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Quenelle-Gruß
Der Quenelle-Gruß (französisch quenelle, eine spezielle Sorte Klöße) ist eine Geste aus Frankreich, bei der eine Hand auf den anderen, durchgestreckten Arm …
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Bedeutung und Ausführung
Der Quenelle-Gruß ist eine aus Frankreich stammende Geste: Eine Hand wird auf den anderen, durchgestreckten Arm gelegt; außerdem gibt es Varianten. In der Presse wird sie auch als „Umgekehrter Hitlergruß“ oder „Französische Nazi-Geste“ bezeichnet. Sie ist bedeutsam, weil sie teils als politischer Protest dargestellt, teils aber mit Antisemitismus, Rechtsextremismus und dem Hitlergruß verbunden wird.
Entstehung und politische Verwendung
Bekannt gemacht wurde die Geste durch den französischen Komiker Dieudonné M’bala M’bala. Er ist für antizionistische und antisemitische Positionen bekannt und gilt als prominenter Vertreter des Rechtsextremismus. M’bala M’bala beschreibt den Gruß als Protest gegen das politische Establishment; viele Personen, die ihn zeigen, verstehen ihn ebenfalls so.
Die Geste wurde jedoch auch zusammen mit rechtsextremem Gedankengut verwendet, etwa im Wahlkampf der Liste anti-sioniste von M’bala M’bala zur Europawahl 2009. Sein Mitstreiter Alain Soral zeigte sie vor dem Holocaust-Mahnmal in Berlin. Deshalb wird sie gelegentlich mit dem Hitlergruß verglichen. Moshe Kantor, Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, bezeichnete sie als einen weniger bekannten Nazi-Gruß. Auch Jean-Marie Le Pen und Bruno Gollnisch vom Rassemblement National ließen sich beim Zeigen der Geste fotografieren.
Verwendung im Sport
Außerhalb Frankreichs wurde der Gruß besonders bekannt, nachdem Nicolas Anelka ihn im Dezember 2013 nach einem Tor für West Bromwich Albion gezeigt hatte. Sein Verein suspendierte und entließ ihn später. Die englische Football Association (FA) verhängte eine Sperre von fünf Spielen und eine Geldstrafe von 80.000 Pfund; außerdem beendete der Trikotsponsor von West Brom die Zusammenarbeit mit dem Verein.
Bereits zuvor hatten französische Sportler, darunter Tony Parker, Teddy Riner, Nikola Karabatić, Yannick Noah, Samir Nasri und Mathieu Deplagne, den Gruß verwendet. Der Schweizer Sprinter Pascal Mancini zeigte ihn 2014 bei den Schweizer Meisterschaften sowie bei den Europameisterschaften desselben Jahres.
Rechtliche Bewertung
Die rechtliche Beurteilung hängt vom konkreten Zusammenhang ab. Alain Soral, ein rechtsextremer französischer Publizist, wurde in Frankreich zu einer Geldstrafe verurteilt. Ende 2013 war ein Foto bekannt geworden, das ihn zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin beim Zeigen des Quenelle-Grußes zeigt.
In der Schweiz wird die Geste teilweise als Ersatz für den Hitlergruß betrachtet und kann deshalb je nach Situation als Rassendiskriminierung strafbar sein. Im August 2017 verurteilte das Schweizer Bundesgericht einen Jugendlichen nach der Rassismus-Strafnorm, weil dieser die Quenelle vor einer Synagoge gezeigt hatte.