Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Reflexivpronomen

Reflexivpronomen. Pronomen, das sich auf das inhaltliche oder grammatische Subjekt eines Satzes oder Textes bezieht. Artikel · Diskussion.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Funktion
  2. 2. Bezug im Satz
  3. 3. Formen im Deutschen
  4. 4. Feste und mehrdeutige Verwendungen
  5. 5. Andere Sprachen

Grundidee und Funktion

Ein Reflexivpronomen, auch Reflexivum oder rückbezügliches Fürwort genannt, ist ein Pronomen, das auf eine Einheit verweist, die ihm im Satz besonders nahe steht. Meist liegt das Bezugswort im selben Satz oder Teilsatz. Es unterscheidet sich dadurch vom Personalpronomen.

Der Unterschied zeigt sich an Sätzen wie: „Otto bemerkte, dass Karl ihn im Spiegel beobachtete“ und „Otto bemerkte, dass Karl sich im Spiegel beobachtete“. Im ersten Fall kann „ihn“ auf Otto verweisen; im zweiten Fall verweist „sich“ auf Karl, also auf das Subjekt desselben Nebensatzes. Das Reflexivpronomen bindet den Bezug also enger an eine nahe grammatische Einheit.

Bezug im Satz

Im Deutschen ist die Verwendung von Reflexivpronomen relativ frei. Typisch ist zwar, dass sie sich auf ein vorausgehendes Subjekt beziehen, aber sie können auch auf andere Satzteile zurückverweisen. Wichtig ist dabei die grammatische Hierarchie: Das Bezugswort muss höher stehen als das Reflexivpronomen.

Die Hierarchie lautet in absteigender Ordnung: Subjekt > indirektes Objekt > direktes Objekt > Präpositionalobjekt. Deshalb kann ein Reflexivpronomen zum Beispiel als direktes Objekt an ein indirektes Objekt gebunden werden, etwa in „Wir zeigten ihm sich selbst im Spiegel“. Weitere Beispiele sind „Otto sprach mit sich selbst“ und „Wir klärten Anna über sich selbst auf“.

Auch innerhalb einer Nominalphrase kann ein Reflexivpronomen stehen. Dann kann es sich auf einen Genitiv in derselben Nominalphrase beziehen, zum Beispiel in „Annas Stolz auf sich selbst“.

Formen im Deutschen

Im Gegenwartsdeutschen hat das Reflexivpronomen „sich“ keine Numerus- und Genusmerkmale. Es zeigt also nicht an, ob es Singular oder Plural ist, und unterscheidet auch kein grammatisches Geschlecht. Es kommt ausschließlich in der 3. Person vor und kann als Dativ oder Akkusativ verwendet werden.

Für Fälle, die „sich“ nicht abdecken kann, verwendet das Deutsche Formen des Personalpronomens. Das gilt für die 1. und 2. Person sowie für Genitive. Beispiele sind „Ich habe bemerkt, dass du dich im Spiegel beobachtest“ und „Der Dichter war seiner selbst überdrüssig geworden“. In solchen Fällen haben Personalpronomen also reflexive Funktion.

Geschichtlich war „sich“ ursprünglich die Akkusativform. Erst ab dem Ende der frühneuhochdeutschen Epoche dehnte sich diese Form auch auf den Dativ aus. Die alte germanische Dativform, die lautgesetzlich „sir“ aus urgermanisch *siz lauten würde, war im Deutschen verloren gegangen. Deshalb wurden im Dativ zunächst Personalpronomen wie „ihm“ und „ihr“ reflexiv verwendet. Dieser Gebrauch findet sich zum Beispiel in Luthers Bibelübersetzung und ist in manchen Dialekten, etwa im Bairischen, erhalten. Eine vollständige Deklination des Reflexivs gibt es heute noch im Isländischen.

Feste und mehrdeutige Verwendungen

Reflexivpronomen haben nicht immer eine echte rückbezügliche Bedeutung. Im Deutschen und auch in Sprachen wie Französisch oder Latein sind sie fester Bestandteil bestimmter Verben. Beispiele sind „sich erinnern“, „sich verabreden“ und „sich langweilen“. Hier gehört das Reflexivpronomen zum Verb, ohne dass unbedingt jemand auf sich selbst einwirkt.

Außerdem kann „sich“ im Deutschen ähnlich wie ein Reziprokpronomen verwendet werden. Ein Reziprokpronomen drückt eine wechselseitige Beziehung aus, zum Beispiel „einander“. Dadurch entsteht manchmal Mehrdeutigkeit. Der Satz „sie waschen sich“ kann bedeuten: „sie waschen einander“, also gegenseitig; er kann aber auch bedeuten: „sie waschen sich selbst“. Welche Deutung gemeint ist, muss aus dem Kontext erschlossen werden.

Der Artikel nennt außerdem den logophorischen Gebrauch als Besonderheit mancher Sprachen. Dabei geht es um spezielle Bezüge von Pronomen, Details werden im Artikel jedoch nicht ausgeführt.

Andere Sprachen

Der Artikel weist darauf hin, dass der Abschnitt zu Reflexivpronomina in anderen Sprachen überarbeitungsbedürftig ist. Inhaltlich wird vor allem gezeigt, dass andere Sprachen Reflexivität teils anders markieren als das Deutsche.

In den slawischen Sprachen gibt es zum Beispiel auch bei Possessiva, also besitzanzeigenden Formen, eine Unterscheidung zwischen reflexivem und nicht-reflexivem Bezug. Dadurch können Mehrdeutigkeiten vermieden werden, die im Deutschen entstehen können. In Bosnisch, Kroatisch und Serbisch kann man unterscheiden: „Ana je dala Fatimi svoju knjigu“ bedeutet „Ana gab Fatima ihr reflexives Buch“, also Anas Buch. „Ana je dala Fatimi njenu knjigu“ bedeutet dagegen „Ana gab Fatima ihr nicht-reflexives Buch“, also Fatimas Buch.

Je nach Sprache kann außerdem verschieden sein, wie weit der Bezug eines Reflexivpronomens reichen darf. Die Frage, wo diese Grenze liegt, ist in der Linguistik ein Gegenstand der Bindungstheorie.

Lernvideos zu Reflexivpronomen

Weiterlesen

Pronomen Artikel = Begleiter“ & „Pronomen stehen für Nomen (das Kind – es, Monas Tasche – ihre Tasche …).“ ↑ Pons (Peter Hoffmann, Volker Losch): Gewusst wie … Personalpronomen Fall), Akkusativ (= 4. Fall), Dativ (= 3. Fall), Genitiv (= 2. Fall). Singular, 1, ich, mich, mir, meiner. 2, du, dich, dir, deiner. 3, m. er, ihn, ihm, seiner. Subjekt (Grammatik) das finite Verb im Satz muss mit den Merkmalen des Subjekts übereinstimmen (Kongruenz in Person und Numerus); und es ist die hierarchisch höchste Ergänzung … Nominalphrase Innerhalb der Nominalphrase (bzw. Determinansphrase) herrscht im Deutschen grammatische Übereinstimmung (Kongruenz) zwischen Artikel, Adjektiv und Nomen in den … Numerus Der Numerus (Mehrzahl: Numeri; deutsch: Zahl, Anzahl, Zahlform) ist in der Grammatik eine Zählform zur Bestimmung von Mengenwertigkeiten, also zur … Genus Im Deutschen und anderen Sprachen gibt es Genera, die die Namen der natürlichen Geschlechter (Sexus) „männlich/maskulin“ oder „weiblich/feminin“ tragen. Es … Französische Sprache Vokale · ​/⁠ɑ⁠/​: pâte – / pɑt/ – Teig · ​/⁠ɔ⁠/​: sort – / sɔʁ/ – Schicksal · ​/⁠o⁠/​: sot – / so/ – dumm · ​/⁠u⁠/​: sous – / su/ – unter. Latein Verben ; Perfekt- stamm · 2. Person Singular Perfekt Konjunktiv Aktiv, du habest geliebt, amāv-, -eri- ; Perfekt- stamm · 3. Person Plural Plusquamperfekt Indikativ … Bindungstheorie (Sprachwissenschaft) Beispielsweise ist es die typische Funktion von Reflexivpronomen, anaphorisch zu referieren. Sie müssen dann innerhalb eines bestimmten Bereichs desselben …