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Urbane Landschaft
Urbane Landschaft ist ein verhältnismäßig junger, aber verbreiteter Fachbegriff verschiedener raumbeschreibender und raumplanender Disziplinen, wie Geographie, …
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Begriff und Bedeutung
„Urbane Landschaft“ ist ein vergleichsweise junger und verbreiteter Fachbegriff aus Geographie, Raumsoziologie, Urbanistik beziehungsweise Städtebau, Architektur und Landschaftsarchitektur. Meist wird die Mehrzahl „urbane Landschaften“ verwendet. Der Begriff fasst verschiedene Phänomene zusammen, die zuvor etwa als suburbaner Raum, Zwischenstadt, Stadtlandschaft, Stadtregion, Sprawl, Peripherie, Speckgürtel oder Verstädterung bezeichnet wurden.
Analytisch beschreibt er die vollständige Verstädterung des Raums. Damit ist die allgemeine Ausbreitung städtischer Bauformen, Infrastrukturen und Lebensstile gemeint. Programmatisch bezeichnet der Begriff außerdem den Versuch, in fragmentierten Räumen neue Zusammenhänge zu erkennen und zu gestalten. Diese Räume sind weder eindeutig Stadt noch eindeutig Land.
Wissenschaftliche Entwicklung und Debatten
Wichtige Grundlagen für das Verständnis urbaner Landschaften entwickelte Henri Lefebvre in den 1970er Jahren. Er betonte, dass die Verstädterung beziehungsweise der verstädterte Raum und die Stadtlandschaft zunächst nicht sichtbar sein könnten, weil die Wahrnehmung noch von der früheren Landschaft geprägt sei.
Im deutschsprachigen Raum wurde die Forschung durch die Debatte über Thomas Sieverts’ Konzept der „Zwischenstadt“ und das gleichnamige Ladenburger Kolleg „zur Qualifizierung der verstädterten Landschaft“ verstärkt.
Die aktuelle wissenschaftliche Diskussion wird vor allem durch unterschiedliche Schulen des Städtebaus geprägt. Umstritten ist, ob urbane Landschaften eigenschaftslose, also generische Räume sind oder ob sie zwar weltweit verbreitet, aber dennoch jeweils spezifisch beschreibbare Landschaften darstellen. Urbane Landschaft war außerdem das Thema des offiziellen deutschen Beitrags zur 9. Architekturbiennale in Venedig 2004.
Studium und Forschung
In Deutschland befassen sich mehrere universitäre Studiengänge und Forschungseinrichtungen mit urbanen Landschaften. Die Fakultät für Architektur der TU München bietet den interdisziplinären Masterstudiengang „Urbanistik – Landschaft und Stadt“ an. Er richtet sich an Bachelor-Absolventen verschiedener Raumwissenschaften, darunter Architektur, Landschaftsarchitektur, Geografie, Raumplanung und Stadtsoziologie.
Der Studiengang bereitet auf die Eintragung in die Stadtplanerliste der Architektenkammer oder auf eine anschließende Promotion vor. An der TU Delft gibt es außerdem ein PhD-Programm mit der Bezeichnung „Urban landscape architecture“.