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Westfriesische Inseln
Zu den im Wattenmeer gelegenen Barriereinseln zählen (von West nach Ost) Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland, Schiermonnikoog und Rottumeroog. Im …
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Inselkette im niederländischen Wattenmeer
Die Westfriesischen Inseln sind eine Kette von Barriereinseln in der Nordsee vor der niederländischen Küste. Barriereinseln sind lang gestreckte Inseln, die die Küste und das dahinterliegende Wattenmeer teilweise vom offenen Meer abschirmen. Auf Niederländisch heißen sie Nederlandse Waddeneilanden („Wattinseln“).
Von West nach Ost gehören die bewohnten Inseln Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog dazu; außerdem liegt Rottumeroog in der Inselkette. Hinzu kommen Sandbänke oder unbewohnte Inseln wie Noorderhaaks, Richel, Griend, Rif, Engelsmanplaat, Simonszand, Rottumerplaat und Zuiderduintjes.
Texel gehört zur Provinz Noord-Holland. Die anderen genannten bewohnten Inseln liegen in Friesland; Rottumeroog und weitere Rottum-Inseln gehören zur Provinz Groningen. Die Einwohnerzahlen vom 1. Juni 2007 betragen für Texel 13.628, Terschelling 4.700, Ameland 3.456, Vlieland 1.142 und Schiermonnikoog 937. Texel hat 161,96 km² Landfläche und ist damit die größte in der Tabelle aufgeführte Insel.
Entstehung aus Sand, Schlick und Dünen
Nach dem Ende der Weichsel-Eiszeit transportierten schmelzende Eismassen aus dem Norden und Flüsse aus dem Süden große Mengen Sand in die Nordsee. Im Postglazial, also nach der Eiszeit, lagerte sich daraus ein 10–20 Meter mächtiger Sedimentationskörper ab. Sedimente sind abgelagerte Materialien; hier bestehen sie aus Sand und Schlick in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen und liegen über älteren Glazialsedimenten.
Wellen und Strömungen verlagerten Sand in Küstennähe. Dort entstanden Sandbänke, die über die Wasseroberfläche ragten. Sonne und Wind ermöglichten Pflanzenwuchs. Die Pflanzen hielten Sand fest, vergrößerten die Sandbänke und ließen kleine Sandhäufchen zu hohen Dünen wachsen. Schließlich entstand vor der niederländischen und deutschen Küste fast eine durchgängige Nehrung, also ein lang gestreckter Sandwall.
Diese Nehrung war teilweise zur Nordsee geöffnet und wurde von Strömen entwässert. Wechselnde Meeresspiegel führten wiederholt zu Durchbrüchen: Das Land hinter den Dünen war zeitweise trocken, zeitweise überflutet. In großen Morasten bildete sich durch Pflanzenwuchs eine dicke Torfschicht, der Mittlere Torf oder Hollandtorf. Kurz vor unserer Zeitrechnung stieg der Meeresspiegel. Die Nordsee riss große Löcher in den weichen Hollandtorf, überschwemmte das dahinterliegende Gebiet und bildete das heutige Wattenmeer. Aus dem zerbrochenen Strandwall entstanden die Watteninseln.
Wanderung der Inseln und Küstenschutz
Wie die Ostfriesischen Inseln entstanden die Westfriesischen Inseln aus Sandbänken. Wasser- und Windverhältnisse bewirken, dass sie sich fortwährend nach Westen oder Osten verlagern. Auf der Seeseite schützen breite Strände und Dünen die Inseln vor dem Meer, auf der Wattseite Deiche.
Das wichtigste Mittel des Küstenschutzes sind Sandvorspülungen. Dabei wird Sand vor allem küstennah unterhalb der Wasserlinie eingebracht. Zwischen 1991 und 2000 wurden 23,3 Millionen Kubikmeter Sand auf 95,5 von 155 Kilometern Küstenlinie aufgespült, die bewohntes Gebiet schützen. Harte Befestigungen aus Beton, Holz oder Stein gibt es nur auf sechs besonders gefährdeten Kilometern.
Die Inseln sind im Durchschnitt deutlich größer als die ostfriesischen Inseln auf deutscher Seite: Selbst Schiermonnikoog, die kleinste bewohnte westfriesische Insel, ist größer als Borkum, die größte ostfriesische Insel. Der höchste Punkt der Inselkette ist die Vuurboetsduin-Düne.
Reihenfolge merken und Tourismus
Für die Reihenfolge der Inseln von West nach Ost gibt es den Merkspruch „TV-TAS“. Jeder Buchstabe steht für eine Insel: Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland und Schiermonnikoog. „TV-TAS“ bedeutet auf Deutsch ungefähr „Fernsehtasche“.
Die Westfriesischen Inseln sind für den Tourismus in den Niederlanden bedeutsam. Vom Festland aus werden zur Insel Schiermonnikoog geführte Wattwanderungen angeboten.