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Polnischer Name
Häufige Vornamen und ihre gängigen Diminutive. Bearbeiten. Weiblich. Bearbeiten. Vornamen: Verkleinerungsform: Agnieszka (dt. Agnes); Aleksandra (dt. Alexandra) …
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Grundstruktur polnischer Namen
Traditionell bestehen polnische Namen aus einem oder zwei Vornamen und einem Nachnamen. Für den Alltag ist wichtig, dass Vorname, Nachname und Anrede unterschiedlich verwendet werden: Unter Personen, die sich kennen, ist der Vorname üblich, oft sogar in einer Verkleinerungsform, dem Diminutiv. Der Nachname wird dagegen vor allem in förmlichen oder amtlichen Situationen benutzt.
Polnische Namen zeigen außerdem häufig grammatische Formen, die etwas über Geschlecht, Herkunft oder Familienzugehörigkeit ausdrücken können. Besonders auffällig ist dies bei vielen Familiennamen, die bei Frauen eine andere Endung haben können als bei Männern, und bei Nachnamen mit typischen Endungen wie -ski, -cki, -dzki, -wicz, -ak, -ek, -ik oder -iak.
Vornamen und Diminutive
Weibliche Vornamen enden im Polnischen meist auf -a, zum Beispiel Magdalena oder Justyna. Männliche Vornamen enden in der Regel mit einem Konsonanten.
Ein Diminutiv ist eine Verkleinerungs- oder Koseform eines Namens. Im Polnischen werden solche Formen im persönlichen Umgang sehr häufig benutzt. Beispiele sind Jan mit den Formen Jaś, Jasiu oder Janek sowie Katarzyna mit Kasia, Kaśka oder Kasieńka. Auch in höflicher Anrede kann der Vorname oder ein Diminutiv mit Siezen verbunden werden, etwa Panie Janku!, ungefähr „Herr Hansi!“. Für distanzierte oder höfliche Anrede wird bei Nachnamen grundsätzlich pan für „Herr“ oder pani für „Frau“ vorangestellt.
Rechtliche Regeln für Vornamen
Die Vergabe von Vornamen an neugeborene Kinder ist in Polen durch das Gesetz über Standesakte geregelt, polnisch Prawo o aktach stanu cywilnego.
Es dürfen höchstens zwei Vornamen vergeben werden. Diese Regel wurde 1952 eingeführt und betrifft nicht Personen, die vorher geboren wurden. Vornamen dürfen außerdem nicht grotesk oder derb sein. Kurzformen oder Koseformen, also Diminutive, sind nicht als amtliche Vornamen zulässig: Eintragbar ist zum Beispiel Maksymilian, nicht aber Maks. Der Vorname oder die Vornamen müssen eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden können.
Familiennamen und ihre Formen
Polnische Familiennamen können sich nach dem Geschlecht der Person verändern. Viele Nachnamen erhalten bei weiblichen Trägerinnen ein angehängtes -a. Die Ehefrau eines Herrn Kowalski heißt daher Kowalska. Auch in der Beugung, also Deklination, ändern sich die Formen. Für eine Familie wird am Türschild die Pluralform verwendet, zum Beispiel Kowalscy für die Familie Kowalski/Kowalska.
Die Endungen -ski, -cki und -dzki, etwa bei Lewandowski, Kotecki oder Zawadzki, sind adjektivische Ableitungen sogenannter Herkunftsnamen. Solche Namen können auf eine Ortschaft, eine Sippe, einen Stand oder eine historische Besonderheit hinweisen. Podolski bedeutet demnach etwa „aus Podolien stammend“, „der Podolische“ oder „von Podolien“. Solche Endungen weisen oft, aber nicht immer, auf Reste adeliger Wurzeln hin, weil der polnische Adel häufig Herkunftsnamen führte.
Die häufige Endung -wicz, zum Beispiel in Adamowicz oder Filipowicz, entspricht dem germanischen Suffix -son beziehungsweise -sohn. Sie geht auf erstarrte Vatersnamen zurück, also Namen, die ursprünglich die Abstammung vom Vater ausdrückten. Solche Patronyme sind im Russischen bis heute gebräuchlich.
Namen auf -ak und -ek, etwa Kaczmarek, sowie auf -ik und -iak, etwa Foreniak, sind aus Adjektiven abgeleitete Personenbezeichnungen. Nowak kommt von nowy, deutsch „neu“, und entspricht ungefähr dem deutschen Namen Neumann. Górniak kommt von górny, ungefähr „Berg-“ oder „Ober-“, und entspricht etwa Obermann. Das Suffix -ek kann aber auch ein Diminutiv sein, wie bei Lech, aus dem Leszek wird. Weitere häufige Endungen sind -cik, zum Beispiel Wójcik, und -czyk, zum Beispiel Tomczyk.
Die Führung des Familiennamens wird in Polen durch das Familien- und Fürsorgegesetzbuch von 1964 geregelt, polnisch Kodeks rodzinny i opiekuńczy.
Häufige Nachnamen
Die häufigsten Nachnamen in Polen waren 2009 nach der im Artikel genannten Liste: Nowak mit 207.348 Personen, Kowalski/a mit 140.471, Wiśniewski/a mit 111.174, Wójcik mit 100.064, Kowalczyk mit 98.739, Kamiński/a mit 95.816, Lewandowski/a mit 93.404, Zieliński/a mit 91.522, Szymański/a mit 89.698 und Woźniak mit 89.015.
Weitere häufige Namen waren Dąbrowski/a mit 87.304, Kozłowski/a mit 76.657, Jankowski/a mit 69.280, Mazur mit 68.090, Kwiatkowski/a mit 66.917, Wojciechowski/a mit 66.879, Krawczyk mit 64.543, Kaczmarek mit 62.399, Piotrowski/a mit 61.844 und Grabowski/a mit 59.052. Ebenfalls genannt werden Pawłowski/a, Zając, Michalski/a, Król, Wieczorek, Jabłoński/a, Wróbel und Greń.
Wappen und Namen
In der polnischen Gesellschaft sind Namensführung und Wappenführung seit dem Mittelalter eng miteinander verbunden. Ein Wappen heißt auf Polnisch herb.
Eine Besonderheit der polnischen Heraldik, also Wappenkunde, ist die gemeinsame Wappenführung mehrerer Familien. Solche Gruppen heißen Wappengemeinschaften. Die beteiligten Familien müssen oft nicht miteinander verwandt sein. Sowohl bürgerliche Familien als auch Familien, die früher dem polnischen Adel angehörten, können ein Wappen führen.
Die Führung eines Wappens ist nicht gesetzlich geregelt und begründet keine Rechte. Die Bezeichnung des Wappens gehört nicht zum bürgerlichen Namen, denn dieser besteht nur aus Vorname oder Vornamen und Familiennamen. Manche Wappenbezeichnungen sind jedoch in Familiennamen eingegangen und wurden mit Bindestrich verbunden, zum Beispiel Korwin-Mikke. Außerdem ist ein nachgestellter Zusatz wie herbu Pomian üblich, wenn eine Person zur Wappengemeinschaft Pomian gehört.