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Rave Un2 the Joy Fantastic (Album)

Die Musik zählt zu den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Rock. Einzelne Liedtexte werden als Anspielungen auf Prince' damalige Ehefrau Mayte Garcia …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Zusammenarbeit
  3. 3. Musik und Texte
  4. 4. Veröffentlichung und Vermarktung
  5. 5. Resonanz und kommerzieller Erfolg
  6. 6. Mitwirkende und Auszeichnungen

Überblick und Bedeutung

Rave Un2 the Joy Fantastic ist das 23. Studioalbum von Prince. Es erschien am 9. November 1999 bei Arista Records / NPG Records und war sein sechstes sowie letztes Studioalbum unter dem Pseudonym des unaussprechbaren Symbols. Prince arrangierte, komponierte und produzierte alle Songs selbst. Das Album umfasst 18 Titel, dauert 70:00 Minuten und verbindet Contemporary R&B, Funk, Pop und Rock.

Das Album ist wichtig, weil Prince damit erstmals seit 1996 wieder mit einem Major-Label zusammenarbeitete. Nach Konflikten mit Warner Bros. Records hatte er 1993 seinen Künstlernamen abgelegt und veröffentlichte mehrere Alben über sein eigenes Label NPG Records. Die Kooperation mit Arista Records galt nur für dieses Album; Prince behielt die Rechte an den Master Tapes. Im April 2001 erschien mit Rave In2 the Joy Fantastic ein Remixalbum zu Rave Un2 the Joy Fantastic.

Entstehung und Zusammenarbeit

Das Titelstück Rave Un2 the Joy Fantastic nahm Prince bereits am 24. Juli 1988 in den Olympic Studios in London auf, veröffentlichte es damals aber nicht, weil es ihm zu stark seinem Hit Kiss von 1986 ähnelte. Die übrigen Stücke, darunter eine überarbeitete Version des Titeltracks, entstanden Anfang bis Mitte 1999 vor allem im Paisley Park Studio in Chanhassen. Nach Angaben des Toningenieurs Hans-Martin Buff war The Greatest Romance Ever Sold der letzte für das Album aufgenommene Song.

Prince arbeitete mit mehreren Gastmusikern. Ani DiFranco spielte akustische Gitarren auf Love U, but Don’t Trust U Anymore, Maceo Parker steuerte Saxophon zu Prettyman bei, Sheryl Crow wirkte bei Baby Knows mit, Gwen Stefani sang So Far, So Pleased, Chuck D ergänzte Rap-Passagen in Undisputed, und Eve nahm Parts für Hot Wit U sowie einen Remix von The Greatest Romance Ever Sold auf. Clare Fischer und The NPG Orchestra arrangierten Streicher für Man ‘O’ War, segue, Silly Game und The Sun, the Moon and Stars. Die Hornheads spielten Overdubs für Hot Wit U und Man ‘O’ War ein.

Mit Arista Records kam Prince Anfang April 1999 über Clive Davis ins Gespräch. Prince erhielt einen Vorschuss von 11 Millionen US-Dollar, betonte aber, es handle sich nicht um einen langfristigen Vertrag, sondern nur um eine Vereinbarung. Später kam es zu Spannungen: Arista-Führungskräfte reagierten weniger begeistert auf das Album als Davis zunächst, und Davis verlangte laut Hans-Martin Buff Änderungen. Prince zeigte sich schließlich unzufrieden mit der Zusammenarbeit und machte Arista und Clive Davis für den schwachen kommerziellen Erfolg mitverantwortlich.

Musik und Texte

Musikalisch bewegt sich Rave Un2 the Joy Fantastic zwischen Contemporary R&B, Funk, Pop und Rock. Prince nutzte erstmals seit den 1980er Jahren wieder einen Linn LM-1-Drumcomputer und setzte außerdem einen Oberheim-Synthesizer ein. Viele Songs verbinden elektronische Rhythmusspuren mit Gitarren, Bass, Streichern oder Bläsern. Prince singt überwiegend melodisch, nutzt aber auch Falsett, tiefere Stimmlagen und in Undisputed Sprechgesang.

Die Liedtexte greifen Themen auf, die Prince schon in den 1990er Jahren häufig behandelte: Liebe, Affären, gescheiterte Beziehungen, sexuelle Anspielungen, zwischenmenschliche Konflikte und Kritik an der Musikindustrie. Viele Kritiker deuteten mehrere Texte als Hinweise auf seine damalige Ehekrise mit Mayte Garcia, was Prince bestritt. Garcia schrieb später, Love U, but Don’t Trust U Anymore beziehe sich auf einen Ehestreit; Prince erklärte dagegen, ein Streit seiner Eltern habe ihn inspiriert.

Typische Beispiele zeigen die Spannweite des Albums. The Greatest Romance Ever Sold ist eine R&B-Ballade über die Kraft der Liebe, musikalisch von einem Marokko-Urlaub mit Mayte Garcia beeinflusst. Undisputed verbindet Funk und Dance-Pop mit einem Sample aus Bring the Noise von Public Enemy und einem Rap-Beitrag von Chuck D. Everyday Is a Winding Road ist eine Coverversion eines Songs von Sheryl Crow aus dem Jahr 1996; Coverversionen auf Prince-Studioalben waren in seiner Karriere selten. Prettyman, der Hidden Track, ist ein Funkstück mit Maceo Parker und erinnert stark an James Brown.

Veröffentlichung und Vermarktung

Rave Un2 the Joy Fantastic erschien auf CD, Doppel-LP und MC sowie später als Download. Die Doppel-LP enthält die Stücke Prettyman und segue (1 800 New Funk Advertisement) nicht. Auf der CD ist Wherever U Go, Whatever U Do mit 8:50 Minuten angegeben, obwohl nach 3:17 Minuten eine Pause folgt und anschließend zu Track 17 gewechselt wird. Die japanische CD-Ausgabe enthält zusätzlich The Greatest Romance Ever Sold im Adam & Eve Remix mit Eve.

Zur Veröffentlichung gab Prince ungewöhnlich viele Interviews und spielte einzelne Promotion-Konzerte, aber keine Tournee zum Album. Am 16. September 1999 organisierte Clive Davis in New York City eine Listening Party für 500 geladene Gäste. Ab dem 15. November 1999 folgte eine zweiwöchige Werbekampagne in Europa mit Auftritten und Interviews in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Deutschland und den Niederlanden. Geplante Auftritte in Schweden sagte Prince ab.

In Deutschland trat Prince am 25. November 1999 erstmals im Fernsehen auf, und zwar in Die Harald Schmidt Show. Danach war er bei Die Glücksspirale und auf VIVA in Fast Forward mit Charlotte Roche zu sehen. Diese drei Auftritte blieben die einzigen deutschen Fernsehauftritte seiner Karriere. Die einzige reguläre Single war The Greatest Romance Ever Sold, veröffentlicht am 5. Oktober 1999 als gekürzte Radio-Edit-Version; zusätzlich erschienen Promo-Singles zu Baby Knows und Man ‘O’ War. Das einzige Musikvideo zu einem Albumsong entstand zu The Greatest Romance Ever Sold.

Resonanz und kommerzieller Erfolg

Die Kritiken fielen überwiegend verhalten oder negativ aus, auch wenn einige Rezensenten das Album zu Prince’ besseren Arbeiten der 1990er Jahre zählten. AOTY ermittelte aus neun englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 58 %. USA Today lobte das Album stark und gab dreieinhalb von vier Sternen. Rolling Stone vergab dreieinhalb von fünf Sternen und sah einige großartige Songs, kritisierte aber schwächere Teile. AllMusic und Wilson & Alroy’s Record Reviews vergaben jeweils zweieinhalb von fünf Sternen. Der New Musical Express bewertete das Album mit einem von fünf Sternen.

Kommerziell blieb Rave Un2 the Joy Fantastic hinter den Erwartungen zurück. In den USA erreichte es Platz 18 der Billboard-Charts und blieb 15 Wochen platziert. In der Schweiz kam es auf Platz 19, in Deutschland auf Platz 39, in Österreich auf Platz 44. Im Vereinigten Königreich wurde es nicht für die Charts zugelassen, weil Arista Records bei einer Londoner Werbeaktion kostenlose Exemplare verteilt hatte, was gegen damalige Regeln verstieß. In Deutschland erreichte das Album seine Höchstplatzierung erst 2019 durch die Wiederveröffentlichung im Boxset Ultimate Rave; 1999 war es auf Platz 53 gekommen.

Die Single The Greatest Romance Ever Sold erreichte in Deutschland Platz 79, im Vereinigten Königreich Platz 65 und in den USA Platz 63; weltweite Top-50-Platzierungen sind nicht bekannt. In der ersten Woche verkaufte sich das Album in den USA 84.000 Mal. Am 10. Dezember 1999 erhielt es Goldstatus für 500.000 Exemplare, tatsächlich wurden jedoch nur 350.000 bis 425.000 verkauft; Arista hatte 500.000 ausgeliefert, aber nicht alle abgesetzt. Weltweit lagen die Verkäufe bei rund 820.000 Exemplaren.

Mitwirkende und Auszeichnungen

Prince komponierte, arrangierte, produzierte und sang alle Songs und spielte grundsätzlich alle Instrumente selbst, ergänzt durch Gastbeiträge. Zu den wichtigsten Mitwirkenden gehörten Ani DiFranco, Chuck D, Eve, Gwen Stefani, Larry Graham, Maceo Parker, Sheryl Crow, Michael Bland, Rhonda Smith, Mike Scott, die Hornheads sowie Clare Fischer mit The NPG Orchestra. Zum technischen Personal zählten unter anderem Hans-Martin Buff als Toningenieur und Mixer, Tony Dawsey fürs Mastering und Steve Parke für Albumdesign, Artdirection und Fotografie.

In der Ära des Albums erhielt Prince mehrere Preise. Am 4. März 2000 wurde er bei den Soul Train Music Awards als „Artist of the Decade for Extraordinary Artistic Achievements – Male“ ausgezeichnet. Am 18. April 2000 erhielt er beim Genesis Award den Sonderpreis „The Dolly Green Special Achievement Award“ für die Liner Notes des Albums, in denen er die Gewinnung von Wollkleidung durch Lämmer kritisierte. Am 24. April 2000 gewann er bei den Minnesota Music Awards als „Künstler des Jahres“ und „Bester R&B Künstler“; außerdem gewann Rave Un2 the Joy Fantastic in den Kategorien „Best Major Label Recording“ und „Best R&B Recording“.

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