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United States Agency for Global Media
Er sollte den Wandel von einer Rundfunk-basierten zu einer digitale-Multiplattform-Strategie reflektieren. Im Januar 2025, kurz nach dem Beginn seiner …
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Überblick und Aufgabe
Die United States Agency for Global Media (USAGM) ist eine eigenständige Bundesbehörde der US-Regierung mit Sitz in Washington, D.C. Sie besteht seit dem 1. Oktober 1999 und hieß bis August 2018 Broadcasting Board of Governors (BBG), auf Deutsch etwa Rundfunkdirektorium. Behördenleiter ist kommissarisch Michael Rigas.
Die USAGM ist für alle internationalen nicht-militärischen Hörfunk- und Fernsehprogramme der US-Regierung verantwortlich. Ihre offizielle Aufgabe beschreibt die Behörde als Förderung und Erhaltung von „Freiheit und Demokratie auf der Welt“. Dies soll durch die Verbreitung von „korrekten und sachlichen Nachrichten und Informationen“ über die USA und die Welt an ein internationales Publikum geschehen.
Die Programme sind nur im Ausland zu empfangen. Grund ist ein Gesetz aus dem Jahr 1948, nach dem in den USA staatsfinanzierte Inlandspropaganda verboten ist.
Entstehung und Entwicklung
Ab 1990 begann die US-Regierung, ihre staatlichen Rundfunkdienste stärker zusammenzuführen. Ziel war eine engere Zusammenarbeit. Die United States Information Agency (USIA), die bis dahin Voice of America, Worldnet Television and Film Service sowie Radio and TV Martí betrieb, fasste diese Dienste im Bureau of Broadcasting zusammen. Technisch unterstützt wurden die Sender vom Office of Engineering and Technical Operations.
1991 gründete das Bureau of Broadcasting das Office of Affiliate Relations and Audience Analysis, das ab 1996 Office of Affiliate Relations and Media Training hieß. Es sollte weltweit ein Netzwerk von Hörfunk- und Fernsehsendern aufbauen, die als Partner Programme von Voice of America und Worldnet ausstrahlten. Bis zu 1.200 Radio- und Fernsehsender übernahmen solche Programme.
Am 30. April 1994 wurde der International Broadcasting Act verabschiedet. Dadurch entstand innerhalb der USIA das International Broadcasting Bureau (IBB), außerdem wurde der Broadcasting Board of Governors gegründet. Das IBB umfasste die zuvor bundesfinanzierten Dienste Voice of America, Worldnet Television and Film Service, Radio and TV Martí sowie das Office of Engineering and Technical Services. Das erste Broadcasting Board of Governors wurde am 11. August 1995 vereidigt.
Durch den Foreign Affairs Reform and Restructuring Act von 1998 wurde der Broadcasting Board of Governors am 1. Oktober 1999 zu einer eigenständigen Einrichtung. Für das Steuerjahr 2015 beantragte Präsident Barack Obama beim US-Kongress ein Budget von 721 Millionen US-Dollar für das BBG. Der Antrag sah vor, den linearen Hörfunk einzuschränken und Online- sowie Fernsehangebote auszubauen.
Modernisierung und Einschnitte ab 2018
Am 22. August 2018 wurde die Behörde von Broadcasting Board of Governors in United States Agency for Global Media umbenannt. Der Namenswechsel stand im Zusammenhang mit einer Modernisierung. Er sollte zeigen, dass sich die Behörde von einer rundfunkbasierten Struktur zu einer digitalen Multiplattform-Strategie weiterentwickelte.
Im Januar 2025, kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit, nominierte US-Präsident Donald Trump L. Brent Bozell III für die Leitung der USAGM. Der Artikel beschreibt Bozell als konservativen Kritiker der Medien.
Im März 2025 blockierte Elon Musks Department of Government Efficiency (DOGE) für 30 Tage vollständig die Gelder für Radio Free Europe/Radio Liberty, Radio Free Asia und Middle East Broadcasting Networks, mit der Absicht, dies dauerhaft zu machen. Im selben Monat ordnete Trump an, die Finanzierung der Sendeanstalt USAGM so stark wie rechtlich möglich einzuschränken. Bis Juni 2025 wurde mindestens 639 Beschäftigten der USAGM gekündigt. Nach Angaben von Kari Lake, der von Trump eingesetzten Sonderbeauftragten für die USAGM, verringerte sich die Belegschaft von März bis Juni 2025 um 85 Prozent.
Leitung und Kontrolle
Seit 2015 wurde die USAGM von einem Geschäftsführer, dem Chief Executive Officer (CEO), geleitet. Dieser wurde vom US-Präsidenten mit Zustimmung des US-Senats ernannt. Seit Juni 2020 amtierte der konservative Filmemacher Michael Pack.
Frühere Geschäftsführer waren Andrew Lack von Januar bis März 2015, André Mendes von März bis September 2015, John F. Lansing von September 2015 bis September 2019 und Grant Turner von Oktober 2019 bis Juni 2020. Turner amtierte übergangsweise ohne Zustimmung des Senats.
Dem Geschäftsführer war ein fünfköpfiges Beratungsgremium beigegeben, das International Broadcasting Advisory Board. Ihm gehörte von Amts wegen der Außenminister an; die übrigen Mitglieder wurden für drei Jahre vom US-Präsidenten ernannt. Bis zum Ende ihrer Amtszeit gehörten dem Gremium außerdem weitere Mitglieder des ehemaligen Broadcasting Board of Governors an. Vorsitzender war von Januar 2017 bis Juni 2020 Kenneth Weinstein.
Die Rechtsaufsicht lag beim Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses und beim Ausschuss für Auswärtige Beziehungen des Senats. Die Haushaltsausschüsse beider Häuser des Parlaments waren für die Mittelbewilligung und die Programmaufsicht zuständig.
Sender und Programme
Die USAGM betreibt selbst die Sendeeinheiten Voice of America (VOA) und Office of Cuba Broadcasting (OCB) mit Radio and TV Martí.
Zusätzlich finanziert sie die Aktivitäten von Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL), Radio Free Asia (RFA), Middle East Broadcasting Networks (MBN) mit al-Hurra und Radio Sawa sowie seit 2019 den Open Technology Fund (OTF).
Die Programme werden in 58 Sprachen gesendet.
Genannte Konkurrenten
Der ehemalige BBG-Vorsitzende Walter Isaacson, der von 2010 bis 2012 Mitglied war, sah Russia Today, Press TV, teleSUR und CCTV als wichtigste Konkurrenten des BBG. Im Jahr 2010 nannte er sie im Zusammenhang mit seiner Forderung nach einer Aufstockung des BBG-Budgets „Feinde“.