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Verkürzter Dominantseptakkord

Als verkürzter Dominantseptakkord wird ein Dominantseptakkord bezeichnet, dessen Grundton nicht erscheint. Es erklingt also nur ein verminderter Dreiklang.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Aufbau und Bezeichnung
  3. 3. Lage und Stimmführung

Begriff und Funktion

Ein verkürzter Dominantseptakkord ist ein Dominantseptakkord, dessen Grundton nicht erklingt. Übrig bleiben drei Töne, die zusammen einen verminderten Dreiklang bilden. Dieser steht als leitereigener Akkord auf der 7. Stufe der Dur-Tonleiter und ist der einzige verminderte Dreiklang dieser Tonleiter.

Der Klang wird dominantisch gedeutet, weil seine Terz- und Septimstufe eine Leittonwirkung besitzen, also zur Weiterführung in bestimmte Töne der Tonika drängen. Die Tonika ist der Akkord auf der 1. Stufe und bildet das tonale Ziel. In der Funktionstheorie gilt der verkürzte Dominantseptakkord deshalb als Ersatz oder Vertreter des vollständigen Dominantseptakkords.

Nach demselben Prinzip kann auch ein Dominantseptnonakkord verkürzt werden.

Aufbau und Bezeichnung

Die Töne des verkürzten Dominantseptakkords entsprechen den oberen drei Tönen des vollständigen Dominantseptakkords. Gezählt werden sie weiterhin vom fehlenden Grundton aus: Der Akkord enthält Terz, Quint und Sept, also die Stufen 3, 5 und 7; die 1 fehlt. Der teilweise gleiche Intervallaufbau und die entstehende Leittonspannung erklären, warum der Klang häufig als Vertreter der Dominante eingesetzt wird.

In der Funktionsschrift wird der Akkord durch ein quer durchgestrichenes D dargestellt. Als an gängige Schriftsätze angepasste Form dient Đ⁷; häufig wird vereinfacht Dᵛ geschrieben.

Lage und Stimmführung

Der Akkord erscheint fast ausschließlich in seiner 1. Umkehrung, dem Sextakkord. Dabei liegt die Quint des nicht erklingenden Dominantgrundtons im Bass; die Bezeichnung lautet Đ₅⁷. Meist wird auch diese Quint verdoppelt.

Bei der Auflösung bestehen Unterschiede zum vollständigen Dominantseptakkord. Da der Grundton fehlt, besteht keine tatsächliche Sept-Spannung zwischen Grundton und Sept. Deshalb muss die als Sept gezählte Stimme nicht zwingend abwärts in die Terz der Tonika gehen. Sie kann auch aufwärts in die Quint der Tonika geführt werden.

Bei regelgerechter Abwärtsführung der Sept kann ein Tonika-Akkord ohne Quint entstehen. Im dargestellten Beispiel enthält der verkürzte Dominantseptakkord den Tritonus f′–h′ mit dem Frequenzverhältnis 45/32. Wird die Sept stattdessen aufwärts geführt, ist die Auflösung in einen vollständigen Tonika-Akkord möglich.

Auch eine Verdopplung der Sept ist möglich. Die beiden verdoppelten Töne müssen dann nicht in dieselbe Richtung weitergeführt werden; eine gleichgerichtete Führung würde zwangsläufig verbotene Parallelen erzeugen.

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