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Women of the Wall

Frauen der Mauer (hebräisch נשות הכותל N'schot ha-Kotel) ist eine israelische Frauenrechtsorganisation, die sich vor allem dafür einsetzt, dass das Recht …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Organisation und Ziel
  2. 2. Religiöser und räumlicher Hintergrund
  3. 3. Gründung und erste Gebete
  4. 4. Konflikte und Rechtsstreit
  5. 5. Weitere Entwicklung

Organisation und Ziel

Frauen der Mauer (hebräisch נשות הכותל N'schot ha-Kotel; häufig WOW) ist eine israelische Frauenrechtsorganisation. Sie setzt sich vor allem dafür ein, dass jüdische Frauen im gesamten Bereich der Klagemauer beten dürfen. Dazu gehören nach ihren Forderungen das Tragen des Tallit, eines jüdischen Gebetsmantels, und das gemeinsame Lesen aus der Tora, der heiligen Schrift des Judentums.

Der Konflikt betrifft sowohl religiöse Frauenrechte als auch die Frage, welche jüdische Tradition die Regeln an der Klagemauer bestimmen soll.

Religiöser und räumlicher Hintergrund

An der Klagemauer sind die Gebetsbereiche für Männer und Frauen getrennt. Die Mechitza, eine Trennwand, grenzt die Frauensektion von der Männersektion ab. Der Gebetsbereich der Frauen ist etwa ein Viertel so groß wie der Bereich der Männer.

Nach orthodoxer Tradition dürfen Frauen dort weder Tallit noch Tefillin tragen und auch nicht aus der Tora lesen. Tefillin sind Gebetsriemen, die beim Gebet getragen werden. Das Reformjudentum erlaubt Frauen dagegen, rituelle Gebetskleidung zu tragen. Die unterschiedlichen religiösen Auffassungen bilden den Hintergrund des Streits um die Gebete der Frauen der Mauer.

Gründung und erste Gebete

1988 fand in Jerusalem der erste Kongress jüdischer Feministinnen statt. Aus dessen Umfeld versammelten sich am 1. Dezember 1988 etwa 100 Frauen zu einem öffentlichen gemeinsamen Gebet in der abgetrennten Frauensektion der Klagemauer. Sie verwendeten dabei eine Torarolle, auf Hebräisch Sefer Tora, und trugen Tallitot, die Mehrzahl von Tallit.

Andere Männer und Frauen protestierten gegen die Zeremonie, doch das Gebet konnte zu Ende geführt werden. Rabbiner Yehuda Gertz, der damalige Verwalter der Klagemauer, stellte fest, dass es nicht gegen die Regeln der Halacha, also des jüdischen Religionsgesetzes, verstoße. Seitdem veranstalten die Frauen der Mauer monatliche Gebetszeremonien zu Rosch Chodesch, dem Beginn eines neuen Monats im jüdischen Kalender.

Konflikte und Rechtsstreit

In der Folge wurden die Gebete wiederholt von orthodoxen Juden gestört, teilweise auch gewaltsam. Nach einer Petition von vier Frauen untersagte das Oberste Gericht Israels zunächst das Beten mit Tallit und Tora. Im Dezember 1989 verbot das Gericht „jegliche religiöse Zeremonie an einer heiligen Stätte, die nicht mit den Gebräuchen der Stätte übereinstimme und die Gefühle der Gläubigen verletze“.

Darauf folgte ein jahrelanger Rechtsstreit. Auf Forderung des Obersten Gerichts setzte die israelische Regierung 1994 die Mancal-Kommission ein, um die Forderungen der Frauen zu prüfen. 1997 schlug diese Kommission vor, das Gebet am Robinson-Bogen zu erlauben, der an die Klagemauer angrenzt. WOW lehnte diesen Vorschlag ab. Anschließend wurde mit der Ne'eman-Kommission eine weitere Kommission eingesetzt.

Am 4. Juni 2001 entschied das Oberste Gericht, dass Frauen grundsätzlich ein Recht haben, an der Klagemauer zu beten. Dieses Recht gelte jedoch nicht unbegrenzt. Gebete der Frauen der Mauer sollten am Robinson-Bogen erlaubt sein, nicht aber unmittelbar an der Mauer.

Weitere Entwicklung

In den folgenden Jahren wurden Aktivistinnen der Frauen der Mauer wiederholt verhaftet, weil sie gegen die gerichtlichen Vorgaben verstießen. 2010 forderten 400 internationale Rabbiner die Jerusalemer Polizei in einem offenen Brief dazu auf, Frauen zu schützen, die an der Klagemauer rituell beteten.

In Israel entwickelte sich daraus eine gesellschaftliche Debatte über die religiösen Rechte von Frauen und über das Verhältnis zwischen dem orthodoxen Judentum und modernen jüdischen Werten. Nachdem Gebete im Frauenabschnitt der Klagemauer gestattet worden waren, mussten Sicherheitskräfte die betenden Frauen vor Übergriffen orthodoxer Gegner schützen.

2016 beschloss die israelische Regierung, einen eigenen Gebetsplatz für Anhänger des Reformjudentums einzurichten.

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