Mathematik · Klasse 9–10 · aktualisiert
Logarithmus einfach erklärt: Regeln und Gleichungen
Ein Logarithmus ist ein gesuchter Exponent. Du lernst, wann er definiert ist, wie du ihn im Kopf bestimmst und Exponentialgleichungen löst.
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Kurz gesagt
Der Logarithmus \log_a(b) ist der Exponent, mit dem du die Basis a potenzieren musst, um b zu erhalten: a^x=b bedeutet x=\log_a(b). Zum Beispiel ist \log_2(8)=3, weil 2^3=8 gilt. Die Basis muss positiv und ungleich 1 sein, das Argument positiv.
Ein Logarithmus beantwortet die Frage: „Welcher Exponent ist nötig?“ Aus 2^x=8 folgt zum Beispiel x=3, also \log_2(8)=3. Auf dieser Seite lernst du, Potenz- und Logarithmusschreibweise ineinander umzuwandeln, zulässige Logarithmen zu erkennen und einfache Exponentialgleichungen zu lösen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Bei einer Potenz können verschiedene Größen gesucht sein: Ist der Potenzwert gesucht, potenzierst du. Ist bei bekanntem Exponenten die Basis gesucht, kann eine Wurzel helfen. Ist bei bekannter Basis der Exponent gesucht, verwendest du den Logarithmus.
Definition
Logarithmus
Für eine zulässige Basis a und ein positives Argument b gilt: a^x=b \quad\Longleftrightarrow\quad x=\log_a(b) a heißt Basis, b heißt Argument oder Numerus, und x ist der Logarithmuswert.
Beispiel: Gesucht ist der Exponent in 2^x=8.
- 1Die Basis ist 2.
- 2Der Potenzwert ist 8.
- 3Daher lautet die Logarithmusfrage: x=\log_2(8).
- 4Weil 2^3=8 gilt, ist x=3.
- 5Also gilt \log_2(8)=3.
Merke: Beim Umschreiben bleibt die Basis gleich. Der Potenzwert wird zum Argument, und der gesuchte Exponent wird zum Logarithmuswert.
Teste dich
Für reelle Logarithmen gelten drei Bedingungen: a>0, \qquad a\ne1, \qquad b>0 Dabei ist a die Basis und b das Argument. Warum sind diese Bedingungen nötig? Eine positive Basis liefert keine Potenzwerte kleiner oder gleich null. Deshalb muss das Argument positiv sein. Für die Basis 1 gilt stets 1^x=1. Der Exponent wäre bei Argument 1 nicht eindeutig bestimmbar; andere positive Argumente würden gar nicht erreicht. Negative Basen liefern im reellen Bereich keine für alle Exponenten geeignete, eindeutige Umkehrung. Ein Logarithmuswert darf trotzdem negativ sein. Es gilt zum Beispiel: 5^{-3}=0{,}008 \quad\Longleftrightarrow\quad \log_5(0{,}008)=-3 Das Argument 0{,}008 ist positiv und daher zulässig.
Beispiel: Definiert oder nicht?
- 1\log_3(9): Basis 3 positiv und nicht 1, Argument 9 positiv. Definiert.
- 2\log_{10}(0): Keine Potenz von 10 ergibt 0. Nicht definiert.
- 3\log_1(7): Die Basis darf nicht 1 sein. Nicht definiert.
Teste dich
Übersetze die Logarithmusfrage zurück in eine Potenzfrage: \log_a(b)=? \quad\Longleftrightarrow\quad a^{?}=b Nützliche Sonderwerte sind: \log_a(1)=0,\qquad \log_a(a)=1,\qquad \log_a(a^n)=n Sie folgen direkt aus a^0=1, a^1=a und der Definition des Logarithmus. Häufig verwendete Basen haben eigene Bezeichnungen: \lg(x)=\log_{10}(x) ist der dekadische Logarithmus. \ln(x)=\log_e(x) ist der natürliche Logarithmus mit e\approx2{,}718. \log_2(x) heißt binärer oder dualer Logarithmus. Die Schreibweise log ohne angegebene Basis wird nicht überall gleich verwendet. Prüfe deshalb die Festlegung in deiner Aufgabe oder am Taschenrechner. Für dieselbe zulässige Basis a und positive Argumente u und v gelten drei zentrale Regeln. Produktregel: \log_a(uv)=\log_a(u)+\log_a(v) Ein Produkt im Argument wird zu einer Summe von Logarithmen. Quotientenregel: \log_a\left(\frac{u}{v}\right)=\log_a(u)-\log_a(v) Ein Quotient im Argument wird zu einer Differenz. Potenzregel: \log_a(u^r)=r\log_a(u) Der Exponent vor dem Argument wird zum Faktor vor dem Logarithmus.
Beispiel: Bestimme \log_3(81).
- 1Gesucht ist die Hochzahl in 3^{?}=81. Die Potenzen lauten:
- 23^1=3,\quad 3^2=9,\quad 3^3=27,\quad 3^4=81
- 3Damit ist \log_3(81)=4.
Beispiel: Berechne \log_2\left(\frac{32}{4}\right) mit der Quotientenregel.
- 1\log_2\left(\frac{32}{4}\right)=\log_2(32)-\log_2(4)
- 2Weil 2^5=32 und 2^2=4 gilt, folgt:
- 3\log_2(32)-\log_2(4)=5-2=3
- 4Die Probe bestätigt das Ergebnis: \frac{32}{4}=8 und 2^3=8.
Merke: Logarithmen verteilen sich nicht über eine Summe. Im Allgemeinen gilt also nicht \log_a(u+v)=\log_a(u)+\log_a(v).
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Bei einer Exponentialgleichung steht die Unbekannte im Exponenten. Bringe die Gleichung zuerst möglichst in die Form a^x=b Dann gilt unmittelbar: x=\log_a(b) Lässt sich das Ergebnis nicht als bekannte Potenz erkennen, hilft der Basiswechsel. Für eine beliebige gemeinsam verwendete Hilfsbasis gilt: \log_a(b)=\frac{\ln(b)}{\ln(a)} Ebenso kannst du statt \ln den dekadischen Logarithmus verwenden. Auch in Wachstumsmodellen kann der gesuchte Exponent eine Zeit angeben. Bei K=K_0q^x isolierst du zuerst die Potenz: \frac{K}{K_0}=q^x Dann folgt: x=\log_q\left(\frac{K}{K_0}\right)
Beispiel: Löse 2^x=32.
- 1Da 32=2^5 ist, kannst du den Exponenten direkt erkennen:
- 22^x=2^5 \quad\Longrightarrow\quad x=5
- 3Gleichwertig ist x=\log_2(32)=5.
Beispiel: Löse 2^x=10.
- 1Die Gleichung hat bereits die Form a^x=b.
- 2Logarithmiere: x=\log_2(10).
- 3Wechsle zu einer Taschenrechnerfunktion:
- 4x=\frac{\ln(10)}{\ln(2)}
- 5Diese Form ist exakt. Einen Näherungswert kannst du mit dem Taschenrechner bestimmen. Da 2^3=8 und 2^4=16 gilt, muss er zwischen 3 und 4 liegen.
Beispiel: Ein Kapital von 1000\,€ wächst jährlich mit dem Faktor 1{,}05. Wann erreicht es 2000\,€?
- 12000=1000\cdot1{,}05^x
- 2Nach Division durch 1000 gilt:
- 32=1{,}05^x
- 4Damit ist
- 5x=\log_{1{,}05}(2)=\frac{\ln(2)}{\ln(1{,}05)}\approx14{,}2
- 6Nach dem Modell wird das Kapital nach rund 14{,}2 Jahren verdoppelt. Die Einheit Jahre stammt aus dem jährlichen Wachstumsfaktor.
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Alles auf einen Blick
Logarithmus
Idee
Der Logarithmus beantwortet die Frage nach dem Exponenten: a^x=b heißt x=\log_a(b).
Bedingungen
Basis positiv und ungleich 1, Argument positiv.
Sonderwerte
\log_a(1)=0 und \log_a(a)=1.
Gesetze
Produkte, Quotienten und Potenzen im Argument werden zu Summe, Differenz und Faktor.
Gleichungen
Exponentialgleichungen löst du durch Logarithmieren, bei Bedarf mit Basiswechsel.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Löse 5\cdot3^x=60.
- 1Teile beide Seiten durch 5: 3^x=12.
- 2Logarithmiere: x=\log_3(12).
- 3Basiswechsel: x=\frac{\ln(12)}{\ln(3)}\approx2{,}26.
- 4Plausibel: 3^2=9 und 3^3=27, also liegt x zwischen 2 und 3.
Fehler finden
Löse 2^x=20. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Zähler und Nenner sind vertauscht. Das Argument gehört in den Zähler: x=\frac{\ln(20)}{\ln(2)}\approx4{,}32. Das passt, denn 2^4=16 und 2^5=32.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Weil 10^3=1000 gilt, ist \lg(1000) = . Für jede zulässige Basis a gilt \log_a(1) = . Aus 2^5=32 folgt \log_2(32) = .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback