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Sekundärliteratur
Eine ähnlich Unterscheidung, aber zwischen verschiedenen Quellen im Sinne der Geschichtswissenschaft, drückt das Begriffspaar „Primärquelle und Sekundärquelle“ …
Grundidee
Sekundärliteratur bezeichnet in vielen Fachgebieten wissenschaftliche Literatur, die über andere, „primäre“ Texte geschrieben wird. Was als Primärliteratur gilt, ist je nach Fach unterschiedlich; der Begriff Primärliteratur wird zudem deutlich seltener verwendet. Teilweise wird Sekundärliteratur von Tertiärliteratur unterschieden: Diese beruht ausschließlich auf Sekundärliteratur und dient vor allem der ersten Orientierung.
Geisteswissenschaften
Der Begriff stammt aus der Literaturwissenschaft. Literarische Werke gelten dort als Primärliteratur, wissenschaftliche Publikationen über diese Werke als Sekundärliteratur oder Forschungsliteratur. Goethes Faust ist beispielsweise Primärliteratur; eine Abhandlung über Charaktere oder Motive des Stücks ist Sekundärliteratur.
Ein Text, der ursprünglich als Sekundärliteratur entstanden ist, kann selbst zum Primärtext werden, wenn er Gegenstand einer literaturwissenschaftlichen Analyse wird.
In der Geschichtswissenschaft ist die Bezeichnung Sekundärliteratur für fachwissenschaftliche Publikationen verbreitet, wird aber teilweise abgelehnt. Häufiger heißen solche Texte Darstellungen, Forschungsliteratur oder einfach Literatur. Der Gegenbegriff ist hier Quelle, nicht Primärliteratur. Geschichtswissenschaftliche Werke können wiederum Quellen sein, etwa in der Wissenschaftsgeschichte oder für Biographien von Historikern.
Naturwissenschaften
In den Naturwissenschaften gehören Übersichtsarbeiten, auf Englisch Reviews, zur Sekundärliteratur. Die darin zitierten Originalpublikationen zählen zur Primärliteratur, auch wenn sie erst kurze Zeit zuvor erschienen sind.
In der Chemie beschreibt Primärliteratur zum Beispiel erstmals die Synthese und Charakterisierung einer oder mehrerer neuer, bisher gänzlich unbekannter Stoffe im Detail. Fasst ein Autor dagegen eine oder mehrere bereits aus der Primärliteratur bekannte Stoffgruppen zusammen, ist diese Veröffentlichung Sekundärliteratur.
Tertiärliteratur
Tertiärliteratur wertet Sekundärliteratur zusammenfassend aus und dient der ersten Orientierung. Dazu zählen Einführungen, Lexika, Nachschlagewerke und Enzyklopädien einschließlich der Wikipedia. Früher bezog sich der Begriff stärker auch auf bibliographische Hilfsmittel, etwa Bibliographien, Bibliothekskataloge und Literaturführer, die beim Auffinden von Sekundärliteratur helfen.
Im Studium und in der Wissenschaft spielt Tertiärliteratur keine besondere Rolle. Fachfremde einführende Werke gelten im wissenschaftlichen Zusammenhang in der Regel als nicht zitierfähig und gehören daher auch nicht zur Tertiärliteratur.