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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

TANSTAAFL

Der Satz lässt sich sinngemäß mit „nichts ist umsonst“ übersetzen und soll das Konzept der Opportunitätskosten veranschaulichen. Greg Mankiw beschreibt das …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und ökonomischer Kern
  2. 2. Beispiele für versteckte und soziale Kosten
  3. 3. Weitere Anwendungsbereiche
  4. 4. Bezüge und spätere Verwendungen

Bedeutung und ökonomischer Kern

TANSTAAFL ist die Abkürzung für die englische Redewendung „there ain’t no such thing as a free lunch“, auf Deutsch sinngemäß: „So etwas wie ein kostenloses Mittagessen gibt es nicht“ oder „Nichts ist umsonst“. Bekannt und populär wurde der Ausdruck durch den Science-Fiction-Autor Robert A. Heinlein in seinem Roman Revolte auf Luna (englisch: The Moon Is a Harsh Mistress) von 1966.

Die Redewendung veranschaulicht das wirtschaftliche Konzept der Opportunitätskosten. Damit ist gemeint, dass der Erwerb oder die Nutzung einer Sache normalerweise den Verzicht auf eine andere Möglichkeit voraussetzt. Greg Mankiw fasst dies so zusammen: „Um eine Sache zu bekommen, die wir mögen, müssen wir üblicherweise eine andere Sache aufgeben, die wir mögen. Entscheidungen zu treffen bedeutet, Ziele gegeneinander abzuwägen.“

TANSTAAFL bedeutet auf der Ebene von Personen und Gesellschaften, dass etwas niemals wirklich kostenlos sein kann. Auch wenn keine unmittelbare Zahlung erkennbar ist, entstehen Kosten für jemanden oder für die Gesellschaft insgesamt. Diese Kosten können verborgen, verteilt oder auf andere Beteiligte verlagert sein. Die Aussage gilt auf gesellschaftlicher Ebene allerdings nur dann uneingeschränkt, wenn alle Ressourcen vollständig und angemessen eingesetzt werden.

Beispiele für versteckte und soziale Kosten

Der Ausdruck geht auf die in den Vereinigten Staaten früher verbreitete Tradition der Saloons zurück. Sie boten Gästen einen „Free Lunch“, also einen scheinbar kostenlosen Imbiss, an. Voraussetzung war jedoch, dass mindestens ein Getränk gekauft wurde. Rudyard Kipling beschrieb diese Einrichtung 1891 in American Notes: Für ein Getränk konnte man so viel essen, wie man wollte; dadurch konnte sich ein mittelloser Mann in San Francisco für weniger als eine Rupie am Tag satt essen.

Ein typisches Beispiel ist kostenloses Essen während der „Happy Hour“ in einer Bar. Die Speisen sind für die Gäste zwar gratis, ihre Kosten trägt jedoch zunächst der Besitzer. Er wird versuchen, diese Kosten auf anderem Wege auszugleichen. Auch scheinbar kostenlose Güter wie wild gepflückte Früchte verursachen normalerweise Aufwendungen, etwa durch die Arbeitsleistung des Pflückens oder durch den Verlust von Nahrung für Tiere der Umgebung.

Wenn ein Individuum oder eine Gruppe etwas kostenlos erhält, muss daher jemand anderes die Kosten tragen. Fehlen direkte Kosten für den einzelnen Nutzer, können stattdessen soziale Kosten entstehen. Auch der Nutzen aus einem externen Effekt oder einem öffentlichen Gut erscheint für den Empfänger möglicherweise kostenlos; dennoch muss jemand die Kosten für die Erzeugung dieses Nutzens übernehmen.

Weitere Anwendungsbereiche

In der Finanzmathematik wird TANSTAAFL informell als Synonym für das Prinzip der Arbitragefreiheit verwendet. Dieses Prinzip besagt: Eine Kombination von Wertpapieren, die denselben Gewinn abwirft wie ein anderes Wertpapier, muss auch dieselben Nettokosten aufweisen.

TANSTAAFL wird gelegentlich als Gegenargument zu den Vorteilen freier Software angeführt. Befürworter freier Software widersprechen, dass „frei“ in diesem Zusammenhang vor allem Freiheit von Einschränkungen und nicht Kostenfreiheit bedeutet. Richard Stallman verdeutlichte den Unterschied mit der Formulierung „frei wie in freier Meinung, nicht wie in Freibier“.

Das Präfix „TANSTAA-“ wird außerdem genutzt, um unveränderliche Eigenschaften von Systemen zu kennzeichnen. In der englischsprachigen Elektrotechnik steht TANSTAANFS für „There Ain’t No Such Thing As A Noise Free System“ („Es gibt kein rauschfreies System“).

Für die Wissenschaft kann TANSTAAFL bedeuten, dass ein System vollständig abgeschlossen ist: Es gibt keine magische Quelle für Materie, Energie oder Licht, die nicht letztlich verbraucht werden kann. In diesem Sinn lässt sich die Argumentation auch auf physikalische Prozesse und die Thermodynamik anwenden.

Bezüge und spätere Verwendungen

Bereits 1950 schrieb ein Kolumnist der New York Times den Satz dem Ökonomen und Armeegeneral Leonard P. Ayres von der Cleveland Trust Company zu. Nach dieser Darstellung erklärte Ayres kurz vor seinem Tod 1946, es sei ein unabänderlicher wirtschaftlicher Fakt, dass es keinen „free lunch“ gebe.

Das Buch TANSTAAFL, the economic strategy for environmental crisis von Edwin G. Dolan aus dem Jahr 1971 dürfte die erste Verwendung des Ausdrucks in der Wirtschaftsliteratur enthalten. Spider Robinson bezog sich mit dem Titel seines Romans The Free Lunch von 2001 auf das Konzept. Im Rahmen der Kampagne Free Our Data der Zeitung The Guardian antwortete das britische Ordnance Survey 2006 auf die Forderung nach freiem Zugang zu teilweise öffentlich finanzierten Daten mit dem Satz: „There is no such thing as free data.“

TANSTAAFL heißt außerdem eine Snack Bar im Pierce dormitory der University of Chicago und ein Café des IIM Ahmedabad. In Robert Anton Wilsons Romanreihe Schrödingers Katze steht TANSTAGI für „There Ain’t No Such Thing As Government Interference“. Im Science-Fiction-Rollenspiel Traveller 2300AD ist TAANSTAAFL der Name einer Kolonie auf dem Planeten Aurore.

Um die doppelte Verneinung der ursprünglichen englischen Formulierung zu vermeiden, wird gelegentlich TINSTAAFL verwendet. Diese Abkürzung steht für „there is no such thing as a free lunch“.

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