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Polka

Musik: Klassik, Popmusik, Volksmusik · Taktart: ⁄ 4-Takt. Tempo: 27 ≈40 bis 80 TPM (d. h. ≈80 bis 160 bpm). Herkunft: Tschechien (Böhmen), Deutschland …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundform und Merkmale
  2. 2. Entstehung und Verbreitung
  3. 3. Ursprung des Schrittes
  4. 4. Tanzweise und Varianten
  5. 5. Musik und Bravourstücke

Grundform und Merkmale

Die Polka ist ein beschwingter Paartanz, der sowohl als Gesellschaftstanz als auch als Volkstanz getanzt wird. Sie ist ein Rundtanz im lebhaften bis raschen Zweivierteltakt (2/4-Takt) oder alla breve. Ihre Musik kommt unter anderem in Klassik, Popmusik und Volksmusik vor. Das Tempo reicht je nach Form ungefähr von 80 bis 160 Schlägen pro Minute (bpm), entsprechend etwa 40 bis 80 Takten pro Minute (TPM).

Die Grundform besteht aus einer Folge von Polkaschritten beziehungsweise Wechselschritten. Ihr Rhythmus lautet „kurz-kurz-lang“. Der erste kurze Schritt wird betont; der Bewegungsablauf beginnt abwechselnd mit dem linken und dem rechten Fuß. Ursprünglich leitete man den Wechselschritt in Böhmen mit einem Hüpfer ein, während der Hüpfer in deutschen Gegenden am Ende des Schrittes stand.

Entstehung und Verbreitung

Die Polka entstand um 1830 in Böhmen. Einer Überlieferung zufolge tanzte die Magd Anna Chadimová, später Slezáková (1805–1884), sie an einem Sonntag um 1830 in Elbekosteletz (Kostelec nad Labem) erstmals zu dem örtlichen Volkslied „Onkel Nimra kaufte einen Schimmel“. Der junge Lehrer Josef Neruda soll Tanz und Melodie aufgeschrieben und anschließend verbreitet haben. Als Vorläufer im tschechischen Volkstanz gilt die „Nimra“.

Die Polka wird zu einfacher Musik im Zweivierteltakt getanzt. Die Musik besteht gewöhnlich aus drei bis vier Reprisen, also wiederholten musikalischen Abschnitten, mit jeweils 8, 12 oder 16 Takten. Die Bewegung ist schnell, aber langsamer als beim Galopp. Ballettmeister nahmen einzelne Pas, also Tanzschritte, aus anderen slawischen Tänzen auf und entwickelten daraus verschiedene Formen. Dazu gehören die Polka hongroise, die Polka masurka, die Polka à la Polacca und die auch von Johann Strauss aufgegriffene Schnellpolka.

Ursprung des Schrittes

Der charakteristische Schritt war im deutschen Volkstanz schon lange vor der Entstehung der Polka bekannt. Vor 1800 ist er als „Hopser“ nachweisbar; Johann Sebastian Bach verwendete 1742 einen solchen Hopser in seiner Bauernkantate. Die genaue Tanzform ist im Rheinfränkischen 1811 unter dem Namen „Hipper“ überliefert. Auch der Schottisch-Rundtanz, der ebenfalls Schottischer Walzer genannt wird, verwendet diesen Schritt.

Polka- oder Schottischformen mit diesem Bewegungsmuster sind in vielen Ländern überliefert. Beispiele sind die österreichische Krebspolka und die dänische Tyrolerhopsa. Weitere Verbreitungsgebiete sind Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Schweden, Norwegen, Tschechien, die Slowakei und Polen.

Tanzweise und Varianten

Im Volkstanz ist die Polka seit etwa 1835 nachgewiesen, in Österreich seit etwa 1840. Die fröhliche Musik und die schnelle Drehbewegung führen häufig zu einer ausgelassenen Ausführung. Beim Gesellschaftstanz kommt es dagegen besonders auf eine gute Tanzhaltung an.

Im österreichischen Volkstanz werden vier Formen unterschieden:

• Die Polka Franze ist mit ungefähr 80 bpm langsam. Nach dem Wechselschritt folgt ein Hüpfschritt.

• Die Böhmische Polka ist mit ungefähr 100 bpm etwas schneller und wird meistens ebenfalls mit einem Hüpfschritt nach dem Wechselschritt getanzt.

• Die als Polka bezeichnete Form hat ein mittleres Tempo von ungefähr 120 bpm und wird ohne Hüpfer ausgeführt.

• Die Schnellpolka erreicht ungefähr 160 bpm, ist also schnell bis sehr schnell, und kommt ebenfalls ohne Hüpfschritt aus.

Musik und Bravourstücke

Zu den bekannten Polka-Kompositionen gehören die „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauss (Sohn) aus dem Jahr 1858, die „Ambosspolka“ von Albert Parlow aus dem Jahr 1864 sowie die „Pizzicato-Polka“ von Johann Strauss (Sohn) und Josef Strauss. Weitere Beispiele sind „Polka de W.R.“ von Sergei Rachmaninow, „Böhmischer Traum“ von Norbert Gälle, „Rosamunde“ von Jaromír Vejvoda, „Ievan Polkka“ von Eino Kettunen, „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauss (Sohn) und „Trompetenecho“ von Slavko Avsenik. Auch in Filmen kommen Polkas vor, etwa „The Pie-In-The-Face Polka“ von Henry Mancini aus „Das große Rennen rund um die Welt“ (1965) und die „Pennsylvania Polka“ in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. In der Neuen Volksmusik spielt unter anderem die Folkrockband HISS Polkamelodien.

Eine Bravourpolka ist eine Polka, die besonders hohe Anforderungen an das musikalische Können der Aufführenden stellt, vor allem an beteiligte Solisten. Vertreter dieser Gattung sind „Teufelszunge“ von Hugo Wolfram Schmidt, bekannt durch ein Arrangement von Rolf Schneebiegl, die „Bravourpolka“ von Herbert Ferstl, die „Blitzpolka“ von Adam Hudec, „Das ist mein Leben“ von Franz Watz, „Blasmusikjuwelen“ von Otwin Balser und „Im kleinen Dörfchen“ von Wenzel Valczek.

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