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Sexualität des Menschen

Das Sexualverhalten des Menschen hat – wie das vieler Wirbeltiere – über Fortpflanzung und Genomaustausch hinaus zahlreiche Funktionen im Sozialgefüge einer …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und zentrale Perspektiven
  2. 2. Biologische Grundlagen
  3. 3. Sexualität, Gesellschaft und Selbstbestimmung
  4. 4. Historischer Wandel der Vorstellungen
  5. 5. Psychologische Entwicklung und sexuelle Präferenzen
  6. 6. Genetische, hormonelle und soziale Einflüsse

Begriff und zentrale Perspektiven

Menschliche Sexualität bezeichnet im weitesten Sinn die Gesamtheit der Lebensäußerungen, Verhaltensweisen, Emotionen und Interaktionen von Menschen in Bezug auf ihr Geschlecht. Sie ist zugleich biologisch, psychologisch und sozial zu verstehen. Die Humanbiologie betrachtet sie unter anderem im Zusammenhang mit der geschlechtlichen Fortpflanzung und der Neukombination von Erbinformationen. Im sozialen und verhaltensbiologischen Sinn umfasst sie geschlechtliches Verhalten zwischen Sexualpartnern. Darüber hinaus erfüllt Sexualverhalten soziale Funktionen innerhalb einer Population.

Nach der Definition der WHO ist Sexualität „ein zentraler Aspekt des Menschseins über die gesamte Lebensspanne hinweg“. Sie umfasst das biologische Geschlecht, Geschlechtsidentitäten und Geschlechterrollen, sexuelle Orientierung, Erotik, Lust, Intimität und Fortpflanzung. Erfahren und ausgedrückt wird sie unter anderem in Gedanken, Fantasien, Begierden, Überzeugungen, Einstellungen, Werten, Verhaltensweisen, Praktiken, Rollen und Beziehungen. Nicht alle diese Dimensionen werden von jeder Person immer erfahren oder ausgedrückt.

Sexualität entsteht durch das Zusammenwirken biologischer, psychologischer, sozialer, wirtschaftlicher, politischer, ethischer, rechtlicher, historischer, religiöser und spiritueller Faktoren. Sie zählt sowohl physiologisch als auch sozial zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Forschungsgegenstand ist die Sexualwissenschaft; außerdem beschäftigen sich besonders Medizin, Psychologie sowie Sozial- und Kulturwissenschaften mit ihr.

Biologische Grundlagen

Sexuelles Verhalten entwickelte sich bei hormonell gesteuerten Organismen zunächst im Zusammenhang mit der Fortpflanzung und dem Austausch von Erbinformationen. Bei höheren Organismen, besonders bei Primaten und beim Menschen, besitzt es zusätzlich soziale Bedeutung. Bei Säugetieren entsteht Sexualverhalten durch eine Abfolge gegenseitig verstärkender Aktionen und Reaktionen. Es ist daher nicht ausschließlich instinktiv, sondern in hohem Maß von Übung und Erfahrung abhängig. Menschen verfügen zwar über grundlegende angeborene sexuelle Reaktionen, sind aber nicht spezifisch auf Paarung programmiert. Ihr Sexualverhalten ist deshalb besonders variabel.

Die menschliche Fortpflanzung und die Sexualhormone sind physiologisch eng miteinander verbunden. Sexualität beginnt nicht erst mit der Pubertät: Auch Kinder können sexuelle Regungen zeigen. Eine Rolle spielen dabei unter anderem erogene Zonen, also Körperbereiche, deren Berührung sexuelle Erregung auslösen kann. Dazu können individuell verschieden beispielsweise der Mund, die Brustwarzen oder die Innenseite der Oberschenkel gehören.

Der sexuelle Reaktionszyklus beschreibt die physiologischen Reaktionen beim Orgasmus. Er verläuft bei Menschen mit Penis und Menschen mit Vagina ähnlich und wird in vier Phasen eingeteilt: Erregungsphase, Plateauphase, Orgasmusphase und Refraktärphase. Während dieser Phasen verändern sich die äußerlich sichtbaren Sexualorgane, außerdem unter anderem Blase, Brust und Muskeltonus. Der Artikel weist zugleich darauf hin, dass eine ausführliche Darstellung der Sexualphysiologie noch fehlt.

Sexualität, Gesellschaft und Selbstbestimmung

Sexualität und Sexualethik beeinflussen die Psyche, die persönliche Entwicklung, das Zusammenleben sowie die Sozialstruktur, Kultur und Gesellschaft. Der Artikel unterscheidet mehrere sexuelle Orientierungen: Heterosexualität bezeichnet eine Ausrichtung des Sexualtriebs auf das andere Geschlecht, Homosexualität auf das gleiche Geschlecht und Bisexualität auf beide Geschlechter. Bei Asexualität besteht kein Verlangen nach Sex im Allgemeinen. Pansexualität wird als Begehren unabhängig vom Geschlecht eingeordnet.

Welche sexuellen Präferenzen gesellschaftlich akzeptiert oder rechtlich zulässig sind, verändert sich im Lauf der Zeit. Dadurch verschieben sich auch die Grenzen zwischen als legitim, legal oder schädlich bewerteten Verhaltensweisen. In den letzten Jahrzehnten wurde Sexualität zugleich stärker intimisiert und privatisiert, aber auch durch Massenmedien verbreitet und kommerzialisiert. Eine grundlegende Befreiung der Sexualität führt nach der Darstellung des Artikels meist nicht automatisch zu einer vollständigen Umwälzung der sozialen Verhältnisse.

Im 21. Jahrhundert wird sexuelle Selbstbestimmung zunehmend zum Leitgedanken. In einigen Ländern werden zahlreiche sexuelle Praktiken, Beziehungsformen wie Partnerschaften, offene Beziehungen oder polyamore Beziehungen sowie verschiedene sexuelle Orientierungen zunehmend akzeptiert oder zumindest geduldet. Als Bedingungen nennt der Artikel das Einverständnis der erwachsenen Beteiligten, die Einhaltung des Strafrechts sowie die Vermeidung einer möglichen Schädigung oder Belästigung Dritter. Nach Anthony Giddens entstehen durch den Wegfall wirtschaftlicher Zwänge neue „reine Beziehungen“. In ihnen dient Sexualität als Medium für Nähe, Austausch, Offenheit, Verständnis und das Gefühl, gesehen und gemeint zu werden. Sie bestehen nur, solange sie emotional und sexuell befriedigend sind.

Historischer Wandel der Vorstellungen

Die Bewertung von Sexualität unterschied sich bereits in Altertum und Antike stark nach Kultur und Epoche. Für einige Hochkulturen, etwa Griechenland, werden gesellschaftsfähige Prostitution und offene Homosexualität genannt.

Im Mittelalter galt Sexualität, die allein dem Vergnügen diente, meist als Sünde. Ausnahmen wurden bei bestimmten Krankheiten gemacht, bei denen Ärzte oder Schriften wie das Hausbuch Tacuinum sanitatis Geschlechtsverkehr als Therapie empfahlen. Die christliche Kirchenmoral wurde zunehmend sexualfeindlich: Sexualität sollte vor allem der Zeugung von Kindern dienen. Wollust galt als Todsünde, Homosexualität wurde als abartig, krankhaft und widernatürlich bewertet. Keuschheit wurde streng propagiert und Sexualität mit dem Diabolischen verbunden. Ähnliche Entwicklungen werden für den Islam mit zeitlicher Verzögerung erwähnt.

Im spätmittelalterlichen Europa und in bestimmten Abschnitten der frühen Neuzeit gab es auch vergleichsweise ungezwungene Sitten, etwa in Badehäusern oder an absolutistischen Höfen. Mit Puritanismus sowie den Moralvorstellungen des viktorianischen England und des wilhelminischen Deutschland verbreiteten sich jedoch repressive Vorstellungen. Sexualität wurde als animalisch, roh und gefährlich betrachtet; insbesondere Frauen wurde eine selbstbestimmte Sexualität häufig nicht zugestanden.

Im 19. Jahrhundert richtete sich eine massive Sexualerziehung vor allem an junge Männer. Schriften wie The Young Man’s Guide von William Alcott (1833) und Lecture to Young Men on Chastity von Sylvester Graham (1834) warnten vor vermeintlich gesundheitsschädlichen Folgen der Masturbation und vor homosexuellen Handlungen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte Sigmund Freud die Triebtheorie. Sie erklärte die Psyche und die menschliche Entwicklung zu einem erheblichen Teil aus dem Sexualtrieb. Dessen psychologische Erscheinungsform nannte Freud Libido. In der klassischen Psychoanalyse wurde angenommen, dass die Sexualität die psychische Entwicklung des Kindes wesentlich beeinflusst. Störungen der psychosexuellen Entwicklung sollten zu Neurosen und Psychosen führen können. Freud sah die Anerkennung der individuellen Sexualität als Merkmal psychischer Gesundheit, ohne dass Sexualität unbedingt ausgelebt werden müsse. Sein frühes Konzept der Katharsis wurde später verworfen und teilweise missverstanden. Die Psychoanalyse beeinflusste auch die Untersuchung von Perversionen, die heute als Paraphilien bezeichnet werden. Die Einordnung sexueller Vorlieben als Paraphilie ist jedoch umstritten und verändert sich historisch und soziologisch mit den Überarbeitungen von DSM und ICD.

Das 20. Jahrhundert gilt insgesamt als Zeit sexueller Revolutionen. Magnus Hirschfeld warb in Deutschland für die Theorie eines „dritten Geschlechts“ und für die Straffreiheit Homosexueller; er gründete in Berlin das weltweit erste Institut für Sexualwissenschaft. 1917/18 entstanden im Auftrag des deutschen Kriegsministeriums Richard Oswalds Aufklärungsfilme über Geschlechtskrankheiten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bis 1920 führte die fehlende Filmzensur zu einer Welle sogenannter „Sittenfilme“; eine ähnliche kommerzielle Entwicklung wiederholte sich in den 1960er-Jahren.

Seit den 1930er-Jahren ermöglichten Antibiotika erstmals eine wirksame Behandlung übertragbarer Geschlechtskrankheiten. In den 1950er- und teilweise bis in die 1960er-Jahre herrschte dennoch eine konservative und oft als bigott bezeichnete Moral. Die 68er-Bewegung, Aufklärungsliteratur und Filme von Oswalt Kolle führten zu einer stärkeren Enttabuisierung. Alfred Charles Kinsey untersuchte seit den 1940er-Jahren das Sexualverhalten und veröffentlichte die kontrovers aufgenommenen Kinsey-Reports. Masters und Johnson erforschten Sexualität und sexuelle Störungen; Helen Singer Kaplan entwickelte in den 1970er-Jahren die Sexualtherapie.

Seit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts war die Sexualwissenschaft zunächst überwiegend biologistisch-essentialistisch ausgerichtet. Michel Foucaults Der Wille zum Wissen verschob ab 1977 den Schwerpunkt zu einer konstruktivistischen Sichtweise. Nach Foucault wurde Sexualität im 19. Jahrhundert als soziale Kategorie gebildet und durch Institutionen, Wissenschaft und Medizin kontrollier- und regulierbar. In den 1990er-Jahren gewann diese Sichtweise in der Essentialisten-Konstruktivisten-Kontroverse an Einfluss. Die Queer-Theorie, die sich seit Anfang der 1990er-Jahre in den USA entwickelte, untersucht kritisch die Zusammenhänge von biologischem Geschlecht, sozialem Geschlecht und sexuellem Begehren. Sie betrachtet geschlechtliche und sexuelle Identität als durch Handlungen erzeugt und analysiert Macht, Normen und Identitäten. AIDS führte in den 1980er-Jahren zu Veränderungen des Sexualverhaltens.

Psychologische Entwicklung und sexuelle Präferenzen

Psychologische Forschung betrachtet Sexualität psychophysiologisch, entwicklungspsychologisch, differentialpsychologisch im Zusammenhang mit Persönlichkeitsmerkmalen und Geschlechterunterschieden sowie sozialpsychologisch. Die klinische Sexualforschung untersucht außerdem sexuelle Störungen. Freuds psychoanalytische Erklärung der sexuellen Entwicklung wurde später mehrfach revidiert und ergänzt; heute liegen auch empirisch überprüfbare entwicklungspsychologische Befunde vor.

Schon Kinder können autoexploratorische und soziosexuelle Verhaltensweisen zeigen, etwa das Zeigen und Anschauen der Genitalien oder das Einführen von Gegenständen in Vagina und Anus. Die Sexualentwicklung im Jugendalter wird in drei überlappende Phasen eingeteilt:

  • Präadoleszenz: bei Mädchen 10 bis 12 Jahre, bei Jungen 11 bis 13 Jahre. Körperlich entwickeln sich unter anderem Schambehaarung und Geschlechtsorgane. Zugleich wächst das Bedürfnis nach Intimität, häufig verbunden mit Schamgefühl. Die wichtigste Bezugsgruppe ist die gleichgeschlechtliche Peergroup.
  • Frühe Adoleszenz: bei Mädchen 12 bis 14 Jahre, bei Jungen 13 bis 15 Jahre. Sie umfasst bei Mädchen die erste Menstruation und bei Jungen die erste Ejakulation. Masturbation beginnt bei beiden Geschlechtern; neben der Peergroup werden häufiger Kontakte zum anderen Geschlecht gesucht, einschließlich erster Verabredungen, Küsse und körperlicher Annäherungen.
  • Späte Adoleszenz: bei Mädchen 14 bis 17 Jahre, bei Jungen 15 bis 18 Jahre. Beide Geschlechter erreichen die Fertilität. Es entwickeln sich intime Beziehungen, zu denen sexuelle Aktivitäten und der erste Geschlechtsverkehr zählen.

Körperliche und psychische Veränderungen sowie soziale Anforderungen durch Partnerschaften sind Entwicklungsaufgaben. Jugendliche müssen sich bewusst oder unbewusst mit sexueller Präferenz, Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und ethischer Bewertung auseinandersetzen. Schwierigkeiten bei Partnerschaftsanbahnung und sexuellen Kontakten oder Unterschiede zwischen sexuellem Erleben und Verhalten können die sexuelle und psychische Gesundheit im weiteren Lebensverlauf beeinflussen.

Die sexuelle Präferenz umfasst sowohl sexuell erregende Fantasien als auch das konkrete sexuelle Verhalten. Gemeinsam mit den sozialen Bedingungen des Lebensumfelds prägt sie die Selbstdefinition der eigenen Sexualität. Sie entwickelt sich vor allem während der ersten beiden Lebensdekaden und bleibt in der Regel lebenslang bestehen; ihre genaue Entstehung ist jedoch nicht ausreichend erforscht. Die Präferenzstruktur besitzt drei Achsen: die sexuelle Orientierung, also das Geschlecht des gewünschten Sexualpartners; die Ausrichtung, also Alter, Körperschema und andere Eigenschaften des gewünschten Partners; sowie Art oder Typus des gewünschten Partners beziehungsweise Objekts und der Modus der sexuellen Betätigung. Daraus entstehen individuelle Erregungsmuster. Abweichende sexuelle Neigungen gelten nicht als krank oder behandlungsbedürftig, solange sie weder andere Menschen noch die eigene Person gefährden.

Genetische, hormonelle und soziale Einflüsse

Zwillingsstudien vergleichen eineiige beziehungsweise monozygote Zwillinge mit 100 % genetischer Übereinstimmung und zweieiige beziehungsweise dizygote Zwillinge mit 50 % genetischer Übereinstimmung. Die Aussagekraft solcher Untersuchungen ist unter anderem dadurch begrenzt, dass Zwillinge nicht vollständig denselben äußeren Einflüssen ausgesetzt sind und die Auswahl der Stichproben Ergebnisse verzerren kann. Neuere Studien ordnen die sexuelle Orientierung zu 32 % genetischen Faktoren, zu 25 % der familiären Umwelt und zu 43 % der spezifischen Umwelt zu. Theoretische Erklärungen für nicht-heterosexuelle genetische Einflüsse besitzen bisher keine zweifelsfreie Evidenz. Genom-Scans fanden Hinweise auf bestimmte Marker auf den Chromosomen 4, 7, 11, 12 und 15.

Hormone beeinflussen besonders die frühe, auch pränatale Gehirnentwicklung und damit nach der Darstellung des Artikels auch die sexuelle Orientierung. Große Mengen von Androgenen in einer kritischen Entwicklungsphase führen zur Ausbildung männlicher Sexualcharakteristika; bei Abwesenheit von Androgenen entwickeln sich weibliche Sexualcharakteristika. Die Betrachtung attraktiver Bilder erhöht die Aktivität im Thalamus und im Präfrontalcortex. Bei homosexuellen Männern und heterosexuellen Frauen zeigt sich diese Reaktion auf männliche Gesichter, bei homosexuellen Frauen und heterosexuellen Männern auf weibliche Gesichter. Attraktionskonforme Pheromone und geschlechtsspezifische Gerüche erhöhen die Aktivität des Hypothalamus. Der anteriore Hypothalamus wird als wichtig für männliches Rollenverhalten beschrieben. Postmortale Untersuchungen fanden diese Region bei Frauen und homosexuellen Männern deutlich kleiner oder nicht vorhanden. Außerdem werden Zusammenhänge zwischen pränatalem Testosteron, Cortisol, Stress und späterer sexueller Orientierung berichtet.

Der Artikel nennt auch Einflüsse der sozialen Umwelt. 2009 gaben 42 % der 11- bis 13-Jährigen und 79 % der 14- bis 17-Jährigen an, bereits pornografische Inhalte gesehen zu haben. Pornografie kann ein realitätsfernes Bild von Sexualität vermitteln, Geschlechterrollen übertreiben, Frauen objektifizieren und die Selbstwahrnehmung beeinflussen, etwa hinsichtlich Körpergröße und sexueller Interaktion. Nicht-heterosexuelle Jugendliche sind nach den genannten Angaben mehr Stressfaktoren und häufiger Mobbing ausgesetzt. Ihre Suizidrate sei vier- bis siebenmal höher; Depressionen träten dreimal häufiger auf, außerdem bestünden erhöhte Risiken für affektive Störungen, Angststörungen, PTBS, Suchterkrankungen und Suizidgedanken.

Die Annahme, der Umgang mit homosexuellen Menschen oder Schwierigkeiten mit den Eltern verursachten Homosexualität, wird im Artikel nicht bestätigt. Erste homosexuelle Fantasien treten durchschnittlich drei Jahre vor der ersten gleichgeschlechtlichen Sexualerfahrung auf. Situative Homosexualität, also gleichgeschlechtliche Handlungen in Lebenssituationen mit langem ausschließlich gleichgeschlechtlichem Zusammenleben, wird erwähnt, ist aber wegen Stigmatisierung nur unzureichend erforscht. Insgesamt werden biologische Faktoren als wahrscheinlich bedeutender eingeschätzt als soziale Faktoren, wobei der Artikel zugleich auf methodische Grenzen und eine teils dünne Forschungslage hinweist.

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