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Stasimuseum
Das Stasimuseum (Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße) ist eine von einem Verein getragene Einrichtung in Berlin zur Information über die Tätigkeit …
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Aufgabe und Bedeutung
Das Stasimuseum, früher „Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße“, ist eine 1990 eröffnete Einrichtung in Berlin-Lichtenberg. Es informiert über die Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS, Stasi), die Überwachungspraxis in der DDR, Widerstandsbewegungen und Opposition sowie das politische System der DDR. Damit dient es der Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Historischer Ort
Das Museum befindet sich in Haus 1 auf dem Gelände der ehemaligen MfS-Zentrale in der Normannenstraße 20. Das 1960/61 errichtete Gebäude war der Dienstsitz von Erich Mielke, der von 1957 bis 1989 Minister für Staatssicherheit war. Seine im Original erhaltenen Amts- und Arbeitsräume sowie Räume seiner Mitarbeiter vermitteln Einblicke in die Arbeitsweise des MfS.
Entstehung des Museums
Seit Herbst 1989 vernichteten MfS-Mitarbeiter während der friedlichen Revolution systematisch Akten. Um dies zu verhindern, besetzten Bürger im Dezember 1989 Stasi-Niederlassungen unter anderem in Erfurt und Leipzig. Am 15. Januar 1990 wurde auch die Berliner MfS-Zentrale besetzt. Dadurch konnten zahlreiche Dokumente gerettet werden, die für die historische Aufarbeitung der SED-Diktatur und die juristische Verfolgung von Stasi-Verbrechen wichtig waren.
Am 7. November 1990 eröffnete die Antistalinistische Aktion Berlin-Normannenstraße e. V. (ASTAK) die „Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße“ mit der Ausstellung „Wider den Schlaf der Vernunft“. Seitdem ist Haus 1 als Museum öffentlich zugänglich.
Träger und Aufgaben
Träger des Museums ist die ASTAK, ein im Sommer 1990 von Bürgerrechtlern in Berlin gegründeter Verein. Er will die Gedenkstätte als Zentrum für die Sammlung, Bewahrung, Dokumentation, Aufarbeitung und Ausstellung von Sachzeugnissen ausbauen und themenbezogene Forschung zur DDR fördern. Leiter der Einrichtung ist Sven Behrend; Vorstandsvorsitzender des Vereins ist Jörg Drieselmann.
Ausstellungen
Seit Januar 2015 zeigt das Museum die Dauerausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“. Sie wurde von der ASTAK und der Stasi-Unterlagen-Behörde erarbeitet. Zu ihr gehören die ehemaligen Amts- und Arbeitsräume Erich Mielkes auf der zweiten Etage, darunter sein Arbeitsplatz, das Vorzimmer, der Besprechungsbereich, ein Freizeit- und Erholungsbereich und das Kasino. Auch weitere Räume wie die Stasi-Telefonzentrale sind zu sehen.
Auf den früheren Parkplätzen vor Haus 1 befindet sich außerdem die Außenausstellung „Revolution und Mauerfall“ der Robert-Havemann-Gesellschaft. Sie wurde am 15. Juni 2016 eröffnet und behandelt mit Text- und Bildtafeln die Ereignisse und Hintergründe von der Spätphase der DDR bis zur Wiedervereinigung.
Kunst am Gebäude
Bei der Renovierung gestaltete der italienische Künstler Francesco Apuzzo vom Raumlabor Berlin ein urbanes Kunstwerk. Sein Motiv ist dem Verwaltungsstempel „EINGEGANGEN am .....“ nachempfunden. Es verteilt sich auf den Vorplatz, das Vordach und das Gebäudedach und ist nur aus der Vogelperspektive vollständig zu erkennen.