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Süden
Süden oder Süd ist eine der vier Haupthimmelsrichtungen und zeigt überall auf der Erde zum Südpol, ausgenommen dort. Die Richtungsangabe wird zur Navigation …
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Grundbedeutung
Süden oder Süd ist eine der vier Haupthimmelsrichtungen. Die Richtung zeigt überall auf der Erde zum Südpol, außer direkt am Südpol selbst. Sie wird zur Orientierung und Navigation genutzt, zum Beispiel bei geographischen Koordinaten. Auch auf anderen Planeten des Sonnensystems und auf dem Mond gibt es eine Richtung Süden: Sie zeigt dort jeweils zum eigenen Südpol.
Als abstrakte Himmelsrichtung kann Süden mit dem Buchstaben S bezeichnet werden. Süden liegt Norden genau gegenüber und kann als Winkelhalbierende zwischen Osten bei 90 Grad und Westen bei 270 Grad verstanden werden. In Kompassrosen und Windrosen wird diese Richtung durch den entsprechenden Strich für Süd dargestellt.
Bezeichnungen und Gebrauch
Im Deutschen sind Süd und Süden synonyme Wörter für dieselbe Himmelsrichtung. Sie werden nur im Singular verwendet und meist ohne Artikel, besonders in der Meteorologie und in der Seemannssprache.
Die Wörter können nicht nur eine abstrakte Richtung meinen. Sie können auch einen konkreten räumlichen Bezug ausdrücken, etwa etwas, das in Richtung des Südpunktes liegt oder mit dem mittäglichen Sonnenstand verbunden ist. Mit Artikel kann „der Süden“ bestimmte südlich gelegene Stadtviertel, Landschaften, Landesteile, Länder, Menschen, Völker oder Nationen bezeichnen.
Richtung mit Sonne bestimmen
Zum astronomischen Mittag, also um 12 Uhr wahre Ortszeit (WOZ), passiert die Sonnenmitte den Meridian eines Standorts. Der Meridian ist die gedachte Linie am Himmel, die durch Nordpunkt, Zenit und Südpunkt verläuft. Orte mit gleicher geographischer Länge erleben diesen Meridiandurchgang zur gleichen Zeit.
Auf der Nordhalbkugel steht die Sonne an Orten mit einer geographischen Breite oberhalb des Wendekreises beim oberen Meridiandurchgang immer im Süden. Der Meridian schneidet den Horizont im Südpunkt, über dem die Sonne mittags steht. Dabei erreicht sie nahezu ihren höchsten Stand im Tagesbogen, die obere Kulmination.
In mittleren und höheren Breiten der Nordhalbkugel lässt sich Süden bei Sonnensicht deshalb recht einfach bestimmen: Zur Mittagszeit steht die Sonne im Mittel über dem Südpunkt. Eine grobe Bestimmung ist auch mit einer Analoguhr möglich, die Normalzeit beziehungsweise mittlere Ortszeit (MOZ) anzeigt: Richtet man den Stundenzeiger auf die Sonne, zeigt die Linie, die den Winkel zwischen Stundenzeiger und 12-Uhr-Strich halbiert, ungefähr zum Südpol.
Kompass, Karten und Abweichungen
Die Nadeln eines Magnetkompasses sind in Mitteleuropa fast immer ungefähr nach Norden beziehungsweise Süden gerichtet. Eine Spitze der Magnetnadel zeigt zum magnetischen Südpol, der auch geomagnetischer Nordpol genannt wird. Dieser stimmt örtlich nicht genau mit dem geographischen Nordpol überein.
Dadurch entsteht eine ortsabhängige Missweisung. Die Richtung und der Winkelbetrag zwischen geografisch Nord und magnetisch Süd heißen Deklination. Für genaue Berechnungen werden Angaben auf topographischen Karten oder Spezialkarten zum Magnetfeld, sogenannte Isoklinen-Karten, verwendet.
In der heute verbreiteten Kartografie nach Mercator wird Süden am unteren Blattrand der Karten dargestellt.
Wortherkunft und Symbole
Den Wörtern Süden und Süd liegt das germanische Richtungsadverb sunþa- mit der Bedeutung „nach Süden“ zugrunde. Das „ü“ findet sich erst seit dem 12. Jahrhundert unter niederländischem Einfluss. Wegen verwandter Formen wie angelsächsisch sûþan, althochdeutsch sundan und altnordisch sunnan wird auch ein etymologischer Zusammenhang mit „Sonne“ vermutet.
Süden kann symbolisch nicht nur durch den Buchstaben S dargestellt werden. In China stehen der Erdzweig des Pferdes (午 wǔ) und das Trigramm Feuer (離 lí) für Süden. In Mythen können Figuren den Süden verkörpern, zum Beispiel Suðri in der nordischen Mythologie, einer von vier Zwergen, die den Schädel Ymirs tragen, aus dem die Asen das Himmelsgewölbe errichteten.