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Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut
Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) ist ein gewerkschaftsnahes Forschungsinstitut mit Sitz in Düsseldorf. Es geht zurück auf das …
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Institut und Aufgaben
Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) ist ein gewerkschaftsnahes Forschungsinstitut mit Sitz in Düsseldorf. Es ging aus dem 1946 gegründeten Wirtschafts-Wissenschaftlichen Institut (WWI) hervor, erhielt 1972 seinen heutigen Namen und ist seit 1995 Teil der Hans-Böckler-Stiftung.
Das WSI untersucht wirtschaftliche und soziale Fragen und entwickelt wissenschaftlich begründete Vorschläge zur Bewältigung gesellschaftlicher Probleme. Seine Ergebnisse und Konzepte richtet es an Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft. Innerhalb der Hans-Böckler-Stiftung arbeitet es eng mit dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zusammen.
Forschungsschwerpunkte
Die Forschung des WSI umfasst:
- Strukturen von Wirtschaft und Arbeitsmarkt,
- Verteilung von Einkommen und anderen wirtschaftlichen Ressourcen,
- soziale Sicherung,
- Arbeitsbeziehungen zwischen Beschäftigten, Arbeitgebern und ihren Organisationen,
- Tarifpolitik, also die Gestaltung von Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge.
Das Institut veröffentlicht außerdem jährlich die deutsche Arbeitskampfbilanz des Vorjahres. Sie erfasst Arbeitskämpfe wie Streiks und Aussperrungen.
Tarifarchiv und Lohnspiegel
Das WSI-Tarifarchiv ist die zentrale Dokumentationsstelle der gewerkschaftlichen Tarifpolitik. Es informiert regelmäßig über aktuelle Tarifverhandlungen und Tarifabschlüsse in Deutschland und führt umfassende Statistiken zu tarifbezogenen Verdiensten, Arbeitszeiten und Beschäftigten. Darüber hinaus beobachtet es neue Entwicklungen bei Rahmen- und Manteltarifverträgen, analysiert deren Regelungen und veröffentlicht regelmäßig einen europäischen Tarifbericht. Mit wissenschaftlichen Beiträgen beteiligt es sich auch an der öffentlichen Debatte über Tarifpolitik.
Zum Tarifarchiv gehört das Projekt Lohnspiegel. Auf www.lohnspiegel.de bietet es einen Online-Gehaltscheck mit Angaben zu tatsächlich gezahlten Löhnen und Gehältern in über 500 Berufen.
Das Tarifarchiv tauscht Daten mit dem Projekt Streikmonitor aus, das von Stefan Schmalz an der Universität Jena geleitet wird. Der Streikmonitor verwendet einen gegenüber dem WSI erweiterten Streikbegriff und soll Streikaktivitäten in Deutschland langfristig und nach einheitlichen Maßstäben erfassen.
Wissenschaftliche Zeitschrift
Die WSI-Mitteilungen sind die wissenschaftliche Fachzeitschrift des Instituts. Sie erscheinen sechsmal im Jahr und verbinden wissenschaftliche Forschung mit einer Ausrichtung auf Politik und Praxis. Inhaltlich behandeln sie neue Erkenntnisse aus dem Bereich „Arbeit – Wirtschaft – Soziales“.
Regelmäßige Themen sind Arbeitsmarkt-, Sozial- und Verteilungspolitik, Arbeitspolitik, Arbeitsbeziehungen und Tarifpolitik, Qualifizierungspolitik, Gender- und Gleichstellungspolitik, Makroökonomie, Konjunktur- und Finanzpolitik sowie europäische Integration und Globalisierung. Im Online-Archiv stehen Zusammenfassungen aller Aufsätze bereit; ausgewählte Beiträge sind vollständig zugänglich.
Leitung und Personal
Seit dem 1. Mai 2020 ist Bettina Kohlrausch wissenschaftliche Direktorin des WSI. Sie ist außerdem Professorin für „Gesellschaftliche Transformation und Digitalisierung“ an der Universität Paderborn. Chefredakteurin der WSI-Mitteilungen ist seit 2023 die Soziologin Claudia Czingon. Am WSI arbeiten dauerhaft 17 Wissenschaftler sowie weitere wissenschaftliche Projektmitarbeiter.