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Zelt-Musik-Festival

Über die Jahre boten mehr als 600 regionale Künstler und Stars aus aller Welt ein Programm aus Klassik, Jazz, Rock, Pop, Weltmusik, Kleinkunst und …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und organisatorische Entwicklung
  3. 3. Besondere Ereignisse und Entwicklung
  4. 4. Festivalübersicht und wichtige Kennzahlen
  5. 5. Anreise und Verkehr

Profil und Bedeutung

Das Zelt-Musik-Festival (ZMF) ist ein jährlich stattfindendes Kulturfestival in Freiburg im Breisgau. Es besteht seit 1983 und dauert über drei Sommerwochen. Regelmäßig kommen bis zu 120.000 Besucher. Nach Angaben des Veranstalters ist es das größte und älteste Musikfestival Baden-Württembergs sowie das älteste Zeltfestival Europas.

Das Programm verbindet Musik, Kunst, Theater, Kabarett und Sport. Vertreten sind unter anderem Klassik, Jazz, Rock, Pop, Weltmusik, Kleinkunst und Kinderunterhaltung. Neben international bekannten Stars treten regionale Künstler, Nachwuchskräfte und Newcomer auf. Dadurch dient das Festival auch der Künstler- und Nachwuchsförderung.

Das Gelände ist frei zugänglich. Eintrittskarten werden vor allem für Veranstaltungen in den großen Zelten benötigt. Zu den Veranstaltungsorten gehören das Zirkuszelt, das Spiegelzelt, zwei Open-Air-Bühnen sowie eine weitere Bühne in einem Zelt. Dort finden auch kostenlose Konzerte, Kleinkunst und Jugendkultur-Aktionen statt. Seit 2008 arbeitet das ZMF mit dem Jugend-Bildungswerk im Programm „Youngstars in Action“ zusammen.

Entstehung und organisatorische Entwicklung

Alexander Heisler gründete das Festival 1983 zusammen mit Uli Homann und dem Freiburger Oberbürgermeister Rolf Böhme. Es entstand als Fortführung der Veranstaltungsreihe „Klassik & Jazz“ an der Universität Freiburg im Breisgau. Das erste Festival fand auf dem (Alten) Meßplatz und vor dem Kollegiengebäude II der Universität, dem heutigen Platz der Alten Synagoge, statt. 1984 wurden die drei Zelte im Eschholzpark beim Technischen Rathaus aufgebaut. Seit 1985 befindet sich das Festival außerhalb der Innenstadt in einem Naherholungsgebiet nahe dem Tiergehege Mundenhof.

Da am neuen Standort Parkplätze fehlten, entwickelte das ZMF gemeinsam mit der Freiburger Verkehrs AG ein Kombiticket: Die Eintrittskarte gilt zugleich als Fahrschein. Damit gehört das Festival nach eigener Darstellung zu den Vorreitern des Umweltschutzes bei Veranstaltungen.

In den 1990er Jahren gab es große finanzielle Probleme. Der Trägerverein musste am 22. September 2006 unter anderem wegen zu geringer Kartenverkäufe einen vorläufigen Insolvenzantrag stellen. Seit 2007 organisiert die Zelt-Musik-Festival GmbH das Festival. An ihrer Gründung waren Alexander Heisler, Andreas Schnitzler, Dieter Pfaff und Alexander Hanusch beteiligt; die KOKO & DTK Entertainment GmbH hält ein Drittel der Anteile. Die Geschäftsführung im ersten Jahr übernahmen Alexander Hanusch und Marc Oßwald. Von 2012 bis 2014 stabilisierten sich die Besucherzahlen. Seit 2017 ist die Vaddi Concerts GmbH unter Geschäftsführer Marc Oßwald gemeinsam mit der Zelt-Musik-Festival GmbH mit der Durchführung beauftragt.

Das Festivalprogramm umfasste sowohl internationale Künstler als auch bekannte deutschsprachige Acts. Beispiele aus verschiedenen Stilrichtungen sind Jethro Tull, James Brown, Gregory Porter, Hannes Wader, Sasha, Fettes Brot und Juli.

Besondere Ereignisse und Entwicklung

Die Besucherzahlen stiegen zunächst deutlich: 2009 kamen 34.000, 2010 40.000 und 2011 42.000 Zuschauer. Insgesamt besuchen heute im Durchschnitt 40.000 Menschen die Konzerte und mehr als 100.000 weitere das Festivalgelände. Nach Angaben des Veranstalters gab es in den ersten 30 Jahren an 540 Tagen Musik 2000 Veranstaltungen mit mehr als 500.000 Konzertbesuchern. Insgesamt wurden über 3 Millionen Festivalbesucher und 22.000 Künstler genannt.

2014 wurde der US-amerikanische Jazzklarinettist Perry Robinson anlässlich seines 75. Geburtstags mit einer Galanacht geehrt. Er war seit 1988 bei jedem Festival anwesend und wurde deshalb „der Geist des Festivals“ genannt. 2015 waren vor Beginn zwölf Konzerte ausverkauft, darunter das Eröffnungskonzert mit Andreas Bourani. Im selben Jahr sagte Lindsey Stirling ihr für 20.00 Uhr geplantes Konzert um 17.30 Uhr wegen zu großer Hitze ab. Ein späterer Beginn wurde nicht akzeptiert; stattdessen spielte Manuel Dubrinski, der erste Violinist des Philharmonischen Orchesters Freiburg. 2015 traten im Hauptprogramm 350 Künstler auf, im Actionprogramm 830 Künstler. Zu den dort beteiligten 570 jugendlichen Nachwuchstalenten zeigt sich die Nachwuchsförderung besonders deutlich.

Das Konzert „Im Auftrag der Liebe“ von Dieter Thomas Kuhn am 16. Juli 2016 war bereits am 11. August 2015 um 17.20 Uhr ausverkauft. Erstmals gab ein Künstler zwei Konzerte in einem Jahr auf dem ZMF; beide waren sehr schnell ausverkauft. Bei der „Gala für den Frieden“ 2016 dirigierte Enrique Ugarte das Philharmonische Orchester Freiburg. Die Gala war dem 80. Geburtstag des israelischen Klarinettisten und Klezmermusikers Giora Feidman gewidmet.

Wegen des nahe gelegenen neuen Stadtteils Dietenbach befürchteten die Veranstalter einen möglichen Umzug. Rüdiger Engel erklärte, der Bestand könne ähnlich wie beim Münchner Oktoberfest über das Grundbuch abgesichert werden. 2019 sagte Oberbürgermeister Horn zu, Dietenbach so zu planen, dass das ZMF nicht infrage gestellt werde. Engel erklärte außerdem, der Bestand werde in allen Kaufverträgen für Dietenbach abgesichert.

Die Pandemie verhinderte die Preisübergabe an Pape Dieye, den ZMF-Preisträger 2020, und an Götz Alsmann, den Ehrenpreisträger 2020. Sie wurde bei der ZMF-Gala 2022 nachgeholt. 2022 erhielten Neele Pfleiderer den ZMF-Preis und Wallis Bird den Ehrenpreis. In diesem Jahr waren erstmals ein Poetry Slam und ein ökumenischer Gottesdienst Teil des Festivals. Das Programm „Youngstars in Action“ und die Jugendkulturnacht am 15. Juli wurden ebenfalls stark angenommen.

Zum 40. ZMF 2024 gehörten die Gala „40. ZMF-Philharmonic Jubilee“, die Veranstaltung „Auf die nächsten 40! Freiburger Bands gratulieren dem ZMF“ und eine Veranstaltung zum 120-jährigen Bestehen des SC Freiburg. Die Besucherzahlen blieben stabil; das Abschlusskonzert mit Anastacia am 4. August wurde aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Seit 2025 ist das ZMF eine gemeinnützige GmbH (gGmbH). 2026 wechselten die Gesellschafter zur jüngeren Generation.

Festivalübersicht und wichtige Kennzahlen

Die Festivalübersicht zeigt eine wechselnde Benennung und unterschiedliche Veranstaltungszahlen. Das erste ZMF vom 1. bis 17. Juli 1983 hatte 40 Veranstaltungen und 30.000 Besucher. 1988 wurden 139 Veranstaltungen und 100.000 Besucher verzeichnet. 1989 und 1990 kamen jeweils 120.000 Besucher; 1994 und 1995 wurden jeweils 150.000 Besucher angegeben. In den folgenden Jahren schwankten die Besucherzahlen, zum Beispiel zwischen 90.000 im Jahr 2000 und 150.000 im Jahr 2001.

Für die jüngere Entwicklung nennt die Übersicht unter anderem folgende Daten:

  • 2015: 18 Veranstaltungen im Zirkuszelt, 35 im Spiegelzelt, 350 Künstler, 41.000 Konzertkarten und 130.000 Besucher.
  • 2016: 19 Veranstaltungen im Zirkuszelt, 30 im Spiegelzelt, 400 Künstler, 45.000 Konzertkarten und 120.000 Besucher.
  • 2017: 19 Veranstaltungen im Zirkuszelt, 29 im Spiegelzelt, 350 Künstler, 45.000 Konzertkarten und 115.000 Besucher.
  • 2018: 19 Veranstaltungen im Zirkuszelt, 30 im Spiegelzelt, 350 Künstler, 42.000 Konzertkarten und 125.000 Besucher.
  • 2019: 19 Veranstaltungen im Zirkuszelt, 29 im Spiegelzelt, 400 Künstler, 41.000 Konzertkarten und 115.000 Besucher.

2020, vom 15. Juli bis 2. August, und 2021, vom 21. Juli bis 8. August, wurde das ZMF wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt. 2022 fand es unter dem Motto „Zusammenspiel“ vom 13. bis 31. Juli wieder statt: Die Übersicht nennt insgesamt 150 Veranstaltungen, davon 46 kostenpflichtige, 1000 Künstler, 50.000 Konzertkarten und 130.000 Besucher. Die Einleitung nennt für den Vorverkauf hingegen über 45.000 verkaufte Karten.

2023 gab es vom 12. bis 30. Juli 160 Veranstaltungen, davon 50 kostenpflichtige, 1200 Künstler, 44.000 Konzertkarten und 100.000 Besucher. 2024 wurden vom 17. Juli bis 4. August ebenfalls 160 Veranstaltungen, davon 49 kostenpflichtige, über 1200 Künstler, 47.000 Konzertkarten und mehr als 100.000 Besucher genannt. 2025 war das 41. ZMF vom 17. Juli bis 4. August geplant. Für das 42. ZMF vom 15. Juli bis 2. August 2026 werden 180 Veranstaltungen, davon 48 kostenpflichtige, über 1000 Künstler, 42.000 Konzertkarten und mehr als 100.000 Besucher angegeben. Das 43. ZMF ist für den 14. Juli bis 1. August 2027 angekündigt.

Anreise und Verkehr

Das Festivalgelände ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad erreichbar. Von der Endhaltestelle Bollerstaudenstraße im Rieselfeld führt die Straßenbahnlinie 5 in etwa zehn Minuten zu Fuß zum Gelände. Von der Endhaltestelle Munzinger Straße der Linie 3 in der Haid fährt über die Haltestelle Maria-von-Rudloff-Platz an der Linie 5 ein Shuttle-Bus zum Festivalgelände.

Direkt am Mundenhof gibt es eine Station des Fahrradverleihsystems Frelo. Außerdem führt die Fahrradroute FR 5 vom Hauptbahnhof über Stühlinger, Betzenhausen und den Dietenbachpark direkt zum Festivalgelände.

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