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Stadtlandschaft (Geographie)

Stadtlandschaft (englisch urban landscape) ist ein Sammelbegriff für städtisch geprägte Räume. Mit ihm ist die geo- und stadtmorphologische bzw.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff
  2. 2. Räumliche Maßstäbe
  3. 3. Entstehung des geographischen Begriffs
  4. 4. Vom Stadtbild zur Stadtgeographie
  5. 5. Stadtlandschaft als Planungsidee
  6. 6. Suburbanisierung und Zersiedelung

Grundbegriff

Stadtlandschaft (englisch urban landscape) ist ein Sammelbegriff für städtisch geprägte Räume. Gemeint ist ein Ausschnitt der Erdoberfläche, der geographisch und stadtmorphologisch, also nach seiner räumlichen Form und Struktur, betrachtet wird. In einer Stadtlandschaft liegen Siedlungen unterschiedlicher Verdichtung zusammen mit Freiräumen. Diese Freiräume sind häufig vom Menschen stark verändert, zum Beispiel als Kulturlandschaften oder urbane Landschaften.

Der Begriff verbindet Sichtweisen der Landschaftsgeographie, Siedlungsgeographie und Stadtgeographie. Er beschreibt nicht nur die gebaute Stadt, sondern auch ihr Verhältnis zu den umgebenden und eingelagerten Freiräumen.

Räumliche Maßstäbe

Eine Stadtlandschaft kann auf verschiedenen räumlichen Ebenen betrachtet werden. Sie kann Räume innerhalb einer einzelnen Stadt meinen, aber auch größere Stadtregionen.

Der Begriff kann außerdem sehr großräumige Strukturen bezeichnen, etwa eine Megalopolis. Eine Megalopolis ist ein ausgedehnter, stark verstädterter Raum, in dem mehrere große Stadtgebiete zusammenhängen oder eng miteinander verflochten sind.

Entstehung des geographischen Begriffs

Der geographische Begriff Stadtlandschaft geht vor allem auf Sozialgeographen zurück, die ihn um 1920 verwendeten. Sie nutzten ihn, um Städte innerhalb abgrenzbarer Kulturlandschaften oder Kulturräume zu kennzeichnen.

Wichtig war außerdem Siegfried Passarge. Er prägte den Begriff zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Rahmen der von ihm begründeten Landschaftsgeographie. Passarge verstand Stadtlandschaft als Teil einer Kulturlandschaft und als Gegensatz zur Naturlandschaft. Er sah in ihr kulturelle Entwicklungsvoraussetzungen, die den Stadtcharakter prägen. Außerdem erkannte er einen politischen Faktor: Menschen organisieren sich in Städten als „Interessensgemeinschaft“, bis hin zu Stadtstaaten und Städtebünden.

Vom Stadtbild zur Stadtgeographie

Historisch lässt sich die landeskundliche und geographische Betrachtung einer Stadt auf Stadtansichten und malerische Stadtlandschaften des 16. bis 19. Jahrhunderts zurückführen. Dabei wurde eine Stadt zunächst von außen betrachtet, besonders in ihrer naturräumlichen Lage.

Mit der Entwicklung der Stadtgeographie veränderte sich dieser Blick. Die umgebende Landschaft galt nicht mehr nur als bildlicher Rahmen für die Stadt und ihr Stadtbild. Sie wurde zunehmend als wichtige Voraussetzung für Lebensbedingungen, Wirtschaftsformen und Gesellschaftsformen innerhalb der Stadt verstanden.

Stadtlandschaft als Planungsidee

Im Lauf der Geschichte entwickelten sich Konzepte von geplanter und gebauter Stadt, städtischem Raum und Urbanität. Besonders wichtig war im 19. Jahrhundert die zunehmende Verbindung von Gartentheorie und Stadtplanung. Daraus entstanden unter anderem die Ideen der Gartenstadt sowie des Stadt- und Volksparks. Auch die Disziplinen Freiraumplanung und Landschaftsplanung gingen daraus hervor.

Diese Planungsrichtungen zielten darauf, den historischen Gegensatz zwischen Stadt und Land in neuen Leitbildern zu überwinden. Um 1900 war die Vorstellung der Stadt als Landschaft bereits eine verbreitete literarische Metapher. Der Architekt und Kunsttheoretiker August Endell griff sie auf, um die Schönheit der schnell wachsenden Großstadt und die Prozesse der Verstädterung zu beschreiben.

Im 20. Jahrhundert beeinflussten Planungsgrundsätze der Congrès Internationaux d’Architecture Moderne Vorstellungen vom modernen Stadtraum. Stadt wurde dabei als weiträumige, autogerechte Landschaft verstanden, die durch Siedlung und Freiraum gestaltet werden sollte. Beispiele sind der Kollektivplan für den Wiederaufbau Berlins von 1945/1946 unter Führung von Hans Scharoun und Wils Ebert sowie Hans Bernhard Reichows 1948 veröffentlichtes Konzept der Organischen Stadtbaukunst.

Suburbanisierung und Zersiedelung

1960 fasste der US-amerikanische Stadtplaner und Autor Kevin A. Lynch angesichts der Suburbanisierung unter Stadtlandschaft „die ungestaltet wirkenden Stadtagglomerationen“. Suburbanisierung bedeutet die Ausdehnung städtischer Siedlungen in das Umland. Lynch meinte, eine Stadtlandschaft sei etwas, „das man sehen, im Gedächtnis behalten und an dem man sich freuen soll“.

Der deutsche Architekt und Stadtplaner Thomas Sieverts beschrieb 1997 die Zersiedelung als „engmaschige Durchdringung von Freiraum und Siedlung“. Er sah im „Freiraum der Stadtlandschaft“ etwas Verbindendes. Daraus könnten neue Gestaltungsperspektiven entstehen.

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