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Reinhard Spree

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Historische Konjunktur- und Wachstumsforschung, Fragen der sozialen Ungleichheit; Sozialgeschichte der Medizin und des …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Profil und Forschungsschwerpunkte
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Ausgewählte Veröffentlichungen und Themen

Profil und Forschungsschwerpunkte

Reinhard Spree (* 19. Oktober 1941 in Arnsdorf, Landkreis Hirschberg im Riesengebirge, Provinz Niederschlesien) ist ein deutscher Sozial- und Wirtschaftshistoriker. Er untersucht wirtschaftliche Entwicklungen und gesellschaftliche Verhältnisse in ihrem historischen Zusammenhang. Seine Forschung konzentriert sich auf drei Bereiche: die historische Konjunktur- und Wachstumsforschung, Fragen der sozialen Ungleichheit sowie die Sozialgeschichte der Medizin und des Gesundheitswesens.

Zur Konjunktur- und Wachstumsforschung gehören bei Spree vor allem die Untersuchung von Wachstumstrends und Konjunkturzyklen, also längerfristigen Entwicklungen und wiederkehrenden Schwankungen der Wirtschaft. Im Bereich der sozialen Ungleichheit befasst er sich mit unterschiedlichen Lebensbedingungen und ihren Folgen. Die Sozialgeschichte der Medizin und des Gesundheitswesens richtet den Blick auf Krankheit, Sterblichkeit, Versorgung und die gesellschaftlichen Bedingungen des Gesundheitsbereichs.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Spree absolvierte zunächst eine Banklehre. Ab 1963 studierte er Volkswirtschaftslehre, Soziologie sowie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg und an der Freien Universität Berlin.

Von 1970 bis 1973 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Freien Universität. Zusätzlich beteiligte er sich am Projekt „Ein Simulationsmodell der Bundesrepublik Deutschland“. Von 1973 bis 1978 arbeitete er am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Dort war er unter anderem am Projekt „Historisch-empirische Studien zu sozialisationsrelevanten Dimensionen sozialer Ungleichheit“ beteiligt.

1975 wurde Spree an der Freien Universität mit einer Dissertation über Die Wachstumszyklen der deutschen Wirtschaft von 1840 bis 1880 promoviert. 1981 habilitierte er sich an der Technischen Universität Berlin. Von 1978 bis 1986 war er Professor für die Geschichte und Theorie der Industrialisierung an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin. Gleichzeitig blieb er dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung als Mitarbeiter verbunden.

In den Jahren 1985/1986 vertrat Spree Sidney Pollard an der Universität Bielefeld. Anschließend hatte er bis 1992 die Professur für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Konstanz inne. Außerdem nahm er wiederholt Lehraufträge an der Universität Zürich wahr. 1992 wurde er Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität München und trat dort die Nachfolge von Wolfgang Zorn an. Daneben übernahm er Lehraufträge an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. 2007 wurde er emeritiert.

Neben Monographien veröffentlichte Spree zahlreiche Aufsätze, vor allem zu wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Themen. Er arbeitete außerdem als Herausgeber.

Ausgewählte Veröffentlichungen und Themen

Die Veröffentlichungen zeigen die Verbindung seiner Forschungsschwerpunkte:

  • Die Wachstumszyklen der deutschen Wirtschaft von 1840 bis 1880. Berlin 1977, ISBN 3-428-03885-1. Das Werk geht auf seine Dissertation zurück.
  • Wachstumstrends und Konjunkturzyklen in der deutschen Wirtschaft von 1820 bis 1913. Quantitativer Rahmen für eine Konjunkturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Göttingen 1978, ISBN 3-525-36168-8.
  • Soziale Ungleichheit vor Krankheit und Tod. Zur Sozialgeschichte des Gesundheitsbereichs im Deutschen Kaiserreich. Göttingen 1981, ISBN 3-525-33457-5.
  • Health and Social Class in Imperial Germany. A Social History of Mortality, Morbidity and Inequality. Oxford u. a. 1988, ISBN 0-85496-527-0.
  • Lange Wellen wirtschaftlicher Entwicklung in der Neuzeit. Historische Befunde, Erklärungen und Untersuchungsmethoden. Köln 1991.
  • Der Rückzug des Todes. Der Epidemiologische Übergang in Deutschland während des 19. und 20. Jahrhunderts. Konstanz 1992.
  • „Einen jedem Kranken in einem Hospitale sein eigenes Bett.“ Zur Sozialgeschichte des Allgemeinen Krankenhauses in Deutschland im 19. Jahrhundert, herausgegeben mit Alfons Labisch. Frankfurt am Main / New York 1996, ISBN 3-593-35396-2.
  • Eine bürgerliche Karriere im deutschen Kaiserreich. Der Aufstieg des Advokaten Dr. jur. Hermann Ritter von Pemsel in Wirtschaftselite und Adel Bayerns. Aachen 2007, ISBN 978-3-8322-5664-7.

Als Herausgeber war Spree außerdem an dem Sammelband Geschichte der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert beteiligt, der 2001 erschien.

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