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Populationsökologie
Die Populationsökologie (von lateinisch populus ‚Volk') ist ein Teilgebiet der Ökologie und damit der Biologie, das sich mit den Wechselwirkungen der …
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Gegenstand und Bedeutung
Die Populationsökologie ist ein Teilgebiet der Ökologie und damit der Biologie. Sie untersucht Populationen, also die Individuen einer Art in einem bestimmten Zusammenhang, und deren Wechselwirkungen mit Populationen derselben oder anderer Arten sowie mit ihrer Umwelt.
Dabei betrachtet sie den Aufbau und die Veränderung von Populationen unter dem Einfluss biotischer Faktoren, also Einflüssen durch Lebewesen, und abiotischer Faktoren, also unbelebten Umweltbedingungen. Dieses Wissen ist beispielsweise wichtig, um Wildtierbestände zu beurteilen, Parasitenpopulationen zu untersuchen oder bedrohte und bejagte Arten angemessen zu schützen beziehungsweise zu nutzen.
Teilbereiche und Abgrenzung
Traditionell wird zwischen der statischen Populationsbeschreibung und der Populationsdynamik unterschieden. Die statische Beschreibung erfasst den Zustand einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Populationsdynamik untersucht dagegen, wie sich eine Population im Laufe der Zeit verändert.
Bei komplexen Gemeinschaften wird auch von Demographie gesprochen, wenn Größe und Zusammensetzung einer Population sowie deren Veränderungen beschrieben werden. Dazu gehören besonders die Populationsgröße, der Altersaufbau und das Geschlechterverhältnis.
Ein weiterer wesentlicher Gegenstand sind Wechselwirkungen zwischen Populationen, vor allem Konkurrenz und Räuber-Beute-Beziehungen. Langfristige Veränderungen infolge evolutionärer Prozesse zählen traditionell nicht mehr zur Populationsökologie, sondern zur Populationsbiologie und Evolutionsökologie. Werden genetische Aspekte oder Gesichtspunkte der Inselbiogeographie einbezogen, führt dies ebenfalls zur Populationsbiologie.
Struktur und Veränderung von Populationen
Die Populationsökologie erfasst die Struktur und Dynamik einer Population. Untersucht werden unter anderem ihre altersmäßige Zusammensetzung, ihr Wachstum und ihre Entwicklung.
Für die Veränderung der Populationsgröße sind besonders zwei Größen entscheidend:
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Die Reproduktionsrate beschreibt die Vermehrung der Population. Sie hängt unter anderem von der Fortpflanzungsbiologie, dem Ernährungszustand und der Gebietsgröße ab.
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Die Sterberate wird unter anderem durch Fressfeinde, Krankheiten und das Alter bestimmt.
Ist die Reproduktionsrate höher als die Sterberate, wächst die Population. Ist sie niedriger als die Sterberate, schrumpft die Population.
Modelle des Populationswachstums
Wie komplex ein Modell zur Beschreibung von Populationsgröße und Populationswachstum sein muss, hängt von der Art und ihrem Lebensraum ab.
Im einfachsten Fall wächst eine Population exponentiell. Dieses Modell passt beispielsweise zu einer Bakterienkolonie, deren Wachstum keinen Beschränkungen unterliegt.
Werden begrenzter Platz und begrenzte Ressourcen berücksichtigt, kann sich logistisches Wachstum ergeben. Dieses dient als einfaches Modell für Bakterien und viele Einzeller, die sich durch Zellteilung vermehren.
Sobald sexuelle Fortpflanzung eine Rolle spielt, werden Berechnung und Abschätzung der Reproduktionsrate komplexer. Bei Räuber-Beute-Beziehungen verändern sich die Populationen von Räubern und Beutetieren gegenseitig; diese Auswirkungen werden durch die Volterra-Regeln beschrieben.
Anwendungen und weitere Einflussfaktoren
Typische Anwendungen sind die Ermittlung von Bestandsdichten und Bestandszahlen bei Wildtieren, Parasiten, bejagten Tieren und bedrohten Arten. In der nachhaltigen Fischerei müssen Fangquoten und Fangtechniken so festgelegt werden, dass die Population der befischten Art nicht zusammenbricht. Dafür sind populationsökologische Kenntnisse notwendig.
Neben den unmittelbar populationsdynamischen Vorgängen werden auch mittelbare Aspekte betrachtet. Dazu gehören die genetische Zusammensetzung einer Population, die zur Populationsgenetik überleitet, sowie die intraspezifische Konkurrenz. Intraspezifisch bedeutet, dass Individuen derselben Art miteinander konkurrieren. Diese Konkurrenz kann sich auf Ressourcen oder Sexualpartner beziehen. Untersucht werden dabei auch Strategien, mit denen solche Konkurrenz vermieden wird.