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Religious Sisters of Charity
2003 wurde eine auf Palliativmedizin spezialisierte Filiale in Blackrock eröffnet. 2006 wurde ein neuer Ausbildungs- und Forschungszentrum errichtet …
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Überblick
Die Religious Sisters of Charity, auch Irish Sisters of Charity, sind eine Ordensgemeinschaft der römisch-katholischen Kirche. Sie wurde 1815 in Dublin von Mary Aikenhead (1787–1858) gegründet. Ihr Motto lautet „Caritas Christi urget nos“ („Die Liebe Christi treibt uns an“, 2 Kor 5,14 EU).
Der Orden hat seinen Hauptsitz in Harold’s Cross, einer Vorstadt im Süden von Dublin. Er betreibt oder betrieb Einrichtungen in Irland, Australien, England, Schottland, Zambia, den Vereinigten Staaten, Nigeria und Malawi. Seine Arbeit war von Beginn an auf Armenhilfe, Krankenpflege, Begleitung Sterbender und Betreuung von Gefangenen ausgerichtet.
Gründung und frühe Aufgaben
Der Orden entstand auf Initiative von Daniel Murray, dem späteren Erzbischof von Dublin. Er beauftragte Mary Aikenhead damit, eine Gemeinschaft barmherziger Schwestern in vinzentinischer Tradition zu gründen. Am 1. September 1815 legte Aikenhead als erstes Mitglied der neuen Gemeinschaft Profess ab. Neben den üblichen drei Gelübden der evangelischen Räte, also Armut, Keuschheit und Gehorsam, kam als viertes Gelübde der Dienst an den Armen hinzu. Aikenhead wurde Generalsuperiorin des Ordens.
Die Arbeit des Ordens wurde bereits 1816 von Papst Pius VII. anerkannt. Die päpstliche Approbation der Ordenskonstitution erfolgte 1833 durch Gregor XVI. Der Orden war nicht klausuriert, das heißt, die Schwestern lebten nicht streng abgeschlossen von der Außenwelt. Die einzelnen Gemeinschaften handeln bis heute weitgehend selbständig.
Der erste Konvent wurde 1815 in der North William Street in Dublin eröffnet, 1819 folgte ein weiterer in der Stanhope Street. Weitere Konvente entstanden in Dublin und anderen Teilen Irlands, darunter 1826 in Peacock Lane in Cork, 1842 in Lady Lane in Waterford, 1844 in Clarinbridge im County Galway und 1845 in Clonmel im County Tipperary. Zu den frühen Aufgaben gehörten Armenhilfe, Hilfe für Kranke und Sterbende sowie die Betreuung von Gefangenen. Ab 1821 leisteten Schwestern im Kilmainham Gaol in Dublin seelsorgerische Hilfe für Gefangene.
Krankenpflege und Hospize
Ab 1832 engagierte sich der Orden stärker in der Krankenpflege. Anlass war ein Ausbruch der „asiatischen Cholera“ in Irland. Erzbischof Murray bat die Schwestern, in einem provisorischen Hospital im Dubliner Stadtteil Grangegorman zu helfen. Die hygienischen und gesundheitlichen Verhältnisse in Dublin waren damals sehr schlecht: Die Zahl der Tuberkulosefälle war doppelt so hoch wie in London und Glasgow, Typhus- und Masernfälle gab es dreimal so viele wie in London, und Dublin hatte die höchste Sterblichkeit aller europäischen und nordamerikanischen Städte; 1889 wurde diese nur von Kalkutta übertroffen.
Aus dieser Lage heraus beschloss der Orden den Bau eines Krankenhauses. 1834 eröffnete das St. Vincent’s Hospital in St. Stephen’s Green in Dublin. Es war das erste von Frauen betriebene Krankenhaus in Irland. Heute besteht es als St. Vincent’s University Hospital in Elm Park südlich von Dublin.
1845 kaufte der Orden ein Anwesen in Harold’s Cross südlich von Dublin von einer Quäkerfamilie. Die Schwestern benannten es von „Greenmount“ in „Our Lady’s Mount“ um. Mary Aikenhead zog dorthin, weil sich ihre Gesundheit seit 1831 stark verschlechtert hatte und ihr die Stadt Dublin nicht mehr bekam. Mutterhaus und Noviziat des Ordens wurden ebenfalls dorthin verlegt. Später entstanden dort mehrere Schulen.
Nach einer Pockenepidemie 1879 wurde das Noviziat nach Mount St. Anne’s in Milltown bei Dublin verlegt. Dadurch wurde Platz für ein lange geplantes Hospiz. Zu dieser Zeit nahmen viele Krankenhäuser fiebrige, infektiöse oder sterbende Patienten nicht auf. Schon zur Zeit Mary Aikenheads war deshalb über eine solche Einrichtung gesprochen worden. Drei Jahre nach ihrem Tod standen in Our Lady’s Mount neun Betten für Schwerkranke und Sterbende bereit. Die eigentliche Eröffnung des Hospizes erfolgte später unter Anna Gaynor, die ab 1879 Mutter Superior in Harold’s Cross war. 1880 hatte das Hospiz 40 Betten, und am 18. Juli 1886 wurde der Grundstein für ein neues Hospizgebäude gelegt.
1879 nahm Dr. Dudley White als erster Arzt im Our Lady’s Hospice seine Arbeit auf. 1961 begann dort der erste Geriatriker Irlands zu arbeiten; Geriatrie ist die medizinische Behandlung älterer Menschen. 2003 wurde in Blackrock eine Filiale mit Schwerpunkt Palliativmedizin eröffnet, also medizinischer Betreuung zur Linderung schwerer Leiden. 2006 entstand ein neues Ausbildungs- und Forschungszentrum. Auf dem Hospizgelände befindet sich außerdem das Mary Aikenhead Heritage Centre, das Räume aus Mary Aikenheads letzten Lebensjahren zeigt und die Geschichte des Ordens und seiner Einrichtungen vermittelt.
1876 übernahm der Orden außerdem das 1872 gegründete Temple Street Children’s Hospital in der Upper Buckingham Street in Dublin.
Ausbreitung nach Großbritannien und Afrika
Das Engagement der Sisters of Charity in England begann nach langen Verhandlungen 1840. Eine Gruppe von Schwestern ging nach Preston in Lancashire, um arme Kinder zu unterrichten, kehrte aber bereits 1848 zurück. Ein neuer Versuch erfolgte erst Ende des 19. Jahrhunderts. Danach entstanden zahlreiche Einrichtungen in England und Schottland, unter anderem St Margaret’s Home in Rock Ferry, St. Elizabeth’s in Birkenhead, St Joseph’s Hospice in Hackney, mehrere Konvente in London, Bristol, Birmingham, Schottland und weiteren Orten. Der englische Hauptsitz befand sich bis 1984 im St Joseph’s Hospice in Hackney, später in Chiswick und seit 2010 in Acton.
Laut Eintrag bei der Charity Commission for England and Wales, dem öffentlichen Register gemeinnütziger Einrichtungen, erzielte der Orden 2012 Einkünfte von über 15 Millionen Pfund und beschäftigte fast 300 Angestellte.
In Afrika begann die Arbeit des Ordens 1948, als drei Schwestern nach Zambia kamen und in Chikuni den ersten Konvent gründeten. 1961 folgte Nigeria. 2011 kam Malawi hinzu, wo die Schwestern in Konzalendo eine Gemeinschaft und Hilfsprojekte aufbauten.
Magdalen Laundries
Seit 1993 wurden nach und nach skandalöse Zustände in den irischen Magdalen Laundries bekannt. Diese Einrichtungen waren Besserungs- und Bewahranstalten für sogenannte „gefallene Mädchen“. Ihnen waren Wäschereibetriebe angeschlossen, in denen die jungen Frauen arbeiten mussten. Die Arbeit wurde einerseits als erzieherische Maßnahme begründet, andererseits diente sie der Erzielung von Einkünften.
Zwei dieser Magdalen Laundries wurden von den Sisters of Charity betrieben. St Mary Magdalen’s in Donnybrook, Dublin, war 1796 als St Mary Magdalen’s Care Centre in der Townsend Street von einem Mr. Quarterman und Mrs. Brigid Burke gegründet worden. Von 1798 bis 1833 stand es unter Leitung einer Mrs. Ryan. 1833 wurde es übernommen und 1837 nach Donnybrook Castle verlegt. 1992 wurde die Liegenschaft an ein Privatunternehmen verkauft, das dort bis 2006 eine Wäscherei betrieb. Die zweite Einrichtung war St Vincent’s in St Mary’s Road, Peacock Lane, Cork. Sie wurde 1808 von Nicholas Therry gegründet und 1845 von den Sisters of Charity übernommen.
Nach dem Bericht des Inter-Departmental Committee Investigating State Involvement with the Magdalen Laundries, auch McAleese-Committee genannt, kündigte Irlands Regierungschef Enda Kenny im Januar 2013 eine Entschädigung für ehemalige Insassen an. Die vier Ordensgemeinschaften, die Magdalen Laundries betrieben hatten, darunter die Sisters of Charity, erklärten im Juli 2013 in einem Schreiben an Justizminister Alan Shatter ihre Bereitschaft zur weiteren sachlichen Aufarbeitung. An dem geplanten Entschädigungsfonds von bis zu 58 Millionen Euro wollten sie sich finanziell jedoch nicht beteiligen.