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William Golding
Sir William Gerald Golding (* 19. September 1911 in St. Columb Minor, Cornwall; † 19. Juni 1993 in Perranarworthal, Cornwall) war ein britischer …
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Leben und literarische Bedeutung
Sir William Gerald Golding (* 19. September 1911 in St. Columb Minor, Cornwall; † 19. Juni 1993 in Perranarworthal, Cornwall) war ein britischer Schriftsteller. 1983 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Seine Romane behandeln in symbolisch-allegorischer Form grundlegende Fragen der menschlichen Existenz, insbesondere Überleben, Schuld, Sühne und Erlösung.
Golding begann bereits im Alter von sieben Jahren zu schreiben. Zunächst studierte er widerwillig Naturwissenschaften, verlagerte seinen Schwerpunkt jedoch auf englische Literatur. Am Brasenose College der Universität Oxford schloss er ein Studium der Naturwissenschaften und der englischen Literatur ab. Bereits ein Jahr vor dem Studienabschluss erschien sein erstes Gedichtbuch; Golding war damals 23 Jahre alt.
Beruflicher Weg und zentrale Themen
Ab 1939 unterrichtete Golding Englisch in Salisbury. Seine schriftstellerische Arbeit wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, an dem er als Marineoffizier teilnahm. Die Kriegserfahrungen prägten sein späteres literarisches Schaffen.
Seine Manuskripte waren anfangs wenig gefragt. Der Roman Herr der Fliegen wurde von mehr als zwanzig Verlagen abgelehnt, bevor er 1954 erschien. Die Erzählung handelt von einer Gruppe gestrandeter Schüler und wurde in Großbritannien und den USA ein Bestseller. Kein weiteres seiner Bücher konnte an diesen Erfolg anschließen.
1961 ermöglichten ihm die Einnahmen aus seinen erfolgreichen Büchern, den Lehrerberuf aufzugeben. Nach einem Jahr als Writer-in-residence am Hollins College in Virginia arbeitete er als freier Schriftsteller. William Golding starb 1993 im Alter von 81 Jahren. Seine letzte Ruhestätte liegt auf dem Kirchhof des Dorfes Bowerchalke in Wiltshire.
Auszeichnungen
Golding erhielt mehrere bedeutende staatliche und literarische Auszeichnungen:
- 1966 wurde ihm der Orden Commander of the British Empire verliehen.
- 1980 gewann er den Man Booker Prize für den Roman Rites of Passage, auf Deutsch Äquatortaufe.
- 1983 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
- 1988 wurde er zum Knight Bachelor erhoben.
Werke und Gattungen
Goldings Werk umfasst Gedichte, Romane, ein Bühnenstück, Essays, Novellen und einen Reisebericht. Zu den im Artikel genannten Veröffentlichungen gehören:
- 1934: Poems (Gedichte)
- 1954: Lord of the Flies (Roman), deutsch Herr der Fliegen
- 1955: The Inheritors (Roman), deutsch Die Erben
- 1956: Pincher Martin (Roman), deutsch Der Felsen des zweiten Todes; auch unter dem Titel Pincher Martin veröffentlicht
- 1958: The Brass Butterfly (Bühnenstück), deutsch Der Messing-Schmetterling
- 1959: Free Fall (Roman), deutsch Freier Fall
- 1964: The Spire (Roman), deutsch Der Turm der Kathedrale
- 1965: The Hot Gates (Essays)
- 1967: The Pyramid (Roman), deutsch Oliver
- 1971: The Scorpion God (drei Novellen), deutsch Der Sonderbotschafter
- 1979: Darkness Visible (Roman), deutsch Das Feuer der Finsternis
- 1980: Rites of Passage, deutsch Äquatortaufe
- 1982: A Moving Target (Essays)
- 1984: The Paper Men (Roman), deutsch Papier-Männer
- 1985: An Egyptian Journal (Reisebericht), deutsch Ein ägyptisches Tagebuch
- 1987: Close Quarters, deutsch Die Eingepferchten
- 1989: Fire down Below
- 1996: The Double Tongue (Roman), deutsch Mit doppelter Zunge
The Double Tongue erschien 1996 und damit nach Goldings Tod.
Hörbuch
2005 erschien Lord of the Flies als Hörbuch bei Listening Library. Das Hörbuch wird vom Autor selbst gelesen und trägt die ISBN 978-0-307-28170-8.