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Paraphrase (Sprache)

Sie ist die Umschreibung der Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks durch andere sprachliche Ausdrücke. · Die Paraphrase bezeichnet die sinngemäße Wiedergabe …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Zweck
  2. 2. Sprachwissenschaftliche Verwendung
  3. 3. Erkennungsmerkmale und Beispiel
  4. 4. Arten und Funktionen
  5. 5. Verwandte Kommunikationstechniken

Begriff und Zweck

Eine Paraphrase ist in der Sprachwissenschaft die Umschreibung oder sinngemäße Wiedergabe eines sprachlichen Ausdrucks oder Textes durch andere sprachliche Ausdrücke. Dabei soll der Sinn eines Wortes, Satzes oder Textes möglichst identisch erhalten bleiben. Wer paraphrasiert, wiederholt Gelesenes oder Gehörtes mit eigenen Worten.

Paraphrasen dienen vor allem der Erklärung, Verdeutlichung und Interpretation. Der Vorgang heißt Paraphrasierung und ist beispielsweise in der Mediation üblich. Eine Paraphrase kann außerdem eine freie, nur sinngemäße Übertragung in eine andere Sprache sein. Wegen verschiedener Übersetzungsmöglichkeiten – wörtliche, philologische, kommunikative und bearbeitende Übersetzung – wird ihre Rolle in der Translationswissenschaft häufig diskutiert.

Sprachwissenschaftliche Verwendung

In der generativen Grammatik ist die Paraphrase ein elementares Verfahren, mit dem die semantische Identität verschiedener Sätze festgestellt wird. Semantische Identität bedeutet hier, dass unterschiedliche Formulierungen dieselbe Bedeutung ausdrücken. Zu Analysezwecken erzeugte Formulierungen heißen linguistische Paraphrasen.

Ihnen stehen kommunikative Paraphrasen gegenüber. Diese entstehen in der praktischen Kommunikation, also bei der tatsächlichen Verwendung von Sprache. Zitate können durch Paraphrasen abgeschlossen, genauer erläutert, mit eigenen Worten wiedergegeben oder interpretiert werden. Bei Textanalysen bildet die Paraphrase häufig die erste Stufe.

Erkennungsmerkmale und Beispiel

Paraphrasen werden oft durch feststehende Ausdrücke eingeleitet. Solche Ausdrücke heißen Reformulierungs- oder Paraphrasenindikatoren. Zu den bekanntesten gehört „das heißt“ beziehungsweise „d. h.“. Weitere Indikatoren sind „genauer gesagt“, „also“ und „sprich“.

Ein Beispiel lautet: „Die Ampel ist rot, das heißt, kein Fußgänger darf die Straße überqueren.“ Der zweite Teil gibt die Bedeutung beziehungsweise die praktische Folge des ersten Teils in anderer Form wieder.

Arten und Funktionen

Nach Funktion und Inhalt werden verschiedene Arten von Paraphrasen unterschieden. Eine Paraphrase kann eine Expansion sein, also den Bezugsausdruck ausführlicher wiedergeben, eine Reduktion, also ihn verkürzen, oder eine Variation, also ihn in veränderter Form ausdrücken. Entscheidend ist das inhaltliche Verhältnis zwischen dem ursprünglichen Bezugsausdruck und dem Reformulierungsausdruck. Dieses Verhältnis wird Äquivalenzrelation genannt.

Ähnlich wird zwischen vollständigen, zusammenfassenden und aspektualisierenden Paraphrasen unterschieden. Eine aspektualisierende Paraphrase hebt bestimmte Gesichtspunkte hervor. Paraphrasen können Verständnis herstellen oder absichern, ein Gespräch gliedern und thematisch steuern sowie Gedanken erklären und präzisieren. Sie können auch interaktive Funktionen erfüllen, etwa wenn jemand durch eine Paraphrase Zeit gewinnt, um die folgenden Äußerungen zu planen.

Wie Reparaturphänomene sind Paraphrasen Reformulierungshandlungen. Sie lassen sich danach unterscheiden, wer den betreffenden Ausdruck paraphrasiert: Beim Selbstbezug reformuliert eine Person den eigenen Ausdruck, beim Fremdbezug den Ausdruck einer anderen Person. Außerdem wird danach unterschieden, wer die Paraphrasierung anstößt: Bei der Selbstinitiierung geht der Anstoß von der sprechenden Person selbst aus, bei der Fremdinitiierung von einer anderen Person. Wer die Paraphrasierung initiiert, muss sie nicht zwingend selbst ausführen.

Verwandte Kommunikationstechniken

Mit der Paraphrase verwandt sind die Interpretation, die Reflexion und das aktive Zuhören. Auch bei diesen Kommunikationstechniken werden Aussagen aufgenommen, verarbeitet oder in anderer Form wiedergegeben. In der Antike und an mittelalterlichen Hochschulen war die Paraphrase ein üblicher Bestandteil wissenschaftlicher Gespräche; als Beispiele werden die Platonischen Dialoge genannt.

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