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Worttrennung
Diese Art der Worttrennung basiert auf der Zerlegung in Wortbestandteile, die nicht immer mit der Zerlegung in Silben als phonetische Einheiten übereinstimmt.
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Grundidee und Zweck
Worttrennung oder Wortzerlegung, in Österreich auch Abteilen, bedeutet das Aufteilen meist längerer Wörter am Zeilenende. Sie dient in Alphabetschriften dazu, den Platz beim handschriftlichen oder maschinenschriftlichen Zeilenumbruch besser zu nutzen. Sie hat auch eine ästhetische Funktion, weil eine Seite gleichmäßiger gefüllt werden kann. Die Worttrennung folgt festen orthografischen Regeln.
Der Ausdruck Silbentrennung wird oft gleichbedeutend verwendet. Er ist aber nicht in allen Sprachen unproblematisch, weil die Trennung von Wörtern nicht immer mit der phonologischen oder phonetischen Gliederung in Silben übereinstimmt. Im Deutschen richtet sich die Worttrennung primär nach den Sprechsilben. Eine Silbe ist in der Sprachwissenschaft die kleinste Lautgruppe im natürlichen Sprechfluss; sie ist eine phonetische Einheit und keine Sinneinheit. Deshalb stimmt die Silbengliederung nicht immer mit Morphemen überein, also mit bedeutungstragenden Wortbestandteilen.
Prinzipien im Deutschen
Die orthografische Worttrennung im Deutschen beruht auf Wortbestandteilen, Sprechsilben sowie grafischen und ästhetischen Eigenschaften. In vielen Sprachen, darunter auch im Deutschen, ist eine wichtige Grundlage die Zerlegung zusammengesetzter Wörter in ihre Bestandteile und anschließend die Zerlegung nach Silben.
Eine andere Grundlage kann die Trennung nach etymologischen Prinzipien sein. Das bedeutet: Man trennt nach der ursprünglichen Zusammensetzung eines Wortes in der eigenen oder entlehnten Sprache. Diese Trennung nach Wortbestandteilen stimmt nicht immer mit der phonetischen Silbentrennung überein.
Schwierigkeiten entstehen besonders bei Fremdwörtern. Manche lassen sich nach deutschen Regeln problemlos trennen, zum Beispiel „Chauf-feur“. Bei anderen ist unklar, ob die deutschen Regeln oder die Regeln der Herkunftssprache gelten sollen, etwa bei „Restaurant“: Nach deutschen Prinzipien ist „Res-tau-rant“ richtig; nach der Originalsprache wäre „Restau-rant“ möglich. Automatische Rechtschreibprüfungen berücksichtigen solche Fälle nicht immer korrekt.
Trennzeichen
In der deutschen Rechtschreibung wird zur Worttrennung ein Trennungsstrich verwendet. Äußerlich ist er mit dem Bindestrich identisch; beide Zeichen werden auch Divis genannt. Im Satz wird als Divis der Viertelgeviertstrich verwendet. Historisch gab es in der Frakturschrift auch den Doppelbindestrich „⸗“.
Mit der Schreibmaschine entstand das Bindestrich-Minus. Es wurde für verschiedene Mittelstriche benutzt und war länger als ein Viertelgeviertstrich, aber kürzer als ein Halbgeviertstrich und das Minuszeichen. Dieses Zeichen blieb auf Computertastaturen und in frühen Computerzeichensätzen erhalten. Moderne Zeichensätze enthalten wieder verschiedene Strichzeichen, und Textprogramme erzeugen je nach Kontext oft unterschiedliche Zeichen, wenn die Bindestrich-Minus-Taste gedrückt wird.
Automatische Trennung
Heutige Textverarbeitungsprogramme bieten meist automatische Silbentrennung zusätzlich zur Rechtschreibprüfung. Sie verwenden dafür häufig eingebaute Wörterbücher mit Informationen zur Silbenaufteilung. Solche Wörterbücher sind sprachspezifisch und können nicht einfach für Texte in anderen Sprachen benutzt werden.
Frühere Programme versuchten aus Speicherplatz- und Geschwindigkeitsgründen, Silbentrennung algorithmisch zu lösen, also nur mit Regeln. Ein Grundansatz war: Die Software sucht vom gewünschten Zeilenende nach links bis zum nächsten Vokal, zählt dabei Umlaute und Y als Vokale, geht dann um einen Konsonanten nach links und schlägt vor diesem die Trennung vor. Konsonantengruppen wie „ch“, „sch“ oder nach neuer Rechtschreibung „ck“ wurden dabei als ein Konsonant gezählt; nach alter Schreibung auch „st“, außerdem zum Beispiel „gn“ in griechischstämmigen Fremdwörtern wie „Magnet“. Für deutschsprachige Texte erreichten solche einfachen Regeln etwa 75–80 % korrekte Trennstellen; beim Rest lagen sie meist nur um einen Buchstaben daneben. Der Benutzer konnte den Vorschlag verschieben oder ablehnen.
Hilfreich sind auch bedingte Trennstriche. Das sind Zeichen, mit denen der Benutzer eine geeignete Trennstelle vorgibt. Wird dort getrennt, erscheint im Druck ein normaler Trennungsstrich; wird keine Trennung benötigt, bleibt das Zeichen unsichtbar. So können auch fremdsprachige Wörter oder Spezialausdrücke vorbereitet werden, die dem Wörterbuch unbekannt sind.
Programme beachten außerdem allgemeine Regeln des Drucksatzes, etwa dass keine zu kleinen Wortstücke abgetrennt werden. Ein vorhandener Bindestrich kann als Trennstelle genutzt werden, wenn er in einer Toleranzzone liegt. Bei bedingten Trennstrichen kann diese Toleranzzone größer sein, damit die Software bevorzugt die vom Benutzer vorgegebene Trennstelle verwendet.
Typische Fehler
Automatische Worttrennung kann sinnentstellende Trennungen erzeugen, besonders wenn ein Programm falsche Morpheme aus seinem Wörterbuch erkennt. Beispiele sind „Fluch-torte“ statt richtig „Flucht-orte“, „Türk-linke“ statt richtig „Tür-klinke“ oder „Urin-stinkt“ statt richtig „Ur-instinkt“. Abhilfe schaffen nur manuelle Korrekturen der Trennausnahmen im Programm oder eine Erweiterung des installierten Wörterbuchs.
Auch fehlende Trennungen können sinnentstellend wirken. Als Beispiel nennt der Artikel „Zufallbringung eines halb umgestürzten Baumes“, besser mit Trennung als „Zu-Fall-Bringung“.
Nicht gedruckte Texte und URLs
In Texten, die nicht oder nicht hauptsächlich für den Druck bestimmt sind, wird meist auf Worttrennung verzichtet. Dazu gehören viele Webseiten und E-Mails. Der Grund ist, dass die passende Stelle für einen Zeilenumbruch je nach Endgerät, Bildschirmbreite und Schriftgröße unterschiedlich sein kann. Deshalb müsste die Software des Endgeräts, etwa der Browser, die Trennung übernehmen.
Wenn keine Worttrennung stattfindet, wird meist nur nach Wortenden umbrochen; Bindestriche gelten zusätzlich als mögliche Trennstellen. Dadurch entsteht oft linksbündiger Text mit unruhigem rechten Rand. Blocksatz kann das ausgleichen, kann aber sehr breite Leerzeichen erzeugen. Besonders lange Wörter können das Layout stören oder sogar über die mögliche Bildschirmbreite hinausragen. Darstellende Software kann dann notfalls an beliebiger Stelle im Wort umbrechen, auch wenn das orthografisch nicht korrekt ist.
HTML bietet mit „“ einen bedingten Trennstrich, mit dem weiche Trennstellen vorgegeben werden können. Auch CSS bietet Möglichkeiten zur Behandlung langer Wörter. Diese Mechanismen werden aber nicht von allen Browsern unterstützt, nicht von allen Suchmaschinen ignoriert und sind deshalb wenig gebräuchlich.
Lange URLs sind ein Sonderfall. Sie sollen nicht mit einem Bindestrich getrennt werden, weil unklar wäre, ob der Strich zur URL gehört oder nur als Trennzeichen eingefügt wurde. Die URL „http://de.wikipedia.org/wiki/Wort- trennung“ könnte zum Beispiel für „http://de.wikipedia.org/wiki/Wort-trennung“ oder für „http://de.wikipedia.org/wiki/Worttrennung“ stehen. Deshalb sollen URLs ohne eingefügtes Trennungszeichen umbrochen werden. RFC 3986, Anhang C, empfiehlt, URLs in Texten mit Zeichen zu begrenzen, die nicht Teil einer URL sein dürfen, etwa mit doppelten Anführungszeichen oder spitzen Klammern: „http://de.wikipedia.org/wiki/Worttrennung“ oder http://de.wikipedia.org/wiki/Worttrennung. Lange URLs lassen sich außerdem durch Kurz-URLs vermeiden.