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Ranvier-Schnürring
Ranvier-Schnürringe sind wichtig für die schnelle saltatorische Erregungsleitung. Das Aktionspotential läuft nicht kontinuierlich entlang der markhaltigen …
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Definition und Lage
Ein Ranvier-Schnürring, auch Ranvier’scher Schnürring oder Ranvier-Node, ist ein kurzer Abschnitt eines myelinisierten Axons, an dem die Zellmembran des Axons frei liegt. Das Axon ist der lange Fortsatz einer Nervenzelle, über den elektrische Signale weitergeleitet werden. Die Myelinscheide bildet normalerweise eine isolierende Hülle um das Axon.
Im zentralen Nervensystem (ZNS) liegt ein Schnürring zwischen zwei Myelinabschnitten eines Oligodendrozyten. Im peripheren Nervensystem (PNS) befindet er sich zwischen zwei Schwann-Zellen. Ranvier-Schnürringe sind deshalb wichtige Unterbrechungen der Myelinscheide entlang einer markhaltigen Nervenfaser.
Aufbau und Erregungsleitung
Ranvier-Schnürringe sind etwa 1 μm lang und liegen entlang des Axons in Abständen von ungefähr 0,2–2 mm. Der Abschnitt zwischen zwei Schnürringen heißt Internodium. Der unmittelbar an einen Schnürring angrenzende Abschnitt heißt Paranodium.
Die Schnürringe ermöglichen die schnelle saltatorische Erregungsleitung. Dabei breitet sich ein Aktionspotential nicht kontinuierlich über die gesamte markhaltige Nervenfaser aus, sondern „springt“ von Schnürring zu Schnürring. Ein Aktionspotential ist eine kurzzeitige Änderung der elektrischen Spannung an der Zellmembran.
An den Schnürringen besitzt die Axonmembran besonders viele spannungsgesteuerte Natriumkanäle. Bei der Depolarisation, also einer Verringerung der elektrischen Spannungsdifferenz an der Membran, strömt dadurch stark Na+ in das Axon ein. Zwischen den Schnürringen wird die Erregung wegen der Isolation durch die Markscheide elektrotonisch weitergeleitet.
Im Paranodium sind Axonmembran und Myelin durch die Bindungsproteine Contactin und Contactin associated protein fest verbunden. Seitlich des Schnürrings schließen paranodale Septate Junctions die Verbindung zwischen Gliazellen und Axon ab. Zu den beteiligten Gliazellen gehören im ZNS Oligodendrozyten und Astrozyten, im PNS Schwann-Zellen. Dadurch entsteht ein kleiner, abgegrenzter Raum, dessen biochemisches Milieu reguliert werden kann und bei dem Diffusionsverluste minimiert werden.