liegt auch im Definitionsbereich x>3.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Für h(x)=\log_5(x+3) muss das Argument positiv sein: x+3>0, also . Für die Nullstelle setzt du das Argument gleich , denn \log_5(1)=0. Aus x+3=1 folgt die Nullstelle .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback