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Gliederung

Es empfiehlt sich, in den Überschriften Verbalstil und Nominalstil nicht zu mischen. Ein Negativbeispiel: „3.2.1 Welche Vorteile mit Self-Scanning verbunden …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Zweck
  2. 2. Gliederung von Texten
  3. 3. Normen und dezimale Gliederung
  4. 4. Alphanumerische Gliederung
  5. 5. Vor- und Nachteile der Systeme
  6. 6. Typische Fehler und Informationsgliederung

Grundidee und Zweck

Eine Gliederung ist die Aufteilung eines Ganzen in mehrere strukturelle Teile oder Bereiche. Diese Teile sind in sich weitgehend abgeschlossen, gehören aber so zum Ganzen, dass man sie nicht entfernen kann, ohne das Ganze unvollständig zu machen.

Bei Texten macht eine Gliederung den Inhalt übersichtlicher. Sie teilt den Text in Sinnabschnitte, also in zusammengehörige inhaltliche Segmente. Dadurch können Leser Informationen zu einzelnen Teilaspekten schneller finden. Besonders wichtig ist das bei Vorträgen, Referaten, wissenschaftlichen Aufsätzen und umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten.

Gliederung von Texten

In wissenschaftlichen Texten ist eine Gliederung sehr gebräuchlich. Examensarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften sind oft tief gegliedert und müssen strenge Formerfordernisse einhalten. Gute Gliederungen erkennt man daran, dass die Gleichordnung und Unterordnung der Teile logisch ist, die Überschriften präzise formuliert sind und der Überschriftenstil einheitlich bleibt.

Die Gliederung wissenschaftlicher Arbeiten soll die Logik der Argumentation sichtbar machen. Das beschriebene Vorgehensmodell folgt dem Schema Entdeckungszusammenhang, Begründungszusammenhang und Verwertungszusammenhang. In einer zeitgemäßen Form kann daraus folgende Abfolge entstehen: Einleitung als Anlass, Situationsanalyse, Ziele, Methodik und Arbeitsprogramm, Synthese oder Analyse, Bewertung sowie Zusammenfassung und Ausblick.

Auch die Typographie beschäftigt sich unter anderem mit der Textgliederung.

Normen und dezimale Gliederung

In Wirtschaft und Verwaltung ist die Einteilung eines Textes in Deutschland Teil der Textverarbeitung nach DIN 5008. Diese Schreib- und Gestaltungsregeln bilden die Grundlage für professionell gestaltete Schriftstücke. Die Textgliederung und Abschnittsnummerierung erfolgt in Deutschland häufig auch nach DIN 1421, „Gliederung und Benummerung in Texten“, international nach ISO 2145, „Documentation; Numbering of divisions and subdivisions in written documents“.

Die dezimale Gliederung ist in fast allen Studienfächern üblich. Sie nutzt indisch-arabische Ziffern und dient dazu, größere Sinnzusammenhänge durch Segmentnummerierung sichtbar zu machen. Jeder Hauptabschnitt wird von 1 an fortlaufend nummeriert. Jeder Abschnitt kann beliebig viele Unterabschnitte haben, mindestens jedoch zwei. Dasselbe gilt für weitere Unterebenen. Die Ziffern der einzelnen Ebenen werden durch Punkte getrennt. Hinter der jeweils letzten Gliederungsziffer steht nach DIN 5008 kein Punkt, also auch dann nicht, wenn nur eine einzige Gliederungsziffer vorhanden ist.

Ein typisches Muster ist: 1 Einleitung, 2 Hauptteil, 2.1 These, 2.1.1 Argument Nr. 1, 2.1.2 Argument Nr. 2, 2.2 Antithese und 3 Schluss.

Alphanumerische Gliederung

Die alphanumerische Gliederung war früher weit verbreitet. Heute ist sie fast nur noch in juristischen Texten üblich, auch in Klausuren, Hausarbeiten und Examensarbeiten. In der Regel ist sie dort aber nicht verpflichtend.

Sie verwendet verschiedene Zeichenarten für verschiedene Ebenen, zum Beispiel A für die erste Ebene, I. für die zweite Ebene, 1. und 2. für eine dritte Ebene, a) und b) für eine vierte Ebene, aa) und bb) für eine fünfte Ebene, (1) und (2) für eine sechste Ebene sowie α) und β) für eine siebte Ebene. Dadurch erkennt man die Ebene nicht allein an einer Zahlenfolge, sondern an der Art des Zeichens.

Vor- und Nachteile der Systeme

Befürworter der alphanumerischen Gliederung halten sie für übersichtlicher als die numerische Gliederung. Befürworter der numerischen Gliederung sehen es umgekehrt. Sie argumentieren, dass bei einer Angabe wie „1.1.1.1.1“ schneller und eindeutiger erkennbar ist, in welchem Abschnitt man sich befindet, als bei einer Angabe wie nur „(1)“.

Ein Vorteil der alphanumerischen Gliederung ist, dass die Gliederungsangabe in der Überschrift auch bei sehr tief gegliederten Texten ungefähr gleich viel Platz braucht. Bei der numerischen Gliederung wächst der Umfang mit jeder Ebene. Eine Überschrift der 7. Ebene kann dort zum Beispiel „5.3.4.1.2.8.1 (Überschriftentext)“ lauten, während sie in der alphanumerischen Gliederung schlicht „α) (Überschriftentext)“ heißen kann. Deshalb ist die alphanumerische Gliederung in juristischen Werken weiterhin verbreitet, weil diese häufig sehr tief gegliedert sind.

Bei internationalem Datenaustausch kann das numerische Gliederungssystem Probleme verursachen. In Tabellenkalkulationsprogrammen oder Datenbanken können Gliederungspunkte der ersten Ebene mit ganzen Zahlen verwechselt werden. Gliederungspunkte der zweiten Ebene können mit Gleitkommazahlen verwechselt werden, besonders weil im englischsprachigen Raum der Punkt als Dezimaltrennzeichen verwendet wird.

Typische Fehler und Informationsgliederung

Eine Gliederung ist kein Selbstzweck. Sie soll Leser orientieren und muss in sich schlüssig sein. Leitfäden zum wissenschaftlichen Schreiben nennen deshalb häufig Fehler, die vermieden werden sollen. Solche Fehler sind allerdings subjektiver Natur und können sich je nach Leitfaden unterscheiden.

Häufig genannte Fehler sind: ein Punkt am Ende dezimaler Gliederungsziffern, zum Beispiel „2.1.“ statt „2.1“; die Mischung von dezimalem und alphanumerischem Prinzip; unlogische Nummerierung wie 1, 2, 2.1, 3, weil zu 2.1 mindestens auch 2.2 gehören müsste; Überschriften ohne inhaltliche Aussage wie Einführung, Hauptteil, Schluss oder Exkurs; Überschriften, die Vollständigkeit nahelegen, ohne dass wirklich alles behandelt wird; sowie unzutreffende Überschriften. Eine „Zusammenfassung“ muss tatsächlich eine Kurzversion des bereits Behandelten enthalten und darf keine neuen Aspekte bringen. Ein „Ausblick“ muss neue, zu erwartende Entwicklungen zeigen und bereits Behandeltes nicht wiederholen.

Außerdem wird empfohlen, in Überschriften Verbalstil und Nominalstil nicht zu mischen. Ein Negativbeispiel ist die Kombination von „3.2.1 Welche Vorteile mit Self-Scanning verbunden sind“ im Verbalstil und „3.2.2 Nachteile des Self-Scannings“ im Nominalstil.

Auch Informationen außerhalb von Fließtexten können gegliedert werden. Komplexe Informationszusammenhänge lassen sich zum Beispiel durch Baumstrukturen oder Mind-Maps visualisieren. Früher sammelten Wissensarbeiter wie Studenten, Wissenschaftler und Journalisten Notizen in Zettelkästen. Informationstechnik wie PCs, Scanner, Digitalfotos und Internet bietet heute viele Möglichkeiten, Informationen zu speichern, zu bearbeiten und wiederzufinden, etwa mit Gliederungseditoren, Notiz-Software und Dokumentenmanagement-Software.

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