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Sapad 81
Sapad 81 (Russisch Запад-81, übersetzt „West-81“), an dem hauptsächlich die UdSSR beteiligt war, stellte gemäß US- und NATO-Quellen das größte …
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Bedeutung, Zeit und Ort
Sapad 81 (russisch Запад-81, „West-81“) war ein operativ-strategisches Militärmanöver des Warschauer Paktes, an dem hauptsächlich die UdSSR beteiligt war. Nach Angaben aus US- und NATO-Quellen war es das größte Manöver dieser Art, das der Warschauer Pakt während des Kalten Krieges durchführte.
Die Übung fand vom 4. bis 12. September 1981 in Polen und in der sowjetischen Oblast Kaliningrad statt. Das Übungsgebiet gehörte zum westlichen Militärbezirk der UdSSR und umfasste den Ostseebereich, das Baltikum und den Nordwesten der Sowjetunion. Vor allem sowjetische und polnische Truppen waren beteiligt.
Truppen und militärischer Aufbau
Am Feldmanöver nahmen insgesamt etwa 150.000 Soldaten teil. Den genauen Umfang und die Zusammensetzung der beteiligten Kräfte hielt der Warschauer Pakt geheim.
Sapad 81 war eine verbundene Operation: Heer einschließlich der Raketentruppen, Luftwaffe und Marine übten gemeinsam. Damit sollten verschiedene militärische Fähigkeiten in einem zusammenhängenden Einsatz erprobt werden.
Ablauf und erprobte Konzepte
Das Manöver simulierte eine mögliche Kriegsführung auf westlichem Territorium. Neue Waffensysteme wurden unter Gefechtsbedingungen getestet, darunter die sowjetische Mittelstreckenrakete RSD-10 und der Flugdeckkreuzer Kiew. In der Umgebung von Gdańsk fanden umfangreiche amphibische Landungen statt, also Landungen von Truppen vom Wasser aus. Die Marinekräfte konzentrierten sich dabei besonders in der Danziger Bucht.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Einsatz von Marschflugkörpern sowie auf den neuen Panzerabwehrwaffen der NATO MILAN, TOW und HOT. Außerdem wurde die gedeckte Überführung in den Kriegszustand geübt, also der möglichst unauffällige Übergang von Friedens- zu Kriegsbereitschaft.
Erstmals wurde das Konzept der Operativen Manövergruppen praktisch angewendet. Diese Gruppen wurden auf Polnisch als OMG („Operacyjna Grupa Manewrówa“) und auf Russisch als OГM („оперативная группа маневров“) bezeichnet.
Zur Militärdoktrin des Warschauer Paktes gehörte die Möglichkeit, ein Manöver als Deckung für einen massiven Truppenaufmarsch und einen tatsächlichen Angriff zu nutzen. Sapad 81 ähnelte daher in vielerlei Hinsicht einer Invasion.
Politischer Zusammenhang
Das Manöver stand im Zusammenhang mit der politischen Entwicklung in Polen. Die freie Gewerkschaft Solidarność hielt im September 1981 ihren ersten Landeskongress ab. Nach Ansicht der sowjetischen Militärführung destabilisierte die Bewegung Polen als politisch-militärischen Verbündeten.
Sapad 81 sollte deshalb auch zeigen, wie ein sowjetischer Einmarsch aussehen könnte, falls Solidarność weitere Erfolge erzielen würde. Es war das letzte große Militärmanöver auf polnischem Boden.
Propaganda und Kritik
Sapad 81 diente zugleich als Waffenschau und Propagandaveranstaltung. Die Sowjetunion und der Warschauer Pakt wollten dem Westen ihr offensives militärisches Potenzial vorführen, auch vor dem Hintergrund der sowjetischen Invasion in Afghanistan. Dazu wurden umfangreiche Dokumentationsaufnahmen angefertigt und eine große Militärparade veranstaltet.
Die USA warfen dem Warschauer Pakt einen Verstoß gegen die Schlussakte von Helsinki vor. Als Gründe nannten sie, dass die Übung nicht vollständig angekündigt worden sei und die Zahl der beteiligten Soldaten die Grenze von 25.000 bei Weitem überschritten habe.