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Wirtschaft Zyperns

Bei den Reparaturen wurden einige Kraftwerksblöcke auf Erdgasbetrieb umgerüstet. Anbindung an das europäische Stromnetz. Mit EuroAsia Interconnector1 …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und wirtschaftlicher Rahmen
  2. 2. Entwicklung seit der Teilung der Insel
  3. 3. Wirtschaftssektoren und Landwirtschaft
  4. 4. Energieversorgung
  5. 5. Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt
  6. 6. Außenhandel und Unternehmen

Überblick und wirtschaftlicher Rahmen

Der Artikel beschreibt die Wirtschaft der Republik Zypern. Sie ist eine liberale Marktwirtschaft und seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union. Die Liberalisierung der Märkte wird fortgesetzt, unter anderem im Telekommunikationswesen. Steuerreformen von 2002 und 2003 sollten Zypern als attraktives Finanzzentrum mit Brückenfunktion in den Nahen Osten stärken. Für die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern gibt es kaum auswertbare Wirtschaftsdaten.

Bis Ende 2007 war das Zyprische Pfund (CYP) die Währung. Am 1. Januar 2008 wurde der Euro zum Wechselkurs 1 EUR = 0,585274 CYP eingeführt; Zypern wurde damit das 15. Mitgliedsland der Eurozone. Das Land ist Mitglied der EU, der WTO und der OECD.

Für 2017 werden ein nominales Bruttoinlandsprodukt von 21,3 Mrd. USD und ein kaufkraftbereinigtes BIP von 31,2 Mrd. USD angegeben. Das BIP pro Kopf betrug nominal 24.976 USD und nach Kaufkraftparität 37.023 USD. Das Wirtschaftswachstum lag bei 3,4 %. Die öffentlichen Schulden betrugen 104,5 % des BIP, die Staatseinnahmen 39,9 % und die Staatsausgaben 38,1 %. Daraus ergab sich ein Haushaltssaldo von +1,8 % des BIP.

Entwicklung seit der Teilung der Insel

Schon im Altertum besaß Zypern eine wichtige Wirtschaft; wichtigstes Exportprodukt war Kupfer. Nach der türkischen Invasion von 1974 wurden 37 % des Staatsgebiets der Republik Zypern besetzt. In diesem Gebiet lagen jedoch 70 % der damaligen Wirtschaftsleistungen, darunter 66 % der touristischen Anlagen, 90 % der Hotels, 80 % der Zitrusbäume und der Handelshafen von Famagusta. Der Verlust landwirtschaftlicher Flächen und wichtiger Produktionsmittel zwang die Republik zu einer wirtschaftlichen Neuausrichtung. Schifffahrt und Finanzdienstleistungen wurden neue Standbeine, während der Tourismus schrittweise wieder ausgebaut wurde.

Ab Mitte der 1970er-Jahre schuf die Regierung Bedingungen für eine Niedrigsteuerwirtschaft. Die geringe Besteuerung ausländischer Eigentümer führte in den 1990er-Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion zu einem starken Wachstum von Holdinggesellschaften mit ausländischen Eigentümern. Die Körperschaftsteuer wurde zwar mehrfach erhöht, beträgt aber laut Artikel 15 Prozent (Stand 2026). Für Einkünfte aus geistigem Eigentum gilt ein ermäßigter Steuersatz von 2,5 Prozent; eine Gewerbesteuer wird nicht erhoben.

1996 wurde in Nikosia die Wertpapierbörse gegründet. Die späten 1990er-Jahre waren von Liberalisierung geprägt. Bis 2000 war eine Harmonisierung mit der Europäischen Union erreicht; seit 1997 durften Ausländer 100 % einer zyprischen Gesellschaft besitzen. Mit der EU-Erweiterung 2004 wurde die Eingliederung in den EU-Binnenmarkt abgeschlossen.

Von 2013 an konnten ausländische Investoren gegen eine Investition von mindestens 2,5 Millionen Euro in Zypern die Staatsbürgerschaft erhalten. Laut Artikel nahm Zypern dadurch bislang rund 8,25 Milliarden Euro ein. Im Oktober 2020 leitete die EU-Kommission gegen Zypern und Malta Vertragsverletzungsverfahren ein.

Wirtschaftssektoren und Landwirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur wird vom Dienstleistungssektor bestimmt. Für 2009 werden folgende Anteile am BIP angegeben: Landwirtschaft 2,1 %, Industrie 18,6 % und Dienstleistungen 79,3 %. Für 2007 nennt der Artikel dagegen rund 75 % Dienstleistungen, 21 % Industrie und 4 % Landwirtschaft; inzwischen sei der Dienstleistungsanteil auf 81 % gestiegen. Die unterschiedlichen Angaben beziehen sich auf verschiedene Jahre und Darstellungen.

Der Tourismus bietet die meisten Arbeitsplätze. Bedeutend sind außerdem Finanz- und Unternehmensdienstleistungen. Die Industrie nutzt vor allem natürliche Ressourcen und umfasst unter anderem Nahrungsmittel- und Getränkeverarbeitung, Zement- und Gipsproduktion, Schiffsreparatur und -erneuerung sowie die Herstellung von Textilien, Chemikalien, Metallwaren, Holz-, Papier-, Stein- und Tonprodukten. Wegen des niedrigen Steuersatzes von 12,5 % haben sich zahlreiche Unternehmen in Zypern angesiedelt.

Zu den Bodenschätzen gehören Kupfer und Asbest. In den Bergen gibt es Marmor, Pyrit und Gips; außerdem werden Salzablagerungen und Ton genutzt. Kupfer war historisch besonders bedeutend.

In der Landwirtschaft sind Zitrusfrüchte, Gemüse und Kartoffeln wichtig. Orangen- und Grapefruithaine liegen vor allem bei Limassol und Morphou. Im Südosten werden Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Gurken und Zwiebeln angebaut. Zyprische Kartoffeln werden häufig nach Großbritannien exportiert. Bei Paphos gibt es Weinberge und Bananenplantagen; im Nordwesten wachsen Feigen und Granatäpfel. Weitere Produkte sind Wein, Oliven, Geflügel und Lämmer. Das milde Klima ermöglicht bei vielen Obst-, Gemüse- und Getreidesorten zwei Ernten im Jahr.

Moderne Bewässerungssysteme unterstützen den Anbau. Das 1983 fertiggestellte Paphos Project kostete 24 Mio. CYP und versorgte 5000 ha Land. Seit dem EU-Beitritt nimmt die landwirtschaftlich genutzte Fläche ab, besonders in Tourismusregionen. Als Gründe nennt der Artikel den verstärkten Kauf von Land und Häusern durch Briten für den Altersruhesitz sowie die Förderung von Brachflächen in der EU.

Energieversorgung

Die Republik Zypern war 2007 stark von Energieimporten abhängig: 96 % des Energieverbrauchs beruhten auf importiertem Erdöl, nur 2 % auf Solarenergie. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag 2019 bei 9,8 %. Windkraft deckte von 2019 bis 2022 jeweils rund 6 % des Strombedarfs, 2023 4 % und 2025 3 %.

Die Photovoltaikleistung stieg deutlich: von 110 MW im Jahr 2017 auf 229 MW Ende 2020, 315 MW im Jahr 2021, 431 MW im Jahr 2022, 581 MW Ende 2023 und 797 MW Ende 2024. Bei der solaren Warmwassererzeugung ist Zypern weltweit führend. 2007 wurden 562 kWth pro 1000 Einwohner und eine Gesamtleistung von 437,6 MWth geschätzt. Bis 2020 stieg die Gesamtleistung auf 617 MWth und die Leistung pro 1000 Einwohner auf 704 kWth. 92 % der Haushalte nutzten solare Warmwassererzeugung; 53 % der Hotels besaßen eine große Solarthermieanlage.

Eine Munitionsexplosion auf der Marinebasis Evangelos Florakis beschädigte im Juli 2011 das wichtigste Elektrizitätswerk Vassiliko schwer; bei dem Unfall starben 13 Menschen. Das Kraftwerk hatte zuvor 60 % des zyprischen Stroms erzeugt. Ersatz lieferten kleinere Kraftwerke, gemietete Notstromaggregate, private Kraftwerke und zeitweise Stromlieferungen aus Nordzypern. Die verfügbare Leistung betrug zunächst 920 MW und musste im Sommer um 120 MW ergänzt werden. Bis Sommer 2012 kam es dennoch regelmäßig zu Stromausfällen. Zwei Gasturbinen liefen im Juni 2012 wieder, die Kessel im Sommer 2013; einige Blöcke wurden auf Erdgas umgerüstet. Der EuroAsia Interconnector soll den Austausch elektrischer Energie zwischen den Netzen Griechenlands, Zyperns und Israels ermöglichen.

Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt

Das BIP zu Marktpreisen betrug 2006 etwa 14,7 Mrd. Euro. Das reale Wachstum sank von etwa 5,5 % im Jahr 2000 auf 3,8 % im Jahr 2005 und rund 3,7 % in den Jahren 2006 und 2007. Als Gründe nennt der Artikel die Abhängigkeit von der Weltwirtschaft, eine unsichere Wirtschaftslage, steigende Ölpreise und zunehmenden Wettbewerb im Tourismus. Das Pro-Kopf-Einkommen lag 2006 bei etwa 18.336 Euro pro Jahr und war damit 6,4 % höher als 2005.

2008 wurde zunächst ein BIP-Anstieg um 3,4 % auf 16,665 Mrd. Euro erwartet; für 2009 wurde ein BIP von 17,744 Mrd. Euro prognostiziert. Tatsächlich erreichte das BIP 2009 nur 16,9 Mrd. Euro, und das reale Wachstum war mit −1,9 % negativ.

Die durchschnittliche Inflationsrate lag ab August 2005 unter dem EU-Referenzwert von 3 %. Im März 2007 wurde mit 2,0 % der niedrigste Wert genannt. Für 2024 wird eine Inflationsrate von 2,3 % angegeben. Zwischen 1992 und 1998 sank die Inflationsrate insgesamt von 6,51 % auf 2,34 %, wobei es 1996 einen zwischenzeitlichen Anstieg um 0,81 % gab. 2006 wird im Artikel ein Wert von 0,2 % genannt. Die Inflationsbekämpfung wird insgesamt als zunächst erfolgreich beschrieben; 2010 stieg die Inflation jedoch wieder auf 2,6 %. Begünstigt wurde die Entwicklung durch Handelsliberalisierung, stärkeren Wettbewerb und fehlenden Lohndruck.

Die Arbeitslosenquote lag in den letzten Jahren zunächst bei 4,5 % und erreichte im November 2007 mit 3,8 % einen Tiefstand. Für 2008 wurden 3,9 %, für 2010 4,6 %, für 2011 7,7 % und für 2017 11,8 % angegeben. 2009 gab es etwa 392.700 Erwerbstätige; die reale Erwerbsquote lag bei ungefähr 49,3 %. Die Lohnstückkosten, also die Arbeitskosten je produzierter Einheit, sanken in den Jahren bis 2007. Ende 2007 lagen sie unter den Werten Griechenlands, Italiens und Großbritanniens.

Außenhandel und Unternehmen

Zypern ist ein verhältnismäßig exportschwaches Land. Gründe sind die hohe Importnachfrage, etwa nach ausländischen Kraftfahrzeugen, Einbußen im Tourismus und hohe Steuern auf bestimmte Exportgüter. 2015 betrugen die Exporte 1,6 Mrd. Euro und die Importe 5,0 Mrd. Euro; daraus ergab sich eine Außenhandelsbilanz von −4,6 Mrd. Euro. Für 2006 werden ein Importvolumen von 5515,14 Mio. Euro und ein Exportvolumen von 1112,13 Mio. Euro genannt. Das damalige Handelsbilanzdefizit betrug 4403,05 Mio. Euro.

Importiert werden vor allem Autos, Maschinen, Industriebedarf, elektrische Geräte, Konsumgüter, Erdölprodukte, Schmiermittel, Halbfertigwaren und Transportausrüstung. Wichtige Importpartner waren 2006 Griechenland, Italien, Großbritannien und Deutschland. Für 2008 werden Anteile von Griechenland 15,1 %, Italien 8,7 % und Großbritannien 8,3 % genannt. Die Exporte bestehen hauptsächlich aus Re-Exporten, etwa japanischen Kraftfahrzeugen, sowie Agrarerzeugnissen und Pharmazeutika. Weitere Exportgüter sind Zitrusfrüchte, Kartoffeln, Zement, Kleidung und Zigaretten. Für 2008 werden Griechenland mit 18,4 %, das Vereinigte Königreich mit 12,9 % und Deutschland mit 5,7 % als wichtige Exportpartner genannt.

Zu den zehn größten börsennotierten Unternehmen gehören Banken wie Hellenic Bank PCL und Bank of Cyprus, Finanzdienstleister wie Marfin Popular Bank PCL, Demetra Holdings und Pandora Investments Public Ltd., außerdem Unternehmen aus Konsumgütern, Baustoffen, Schifffahrt, Börsendienstleistungen und Computertechnik. Die einzige Börse des Landes ist die Börse von Zypern in Nikosia. Zur Bewertung des Aktienmarkts dienen der Dow Jones Cyprus Titans 10 Index und der Cyprus General Market Index.

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